Post-Privacy oder Datenschutzwahn?

Vor ein paar Tagen schrieb ich, dass mich der Datenschutzwahn in die Hände der Spackeria treibt. Und heute hatte ich eine kurze Konversation auf Twitter. Es ging darum, dass es in der Diskussion scheinbar nur Schwarz oder Weiß gibt. Entweder man ist im Datenschutzwahn gefangen oder gehört den Post-Privacy-Spackos an.

Lange Zeit hielt ich auch nicht so viel von den Aussagen der Spackeria. Das lag aber hauptsächlich daran, dass ich nicht nachdachte, sondern nur die polarisierenden Aussagen aufnahm. Und ich vermute, dass es nicht nur mir so geht.

Vielleicht sollte in die Diskussion weniger Schwarz oder Weiß, sondern mehr Graustufen eingebracht werden.

An sich bin ich für Datenschutz. Ich möchte nicht, dass jeder alles über mich weiß. Natürlich habe ich etwas zu verbergen. Und wenn jeder einmal ganz tief in sich geht, wird er auch etwas zu verbergen finden. Die Leute sind für Kameras und seltsame Sicherheitsgesetze, weil sie ja nichts zu verbergen haben aber wenn Facebook mitloggt auf welchen Webseiten sie waren, schreien sie auf.

Mir geht es ja eher andersrum. Im öffentlichen Raum bin ich gegen Kameras. Der Grund ist aber an sich nicht die dauerhafte Überwachung und dass sich eventuell mein Verhalten dadurch ändert. Ich bin dagegen, weil die Firmen und der Staat anscheinend der Meinung sind, dass Kameras Menschen ersetzen können und bedenken nicht, dass sie bestimmte Arten von Kriminalität nur verschieben. Das ist an der falschen Stelle gespart.

Gleichzeitig finde ich es an sich ganz gut, dass mich Google in bestimmte Kisten steckt oder dass Amazon alles mitloggt, was ich so kaufe. Am Ende bekomme ich auf mich angepasste Werbung. Keine Werbung über Autos und Bier, die mich eh nicht interessieren. Sondern Dinge, die relevant sind.

Man muss sich bewusst sein, dass das Netz ein öffentlicher Raum ist. Und man wird dabei überwacht von kleinen Dronen, die automatisiert Daten sammeln, um einen in Kisten zu stecken.

Ich vertraue darauf, dass Facebook und Google Mittelsmänner sind. Die Werber geben an, wer ihre Werbung erhalten soll und die Mittelsmänner verteilen sie. Würde ich dieses Vertrauen nicht haben, dürfte ich keinen einzigen Cookie annehmen, nur mit Tor surfen und am Besten das Netz gar nicht nutzen. Wenn ich wirklich gegen die Praktiken einer Firma bin, dann habe ich gefälligst mein Konto dort zu kündigen. Aber manchmal überwiegt der Nutzen die Kosten. So bin ich zum Beispiel nach über einem Jahr wieder zu Facebook zurückgekehrt. Auch wenn ich immer noch nicht viel von der Firma und dem Umgang mit ihren Nutzern.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass meine Daten in den USA liegen. Und in den USA kann der Staat zu diesen Firmen gehen und meine Daten abholen. Aber würden meine Daten in Deutschland liegen, wäre das nicht wirklich anders. Hier gibt es vielleicht den Richtervorbehalt, aber so lange die Staatsanwaltschaft, die Begründung für den Richter schreibt und die Richter zu viel zu tun haben, finde ich ihn persönlich witzlos. Und selbst wenn nachträglich entschieden wird, dass der Staat die Daten illegal eingesammelt hat, dürfen diese noch weiter verwertet werden. Soweit ich weiß ist der letzte Punkt z.B. in den USA anders.

Anstatt sich zu überlegen, dass man jeden abmahnen sollte, der einen Like-Button hat und damit die IP seiner Besucher in die USA schickt, sollte man vielleicht darüber nachdenken, wie man die Leute besser zu mündigen Netznutzern machen kann.

Man muss wissen, dass alles was man postet potentiell jederzeit gegen einen verwendet werden kann. Bevor man postet, sollte man seinen Kopf einschalten. Man sollte die Rechte anderer beachten.

Jedes Mal wenn ich Leute sehe, die Bilder von ihren Kindern poste, muss ich ein wenig schlucken. Ich würde auch nicht wollen, dass auf einmal alle Welt meine Babyfotos oder anderes sehen könnte. Für meinen Sohn habe ich entschieden, dass ich bis auf ein Foto zur Geburt keine Fotos ins Netz stellen werde, bis er selbst entscheiden kann, ob er das will. Wer ungefragt Bilder von mir ins Netz stellt, wird eins auf die Nase bekommen.

Ich poste seit Jahren nahezu alles unter Klarnamen. Meine Pseudonyme kennt heute fast niemand mehr (wenn ich mich entsinne dürfte nur eine einzige Person alle meine Pseudonyme kennen und vermutlich erinnert er sich nicht mehr an einige). Mit Google konnte ich sie bisher auch noch nicht auf mich zurückführen. Der Grund für die Klarnamennutzung ist, dass ich einmal gelesen hatte, dass unter Aussagen mit dem Namen Niels Kobschätzki mehr Gewicht liegt, als unter ShivanDragon5342 (so ähnlich hieß mein allererstes Pseudonym, dass ich vor mehr als zehn Jahren ablegte). Es gibt Leute, die ihr Pseudonym als Künstlernamen nutzen. Aber das haben sie sich dann auch aufgebaut. Ansonsten ordne ich Pseudonyme eher in die Schublade Kinderkacke ein und muss an den Film Hackers denken und wie der Charakter Joey seinen Hackernamen sucht. Selbst in Cyberpunk-Spielen in denen Handles recht wichtig sind, finde ich sie mehr und mehr lächerlich. Außer jemand hat eine gute Story zu seinem Handle und warum andere dem Charakter dieses gegeben haben.

Es gibt natürlich auch Foren in denen sie notwendig sind. Selbsthilfe, kritische Themen und eine ganze Reihe mehr, die mir gerade nicht einfallen. Für so etwas habe ich auch meine verschiedenen Pseudonyme. Ansonsten bin ich niels(_)k/Niels K. und das kann man auch problemlos auf mich zurückführen. Ich versuche das auch zu nutzen, damit man mich googlen kann und ein gewisses Profil auftaucht.

Aber jeder sollte wissen, dass potentiell alles im Netz öffentlich ist und man sollte so handeln. Natürlich ändert sich dadurch das Verhalten, vermutlich gäbe es weniger Rumgetrolle. Aber ich bin nicht für einen Klarnamenzwang. Jeder soll seine Pseudonyme nutzen wie er will. Aber auch bei denen sollte man sich bewusst sein, dass man nicht anonym ist. Aber selbst darüber sind sich glaube ich viele nicht im Klaren. Ansonsten gäbe es nicht so viele Sockenpuppen.

