Katholizismus in Nordkorea

Heute Nacht ist folgende Mail von Kwang-On Yoo auf der Koreanstudies-Mailingliste aufgeschlagen und ich dachte mir, dass das sicherlich auch für Nicht-Katholiken interessant ist.  Es geht dabei um den Status der katholischen Kirche in Nordkorea, die Übersestzung wurde von mir durchgeführt:

Vor dem Koreakrieg gab es 52 katholische Gemeinden im Norden mit etwa 50.000 Gläubigen in drei Diözesen, Pyöngyang, Hamhung und Chunchon, sowie eine territoriale Abtei, die direkt dem heiligen Stuhl unterstand.

Nach dem Ende des Koreakrieges und der resultierenden Teilung des Landes, hat der Vatikan die apostolische Verwaltung der nordkoreanischen Diözesen den Bischöfen in Südkorea übergeben.

Der aktuelle Erzbischof in Seoul, Kardinal Cheong Jin-suk, ist der apostolische Administrator von Pyöngyang und Hamhung, während Bischof Kim Un-hwi der Diözese Chunchon in Südkorea der apostolische Administrator der Diözese Chuncheon in Nordkorea ist.

Über die Jahre sind die Anfragen nordkoreanischer Bischöfe für seelsorgerische Besuche in den nordkoreanischen Diözesen immer wieder abgelehnt worden.

Seit 1988 hat das nordkoreanische Regime die Jangchung-„Kathedrale“, die einzige so genannte katholische Kirche, Ausländern als leuchtendes Beispiel des nordkoreanischen Katholizismus mit Hunderten von Gläubigern präsentiert. Tatsächlich hat die Kirche weder einen Priester, noch Sakramente.

Im April wurde im Radiosender Free North Korea, einer Radiostation in Seoul von nordkoreanischen Überläufern, behauptet, dass die Jangchung-Kirch in Wirklichkeit eine geheime Fabrik ist, in der Kokain produziert wird für den illegalen Export, um an dringend gebrauchte Devisen zu gelangen.

Das ist der aktuelle Status des Nordkoreanischen Katholizismus.

Im Juli hat Planet Money eine sehr interessante Sendung zum Thema „North Korea’s Illegal Economy“ veröffentlicht, der sehr hörenswert ist.

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