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Der Fall Uberspace

Heute postete @leitmedium folgendes:

Woraufhin ich mich fragte, ob ich bei den Ubernauten noch meine Sachen lassen will. Natürlich las ich auch den Blogpost vom Geschäftsführer von Uberspace. Und nach einem Gespräch mit meiner Frau, deren Fähigkeiten kritisch zu denken meine übersteigen, bin ich zu dem Schluss gekommen, meine Sachen bei Uberspace zu lassen.

Ich halte nichts von einem Verein der die Legalität des Geschlechtsverkehrs zwischen Kindern und Erwachsenen zum Ziel hat. Allerdings sehe ich auch nicht, warum die Ubernauten eine entsprechende Seite sperren sollte. Solang die Inhalte nicht gegen geltendes Recht verstoßen mögen die Inhalte Mist sein, aber sie sind trotzdessen legal. Die AGB der Ubernauten sind auch recht eindeutig: sie hosten alles, so lang es nicht geltendes Recht verstößt. Das heißt, dass dort die Antifa genauso ihre Inhalten platzieren kann, wie autonome Nationale. So lang die Inhalte legal sind. Das bedeutet halt auch, dass sie nicht die Inhalte von Anti-Abtreibungsgegnern sperren, weil irgendwelche reaktionäre Idioten der Meinung sind, dass das eine schlechte Idee sei. Ich muss sagen, dass mir das lieber ist, als ein Provider, der AGB hat, in denen steht, dass er diese und jene Inhalte sperrt. Und wenn ich nicht mit seiner politischen Meinung übereinstimme, ist auf einmal der Kram weg. Ein großer Freund von Willkür bin ich nicht.

Die Aussage das Infrastruktur politisch ist, halte ich übrigens für Unsinn. Außer die Infrastruktur fängt auf einmal an Dingen den Hahn abzudrehen, der ihr nicht passt. Schon mal überprüft, welcher Strom- und Internetanbieter der NPD-Parteizentrale zuliefert und daraufhin gewechselt?
Die Frage müsste wohl eher lauten, ob Webhosting Infrastruktur ist oder ob nur das Kabel Infrastruktur ist. Die Ubernauten haben für sich die Frage damit beantwortet, dass sie Infrastruktur sind. Andere Anbieter mögen das anders sehen. Ich persönlich sah Webhoster eher als Infrastruktur an. Aber vielleicht müsste man sie auch eher wie einen Vermieter ansehen. Würde ich umziehen, wenn ich herausfinde, dass mein Vermieter auch eine Wohnung vermietet, die ein entsprechender Verein als Geschäftsräume nutzt und er davon weiß? Ich fänd’s nicht gut, würde aber vermutlich in der Wohnung bleiben. Ich find’s nicht gut, dass so Kram bei den Ubernauten liegt, aber fände ich es besser, wenn sie Dinge sperrten, die ihnen nicht passen? Wenn ich das wollte, müsste ich wohl eher zu einem Provider, der eine politische Richtung verfolgt. Aber da liegen meine Prioritäten anders.

Um aber am Schluss noch ein wenig abzuschweifen, muss ich sagen, dass ich die meisten Aktionen in der Richtung inzwischen meist ziemlich bigott finde. Und ich nehme mich da nicht aus. Accounts, die ich eh nicht nutze, werden schnell mal dicht gemacht, bei Accounts bei denen ich echten Nutzen habe, wird über die Probleme gerne hinweg gesehen und weitergenutzt1. Ich frage mich zum Beispiel, warum viele ihren Twitteraccount noch halten, wenn Twitter doch gerade mit sehr problematischen Inhalten noch viel problematischer, nämlich gar nicht, umgeht. Wird der jetzt auch gekündigt? Was ist mit Dropbox, die mit Condoleezza Rice, eine mehr als fragwürdige ehemalige Politikerin in ihren Reihen hat? Facebook, die ihre Kontrolle dazu nutzen Experimente mit den Emotionen von Menschen durchzuführen, ohne dass sie davon wissen? Und wenn wir schon dabei sind, wann habt ihr das letzte Mal ein Produkt von Nestlé gekauft? Die sind vermutlich einer der schlimmsten Konzerne, die es auf diesem Planeten gibt. Bei mir ist es gar nicht so lange her, nachdem ich mir mal die Marken, die zu Nestlé gehören, angesehen habe. Aber ich schweife wirklich ab.


  1. Den Vorwurf könnt ihr mir auch gerne mit Uberspace machen, aber deswegen sprach ich mit meiner Frau drüber, um genau dies auszuschließen. Hätte sie gesagt, dass das Mist ist, was die Ubernauten machen, hätte ich mir was anderes gesucht und ggf. auch erstmal alle Inhalte von mir so lang vom Netz genommen.

1 thought on “Der Fall Uberspace”

  1. Sehr guter Beitrag, auch wenn ich mich wundere, dass dieser Uberspace-Blogpost damals an mir vorbeigegangen ist und ich deinen Post gefunden habe als ich nach “Tor+Uberspace” suchte…

    Zum Thema: Ich habe auch lieber einen Hoster, der Kunden hat mit denen ich nicht übereinstimme, als einen Hoster, der willkürlich entscheidet was er erlaubt und was nicht. Eine Demokratie zeichnet ja aus, dass andere Meinungen erlaubt sind und so lange diese Pädophilen keine Gesetze brechen ist es legal, so sehr mir das Anliegen Beziehungen zwischen Pädophilen und Kindern zu legalisieren auch missfällt. Btw, ich sah mal eine Doku in der sich ein Pädophiler geäußert hat, der weder wollte dass so etwas legalisiert wird und auch noch nie Kontakte zu einem Kind hatte. Er hatte einfach diese Neigung und mussste jeden Tag dagegen ankämpfen. Jemand wie er ist einfach eine arme Sau, er hat sich diese Neigung nicht ausgesucht und muss sich jeden Tag selbst quälen. So etwas, ein bisschen Empathie vorausgesetzt, eröffnet einem ganz neue Perspektiven und man wird vorsichtiger mit Vorverurteilungen.

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