Es sollte nicht darum gehen im kompletten Datenschutzwahn zu versacken. Es geht auch nicht darum, dass man sein vollständiges Leben offen legt. Es sollte darum gehen, wie man die Leute darüber aufklärt, was mit ihren Daten im Netz geschieht und was es für sie bedeutet. Man sollte ihnen erklären, dass das nicht nur schädlich ist, sondern man sich das auch zu Nutze machen kann. Gleichzeitig sollte man ihnen die Mittel an die Hand geben, dass sie wissen, wie man gegebenenfalls weniger Daten hinterlässt. Und das Wichtigste ist, dass man ihnen erklärt, dass man seinen Kopf nutzt, bevor man etwas ins Netz stellt.

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In welcher Gesellschaft willst DU leben?

Die letzten Tage habe ich öfter über die Menschenrechte, politische Formen u.ä. diskutiert. In den letzten Jahren habe ich öfter über wirtschafts-, arbeits- und sozialpolitische Entscheidungen Entscheidungen mit anderen diskutiert. Immer wieder komme ich für mich auf eine Frage zurück:

In welcher Gesellschaft will ich leben?

Persönlich versuche ich nach einem einfachen Grundsatz zu leben: Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden willst.

Vermutlich hat das jeder schon einmal gehört. Aber es ist schwerer gesagt, als getan. Bewusst danach zu leben ist nicht einfach. Zum Beispiel will ich nicht diskriminiert werden.

Als weißer Mann in einer patriarchischen Gesellschaft mit einer weißen Mehrheit ist man so ziemlich der Letzte, der diskriminiert wird. Ich hatte das Glück in einem Auslandsaufenthalt manchmal zu spüren zu bekommen, was es bedeutet einer Minderheit anzugehören und auch diskriminiert zu werden. Es waren zwar nur sechs Monate und keine offene Diskriminierung mit Beleidigungen o.ä., aber es hat gereicht um ein Bewusstsein zu schaffen. Und ich bin dankbar dafür.

Ich möchte auch nicht, dass man über mich lästert. Leider wird man öfter dazu verführt als einem lieb ist. Für mich rechtfertige ich es in der Regel, dass die, über die gelästert wird, wahrscheinlich das Selbe tun. Richtig ist es dennoch nicht.

Und dann gibt es noch eine ganze Menge mehr Sachen, die dazu gehören. Da wären die offensichtlichen. Zum Beispiel will ich nicht bestohlen werden, also stehle ich auch nicht.

Und wenn ich mir die Gesamtheit betrachte, kommt es zur Frage: In welcher Gesellschaft möchte ich leben?

Möchte ich in einer Gesellschaft leben in der man den Schwachen hilft? Möchte ich in einer Gesellschaft leben, in der Erfolg das einzige ist, was zählt? Möchte ich in einer Gesellschaft leben, in der jeder jedem seine Glaubensansichten aufzudrücken versucht? Möchte ich in einer Gesellschaft leben, in der Fehler nicht als Niederlage gesehen werden, sondern als etwas, aus dem man lernt? Möchte ich in einer Gesellschaft leben, welche die Menschenrechte achtet?

Es kann unglückliche Fügungen geben, durch die man auf einmal auf der “falschen Seite” der Gesellschaft steht. Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man über diese Frage nachdenkt.

Komme ich noch einmal auf die Menschenrechte zurück. Diese spielten in den letzten Tagen aufgrund des Todes Bin-Ladens häufiger eine Rolle in meinen Gesprächen mit anderen. Überraschenderweise stand ich ziemlich alleine da mit der Meinung, dass es falsch war ihn umzubringen, sondern, dass auch ein Bin-Laden ein Recht auf die Feststellung seiner Schuld durch ein ordentliches Gericht hat. Die Diskutanten begründeten ihre Position damit, dass es schon ok ist für jemanden, der (vermutlich) einen Anschlag  auf Hochhäuser mit mehreren Tausend Menschen verübt hat. Oder sie meinten, dass meine Position eine andere wäre, wenn ich ein Betroffener wäre. Trotzdem bleibe ich dabei, dass ich es nicht gut finde. Denn wo soll man die Grenze ziehen? Schließlich bedeutet, dass auch, dass man jeden Mörder oder Totschläger hinrichten sollte und vielleicht Dieben die Hand abschlagen. Aber in einer solchen Gesellschaft will ich nicht leben.

Ich will auch nicht in einer Gesellschaft leben, in der die Schwachen zurückgelassen werden. Wer weiß, vielleicht bin ich irgendwann selber auf der Seite der Schwachen und benötige die Hilfe der Gesellschaft.

Am Ende läuft es wieder darauf hinaus, wie ich behandelt werden will – unabhängig von Individuen oder der Masse. Es sollte sich jeder bewusst machen, wie er oder sie behandelt werden. Und einen Anfang machen, in dem er seine Mitmenschen entsprechend behandelt. Wenn man weiß, wie man selbst behandelt werden will, weiß man auch, in was für einer Gesellschaft man leben will. Und dann wird es einfacher Meinungen zu finden, zu bilden, dafür einzustehen und auch die Meinung zu begründen.

Also:

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Wie willst DU behandelt werden?

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p style=”text-align:center;”>In was für einer Gesellschaft willst DU leben?

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Menschenrechte my ass

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

– Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 3

Jeder, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.

– Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 11 (1)

 

Die USA haben einen Menschen ohne Gerichtsverfahren umgebracht und die Welt applaudiert. Der UNO-Sicherheitsrat begrüßt den Tod Osama Bin-Laden. Frau Bundeskanzlerin Angelika Merkel begrüßt auch den Tod.

Osama Bin-Laden ist tot, umgebracht durch eine gezielte Militäraktion der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte ist Friedensnobelpreisträger. Ich habe keine Meinung zu Osama Bin-Laden. Er soll der Anführer einer weltweit handelnden terroristischen Organisation sein. Wenn dies wirklich der Fall gewesen ist, dann hätten die USA ihn festnehmen sollen und ihm einen Gerichtsprozess gewähren müssen. In welchem Land und vor welchem Gericht, dafür habe ich ehrlich gesagt zu wenig Ahnung von internationalem Recht. Sie hätten ihn ggf. vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag aufgrund von Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen können.

Der selbsterklärte Vorreiter der Demokratie möchte in anderen Ländern Demokratie einführen. Wenn mich nicht alles täuscht ist ein Teil einer Demokratie das faire Gerichtsverfahren. Egal wer der Angeschuldigte ist,  egal was er oder sie getan hat. Und es kann nicht sein, dass die Welt applaudiert, wenn dies einem Menschen verweigert wird. 64 Jahre Menschenrechte my ass. Mir war bewusst, dass viele Staaten, auch demokratische, regelmäßig gegen die Menschenrechte verstoßen. Aber dass sie jetzt alle applaudieren und es auch gefeiert wird.

Da wird mir ehrlich gesagt schlecht.

