Kindle FAQ

Regelmäßig erreichen mich Fragen zum Kindle bzw. dessen Benutzung (im Sinne von Best Practices). Ich versuche sie hier alle zusammenzutragen und ausführlich zu beantworten.

 

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Kann der Kindle mit ePub umgehen?

Aktuell (Juni 2011): Nein; kommt aber vielleicht. Der Kindle kann mit mobi umgehen und ausschließlich mit dem DRM von Amazon. Wenn man sich ebooks also außerhalb von Amazon kauft, sollten diese DRM-frei sein. Es lässt sich aber so ziemlich alles nach alles umwandeln.

Kann der Kindle mit PDFs umgehen?

Ja. Aber das will man eigentlich nicht. Für das Lesen von PDFs sollte es dann schon ein Kindle DX oder ein iPad sein. Falls es doch sein muss, benutzt man am Besten den „Landscape“-Mode des Kindle und hat dann PDFs im Din A4/Letter-Format in brauchbarer Größe. Eine Seite benötigt dann zwei „Kindle-Seiten“. Auf einem Kindle der dritten Generation geht das Scrollen erträglich schnell, aber schön ist es nicht. Ich würde es eher als Notlösung beschreiben.

Wie verwaltet man am Besten seine eBooks?

Ich benutze zur Verwaltung Calibre. Das ist wie iTunes für eBooks, nur hässlicher und langsamer – und das ist ernst gemeint. Aber eine bessere Alternative habe ich noch nicht gefunden. Ein paar Tipps und warum das Programm doch ganz praktisch ist, gibt es weiter unten.

Wie bekommt man seine Bücher am Besten auf den Kindle, wenn sie nicht bei Amazon gekauft wurden?

Entweder per USB oder per E-Mail. Der Kindle wird von Rechnern als Massenspeicher erkannt. Dann werden einfach die gewünschten Bücher ins Documents-Verzeichnis kopiert. Jeder Kindle-Kunde bekommt eine Kindle-Mail-Adresse von Amazon um Dinge an seinen Kindle zu schicken. Für Kindle der dritten Generation gibt es auch eine @free.kindle.com-Adresse. Über diese Adresse erreichen einen nur Sachen, wenn man sich in einem WLAN befindet. Dafür ist die Zustellung gegenüber der @kindle.com-Adresse kostenfrei.Calibre kann auch sehr schön per USB oder E-Mail Sachen zustellen. Hat man in Calibre eine ePub und weist es an, die ePub an den Kindle zu übertragen, wird sie automatisch nach mobi umgewandelt.

Wie wandelt man am Besten seine Bücher um?

Wenn die Bücher schon in Calibre sind, kann man einfach Calibre nutzen. Das wandelt so ziemlich alles DRM-freie nach mobi.

Das Umwandeln von ePubs, die noch nicht in Calibre sind, ich aber jetzt auf dem Kindle haben will,  erledigt bei mir in der Regel kindlegen. Ein plattformübergreifendes Kommandozeilentool von Amazon, das einfach zu bedienen ist und seinen Job sehr schnell erledigt (vor allem schneller als Calibre). Wenn es mal Probleme gibt, weil Metadaten fehlen benutze ich Sigil. Dieses kann recht einfach Metadaten nachtragen.

Wenn ich selber eine mobi erzeugen will aus einem Text den ich vor mir habe, benutze ich eine Reihe an Tools. Erst formatiere ich den Text mit Markdown. Dann wird er mit Hilfe von pandoc nach ePub umgewandelt und dann geht’s per kindlegen in Richtung mobi. Das ist der schnellste Weg, den ich bisher gefunden habe um einen Rohtext ordentlich formatiert nach mobi zu bekommen. Damit habe ich die reinen Hintergrundteile von Sunward (geschätzt etwa 140 Seiten Text) nach mobi umgewandelt.

Wie funktioniert Instapaper mit dem Kindle?

Instapaper bietet die Möglichkeit an die 20 neuesten Artikel an den Kindle zu schicken. Diese werden im Format eines Magazins gesendet. Der Vorteil besteht darin, dass man ein schönes Inhaltsverzeichnis hat. Der Nachteil, dass Magazine nach und nach automatisch gelöscht werden. Nach einer gewissen Anzahl von Instapaper-Magazinen werden diese automatisch vom Kindle gelöscht.

