Das Ziel der Liste es, zu begrenzen welche Kanji in der Schule beigebracht werden und wie im Artikel beschrieben sollte jeder auch diese Kanji können. Es hat also zum Einen einen bildungspolitischen Aspekt.
Damit haben auch die Massenmedien eine Richtlinie, welche Zeichen von der Bevölkerung auf jeden Fall gelesen werden können.
Die größte Bedeutung hat es für Tageszeitungen. Dem Gesetz nach sind sie verpflichtet bei Kanji, die nicht in der Liste sind mit Lesungen (Furigana; werden in Hiragana klein daneben geschrieben) zu versehen. Das ist jetzt für die neuen Kanji nicht mehr notwendig. Manche Wörter lassen sich jetzt auch komplett in Kanji schreiben, die man vorher gemischt geschrieben hat. Z. B. Kanpeki (Perfektion) brauch jetzt nicht 完ぺき geschrieben werden, sondern kann 完璧 geschrieben werden. Da in Japan Schriftwerke bei der Bezahlung in der Regel nach Zeichenanzahl abgerechnet werden, kann das auch eine (ökonomische) Rolle spielen. Dazu kommt, dass in der Schule mehr Kanji beigebracht werden müssen.
Auch nicht alle Zeichen sind unbedingt häufig in Gebrauch. Da sind neue Sachen bei wie das Zeichen für Bär oder Falke, Körperteile etc. die afaik nicht so häufig waren.
Für Ausländer, die den JLPT (Japanese Language Proficiency Test) auf der höchsten Stufe ablegen wollen, bedeutet es auch, dass sie mehr Zeichen können müssen, da sich die enthaltenen Zeichen dort an der Liste der Jōyō-Kanji orientiert.
Was außerdem interessant ist, ist dass die Liste sich nicht verkleinert sondern weiter vergrößert. Man könnte also evtl. den Schluss ziehen, dass Kanji wichtiger werden in der Verwendung der Sprache.