Zum Grundeinkommen

Aufgrund der Petition zum Grundeinkommen und den Sachen, die man so auf Twitter liest und in Blogs muss ich langsam meine Meinung in mehr als 140 Zeichen loswerden auch wenn ich eigentlich für meine morgige Klausur zum Thema „Ökonomische Theorie der Politik“ lernen müsste.

Kurz zu meinem Hintergrund – ich studiere Japanologie mit Schwerpunkt Wirtschaft/Politik und Volkswirtschaftslehre im 10. bzw. 9. Semester. Mit am meisten interessiert mich die steigende Ungleichheit in der Welt und in den einzelnen Ländern sowie das Sozialsystem in Deutschland und in Japan.

Der Idee des Grundeinkommens stehe ich per se aufgeschlossen gegenüber. Aber leider fehlt mir bei jedem Konzept bis jetzt eine einleuchtende Erklärung wie das ganze bezahlt werden soll. Bei sagen wir 1000€ Grundeinkommen pro Person in Deutschland sind das 800.000.000.000 Euro pro Jahr. Bei den Banken gibt man größtenteils erstmal nur Garantien. Die Petition spricht übrigens von 1500€ für Erwachsene und 1000€ für Kinder.

Beim Grundeinkommen fließt Geld und zwar eine Menge. Wie das gegenfinanziert werden soll ist mir unklar.

Außerdem frage ich mich wie wohl die Nutzenanalyse im Sinne der Transferleistungen aussieht – insbesondere im Vergleich zu HartzIV. Aber das Selbe Problem hat auch eine von mir bevorzugte „angemessene Existenzsicherung“.

Tim Pritloves Definition von Arbeit in seinem Blogeintrag zum Grundeinkommen, also „Tätigkeit, die ich eigentlich nicht tun möchte“ kann ich auch nicht zustimmen. Arbeit bedeutet, dass ich für etwas Geld bekomme – was auch immer das ist: Selbstentfaltung oder Putzen. Das ist eigentlich relativ egal. Ich denke, dass die Hauptsache ist, dass man nicht dem Rest der Gesellschaft auf der Tasche liegt. Ich weiß, das klingt hart und jetzt werden ne Menge sagen, dass ich unsozial bin und vielleicht mal mein Menschenbild ändern sollte aber das ist Unfug.

Sowohl ein Grundeinkommen als auch eine angemessene Existenzsicherung funktionieren nur wenn Leute für etwas über dieses Geld hinaus Geld bekommen und dann an die Gesellschaft, also den Staat, einen Teil zurückzahlen.

Als nächstes sind da zur Zeit schlecht bezahlte Jobs, die keiner machen will. Argument: Wenn wir ein Grundeinkommen werden solche Jobs endlich ordentlich bezahlt weil der Markt das dann regelt. In meinem Kommentar zum obigen Blog-Post habe ich noch den Müllmann gewählt aber die sind afaik sogar recht gut bezahlt. Nehmen wir also die Putzfrau oder den Callcenter-Agent in irgend so nem Sweatshop-Callcenter (hab ich selbst schon gemacht…beides). Das sind Jobs, die man nicht wählt weil man sich darin selbst entfalten kann, sondern weil man Geld braucht.

Der Markt regelt die Löhne von diesen Jobs jetzt schon – sonst wären sie nicht so niedrig. Jede Putze und jeder Callcenter-Agent würde sofort was anderes machen mit einem höherem Lohn wenn es denn ginge (nehme ich zumindest an). Das Problem ist, dass die Leute nicht gut genug qualifiziert sind oftmals und daher keine besseren Jobs bekommen.

Bei einem Grundeinkommen wird nun niemand mehr diese Jobs mehr machen oder die Jobs sterben aus (oder werden verlagert in andere Länder wenn möglich…sind uns die Leute dort egal? Ein Inder kann’s tun, ich hab ja Grundeinkommen…). Da auch niemand bereit ist entsprechend viel zu bezahlen oder die Kosten werden auf die Löhne anderer Jobs umgelagert und diese werden dann schlechter bezahlt…hmm…ich seh schon wie der Diplominformatiker voller Elan die selbe Kohle bekommt wie die Putzfrau. Sie macht ihren Job und bekommt so viel weil sie schlecht qualifiziert ist und nichts anderes bekommt und er macht seinen Job und bekommt so viel weil er sich frei entfalten kann bei dem was er gerne macht und entsprechend qualifiziert ist. Der einzige Anreiz für eine höhere Qualifizierung ist also der Anreiz sich später frei entfalten zu könne. Ich will sehen, dass das passiert und das dabei nicht Abbruchquoten an den Unis nicht hochgehen.

