Stell es dir vor wie Evolution – eine Evolution der Ideen. Die monotheistischen Religionen mit Konzepten wie Nächstenliebe u.ä. waren ein Fortschritt gegenüber Religionen, deren Götter weitaus menschenähnlicher waren.
Als irgendwann dann grundlegende Moralvorstellungen gefestigt waren, und dank Fortschritte in der Wissenschaft Religion nicht mehr unbedingt war um Dinge zu erklären, wurde auch Moral von der Religion gelöst (und damit auch teilweise erweitert – schließlich fällt der Bekehrungsgedanke weg und man ist allumfassender[1]
Aber die Ergebnisse sind an sich die Gleichen. Nur die Begründung ist anders. Das ist das was ich mit Label meine und dass das Christentum als moralgebende Institution über Jahrhunderte auch die humanistischen Ideen beeinflusst hat. Die Ideen des Humanismus fließen ja auch zurück in die Werte von Christen.
Der Humanismus ist auch keine losgelöste und isoliert entstandene Idee, sondern stand auch auf den Schultern von Riesen.

Mein Argument ist nicht, dass sich die Menschenbilder in ihren Aussagen nicht unterscheiden, sondern das die Ergebnisse sehr ähnlich bzw. gleich sind und die Ideen aus den christlichen Moralvorstellungen heraus entstanden sind. Und damit gehört der Humanist eben nicht zu jenen, die Fehl am Platz sind.

[1]…aber wenn ich mir viele Atheisten, die in der Regel auf dem Humanismus aufbauen, ansehe, dann stimmt das so auch nicht…sie handeln genauso oder ähnlich wie Angehörige von Religionen, wenn es um die “Bekehrung” geht. Mehr Toleranz sehe ich bei vielen leider nicht. Ähnlich aggressiv und alles. Eigentlich sollten sie versuchen mit Argumenten zu agieren und mehr Aggression und eine lautere Stimme führen da nicht zum Ergebnis.
Wenn du einen Streit haben willst, beginne ein Gespräch über Politik oder Religion.