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Rückkehr des Expertentums

Was ist ein Experte in meinen Augen?  Ein Experte ist jemand, der sich mit einem Thema intensiv auseinandergesetzt hat und aufgrund seines Wissens neue Informationen zum Thema bewerten und in bestehende Zusammenhänge einordnen kann. In der Regel dauert es Jahre um diesen Status zu erlangen.

Gunter Dueck fragte auf der Re:Publica: “Wissen Sie im Beruf mehr als ein ‘frisch gesurfter’?” Ich denke, dass diese Frage falsch gestellt ist. Sie sollte eher lauten “Was unterscheidet Sie durch ihre Erfahrung und Ausbildung von einem ‘frisch gesurftem’?” Nicht so knackig, aber meiner Meinung nach näher an der Wahrheit.

Ich erinnere mich auch noch an einen Tweet, in dem sinngemäß stand:

“Interessant, wie die Atomkraftexperten in meiner Timeline zu Luftwaffengenerälen umgeschult wurden”.

Ein frisch gesurfter, also zwei Stunden googlen laut Gunter Dueck mag ein bisschen Faktenwissen angesammelt haben, aber nicht viel. Ein Patient, der zum Arzt geht und das Internet nach seiner Krankheit gesucht hat, hat sich auch hier ein wenig Faktenwissen und Erfahrungsberichte anderer angelesen.

Ihm fehlen aber Fähigkeiten um mit dem Faktenwissen etwas anzufangen. Ich kann als Nicht-Jurist Gesetze lesen, aber ich kann sie nicht lesen und interpretieren wie ein Jurist. Ich kann mir Texte zu Krankheiten anlesen, aber ich weiß als Nicht-Mediziner nicht unbedingt, ob ich Symptome richtig interpretiere.

Wir googlen und lesen die Wikipedia. Oftmals höre ich, dass in der Wikipedia viel Mist steht und doch wird sie von vielen als Referenz genommen (das selbe gilt für Suchergebnisse bei Google). Und das obwohl sie nicht bewerten können, ob das Wissen in der Wikipedia korrekt ist. Immer wieder hört man, dass man auch die Diskussionsseiten lesen und nicht alles für bare Münze nehmen soll, was in der Wikipedia geschrieben steht. Und doch wird es gemacht und die Diskussionsseiten werden auch nicht gelesen. Vermutlich weil es so komfortabel ist. Die ersten zehn Suchergebnisse bei Google durchgeklickt und schon weiß ich alles über das Thema. Oder etwa doch nicht?

Suchmaschinen machen einen guten Job beim Bewerten ihrer Suchergebnisse, aber genau so gibt es eine Reihe Leute, die gut darin sind ihre Meinung in den Suchergebnissen nach oben zu befördern. Oder Gruppen von Menschen, die einfach lauter sind als andere und schon hat man nur eine Meinung in den ersten zehn Ergebnissen. Und wenn neun A sagen und einer B, dann ist A wohl korrekt, oder nicht?

Und ausgestattet mit diesem Wissen werden dann Blogartikel verfasst, oder gar Berichte in Zeitungen (von Journalisten erwarte ich irgendwie mehr…). Und dieses Wissen wird dann wiederum für bare Münze genommen. Schließlich hat der Mann schon einmal was Gutes zu Computersicherheit geschrieben, da muss er auch Ahnung von Atomkraftwerken, der globalen Wirtschaft und Krisengebieten haben.

Warum?

Weil es einfacher ist zu lesen und es hinzunehmen, anstatt zu hinterfragen und nachzudenken. Man kann nicht alles wissen. Und nur weil jemand Google bedienen kann, ist ihm noch lange nicht möglich, das Gefundene zu bewerten oder in die richtigen Zusammenhänge zu setzen.

Heute früh las ich Better. einen Blogpost von Merlin Mann und möchte folgendes Zitat herausgreifen:

“Politics, celebrity gossip, business headlines, tech punditry, odd news, and user-generated content.

Each, in its own way, contributes to the imperative that we constantly expand our portfolio of shallow but strongly-held opinions about nearly everything. Then we’re supposed to post something about it. Somewhere.”

Wir haben alle Meinungen und immer mehr schreiben dazu Blogposts, schreiben auf ihre Facebook-Wall oder twittern darüber. Mit recherchiertem und gestützten Wissen durch eine Google-Suche. Kein Google Scholar (mit Fachtexten), kein Google Books, kein Gang in die Bibliothek. Eine Google-Suche und der obligatorische Griff in die Wikipedia. Ohne die Fähigkeit die recherchierten Texte bewerten zu können. Die bekannten Autoren in einem Feld sind unbekannt, die guten Verlage sind unbekannt, die Denke, die in dem Feld herrscht ist unbekannt. Und doch, sollen wir auf einmal alle Experten sein in Medizin, Wirtschaft, Physik und vielem vielem mehr. Ich glaube nicht.

Ich frage inzwischen Leute ungern, was sie mit ihrer Ausbildung anfangen können. Mich interessiert vielmehr, was die  Fähigkeiten sind, die sie erworben haben. Es gibt eine ganze Reihe Studiengänge, da ist es relativ offensichtlich (vor allen Dingen bei den Ingenieurswissenschaften), bei anderen hoffe ich bis heute eine vernünftige Antwort zu bekommen (ich schiele in eure Richtung liebe Betriebswirte, die keine Controller oder Bilanzierer sind).

Diese Fähigkeiten kann man in der Regel nicht durch zwei Stunden googlen ersetzen, sondern benötigen eine längere Ausbildung und viel Übung. Es ist eben nicht nur Faktenwissen, sondern mehr. In unserer Informationsgesellschaft ist es einfach an Faktenwissen zu gelangen. Uns fehlt aber die Fähigkeit einzuschätzen, ob diese Fakten richtig sind. Manchmal fehlt auch die eine Mindermeinung, die vielleicht erst auf der elften Ergebnisseite untergekommen ist, um das große Ganze zu verstehen.

Daher hoffe ich auf eine Rückkehr des “Expertentums”. Leute, die davon schreiben, wovon sie etwas verstehen. Und nicht Leute, die uns ihre Meinung als endgültige Wahrheit vorsetzen und jede Diskussion unterbinden, da sie recht haben. Schließlich haben sie ja zwei Stunden Google und die Wikipedia bemüht. Natürlich auch ohne zu hinterfragen.


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Es nervt…

Gestern war Karfreitag und was ich vorher noch nicht wusste: es gibt stille Feiertage an denen ein Tanzverbot gilt. Ich hatte noch nie etwas davon gehört und mir war es auch nie bewusst gewesen. War mir auch ehrlich gesagt egal und ich finde es eher ein bisschen lächerlich. Aber nun ja. Es gibt anscheinend Leute, die sich dadurch in ihrer Freiheit eingeschränkt sehen. Aber das war eigentlich nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Mir gehen die Atheisten auf Twitter, den Blogs und generell im Netz auf den Sack, die sich so “laut” über die Verankerung des Christentums in unserer Gesellschaft aufregen müssen. Anscheinend leben sie in Gegenden, in denen sie ununterbrochen von Missionaren angesprochen werden und deren Nachbarn ihre Häuser mit faulen Eiern bewerfen, um das Haus des Ungläubigen zu markieren.