Ach ja, ist das Grundeinkommen zu hoch und die Leute bekommen dadurch einen Lebensstandard der mehr als 50% hoch genug ist, dann haben wir auf einmal weniger als 50%, die mit ihrer Mehrwertschaffung den Rest mitfinanzieren. Auf das du dann genug verdienst, dass nicht alles gleich in Transferzahlungen und Steuern draufgeht.

Ich bin für eine angemessene Existenzsicherung. Die Leute sollen nicht hungern und Obdachlose mag ich auch nicht sehen. Aber jeder soll seinen Teil zur Gesellschaft beitragen. Geht’s einem schlecht, soll die Gesellschaft ihm helfen und er bekommt genug um (evtl. sogar gut) leben zu können. Aber er soll möglichst schnell Sorge dafür tragen, dass er wieder in eine Situation kommt um sich selbst auf den Beinen halten zu können, denn auch andere brauchen Hilfe. Sprich: Bekommst du „Stütze“ musst du jeden Job annehmen, der dir angeboten wird. Skandinavien macht das meines Wissens nach so.

Wenn du etwas machst bei dem du dich frei entfalten kannst und die Gesellschaft stützt: Toll. Wenn nicht, musst du halt auch was machen um nicht vom sondern mit dem System zu leben.

Die Grundeinkommler sprechen immer davon, dass die Gesellschaft ja so geld- und arbeitsorientiert ist und dass das Grundeinkommen wieder zu einem Miteiander führt. Aber wie wollen sie verhindern, dass Leute das System ausnützen? Sie schaffen doch gerade die Anreize zum Egoismus und zum weg von der Gesellschaft. Wenn ich genug Geld kriege um gut zu leben und mich dann tun und lassen kann was ich will – warum sollte ich mich bemühen etwas zu tun, dass genug schafft, damit ich der Gesellschaft etwas zurückgeben kann? So viele gute Menschen gibt es glaub ich nicht – oder ich treff einfach in der Masse die falschen.

Zum Abschluss noch einmal: Nein zum Grundeinkommen, ja zur angemessenen Existenzsicherung!

14 Gedanken zu „Zum Grundeinkommen

  1. Wichtig ist, daß mit dem Grundeinkommen sämtliche Transferleistungen wegfielen, also Renten, Arbeitslosengeld I und II, Sozialhilfe.

    Mein vorläufiges Fazit ist leider, daß der Herr Werner mit dem Vorschlag mitnichten als Sozialrevolutionär handelt, wenn er das vorschlägt, sondern daß er schlicht seine Produktionskosten senken will. In der Sozialversicherung finanzieren die Versicherten ihre Leistungen schon immer selbst. Statt Beiträge und Steuern würden sie dann nur noch Mehrwertsteuer zahlen. Und die Arbeit wäre dafür billig, weil sie nicht mehr besteuert würde.

    Ich glaube aber nicht, daß damit das Schlaraffenland ausbräche. Die Leute würden immer noch nach Arbeit suchen, weil Arbeitslosigkeit bekanntermaßen krank macht (siehe „Die Arbeitslosen von Marienthal“ von 1933 und die Zunahme psych. Krankheiten derzeit).

  2. Ich kenn genug Leute, die Dauerarbeitslos sind bzw. gerne Arbeitslos wären wenn das „Einkommen“ stimmen würde um etwas zu tun was ihnen besser gefiele.
    Alle Transferleistungen würden übrigens einfach nur im Grundeinkommen zusammengefasst werden – schließlich muss das auch finanziert werden.
    Steuern wird es übrigens immer noch geben – Schulen und Straßen wollen immer noch gebaut und Lehrer finanziert werden (nur um einen sehr kleinen Teil zu nennen). Schuldenabbau gibt’s dann ja auch noch wenn die Konjunktur es zulässt (ich bin da eher Keynesianer).
    Ich sage auch nicht, dass das Schlaraffenland ausbricht — die Anzahl der Leute, die sich gegen Arbeit entscheiden wird vermutlich einfach nur größer.

    Mir würde es mit Grundeinkommen auch besser gehen – mein Studium wäre dann soviel einfacher zu managen. Aber ich sehe nicht, dass das Grundeinkommen realisierbar ist.

