MacBook Air 13″ 2011 – ein Bericht

Heute kam es zu einem kurzen Chat auf Twitter weil @phildav sein neues MacBook Air ausgepackt hat und @mercurix gerne einen Erfahrungsbericht hätte. Ich habe mein MacBook Air auch erst vor ca. zwei Wochen erhalten und anstatt die Erfahrungsberichte auf dem Metaebenen-Hörerstammtisch am Sonntag auszutauschen, schreibe ich hier schon mal meine Gedanken nieder.

Kurzfassung: Es rockt.

Langfassung: ich glaube ich erzähle erstmal woher ich komme und das hier wird wohl ein längerer Blog-Post.

Bei meinen Eltern hatten wir mal einen Highend-286er mit Hercules-Graphikkarte, aber danach war es eigentlich immer recht rückständig, was Rechner anging. Mein erster eigener Rechner war dann ein Subnotebook von irgendeinem No Name-Hersteller. Sehr leicht, Batterielaufzeit war nicht prächtig aber ok für 2001 und der CD-Brenner extern. Und wenn ich mich richtig erinnere war es ein Mobile Pentium III mit 1GHz und das war glaube ich damals fixer als der Nachfolger. Aber so ganz bekomme ich das nicht mehr zusammen. Windows 98SE war das Betriebssystem der Wahl. Mit Linux hatte ich schon öfter mal rumgespielt, aber für die Prime Time war es für mich noch nichts. Leider hielt die Maschine nicht so lange, wie ich mir das gewünscht habe und so brauchte ich einen neuen Rechner. Das war dann eine selbstgebaste Kiste, die als einziges Ziel hatte möglichst billig zu sein. Unter 300€ mit DVD-Brenner, das Celeron-Äquivalent von AMD, der Monitor kam später gebraucht von nem Kumpel. Windows 2000 wegen der besseren Unterstützung von Japanisch war damals angesagt und ab und zu mal ein Boot nach Linux. Wobei das auch immer öfter wurde.

Als nächstes kam ein Kumpel, der hobbymäßig defekte Thinkpads auf ebay kaufte und sie dann zu einem funktionierendem zusammenwarf. Dem kaufte ich so eine Kiste ab, ein T20. Tolle Maschine. Ich hab großen Respekt vor den Thinkpads, die IBM damals baute. Wirklich tolle Maschinen. Da kam dann Linux only drauf. Und weil ich zu der Zeit nicht studierte, sondern Vollzeit arbeitete um mir meinen Japanaufenthalt zu finanzieren, hatte ich in den langweiligen Nachtschichten viel Zeit um mir die Kiste mit Bleeding Edge-Kram regelmäßig zu zerschießen. Viel Bastelei und viel gelernt. Und dann wurde sie mir leider gestohlen. Das regt mich immer noch auf, wenn ich drüber nachdenke… :(Und dann suchte ich eine Maschine, die für den Japanaufenthalt geeignet sein sollte. Klein (12″ – Widescreen war Ende 2003/Anfang 2004 noch nicht so weit verbreitet), nicht allzu schwer, ordentliche Batterielaufzeit, weltweite Garantie, muss unter 1.000€ kosten und das Linux soll ohne Hürden sofort laufen. Damals hatte ich schon länger mit Sehnsucht auf Macs geschaut. Die UI war einfach schön und die Nachbauten in KDE kamen da einfach nicht ran.Und das iBook G4 12″ 800 MHz war damals einfach der Laptop der alle meine Kriterien erfüllte. Tolle Batterielaufzeit für die Größe, weltweite Garantie, die kaum ein Hersteller hat(te?), max. 1000€ (wenig für die Größe damals) und es gab zwar kein Linux aber ein Betriebssystem mit *nix-Unterbau, das auch noch toll aussah. Yellow Dog Linux habe ich übrigens versucht zum Laufen zu bekommen, war aber nicht erfolgreich.Als ich irgendwann den RAM von 256 MB auf 768 MB aufrüstete, hatte ich das erste und einzige Mal wirklich das Gefühl, dass das Aufrüsten von RAM so richtig was brachte. Es war ein riesiger Sprung.