Es besteht aber die Möglichkeit in den Eigenschaften eines Magazins (Cursor rechts auf dem Kindle) die Option Keep this Issue auszuwählen. Dann wird es nicht mehr von der automatischen Löschung betroffen.

Die Magazine lassen sich auch automatisch jeden Freitag automatisch zustellen per E-Mail. Leider funktioniert dies in letzter Zeit sehr unzuverlässig.

Für Subscriber bei Instapaper gibt es seit Neuestem auch ein „Send to Kindle“-Bookmarklet. Damit wird die aktuelle Webseite direkt an den Kindle per E-Mail geschickt über den Instapaper-Service. Funktioniert einwandfrei.

Achtung: Die versendeten Artikel werden nicht archiviert oder sonst wie markiert.

Wie benutzt du Instapaper mit dem Kindle?

Ich habe immer mein iPhone bei mir. Wenn ich auf dem Kindle Instapaper-Sachen lese, markiere ich sie nachdem ich sie gelesen habe auf dem iPhone als gelesen (archiviere sie) und gebe dem Artikel ggf. ein „like“ oder schicke ihn nach Twitter. In letzter Zeit benutze ich immer häufiger das „Send to Kindle“-Bookmarklet. Erst schicke ich den Artikel zum Kindle, dann nach Instapaper (das passiert nicht automatisch mit dem „Send to Kindle“-Bookmarklet). Je nach Situation lese ich dann auf’m Kindle oder auf’m iPhone. Falls ich auf’m Kindle lese, wird bei nächster Gelegenheit auf dem iPhone archiviert, ein Like gesetzt o.ä. Lese ich auf dem iPhone, lösche ich den Artikel bei nächster Gelegenheit vom Kindle.

Gibt es Vorteile Bücher im Kindle-Store zu kaufen?

Oh ja. Wenn man sich im Amazon-Wunderland aufhält sind die Wiesen definitiv grüner. Dann werden bei Netzzugang die Leseposition, Markierungen, Notizen etc. synchronisiert und können auf anderen Kindle-Anwendungen (z.B. auf dem iPhone) zurücksynchronisiert werden. Z.B. hatte ich heute meinen Kindle vergessen, hatte aber mein iPhone mit der Kindle-App dabei. iPhone gezückt, kurz synchronisiert und ich konnte weiterlesen, wo ich war in meinem Buch. Zu Hause wieder angekommen, den Kindle ins WLAN gehängt und weiter ging es an der Stelle, an der ich aufgehört hatte.

Was kann Calibre noch so tolles?

Calibre kann Metadaten autovervollständigen, in der Masse bearbeiten, abstrahiert das Dateisystem wie es iTunes tut, man kann Bücher bewerten und vieles vieles mir. Außerdem hat es ein Feature namens Recipes, mit denen man Webseiten von Tageszeitungen oder andere Webseiten wie Magazine lesen kann. Ein Feature, dass sich jeder ansehen sollte.

Ist der Kindle etwas für mich?

Schwer zu sagen. Ich würde den Kindle nur jemandem empfehlen, der auch gerne Bücher liest – sowohl Belletristik als auch Sachbücher. Alles was es jetzt schon in S/W gibt, kann der Kindle in der Regel auch sehr gut darstellen. Nur für Instapaper, RSS-Feeds o.ä. ist man damit schlecht beraten. Zusätzlich zu Büchern hat man mit einem Kindle noch die Möglichkeit Instapaper oder die Recipes aus Calibre zu nutzen, aber allein dafür sollte man ihn nicht kaufen.

Wenn man nicht gerne auf Englisch lesen will, sollte man sich vorher eine Liste von Büchern machen, die man gerne lesen will und diese im deutschen Kindle-Store überprüfen. Meine letzte Stichprobe (Ende Mai 2011) ergab ein 3 aus 8. Im englischsprachigen Bereich habe ich aber bis jetzt eine Trefferquote von nahezu 100% gehabt.

Zur Qualität der Bücher muss ich sagen, dass ich bis jetzt gute Erfahrungen bei Amazon gemacht habe. Ein einziges Buch sah aus wie ein Scan und verwendete nicht den Kindle-Standardfont. Dadurch war der Kontrast gemindert, alle anderen Funktionen waren nicht beeinträchtigt.

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