Ein paar Gedanken zu Podcasts

Vor kurzem habe ich mir Gedanken gemacht wie sich mein Verhältnis zu Podcasts geändert hat. Früher war ich in Sachen Podcasts was Gamer einen Core Gamer nennen würden. Ich habe viele Podcasts gehört und je länger sie waren desto besser waren sie. 3 oder 4 Stunden? Kein Ding, hör ich weg. Inzwischen hat sich meine Lebenssituation verändert. Ich habe zwar immer noch 73 Podcasts abonniert, aber wenige Episoden höre ich. Um genau zu sein gibt es fünf Podcasts von denen ich jede Episode höre sobald sie erscheinen:

Das wichtigste heute Morgen gibt mir einen schnellen Überblick über tagesaktuelle Nachrichten, The Daily bringt ein wichtiges Thema der US-Politik auf, Lage der Nation ist für mich ein wenig das Äquivalent einer Wochenzeitung wie Die Zeit und Logbuch Netzpolitik berichtet und kommentiert die wichtigsten Themen im Bereich Netzpolitik, ein Thema das mir wichtig ist.

Und dann gibt es noch so ein paar, die ich versuche zeitnah zu hören, die aber nicht regelmäßig erscheinen wie Request for Comments, den ARD Radio Tatort oder CRE.

Bei allem anderen schaue ich kurz nach, ob es was neues gibt und höre es mir vielleicht an. Aber was macht nun einen Podcast aus, den ich mir neu abonniere und dann auch noch höre?

Eine Episode sollte nur wenig länger als eine Stunde sein und selten die 90 Minuten-Marke knacken, selbst wenn der Podcast unregelmäßig erscheint. Die paar Podcasts oben, schaffe ich gerade so wegzuhören auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause. Wenn ich arbeite kann ich keine Podcasts mehr hören. Früher konnte ich Japanisch oder Mathe lernen und dabei Podcasts hören. Das geht einfach nicht mehr, wenn ich mich konzentrieren muss. Und wenn ich ehrlich zu mir bin, hätte es mir vermutlich besser getan beim Lernen keine Podcasts zu hören und es war eher eine Illusion, dass ich es konnte. Ich weiß, dass ich die Möglichkeit habe mir lange Podcasts über Tage anzuhören, ich glaube für den CRE über Diamanten habe ich vier Tage gebraucht, finde ich das nur mäßig schön immer wieder zu unterbrechen. Da fände ich “Cuts” ganz schön an denen man gut unterbrechen kann. Aber das erfordert eine sehr gute Planung des Formats.

Wenn ich zu Hause bin, dann habe ich die Kinder um mich rum und ich schaffe es an sich nur Podcasts zu hören, wenn ich alleine bin, da mich interessiert was da passiert und nicht ständig sagen möchte “Psst, sei mal bitte leise, mich interessiert was da erzählt wird.” Beides ist einfach eine Folge wie sich mein Leben geändert hat.

Ein weiterer Bonus ist, wenn der Podcast eine endliche Anzahl an Folgen hat; vielleicht ein Dutzend. Ein Thema was ausführlich besprochen wird über eine Reihe von Folgen, aber ich weiß nach wenigen Monaten oder Tagen, wenn alles auf einmal veröffentlicht ist, ist es durch und ich kann mich wieder den regulär abonnierten Podcasts zuwenden. Gerade heute habe ich mal wieder StartUp abonniert, weil sie eine Reihe zur Gründung von Kirchen in den USA bringen. Interessantes Thema finde ich, aber ich sehe schon, dass ich nach dieser Reihe StartUp wieder aus den abonnierten Feeds werfen werde. Interessanterweise ist es bei diesen Podcasts so, dass eine Folge selten länger als eine Stunde ist, eher weniger.

Den üblichen Tech-Laber-Podcast höre ich inzwischen nur noch selten. Die Freakshow noch ab und zu, vor allem wenn Clemens dabei ist, und da springe ich gezielt die Kapitel an, die mich interessieren (und Clemens erzählt meist von für mich interessante Themen). Die meisten anderen sind dann eher in der Riege ein paar Männer unterhalten sich über Themen von denen sie wenig Ahnung haben, schlecht vorbereitet sind, aber eine Meinung haben. Das kann ganz unterhaltsam sein, aber inzwischen muss ich mir meine Zeit besser einteilen und da kommt zu wenig Mehrwert bei rum. Aber inzwischen gibt es gefühlt von dieser Art Podcast nicht mehr so viele bzw. sie gehen unter dem Meer an anderen Formaten unter. Gerade die öfffentlich-rechtlichen mit ihrer Wiederverwertung und den Tonnen von Podcasts, die die US-Labels rausbringen gibt es so viel Material, das man schon ein ordentliches Konzept haben muss, um hervorzustechen.

5 Replies to “Ein paar Gedanken zu Podcasts

  1. Ich finde den Veröffentlichungszeitraum mittlerweile auch wichtig. Die Wochendämmerung erscheint zum Beispiel immer am WE und könnte für mich auch gerne länger sein, da ich dort mehr Zeit habe. Alle anderen Podcasts landen in der Woche eher in einem hear-it-never-Haufen 🙂.

  2. 45-60 Minuten ist mittlerweile meine Lieblingslänge. Die langen Labercasts skippe ich meist. Und lange Podcasts ohne Kapitelmarken werden sofort wieder entfernt. Neben den bevorzugten Podcasts habe ich dann aber noch einen Berg an anderen, zu denen ich nicht komme. Backlog 😉.

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