  3. Ich kann den Vorschlag nicht von vornherein verwerfen, weil sich durch ein staatlich gewährtes Grundeinkommen wirklich alles ändern würde: Sämtliche Geldkreisläufe, die gesamte soziale Sicherung, die Besteuerung, der Arbeitsmarkt… alles. Es gäbe auch keine „Arbeitslosigkeit“ in dem Sinne wie heute mehr. Der Ausgang dieses Experiments ist offen, und da ich nichts zu verlieren hätte, wäre ich sehr dafür, es mal auszuprobieren. Ich kann mir das konkrete Ergebnis nicht wirklich vorstellen, aber es ist jedenfalls eine positive Utopie, und ich kenne derzeit keine bessere, vor allem keine, die soviele Menschen produktiv (nicht extremistisch, nicht destruktiv) in Bewegung setzen könnte.

  4. Man kann das nicht einfach so „ausprobieren“. Die umfassenden Reformen, die davor notwendig sind brauchen allein Jahre um umgesetzt zu werden.
    Und ich find’s ja auch ne nette Utopie – aber das war es auch. Ich denke nicht, dass sie aus den oben genannten Argumenten realistisch ist. So wie ich Kommunismus von der Idee her klasse finde, nur leider voll an der Realität vorbei.

  5. Das Wort „Utopie“ hat für mich als Ernst-Bloch-Fan nichts Abwertendes. Wer, wie Helmut Schmidt, meint, „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, der hat meiner Meinung nach eher nichts in der Politik verloren. Und darüber, was „realistisch“ wäre, kann man sowieso endlos streiten.

    Gerade gelesen:

    Die Wirtschaftskrise könnte der Debatte noch einmal neuen Schwung verleihen. Ein oft benutztes Argument gegen das Grundeinkommen jedenfalls hat deutlich an Kraft verloren: die Umsetzung sei zu teuer. In Zeiten, in denen Milliarden in die Rettung von Banken gepumpt werden, die nur noch Millionen wert sind, klingt das kaum noch überzeugend.

  6. Und schon wieder hat’s einer nicht geplant…Der Unterschied und das habe ich auch geschrieben:
    Der Bankenschirm beträgt 700 Milliarden und das größtenteils in Garantien. Sprich da fließt kein Geld und bei Bankübernahmen besteht sogar die Hoffnung am Schluss evtl. Geld zu verdienen. Das ist übrigens in Schweden passiert.
    Was weiterhin an Schulden entsteht (also an gegebenen Garantien, die eingelöst werden können) kann über einen längeren Zeitraum verteilt werden – sprich: in der nächsten Konjunkturperiode kann man das über die erhöhten Steuereinnahmen wieder reinholen.

    Beim Grundeinkommen fließt jedes Jahr diese Menge an Geld. Nicht einmal, nicht zweimal jedes Jahr. Ach ja, bei den Banken ist noch nicht einmal so viel Geld geflossen. Weil das meiste Geld in Garantien steckt, die (hoffentlich) nicht ausgezahlt werden müssen sondern dazu dienen, dass der Interbankenmarkt wieder angekurbelt wird.

    Das Konjunkturprogramm ist übrigens keynesianisch angelehnt und auch hier gilt: kontrazyklisch agieren – in einer Rezession Geld ausgeben um es in der Konjunktur wieder reinzuholen. Auch das geht nicht beim Grundeinkommen – das wird gezahlt egal ob Konjunktur oder Rezession ist.

    Wir sprechen bei 600 Euro Grundeinkommen von 594 Milliarden jedes Jahr und bei 1000 Euro von 825 Milliarden pro Jahr.

  7. Für mich hat Utopie auch nichts abwertendes. Hab ich das je gesagt? Ich habe nur geschrieben, dass das ne Art One-Way-Ticket ist aufgrund des Aufwands und wenn’s nach hinten losgeht wird das Geschrei richtig groß.

    Und was „realistisch“ ist, kann man beim Grundeinkommen durchrechnen – und wie ich geschrieben habe: keins der Konzepte überzeugt mich in Sachen Finanzierung und ich würde ja auch gerne eine saubere Nutzenanalyse im Vergleich zum Status Quo sehen. Die hat mir auch noch niemand gezeigt.

    Ich lass mich gerne überzeugen – mit Zahlen und Fakten und die konnte ich bis jetzt nicht finden und die konnte mir auch keiner liefern (und ich hab die Studie bei grundeinkommen.de gelesen – da fand ich keins der Konzepte überzeugend).