Meine Erfahrung in der Richtung: Einmal in der Uni zwecks Bibelkreis angesprochen worden und dreimal standen in den letzten neun Jahren die Zeugen Jehovas vor meiner Tür (die schnell weg waren, als ich den beiden Damen erzählte, dass die Frau für die Verführung und das Böse steht, weil sie den Apfel angenommen und weitergegeben hat). Ansonsten hat mich noch nie ein Christ genervt, dass ich gefälligst häufiger in die Kirche gehen soll und das ich mein Leben nicht fromm genug führe. Es hat mich auch noch nie einer versucht von der Schöpfungslehre zu überzeugen, oder dass Kondome böse sind. Eher sind sie der Meinung, dass der Papst und die Kirche im Generellen ihre Meinung ändern sollte.

So lange die Menschen in Religion, egal welcher Zuflucht finden und es ihnen damit besser geht: Fein. Für mich gelten nur zwei Bedingungen: Sie verbreiten kein schädliches Wissen (Ablehnung von Wissenschaft, Kreationismus etc. und drängen es Kindern auf) und sie stressen mich nicht damit. Sprich: Sie leben es eher wie eine Art Lebensphilosophie, und nicht wie eine missionarische Religion. Ich habe ehrlich gesagt noch nie einen Christen getroffen, der diese Bedingungen erfüllt1. Könnte daran liegen, dass ich in einer Großstadt in einem aufgeklärten Industriestaat lebe.

Was ich allerdings im Netz häufig sehe sind Atheisten, welche die zweite Bedingung erfüllen: Sie stressen mich. Sie versuchen auf Teufel komm raus ihre Weltansicht zu verbreiten und spammen meine Timeline zu (aber der Noise ist immer noch geringer als der Nutzen, als dass ich sie entfolgen würde). Zum Karfreitag haben sie sich wahrscheinlich alle vorgenommen eine Demonstration oder eine andere öffentliche Veranstaltung auszurichten und Abends in nen Club zu gehen um zu tanzen und wurden enttäuscht, dass das nicht ging.

Wenn’s euch so nervt, stellt euch vor die immer leerer werdenden Kirchen und verteilt Flyer. Haltet Vorträge, warum ihr der Meinung seid, dass das Christentum und jedwede andere Religion schlecht ist. Aber posaunt es nicht immer im Netz heraus bei jeder Gelegenheit. Es stresst einfach nur.

Zum Schluss ein kleines Ding aus der Spieltheorie, was ich ganz lustig fand:

Es gibt zwei Zustände: Glauben (und ihn auch Leben) und nicht Glauben. Wenn es keinen Gott (oder entsprechende Entitäten) gibt, dann passiert nach dem Tod nichts. Wenn es ihn doch geben sollte (der Beweis steht bekanntermaßen aus), dann wird der, der den Glauben gelebt haben ewige Glückseligkeit finden. Der Ungläubige jedoch wird (je nachdem, was es da so für Entitäten gibt) für Ewigkeiten im Fegefeuer schmoren. Die Auszahlungen sind eindeutig. Im Schnitt 80 Jahre Party und dann gar nichts oder Ewigkeiten in der Hölle oder 80 Jahre gemäßigt nach Regeln leben und dann gar nichts oder ewige Glückseligkeit.

Und jetzt viel Spaß beim Zerreißen in den Kommentaren. Mich würde ja wirklich interessieren, wo ihr persönlich durch Christen (und Anhänger anderer Religionen) eingeschränkt oder gestört werdet. So sehr, dass es euer Leben wirklich einschränkt.


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  • Natürlich kann ich verstehen, dass man sich drüber aufregt, dass die Entscheidung über die Weiternutzung von Atomtechnologie u.a. mit Mitgliedern der Kirche entschieden wird. Aber hier ist das Problem wohl eher, dass man jetzt die ethische Schiene fährt, als dass man Leute nimmt, welche die Ethik, die viele in Deutschland als ihre auffassen, mit am Besten verstehen sollten. Da haben Ethiker egal welcher Couleur einfach nichts zu suchen. 100.000 Jahre Atommüll und nicht kalkulierbare Risiken sind keine Sache der Ethik.
    Die Sache mit der PID hingegen ist meiner Meinung nach eine ethische Entscheidung, da man hier a) definieren muss ab wann etwas Mensch ist und b) sich überlegen muss in welcher Gesellschaft man lebt. Die gleichen Leute, die gegen Maßnahmen sind, die potentiell der Überwachung dienen könnten und auf andere Bereiche als Terrorismus ausgeweitet werden können, können sich gleichzeitig nicht vorstellen, dass man in der Zukunft die PID dahin entwickelt bekommt, dass es nur noch blonde blauäuige Kinder gibt und alles andere als Mensch zweiter Klasse behandelt wird. Da werden Grundlagen für die Zukunft gelegt und man sollte nicht nur vom heutigen Stand der Technik ausgehen. Ein Durchbruch und der Kram ist auf einmal möglich. 

Die Digitale Gesellschaft

Auf der Re:Publica wurde die Gründung der “Digitalen Gesellschaft” von Markus Beckedahl, bekannt für Netzpolitik.org, publik gemacht. Wenn ich die Organisation richtig verstehe, will sie Lobbyorganisation1 für die “Netzgemeinde” sein. Über den Begriff Netzgemeinde kann man sich streiten. Auch wenn viele Leute sagen, dass es keine gibt, weiß doch eigentlich jeder wer gemeint ist. Die Leute, die weitaus mehr Zeit vor den Displays ihrer Rechner, Smartphones und iPads verbringen als sie schlafen und vermutlich alle an einem Herzinfarkt sterben würden, wenn das Internet für einen Zeitraum von wenigen Tagen vollständig ausfiele. Ich zähle mich dazu und wenn du diese Zeilen hier liest, gehörst du vermutlich auch dazu. Die Mitglieder haben die verschiedensten Hintergründe, politischen Ansichten, aber sie alle nutzen das Internet intensiv und wollen es sich in der Regel nicht beschneiden oder auch nur regulieren lassen2.

