Wörterbücher im Netz und auf dem Rechner

Nach einem Artikel über iPhone-Apps zum Japanisch-Lernen und Artikel zu Wörterbüchern auf dem iPhone, gibt’s nun etwas Material zu Wörterbüchern im Netz, für Mac OS X und Linux. Dies hier soll eine Übersicht bieten. Die meisten Anwendungen, die ich hier erwähne nutze ich selber schon ziemlich lange. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Online

Wadoku.de: Das Wadoku ist wohl das bekannteste japanisch-deutsche Wörterbuch im Netz sein. Selten trifft man auf fehlende Wörter und findet man doch einmal ein Wort das fehlt, kann man es relativ einfach selbst registrieren. Zum Zeitpunkt des Artikels sprechen sie von ca. 250.000 Einträgen.

 

Japanisch-Deutsches Kanji-Lexikon: Das Japanisch-Deutsche Kanji-Lexikon ist, wie der Name sagt ein Wörterbuch um Kanji herauszusuchen. Meines Wissens nach die einzige Möglichkeit im Netz nach deutschen Übersetzungen von Kanji zu suchen.

WWWJdic: Das WWWJdic ist ein Interface für mehrere Online-Wörterbücher. Das Bekannteste dürfte hierbei wohl das edict sein. Ein sehr umfangreiches Wörterbuch das Japanisch-Englisch spricht. Es ist auch ein Interface für das Wadoku, wobei es meines Wissens nach nicht so aktuell ist wie das „richtige“ Wadoku sondern immer ein etwas älterer Snapshot. Ein weiteres interessante Wörterbuch im WWWJdic ist das enamdict. Wer sich schon mal mit japanischen Namen auseinandersetzen musste, wird wissen wie schwer es ist Lesungen dafür herauszufinden. Das enamdict ist dann das passende Wörterbuch hierfür. Allerdings muss man warnen, dass man bei Namensübersetzungen von Autoren deren Werke man zitieren will, besser noch einmal Google eingehend befragt, da viele Namen mehrere Lesungen besitzen und man sich nie 100% sicher sein kann, wenn man Autorennamen und Lesung nicht nebeneinander stehen gesehen hat. Das WWWJdic hat außerdem auch eine sehr brauchbare Möglichkeit um Kanji nachzusehen. Als Datengrundlage benutzt es das kanjidic.

ALC: Habt ihr mit sozialwissenschaftlichen Texten (z.B. Texte aus der Politik oder Wirtschaft) zu tun werdet ihr des öfteren an die Grenzen von Wadoku und Edict stoßen. Dann ist ALC, ein erweitertes Interface zum Eijirō euer Freund. Es enthält nicht nur den Content des Eijirōs, sondern auch viele Beispielsätze und daher kommt seine Stärke. Viele Wörter wird man nur in Beispielsätzen und deren Übersetzung finden und kann daran sehen wie bestimmte Wörter benutzt werden. Außerdem hat es im Bereich Wirtschaft und Politik noch einiges mehr an Wörtern als die obigen beiden.

Denshi Jisho: Denshi Jisho ist ein weiteres Interface für edict und kanjidic. Allerdings sieht es um einiges hübscher aus als das WWWJdic. Beim kanjidic bietet es ein schönes Ajax-Interface um sich Kanji zusammen zu klicken. Besonders nützlich ist dies auf dem iPhone, da es hierfür ein angepasstes Interface gibt, das schnell und zuverlässig funktioniert.

Kotobank: Seit einiger Zeit gibt es ein freies Japanisch-Japanisch-Wörterbuch im Netz: Kotobank. Es speist sich aus einer ganzen Reihe Wörterbücher und ist eine wirklich feine Sache. Natürlich ist so etwas nur für fortgeschrittene Lerner.

Popjisyo: Popjisyo möchte ich hier nur für eine Funktion erwähnen: seine Bookmarklets. Ein Bookmarklet ist ein Lesezeichen, das Javascript enthält und dann etwas mit der Seite tut auf die man es anwendet. Nutzt man die Bookmarklets von Popjisyo kann man auf einer japanischen Seite über die Wörter fahren und bekommt Lesungen und Übersetzungen. Es gibt sowohl eins für Deutsch als auch für Englisch. Da es ein Bookmarklet ist funktioniert das Ganze browserunabhängig.

Rikaichan: Der einzige Grund warum ich manchmal zum Firefox greife ist Rikaichan. Dies ist ein FF-Plugin, dass an sich das Selbe macht wie Popjisyo aber schneller und zuverlässiger ist. Darüberhinaus kann man auch mehrere Wörterbücher gleichzeitig verwenden für die Übersetzungen. Damit habe ich das umfangreichere Japanisch-Englisch-Wörterbuch, ein japanisch-deutsches und das enamdic zur Verfügung.