  8. Der Todesstoß für die gegenwärtige Idee des Grundeinkommens ist eh die Inflation. Wenn wir den Goldstandard hätten, würden all die pro-Argumente noch so halbwegs greigen. Haben wir aber nicht.

    Resultat: Erstens steigen die Löhne (weil man mehr bezahlen muss um die Leute zur Arbeit zu motivieren), außerdem steigen die Preise (weil die höheren Löhne bezahlt werden müssen), und dann haben wir noch Inflation durch die höhere Geldmenge, die entsteht, wenn man Papier ohne Gegenwert unter den Leuten verteilt.

    D.h. dank Inflation wird das Grundeinkommen recht schnell deutlich weniger wert sein.

    Und das ist erst der Anfang. Was wird die Lohninflation mit unseren Exporten machen? Was werden ca. alle Verbraucher in Grenznähe tun, wenn Waren hierzulande dank Konsumsteuer doppelt und drei mal so teuer sind wie im Ausland? Und was wird der Rest von Europa sagen, wenn die größte Volkswirtschaft der Eurozone die Währung so massiv unter Druck setzt? Wir schweben hier ja nicht im luftleeren Raum.

    Ich würde mir wünschen, von den Befürwortern dieser Maßnahme mal was dazu zu hören.

  9. Wenn für jemanden „Arbeit bedeutet, dass ich für etwas Geld bekomme“, kann ernatürlich die Idee des Grundeinkommens nicht verstehen. Aber wer will noch mit einem solchen Arbeitsbegriff arbeiten?

    Eine neugierige Beschäftigung mit einer kopernikanischen Idee wie dem Bedingungslosen Grundeinkommen ist schon notwendig, mit Vorurteilen kommt man nicht weiter.

    Wenn man etwas will, dann findet man Wege. Und wenn man etwas nicht will, dann findet man Gründe.

    Carl Jaegert – kunstuni.de

    p. s.: Ich kenne viele, die um 9 an ihren Einkommensplatz kommen und pünktlich um 5 wieder gehen. Arbeiten die?

  10. Ich belege „Arbeit“ halt nicht als negativ sondern sehe es wertneutral. Ich kann mich mit Arbeit auch Selbstverwirklichen oder ich kann mich nur Selbstverwirklichen und trage nichts zur Gesellschaft bei.
    Natürlich gibt es auch Arbeit bei der man sich nicht selbstverwirklichen kann. Wenn die Leute, die du kennst und einen 9to5-Job haben und jemand bereit ist für ihre Anwesenheit zu zahlen, dann ist das auch Arbeit – egal ob die was tun oder nicht. Bei meinem aktuellen Job werde ich auch teilweise für Anwesenheit bezahlt – gibt halt nicht immer Probleme, die zu fixen sind. Was ich in der Zeit mache ist mein Ding – da kann ich mich auch im Rahmen der dort gegebenen Möglichkeiten selbst verwirklichen. Auch bloggen, podcasten und whatever wenn ich wollte.
    Eine ehrenamtliche Tätigkeit ist keine Arbeit auch wenn es wie „Arbeit“ für viele so aussieht.

    Was ist denn deine Definition von Arbeit? Die gleiche wie die von Tim? Dann tust du mir ehrlich gesagt leid.

    Und wo ein Wille ist, ist leider nicht immer ein Weg — sonst hätten wir schon längst Star Trek hier auf Erden.

  11. Diese eingeschränkte Definition von Arbeit als Erwerbsarbeit! Was hat denn das Einkommen mit der Arbeit zu tun? Tut mir Leid, ich kann das wirklich nicht erkennen. Außer, dass es Voraussetzung dafür, dass ich überhaupt tätig werden kann.
    (Und der Genannte mit dem 9-to-5-Job hat doch einen Einkommensplatz, aber keinen Arbeitsplatz!)

    Zwischen Arbeit und Einkommen besteht doch allein schon wegen der Arbeitsteilung lediglich ein fiktiver Zusammenhang.

    Ich zumindest möchte meine Fähigkeiten und meine Persönlichkeit frei entwickeln und in Verbindung mit den Fähigkeiten meiner Mitmenschen frei für einen als sinnvoll erkannten Zweck einsetzen können. Damit objektivieren sich in der Arbeit meine subjektiven Fähigkeiten – und werden Nutzen für alle.