Zu dem Thema wurde viel getwittert und die verschiedensten Stimmen haben sich gemeldet zu der Thematik und auf einmal begannen meine Finger zu brennen, denn sie wollten auf eine Tastatur einhacken um diesen Text zu produzieren. In den kommenden Tagen will ich meine Meinung zu vier “Organisationen” darlegen, welche die Netzgemeinde wohl am Stärksten beschäftigen: Die Digitale Gesellschaft (DG), der Chaos Computer Club (CCC), die Piratenpartei (Piraten) und die Spackeria. Heute beginne ich mit der

Digitalen Gesellschaft

Die Gründung der DG wurde meines Wissens nach auf der Re:Publica bekannt gegeben. Ich war nicht dabei, habe bis jetzt nur die Webseite gesehen und einiges über Twitter über sie gelesen. Meines Wissens nach ein eingetragener Verein mit einer absichtlich geringen Mitgliederanzahl, der viele Unterstützer sucht. Sie will eine Interessengruppe für die Netzgemeinde sein. Meines Wissens nach wird die Mitgliederanzahl gering gehalten, um besser Entscheidungen treffen zu können. Eine Sache, die ich sehr begrüße. Mit einer kleinen Gruppe lassen sich einfach viel schneller Dinge in Gang bringen. Meines Wissens nach gibt es auch andere Nichtregierungsorganisationen mit ähnlichem Konzept. Eine kleine Gruppe entscheidet was an Projekten gemacht wird und dann helfen die Unterstützer das Ganze umzusetzen. Wenn 1000 Leute erst auf einer Mitgliederversammlung ihre Meinung zu jedem Projekt abgeben dürfte, würde wohl nichts in Gang gebracht werden. Auch für die Kommunikation mit Politikern u.ä. kann man so besser kontrollieren, wer auf seiner Visitenkarte zu Recht “Digitale Gesellschaft” zu stehen hat und wer damit im Namen der Organisation spricht. Ich hoffe, dass diese Leute auch gut auf ihre Aufgabe vorbereitet sind bzw. werden. Gegebenenfalls auch ein Rhetoriktraining vom Verein gesponsort bekommen.

Was mich wundert ist, dass noch nicht bekannt gegeben wurde, wer eigentlich Mitglied im Verein ist. Die Netzgemeinde ist in der Regel sehr für Transparenz und zumindest die Mitglieder sollten offen dargelegt werden. Ich hoffe jedoch, dass es nicht zu viel Transparenz geben wird, dazu aber später.

Es wundert mich noch viel mehr, dass ihr Twitter-Account erstmal anfing seltsame Tweets auszuspucken. U.a. wäre da einer, dass man Dinge moderieren muss und ein bereits gelöschter3, der das prominente Piratenmitglied und ehemaligen Bundestagsabgeordneten Tauss angreift. Der Sinn einer kleiner Gruppe ist doch gerade, dass man Informationen und Gesagtes, das nach außen dringt kontrollieren kann. Ich hoffe derjenige, der den Tauss-Tweet abgesetzt hat, hat einen deftigen Einlauf bekommen. Meiner Meinung nach sollte ein solcher Account ausschließlich zur Freigabe von Information dienen und das war’s. Nichts organisatorisches und er sollte sich niemals auf eine Diskussion einlassen. 140 Zeichen reichen dafür nicht aus, es wird schnell etwas geschrieben, was man ggf. später bereut und und es sieht unprofessionell aus. Aufgrund Tweets der genannten Art bin ich dem Account auch erstmal entfolgt, aber mal schauen.

Der nächste Kritikpunkt richtet sich an die Gesuche. Es wird alles mögliche gesucht – vom Blogger bis zum Designer. Aber niemand der Recherche betreibt? Sowohl wissenschaftliche, als auch journalistische Recherche sind meiner Meinung nach unabdingbar für eine Lobbyorganisation. Diese Leute suchen nach Material, dass Argumente für die Sache stützt und ausmacht, welche Organisationen, Politiker und ähnliche für die eigene Sache gewonnen werden können und bei wem es eher problematisch wird. Suche nach Zeitungsartikeln, Studien, Interviews, you name it. Natürlich suchen die auch nach Argumenten gegen die eigene Sache. Dieses Material wird aufbereitet und dann an Leute weitergegeben, die es verarbeiten können (Texter, Blogger, Infografiker etc. bzw. die am Schluss damit ihre Diskussionen führen werden). Das Rohmaterial sollte meiner Meinung nach nicht in allen Fällen offen liegen, vor allen Dingen alles was gegen die eigene Sache spricht. Aber auch das wird benötigt, damit die, die am Schluss mit Leuten diskutieren müssen, darauf vorbereitet sind und kontern können. Diese Recherche ist verdammt viel Arbeit und daher wundert es mich, dass da nicht versucht wird zu delegieren. Mit einer einfachen Google-Suche ist es da nicht getan und an Artikel in Fachzeitschriften kommt auch nicht jeder ran. Hier möchte ich auch noch mal auf die Transparenz kommen. Gerade die Gegenargumente sollten irgendwo gelagert werden, wo nicht jeder rankommt. Man brauch es “den anderen” nicht zu einfach machen. Das gesamte Rohmaterial und ggf. bestimmte aufbereitete Sachen sollten nicht gesammelt offen im Netz liegen, wo jeder rankommt. Eine professionelle Lobbyorganisation aus der Industrie wird sich für die gemachte Arbeit bedanken. Btw. das wäre übrigens die einzige Sache an der ich Interesse hätte zu helfen. Aufgabenorientierte Recherche.

Der letzte Kritikpunkt richtet sich an das Praktikantengesuch der DG. Sie suchen eine Praktikanten mit relativ viel technischem Vorwissen und wollen gerade einmal 200€/Monat zahlen. Natürlich gibt es durch die Praktikumspflicht für viele im Bachelor eine Praktikantenschwemme. Aber gerade aus der Ecke hätte ich das nicht erwartet. Es ist besser als nichts und man sucht sicherlich auch die, die auch für lau ein Praktikum gemacht hätten. Aber es hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Wer die entsprechenden Fähigkeiten hat, hat hoffentlich einen gut bezahlten Studentenjob, bei dem er mit seinem Chef sprechen kann, dass er ein entsprechendes Praktikumszeugnis bekommt. Man sollte sich nicht unter Wert verkaufen. Und den Anschein hat dieses Angebot.

Im Großen und Ganzen finde ich die Idee einer Lobbyorganisation für die Interessen der Netzgemeinde sehr gut. Umso mehr Gruppen, die etwas machen, umso besser. Zur Zeit kämpft die DG anscheinend sehr öffentlich mit Startschwierigkeiten. Ich hoffe, die Leute lassen sich nicht unterkriegen und professionalieren sich sehr sehr schnell. Wir brauchen jemand der das direkte Gespräch in Berlin und in Brüssel sucht, sowie die Leute, den Willen und die Ressourcen hat.

In Kürze geht es dann weiter mit dem Chaos Computer Club.