Leider hatte ich ein Montagsgerät – am Ende hatte es glaube ich 3 oder 4 LogicBoards und 4 SuperDrives in sich gehabt. Da es in Japan rumzickte und ich aus irgend einem mir heute unverständlichen Grund nicht in den AppleStore in der Ginza gefahren bin, habe ich mir ein Toshiba Libretto L5 gekauft. Eine super interessante Maschine. Ein Transmeta Crusoe mit 800 MHz (na, wer kann sich an den Prozessor noch erinnern?), ein 10,5″-Widescreen-Display mit einer Auflösung von 1280×600 (das sind ca. 135 PPI und das 2002!). Das Neuinstallieren eines OS stellte sich als etwas problematisch heraus – Festplatte ausbauen, in einen anderen Laptop einbauen, Linux drauf und dann wieder zurückbauen. Den Ethernetanschluss musste ich mir über eine PCMCIA-Karte hinzukaufen. Der Mensch im Computershop konnte mir leider nicht sagen, welcher Chipsatz verwendet wird. Aber zumindest in den großen Computerläden in Japan haben die Leute, denen man Fragen stellen kann, eine Hotline bei der sie anrufen können, wenn ihnen der Rat ausgeht. Tolle Sache.

Nun ja, das Libretto kam jedes Mal zum Einsatz, wenn das iBook in Reparatur war. Irgendwann wurde mir das iBook umgetauscht auf ein iBook G4 mit 1,2GHz, aber auch das gab dann nur wenige Monate nach Garantieende den Geist auf. Eine Lötstelle Nähe der Graphikkarte war vermutlich gebrochen, ein häufiger Fehler bei den Dingern.

Ende 2006 hatte ich mir dann einen iMac 17″ mit Core2Duo gekauft, da ich gerne zu meinem iBook eine schnelle Ergänzung für zu Hause wollte. Außerdem wurde für die Uni Windows wichtig, da in den Statistik-Veranstaltungen eine Windows-Software ohne Mac-Ersatz verwendet wurde und ich auch zu Hause damit arbeiten wollte. Auch eine sehr schöne Maschine. Irgendwann wurden ihre 2GB auf 3GB aufgerüstet, aber das machte nur einen geringen Unterschied. Externe Festplatten sollten die interne 250GB-Platte später unterstützen und ein gebrauchtes 19″-Display kam dann auch noch dazu.

Anfang 2009 entschied ich mich dann doch wieder einen Laptop zu kaufen. Diesmal war es ein MacBook Air. Revision B (MBA 2,1) mit der NVIDIA-Graphik und Festplatte. Die SSD machte damals 500€ Aufpreis aus. Und oh Mann habe ich mich geärgert, als die Kisten sechs Monate später ca. 500€ im Preis fielen. Das ist die einzige Maschine, die ich in meiner gesamten Zeit in der ich einen Computer besaß als Fehlkauf interpretieren würde.Die Maschine war aufgrund ihrer lahmen Festplatte immer relativ langsam. Wenn ich das Air nur als bessere Schreibmaschine benutzt hatte, war es ok, aber das war es auch. Die „echte“ Batterielaufzeit war mit 2,5h – 3h relativ kurz und irgendwie war das alles nicht so der Bringer. Als ich einmal meinen iMac für ein – zwei Wochen meinen iMac verliehen hatte, war es gerade so erträglich. Das MacBook Air war ein toller Zweitrechner, aber als Primärrechner untauglich meiner Meinung nach. Dazu kam, dass ich weitaus weniger als geplant den Laptop mit mir rumtrug. Nun ja, jetzt hab ich ihn meiner Freundin gegeben und sie ist sehr zufrieden damit. Sie hatte davor ein MacBook Pro 15″, auch Late 2006 – na ja, an sich mein iMac nur als Laptop. Und der hat ne Menge rumgezickt und wurde nie richtig repariert.

Dieses Jahr habe ich mir dann für meinen iMac, der inzwischen fünf Jahre auf dem Buckel hat, eine 128GB-SSD besorgt. Nach dem Einbau, konnte man aber auf einmal die Lüfter deutlich hören. So richtig konnte ich das nicht fixen. Und dann war auf einmal der CPU-Lüfter auf einmal der Meinung regelmäßig zu melden, dass er sich nicht mehr drehen würde. Die Reaktion des Rechners war natürlich sich in einen Staubsauger zu verwandeln. Und das war nicht tragbar. Also wurde der Kauf von einem MacBook Air 13″ vorgezogen. Eigentlich war das erst für Januar geplant, nun ja jetzt ist es halt schon im September da.

Warum ein MacBook Air und kein MacBook Pro? Das DVD-Laufwerk brauch ich selten und wenn ich es mit mir rumtrage, dann ist das nur zusätzlicher Ballast. Die zusätzlichen Ports sind ganz nett, aber mir reichen auch die zwei USB-Ports. Hauptsache die Kiste ist leicht. Das war mir bei einem Laptop schon immer das wichtigste. Und schon von meinem alten MacBook Air wusste ich, dass das Beste an dem Teil ist, dass ich es in die Tasche packe und es sich weder vom Platzverbrauch, noch vom zusätzlichen Gewischt so anfühlt, als ob ich einen Laptop dabei habe.