    Einkommen ist doch lediglich eine notwendige Voraussetzung für Arbeit – siehe Weinberggleichnis, ist also schon lange bekannt.

    Und durch das Bedingungslose Grundeinkommen habe ich die Basis, Arbeit in diesem Sinne frei und initiativ aus meiner Erkenntnis heraus zu tun.

    Carl Jaegert – kunstuni.de

  12. Wenn ich das richtig sehe, brauchen wir eigentlich nicht weiterdiskutieren, da wir uns im Kreis drehen. Ich sehe den Arbeitsplatz eben nicht nur als Einkommensplatz und ich sehe auch nicht das Arbeit von Einkommen entkoppelt werden kann.

    Die Definitionen von Arbeit aus der Wikipedia (ich weiß…):

    VWL:
    Der Begriff Arbeit im volkswirtschaftlichen Sinne umfasst alle menschlichen Tätigkeiten, die unmittelbar der Einkommenserzielung dienen, unabhängig ob es sich bei diesem Produktionsfaktor um eine manuelle oder geistige Beschäftigung handelt[1]. Arbeit kann aber auch als jede menschliche Tätigkeit definiert werden, die auf die Befriedung der Bedürfnisse anderer Personen gerichtet ist[2]. Durch diese Definition wird aber verkannt, dass in der Volkswirtschaft beispielsweise die von Hausfrauen kostenlos erbrachte Arbeit oder gemeinnützige Tätigkeiten nicht erfasst werden. Arbeit stellt neben Boden, Kapital und Wissen einen der zentralen Produktionsfaktoren dar. Sie wird als homogene Größe in Arbeitsstunden gemessen. Der Lohnsatz stellt als Bewertungskriterium den Preis der Arbeit dar. Von zentraler Bedeutung ist der Begriff für Modelle der Mikroökonomie.

    Sozialwissenschaften
    Arbeit ist eine zielbewusste und sozial durch Institutionen (Bräuche) abgestützte besondere Form der Tätigkeit, mit der Menschen seit ihrer Menschwerdung in ihrer Umwelt zu überleben versuchen. Dabei ist ihr Charakter zwiespältig: Sie stellt immer sowohl etwas her wie sie auch etwas zerstört, wobei dies Zuschreibungen sind, die von einem Beobachterstandpunkt abhängen.

    Philosophie
    Die Arbeit als sozialwissenschaftlich-philosophische Kategorie erfasst alle Prozesse der bewussten schöpferischen Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur und der Gesellschaft. Sinngeber dieser Prozesse sind die aus freiem Willen selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelnden Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Anschauungen im Rahmen der aktuellen Naturgegebenheiten und gesellschaftlichen Arbeitsbedingungen.

    Betriebswirtschaftslehre
    Arbeit ist im Sinne der Betriebswirtschaftslehre weisst monetäre und personalwirtschaftliche Aspekte auf. Hinzu kommt das Arbeitsstudium. Der Begriff Arbeit in der BWL entstand aus der Betrachtung der Kostengütermenge Arbeit.

    Meine Ansichten kommen aus der VWL, deine eher aus der Philosophie. Ich diskutiere die ganze Zeit auf der Ebene der VWL, du auf der der Philosophie. Zwei Weltanschauungen, die aufeinanderknallen und nicht unbedingt miteinander klar kommen. Ich sehe auch nicht, dass einer von uns beiden den anderen überzeugen wird, da wir grundlegend ein anderes Verständnis der Welt haben.

  13. Im Grunde ist das mit der Arbeit im Grundeinkommens-Szenario doch sehr einfach: Arbeit ist erstmal das, was in irgendeiner Weise getan werden muss, um die Gesellschaft am Laufen zu halten (alles andere ist Hobby, unabhängig von der genauen Tätigkeit).

    Und jetzt kommt jemand wie Herr Werner an und behauptet, dass ganz zufällig genauso viele Leute aus Selbstverwirklichungsgründen sagenwirmal Analytik-Laboranten werden wollen, wie wir als Gesellschaft gerade Analytik-Laboranten brauchen.

    Die Ausweich-Variante ist natürlich, dass man für alle Jobs, die man nicht schon seit Kindergarten-Tagen machen wollte, beträchtliche Lohnerhöhungen vorsieht. Wie passt das zu der These, dass Arbeit nicht um des Geldes willen stattfinde? (Eine These, die übrigens nur dazu aufgebracht wird, um die Lohninflation durch das Grundeinkommen wegzuerklären)

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