 

  • Wer Lobbyorganisation als Begriff nicht mag, kann sich an die Stelle auch Interessengruppe denken. 
  • Die Mitglieder sind meiner Vermutung jedoch im Schnitt zwischen 25 und 35 Jahren alt, haben eher einen technischen Hintergrund mit sehr guter Schulbildung, eine eher linke politische Ansicht, und ziehen die Ratio dem Pathos vor. Wer von außen auf sie schaut, wird eine gewisse elitäre Einstellung nicht verkennen können. 
  • Grade die DG sollte wissen, dass das Netz nicht vergisst und zur Vollständigkeit der Tweet: “Wer soviel für die Glaubwürdigkeit der deutschen Netzpolitik getan hat wie Herr Tauss, den wollen wir übrigens wirklich nicht als Mitglied.” – 17.04.11 17:30, Link, der ins Leere führt

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Zur Wiedervorlage: Mein Mac OS X-Setup

Alle Texte in Sachen Rechnerkram und iPhone habe ich auf mein neues Blog Rechnerkram umgezogen. Diesen Artikel findet man dort unter folgendem Link:

Zur Wiedervorlage: Mein Mac OS X-Setup auf Rechnerkram

Auf Twitter wurde heute gefragt, was es denn so an guten Anwendungen für OS X gibt und da dachte ich mir, dass ich ja einfach mal auf meinen Text über mein OS X-Setup verweisen könnte. Und was musste ich feststellen? Im letzten Jahr hat sich da eine Menge geändert. Ich muss nicht alles wiederholen, was drin steht, also werde ich nur etwas über die Änderungen schreiben.

Als Mail-Client benutze ich inzwischen kaum noch Postbox, sondern fast ausschließlich Sparrow. Sparrow nimmt weniger Platz auf dem Bildschirm weg, sieht besser aus, fühlt sich mehr nach OS X an und ja, es fühlt sich einfach gut an. Postbox ist ein Arbeitstier, Sparrow ist ein minimalistischer Mail-Client, der tut was er soll. Aktuell funktioniert er nur mit Gmail-Konten, aber das nächste größere Update bringt generelle Unterstützung für IMAP. Die private Beta dafür ist grade in der letzten Phase und das als Tester kann ich sagen, dass grade das Hinzufügen dieses Features Postbox für mich unnötig gemacht hat. Eine Sache stört mich allerdings: Die Suche ist anscheinend nicht ganz so gut. Da sind Mail.app und Postbox besser. Mein Konto über das der Großteil meines Mail-Verkehrs geht ist allerdings ein GMail-Konto und ich suche dann einfach im Web-Interface. Das ist in der Regel eh schneller als Postbox oder Mail.

Als es hieß, dass der native h264-Support aus Chrome rausfliegen wird, bin ich eine zeitlang auf Safari zurückgewechselt, aber vor kurzem bin ich zurück zu Chrome. Und allein die kombinierte URL/Search-bar mit Google Instant ist Gold wert.

Allerdings hat sich bei den Plug-Ins/Extensions was verändert. Eine ganze Reihe wie z.B. Feedly und der Instapaper-Kram sind rausgeflogen. Aber es soll hier um die Neuzugänge gehen:

Hide My Ass” hilft dabei YouTube-Videos zu sehen, die in unseren Landen nicht verfügbar sind und TabCloud “synchronisiert” Tabs und Fenster zwischen Computern. Synchronisieren ist nicht das richtige Wort, Übertragen von einem Rechner auf einen anderen trifft es wohl besser.

xmarks ist übrigens auch geflogen. Bookmarks synchronisiere ich via Chrome. Die einzigen wichtigen Bookmarks sind das knappe Dutzend in der URL-Bar, die hauptsächlich Bookmarklets sind. Die werden zur Not per Hand übertragen bei einem “echten” Browserwechsel. Alle anderen Bookmarks schicke ich zu pinboard.in. Dafür gibt’s inzwischen auch eine brauchbare Extension für Chrome: Pinboard. Bei einem deutschen Tastaturlayout sollte man allerdings die Keyboard-Shortcuts ausstellen, da sie auf den Umlauten liegen.

Mein Feedreader der Wahl ist inzwischen die Beta von Reeder. Reeder sieht schick aus, tut was es soll und lässt sich meiner Meinung nach sehr gut bedienen. Das fehlende Feed-Management stört mich eher weniger, dafür hab ich eh ein Subscribe-Bookmarklet in der Bookmark-Bar. Das neue NetNewsWire Lite sieht schick aus, aber ohne Google Reader-Sync bringt es mir wenig.

Mein gefühlt größter Wechsel ist bei den ToDo-Apps von statten gegangen. Da der Over the Air-Sync von Things immer noch auf sich warten lässt, habe ich mich jetzt doch mal umgeschaut. Und bin am Schluss bei OmniFocus gelandet. OmniFocus sieht nicht ganz so schick aus, aber es ist einfach um so vieles mächtiger als Things und es lässt sich damit so viel besser arbeiten, dass ich mich ohrfeigen könnte, dass ich nicht früher gewechselt bin. Allein schon Due Dates mit lokalen Notifications auf dem iPhone und dem Mac zu einer bestimmten Uhrzeit sind genial und die weitaus bessere Eingabe und Verwaltung von Kontexten, anstatt der halbgaren Tags-Lösung von Things, sind die Mehrausgabe wert.

Allerdings sollte man sich die Video Tutorials dazu anschauen. OmniFocus kostet nicht wenig und braucht Einarbeitungszeit (gefühlt 1 – 2 Stunden…und später dann mal Blog-Artikel und sowas wie Creating Flow with OmniFocus lesen um mehr rauszuholen und um sowas wie Perspektiven zu verstehen), aber es lohnt sich. Der ganzen Geschichte werde ich nochmal einen eigenen Blog-Artikel widmen.

Beim Twitter-Client bin ich jetzt bei Echofon gelandet. Zwischenzeitlich war ich bei der offiziellen Twitter-App aber mit der Optik kam ich nur mäßig klar und dann hatte ich regelmäßig das Problem, dass die Refreshs nicht funktioniert haben. Echofon funktioniert einfach und das sehr gut. Die Optik stört mich auch weniger als früher. Dazu nutzt er die Stream-API, die Echtzeitkommunikation ermöglicht. Und ich freu mich schon sehr, wenn die Mute-Funktion in die Mac AppStore-Version (schon n der “normalen” Version verfügbar) kommt, um Tweets von Clients wie geocaching.com, 4square und Konsorten rausfiltern zu können. Das einzige was mir aus Hibari fehlt, sind Suchergebnisse eingebettet in die Timeline.

simplenote benutze ich nicht mehr. Text- und Markdown-Dateien in der Dropbox in einem spezifischen Ordner reichen aus. Auf dem iPhone benutze ich Elements für den Sync. Im Dock habe ich ein TextMate-Projekt, das dann wiederum den Elements-Ordner in der Dropbox inne hat.

Für Videos bin ich grade zu MPlayer X gewechselt, weil ich es zufällig im Mac AppStore fand. Sieht schicker aus als VLC, tut auch seinen Dienst und ich finde die Shortcuts (die vier Cursortasten) um durch Videos zu springen angenehmer.

