Google geht ein weiteres Problem an: Japanischeingabe

Vor zwei Wochen hat Google den Google IME für Japanisch veröffentlicht (jap. Google-Blogeintrag). Während ich schon mehrfach auf Twitter davon gelesen hatte, bin ich jetzt erst dazu gekommen ihn mir genauer anzusehen. Ich muss sagen, dass ich begeistert bin.

Was aber ist ein IME? (Jeder der das bereits weiß, kann diesen Teil überspringen)
IME steht für Input Method Editor und ist das Tool, das benutzt wird um Japanisch auf einem Computer einzugeben.
Als Endnutzer sehe ich folgendes:
Man beginnt mit der Eingabe einer Umschrift mit Hilfe von lateinischen Buchstaben (Romaji) und diese wird dann entsprechend der Regeln der Umschrift in Hiragana umgewandelt. Drückt man die Leertaste, wird das Geschriebene kontextabhängig in eine Mischform aus Hiragana, Katakana und Kanji umgewandelt. Danach können noch Korrekturen an der Umwandlung bzw. des Geschriebenen vorgenommen werden.
Im Hintergrund steckt eine Datenbank auf die zugegriffen wird, je nach IME ist diese mal kleiner oder größer. Dasselbe gilt für die Qualität der Heuristik. Bei allen mir bekannten IMEs kann man zusätzlich neue Wörter hinzufügen.

Nun aber zu Googles IME. Entstanden ist der Google IME aus einem der 20%-Projekte bei Google. Mitarbeiter bei Google bekommen 20% ihrer Arbeitszeit freigestellt um an eigenen Projekten zu arbeiten. Die Anfänge des IMEs liegen bei Google’s „Meinten Sie“. Jeder kennt das. Man gibt etwas bei Google ein, vertippt sich vielleicht und startet die Suche. Über den Ergebnissen steht dann oftmals ein „Meinten Sie: Suchbegriff“, welches bei einem Vertipper den korrekt geschriebene Suchbegriff anzeigt. Diese Technologie wurde als Grundlage für Googles IME genommen.

Das Ergebnis ist klasse. Fängt man an zu tippen, so gibt es, wie auch bei anderen IMEs bekannt, Vorschläge, was man tippen will. Jedoch scheinen mir die Vorschläge bei Googles IME besser und vor allen Dingen aktueller zu sein. Selbst relativ neue Wörter wie z.B. オン寝 (On’ne – das Einschlafen während man auf eine Antwort im Chat bzw. auf eine E-Mail wartet) sind enthalten.
Bei der Installation kann man auswählen ob die Anwendung nach Hause telefonieren darf um die Ergebnisse des IMEs zu verbessern.

Aktuell ist der IME verfügbar für Windows (XP SP2, Vista SP1, 7) und Mac OS 10.5+.

Fragen und Anmerkungen sind in den Kommentaren wie immer gern gesehen 🙂

Ein Gedanke zu „Google geht ein weiteres Problem an: Japanischeingabe

  1. Das IME ist in der Tat sehr gut gelungen!
    Ich nutze es auf Mac OS X (SnoLeo).
    Allerdings wünschte ich mir noch folgende Funktionen, die mehr oder minder unabdingbar sind:
    1. Kanji-Suche via Radikal bzw. 手書き機能
    2. eine bessere Einbindung von Sonderzeichen z.B. historische, wie ゟ (より= kommt in historischen Rechnungen vor).
    Gute gelöst ist das Problem der Tastaturbelegung (qwerty/qwertz). Auch ATOK kann dies, aber ist etwas lahm und leider nicht so intuitiv nutzbar, wie Kotoeri.

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