Reading Tutor: Der Reading Tutor ist ein Projekt der Tokyo International University. Er ist nützlich beim Lernen von japanischen Texten. Man wirft einen japanischen Text rein und bekommt diesen mit einer Wörterliste raus. Jede Vokabel, die er erkannt hat, ist dann verlinkt und drückt man auf den Link bekommt man rechts in einem Frame die entsprechende Vokabel angezeigt. Zusätzlich wird diese dann einer Vokabelliste hinzugefügt (bei einem Test während des Schreibens dieses Artikels hat diese Funktion allerdings nicht funktioniert). Der Reading Tutor kann Japanisch-Japanisch, Japanisch-Englisch, Japanisch-Deutsch und mehr. Vor Popjisyo und Rikaichan definitiv noch nützlicher gewesen aber zu Übungszwecken immer noch brauchbar.

 

Mac OS X

JEDict: Es gibt für den Mac sicherlich noch mehr Anwendungen als JEDict aber keine hat sich über die Zeit als so nützlich herausgestellt. JEDict ist Shareware und erlaubt in seiner nicht registrierten Variante nur die Benutzung von edict und kanjidic. Registriert man es jedoch ($25 normal/$15 für Schüler und Studenten) kann auch weitere Wörterbücher im edict-Format nutzen. Auf Jim Breen’s Japanese Page gibt es eine Liste mit weiteren Wörterbüchern. U.a. gibt es auch welche mit Spezialvokabular für Jura, Informatik, Buddhismus und mehr. Das Wadoku gibt es hier im edict-Format. JEDict erlaubt es nun offline über alle installierten Wörterbücher gleichzeitig zu suchen. Zusätzlich hat es auch einen Service um nach Wörtern zu suchen und überwacht die Zwischenablage. Kopiert man also ein Wort, brauch man nach dem Wechsel zu JEDict nur noch Enter zu drücken um danach zu suchen. Außerdem kann man nach Kanji suchen in dem man sie zusammenklickt oder auch per rudimentärer Handschrifteingabe. Neue Wörter kann man über ein Userdict hinzufügen.

Jisho: Jisho von Sugoisoft ist eine Shareware, die $17 kostet. Es benutzt das JMDict und kann daher sowohl Englisch als auch Deutsch. Sein Interface ist sehr simpel und erlaubt nur die einfache Suche nach Wörtern. Schaue ich mir seit Jahren immer mal wieder an aber es ist dem obigen JEDict einfach weit unterlegen, da es weder eine ordentliche Kanji-Suche noch die Verwendung mehrerer Wörterbücher erlaubt.

Live Dictionary: Über Twitter wurde ich auf Live Dictionary aufmerksam gemacht. Es verspricht unter Mac OS X das Selbe zu leisten wie Rikaichan, allerdings für Safari. Aus meinen früheren Erfahrungen war es ganz nützlich, nur hatte ich den Mehrwert gegenüber Popjisyo oder Rikaichan nicht wirklich gesehen, wenn man es nur für Japanisch nutzen will. Vor allem, weil es knapp 18€ kostet und die anderen beiden Lösungen kostenfrei zur Verfügung stehen. Gegenüber den anderen beiden Lösungen bietet es allerdings noch eine größere Anzahl weiterer Sprachen an (z.B. Chinesisch, Schwedisch, Türkisch…). Bei meinem erneuten Test vor ein paar Minuten wollte es leider einfach nicht funktionieren, daher kann ich nichts zum aktuellen Stand der Software sagen. Im Forum der Anwendung gibt es auch einen Eintrag wie man die Anwendung für andere Anwendungen (z.B. Mail) benutzen kann.

 

Linux

GJiten: Für Linux ist mir an sich nur GJiten bekannt. Ein sehr einfacher edict-Client, der aber auch das Arbeiten mit mehreren Wörterbüchern unterstützt. Unter FreeBSD habe ich ihn leider nie zum Laufen gebracht.

Tagaini Jisho: Heute bin ich noch über Tagaini Jisho gestolpert. Dieses ist betriebssystemübergreifend und damit mit Windows, Mac OS X und Linux benutzbar. Es scheint das edict und kanjidic zu benutzen. Es soll nicht nur zum Nachschlagen sondern auch zum Lernen verwendet werden. Man kann hierfür Wörter einer Vokabelliste hinzufügen, die durch das Programm abgefragt wird. Allerdings ist es eine ziemlich hässliche Java-Anwendung.

Wadoku-Notify: Wadoku-Notify wurde mir vom Entwickler per Mail zugetragen. Wadoku-Notify kann man sich laut ihm wie ein systemweites Rikaichan vorstellen. Allerdings greift es auf das Wadoku zu und nicht auf das JMDict. Laufen tut das Ganze aktuell unter Linux, Windows und auf dem Nokia N900. Eine OS X-Version ist wohl in Vorbereitung. Der Sourcecode ist auf github zu finden. Getestet habe ich die Anwendung selbst nicht.

Über Ergänzungen, Kommentare und Fragen freue ich mich wie immer 🙂

Ein Gedanke zu „Wörterbücher im Netz und auf dem Rechner

  1. Pingback: rikaikun – Rikaichan für Google Chrome « Dokuwa

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