Von Launchbar bin ich auch abgekommen und bin zu Alfred mit Powerpack gewechselt. Fühlt sich moderner an als Launchbar, bedient sich besser, ist allerdings noch nicht ganz so funktional, lässt sich dafür aber schneller lernen und ist meiner Meinung nach intuitiver. Die Anwendung wird sehr aktiv weiterentwickelt und hat ein kommunikationsfreudiges Team hinter sich, das auch schnell per Twitter oder etwas weniger schnell per Mail auf Supportanfragen antwortet und auf die Nutzer eingeht. Außerdem funktioniert es im Gegensatz zu Launchbar Out-of-the-Box mit Sparrow und Postbox um Dateien per Anhang zu verschicken u.ä.

Eine kurze Randnotiz an dieser Stelle: das gute alte Quicksilver wird wieder aktiv weiterentwickelt, allerdings fehlt da inzwischen einiges an Plug-Ins um sich an neuere Anwendungen anzudocken. Ein Blick ist aber auf jeden Fall empfehlenswert weil es so verdammt mächtig ist. Aber an sich reicht mir Alfred, nur der Komma-Trick fehlt noch aber da kommt wohl in einem der nächsten Updates was nach, um mehrere Dateien auf einmal nutzen zu können.

Neu hinzugekommen ist außerdem noch Calendarbar und Alarms. Zwei kleine Anwendungen, die sich in der Menüleiste verstecken. Calendarbar zeigt auf Klick eine Liste der anstehenden Ereignisse aus dem Kalender an. Alarms benutze ich viel als Timer (auf’s Menubar-Icon klicken, gedrückt halten und runterziehen) und manchmal für Erinnerungen. Aber letzteres hat seit OmniFocus auch stark abgenommen. Das Erstellen eines Tasks mit Erinnerung über die QuickInput-Box von OmniFocus ist einfach noch schneller als etwas in Alarms reinzuziehen.

Zu guter letzt eine Sache, die ich auch gerne mal von anderen Nutzern sehen würde. Mein Setup an systemweiten Shortcuts, die ich ständig verwende.

Ctrl habe ich über die Systemeinstellungen auf CapsLock umgelegt, wodurch entsprechende Shortcuts angenehmer einzugeben sind.

Ctrl+Space: Alfredapp
Alt+Space:  Umschalten zwischen Keyboard-Layouts (insbesondere Deutsch und Japanisch; manchmal auch US für so manches Flash-Spiel)
Cmd+Space: OmniFocus Quick Input-Box

Cinch-Shortcuts:
Ctrl+Alt+Cmd+links: App-Fenster auf die linke Bildschirmhälfte bringen 
Ctrl+Alt+Cmd+rechts: App-Fenster auf die rechte Bildschirmhälfte bringen (die beiden benutze ich viel mit dem Finder)
Ctrl+Alt+links/rechts: Anwendung auf den anderen Monitor schieben (ich habe zwei Displays)
Ctrl+Alt+M: Anwendung bildschirmfüllend vergrößern (hauptsächlich Chrome, Reeder, iTunes)

KeyboardMaestro-Shortcuts:
Ctrl+Cmd+oben: iTunes Play/Pause
Ctrl+Cmd+links: iTunes Lied zurück
Ctrl+Cmd+rechts: iTunes Lied vor

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Ein Wort zu Piraterie im Netz

Wann ist der Moment gekommen, an dem sich die Firmen wirklich keine Gedanken mehr um Piraterie von digitalen Medien machen müssen?

Meine Antwort: Wenn es einfacher ist zu kaufen, als es umsonst im Netz zu finden.

Und warum schreibe ich das heute? Ich habe mir vor einiger Zeit den Tron Legacy-Soundtrack als digitalen Download vorbestellt in der Hoffnung ihn dann sofort zu haben, wenn er verfügbar wird. Offizielles Veröffentlichungsdatum für den Soundtrack ist der 7. Dezember. Vorher gab es schon den Song Derezzed für Vorbesteller. Und heute lese ich auf Twitter, dass der Soundtrack auf Spotify veröffentlicht wurde. Er ist aber wohl nicht vollständig. Trotzdem habe ich mal auf der Pirate Bay und Soundcloud vorbeigeschaut. Und siehe da, dort gibt es den Soundtrack mit 22 Songs. So wie es aussieht, ist das der vollständige Soundtrack. Da freut man sich doch als Käufer des Soundtrack. Warum Disney zieht ihr dann die digitale Veröffentlichung nicht vor. Mann ey, also wirklich…

Ähnlich geht es mir mit Filmen. Originalsprachliche Filme über das Internet legal zu beziehen ist nicht einfach und selbst in der Leihversion um einiges teurer, als in der Videothek. Will ich einen Großteil der Filme aber haben, sind sie auf den einschlägigen Seiten schnell und einfach in Originalsprache verfügbar. Notfalls sind sie eine Google-Suche entfernt. Vorteil gegenüber der Videothek: ich muss nicht erst hingehen (ist ein Stück weg) und hoffen, dass sie den Film auch da haben. Vorteil Videoshops im Netz: der Film ist betriebssystemübergreifend für mich in Originalsprache relativ schnell verfügbar.

Bei Musik zum Beispiel ist es hingegen inzwischen soweit, dass ich sie mir im Netz kaufe. Im iTMS und bei Amazon ist die meiste Musik schneller gefunden als über Google meiner Erfahrung nach. Außer bei bestimmten Labels, die es schaffen ihre Sachen nicht in deutsche Onlinestores zu bringen. Mir fällt da Avex aus Japan ein oder so manch amerikanischer Künstler. Da bin ich dann auch versucht Google mit entsprechenden Suchbegriffen zu füttern.

Ein weiteres wunderbares Beispiel ist Eclipse Phase. Ein Pen&Paper-Rollenspiel das unter Creative Commons veröffentlicht wird. Das Spiel wird in größeren Online-RPG-Shops als PDF vertrieben und über die gängigen Online-Shops auch als Hardcover. Wird die PDF veröffentlicht ist sie in der Regel die ersten paar Tage einfacher im Shop zu kaufen, als Online zu finden. Will ich den Kram also sofort, geh ich shoppen und dabei unterstütz ich auch noch nen Projekt bei dem die Macher gleich das ganze Geld bekommen (minus den Abschlag vom Zwischenhändler), weil sie ihren eigenen Verlag gegründet haben. Die kleinen Sachen, wie Abenteuer für $5 findet man selbst nach einigen Tagen nur schwer im Netz. Einige Sachen werden inzwischen direkt von den Autoren auf ihren persönlichen Webseiten zum DL zur Verfügung gestellt. Soweit ich weiß seeden sie sogar die Torrents des Spiels. Aber man findet davon nichts auf eclipsephase.com. Dort findet man nur die Links in die Online-Shops. Es ist einfacher die Veröffentlichungen zu kaufen als sie kostenlos runterzuladen. Und dabei wäre es hier sogar legal.