Warum ein 13″, wenn es doch möglichst leicht sein soll? Da habe ich lange herumüberlegt und bin zu folgendem Schluss gekommen. Wenn das MBA nur ein Zweitrechner sein soll, und man zu Hause einen iMac o.ä. rumstehen hat, ist das 11″ die bessere Wahl. Soll es jedoch der einzige Rechner sein, spielt die Auflösung eine wichtige Rolle und da will ich die 1440×900 haben. Für eine tagtägliche Nutzung sind mir die 768 Pixel vertikal einfach zu wenig.

Und nun sitze ich hier mit einem MacBook Air 13″ mit i5-Prozessor und 128 GB. Angeschlossen daran ein aktiver 7-Fach-USB-HUB und daran nochmal ein aktiver 4-Fach-USB-Hub. An dem 7-Fach-USB-Hub hängen zwei externe 1TB-Festplatten, ein Scanner, das Kabel für’s iPhone und der 4-Fach-USB-Hub aktuell. Die Platten und der große Hub sind unter’m Tisch, die Kabel werden alle durch so Kabelführungslöcher durch die Gegend geführt und alles inkl. sämtlicher Stromkabel liegt in einem Kabelkorb unter dem Tisch. Der 4-Fach-Hub steht oben auf dem Tisch, wenn ich meine PSP, meinen Kindle oder z.B. Joypads anschließen will, sprich ein paar mehr USB-Ports auf dem Tisch haben will.Die iTunes-Bibliothek liegt auf einer der externen Platten. Und alles an großen Daten liegt auf den externen Platten.

Wie sind meine Erfahrungen bis jetzt?
Es ist eine großartige Maschine. Sie ist unwahrscheinlich schnell. Handbrake ist drei – viermal so schnell gegenüber dem iMac. Alles fühlt sich rund und flüssig an. Die Lüfter drehen selten auf und selbst dann ist es eher ein Rauschen als ein Pusten. 
Außerdem haben sie ein Problem gelöst, das mich bis jetzt bei jedem Laptop und Netbook gestört hat. Wenn die Kisten wärmer werden, wird die Handablage und die Tastatur warm. Und es nervt mich tierisch, wenn die Tastatur warm wird. Aber irgendwie hat es Apple geschafft, das selbst bei großer Last und hohen Temperaturen die Flächen, wo sich die Hände und die Finger aufhalten kühl bleiben. Na ja, nicht kühl, aber unter 37°C. Super Sache.

Die Auflösung ist hoch genug, dass ich einen Text-Editor und eine PDF nebeneinander haben kann, genauso wie auf meinem 17″-iMac.

Eine Schwachstelle hat das MacBook Air jedoch: es gibt keinen Line-In, aber den brauche ich nur selten. Für den Retrozirkel benutze ich ein USB-Mikrofon und das ist auch so mit das einzige, wofür ich nen Line-In brauche.

Die Akku-Laufzeit ist lang, aber ich konnte sie noch nicht wirklich austesten. Flash senkt sie aber rapide. Na ja, für Flash benutze ich Chrome, für alles andere Safari. Das spart Strom.

Die Tastatur ist gut wie immer, das Trackpad ist angenehm groß. Besser als das Multitouch-Trackpad vom alten MacBook Air. Aber leider zu klein für einige Lion-Gesten (5-Finger-Pinch, vor allem wenn man etwas mit einem Finger „festhält“, das man gerade draggt), da ist mir das Magic Trackpad lieber.

Aktuell versuche ich nur mit dem internen Display klar zu kommen und lasse das externe Display aus. Ich habe festgestellt, dass ich mich besser konzentrieren kann, wenn ich nur das eine kleine Display vor mir habe. Es lässt sich besser damit arbeiten. So richtig begründen kann ich es aber nicht.

Ich hab den Laptop erst zwei Wochen, aber ich würde sagen, dass es der beste Computer ist, den ich je besessen habe. Bei der Aussage beziehe ich Zeit und Umstände mit ein. Schließlich ist ein Laptop von 2011 grundsätzlich einer Kiste von 2003 überlegen. Hardwaretechnisch liegt es selbst vor dem T20, das bis dahin meine liebste Maschine war. Es ist schön wieder nur einen Rechner zu haben und nicht mehrere. Weitaus weniger Stress zwecks Synchronisation. Zu Hause benutze ich das Air viel stationär wegen der externen Platten, aber auch wenn ich mich damit rumbewegen will, macht der Akku nicht gleich schlapp und es wird auch nicht zu heiß.Ich find’s toll und störende Punkte, bis auf den Line-In habe ich auch noch nicht gefunden.

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