Bei Apps im AppStore von Apple kaufe ich auch lieber. Ich hab das mal mit der Piraterie von Apps ausprobiert. Ein Krampf. Jailbreak, weitere Software und dann erstmal im Netz die gewünschte App finden. Da kauf ich lieber, vor allen Dingen für den Preis, den der Großteil der Apps kostet. Bei Programmen für OS X geht es mir ähnlich. Bis man den Serial gefunden hat für ne Anwendung im Netz, hat man dreimal die Zeit raus, wenn man die App einfach gekauft hätte.

Bei ebooks ist es gefühlt zur Zeit ähnlich. Wenn ich mir den Kindle-Store von Amazon ansehe, gibt es da eine Menge das ich gerne hätte, aber nicht online finden kann. Dort sind mir allerdings die Preise noch zu hoch. $17 für ein Buch, dass ich schon als Papierbuch besitze ist happig.

Frau Rowling ist wohl übrigens der Meinung, dass Harry Potter nicht als ebook veröffentlicht werden sollte, weil es die Verkäufe der Papierbücher einschränken könnte. WTF?! Zum Einen besitzt wohl jeder, der sich für Harry Potter interessiert inzwischen die Bücher, zum Anderen ist es verdammt einfach die Bücher kostenfrei (aber illegal) im Netz zu finden. Gute Frau Rowling: Wer die Bücher als ebook lesen will, wird sie sich dann auf andere Weise beziehen und Geld wird bei ihnen keins ankommen. Also einfach veröffentlichen und fertig. Sonst kommt am Ende ggf. gar kein Verkauf zustande. Seitdem ich einen Kindle besitze, will ich auch keine Bücher mehr auf Papier lesen. Es ist einfach weitaus angenehmer für mich damit Bücher zu lesen.

Den zweiten Grund meiner Meinung nach, warum Piraterie betrieben wird, habe ich inzwischen zweimal angesprochen. Die digitalen Medien sind noch zu teuer. Filme sind im Verleih teurer als in der Videothek und wenn ich sie kaufen will, sind sie in der Regel teurer als die DVD. Wobei ich jetzt aber nicht weiß, wie es sich mit Full-HD-Material verhält. Bei Büchern ist der Unterschied zwischen digitaler und analoger Variante zu klein meiner Meinung nach. Vor allen Dingen, wenn ich noch den Gebrauchtmarkt mit einbeziehe. Wann kommt der Service eigentlich, dass ich für wenig Geld meine analogen Bücher nach mobi umwandeln kann. Bücher hingeben und die wandeln es mir für wenig Geld um.

Digitale Musik jedoch ist in der Regel billiger als die CD (außer die vom Schnäppchen-Tisch und den Beatles…). Und bei o.g. Eclipse Phase ist die PDF auch viel billiger als das Buch.


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Das christliches Menschenbild und Frau Merkel

Wenn ich manchmal so lese, was die Leute in meiner Timeline auf Twitter schreibe, bewegt sich mein Kopf schnell in Richtung Schreibtisch. Heute war es mal wieder so weit.

Laut dem Tagesspiegel hat Frau Merkel doch tatsächlich gesagt, dass Fehl am Platz sei, wer sich nicht am christlichen Menschenbild orientiere. Und Spiegel Online schrieb folgendes Seehofer-Zitat: “Wir als Union treten für die deutsche Leitkultur und gegen Multikulti ein – Multikulti ist tot.”

Gut zu wissen, dass die Union jetzt komplett nach rechts abrutscht und das Schwarz zu Braun wird. Frau Merkel tritt schließlich mit ihrem Satz gegen eine Menge Gruppen an. Juden, Muslime, Konfuzianisten, Hinduisten, Buddhisten etc. Aber das ist mehr als offensichtlich. Aber mir soll es ja um die Menschen in meiner Timeline gehen, die mich aufgeregt haben. Zwei Tweets möchte ich herausgreifen.

Sixtus

Merkel will mich ausweisen? “Wer sich nicht am christlichen Menschenbild orientiere, sei fehl am Platz”

Max Winde

Dann schmeiß much raus, Merkel! “Wer sich nicht am christlichen Menschenbild orientiere, sei fehl am Platz” (sic!)

Leute, ich muss euch enttäuschen. Ich habe eure Biographien nicht gelesen aber vermutlich orientiert ihr euch alle am christlichen Menschenbild. Das Grundgesetz baut auch auf dem christlichen Menschenbild auf. Wenn man nicht außerhalb Europas, der USA, Südamerika oder einer anderen Region aufgewachsen ist, in der das Christentum die dominierende Institution der Moral über Jahrhunderte war, orientiert man sich in der Regel am christlichen Menschenbild. Das ist ein Meme.

Selbst der strengste Atheist, der in einer der oben genannten Regionen aufgewachsen ist, wird sich am christlichen Menschenbild orientieren. Nur weil man der Meinung ist, dass es keinen Gott gibt, heißt das noch nicht, dass man nicht die gleichen Werte hat und damit auch das gleiche Menschenbild.

Das schlimme an Frau Merkels Satz ist, dass sie ausschließt, dass Menschen, die in einer nicht-christlichen Region/Umgebung aufgewachsen sind, nicht hierher gehören und damit anscheinend auch gegen mehrere Artikel des Grundgesetzes ist (Art.2 (2), Art. 3(3), Art. 4(1) fallen mir spontan ein). Vielleicht sollte der Verfassungsschutz langsam aber sicher nicht nur die Linke überwachen, sondern auch CDU/CSU.

Der Ansatz ist falsch: Es sollte nicht heißen, “schmeiß mich raus”, sondern “dann schmeißen wir sie raus.”

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Mein Mac OS X-Setup

Alle Texte in Sachen Rechnerkram und iPhone habe ich auf mein neues Blog Rechnerkram umgezogen. Diesen Artikel findet man dort unter folgendem Link:

Mein Mac OS X-Setup auf Rechnerkram

 

Mich interessiert immer, welche Software von anderen benutzt wird. Dadurch lernt man neue Software und auch neue Workflows kennen, die evtl. schneller bzw. angenehmer als die eigenen sind. Daher dachte ich mir, dass ich einmal über mein Setup schreibe.

Ich werde einfach mal mein Dock von oben nach unten durchgehen, dann einige Programme, die ich nur ab und zu benutze, dann die Menulets und zum Schluss zusätzliche PreferencePanes.

Als Systemsprache verwende ich Englisch. Erst habe ich Deutsch benutzt aber mir ging es auf die Nerven, dass ich regelmäßig Anwendungen hatte, die nicht lokalisiert waren. Da benutze ich lieber das gesamte System auf Englisch, als dass ich den Sprachmischmasch habe.

Als File-Manager benutze ich den  mitgebrachten Finder ohne Plug-Ins. Allerdings habe ich ein paar Shiny Droplets in der Menüleiste (XCode und TextMate), sowie cd to… um per Klick in den aktuellen Ordner per Terminal zu wechseln.

Mail.app habe ich vor einiger Zeit durch Postbox ersetzt und verwende es in der aktuellen Beta. Ohne weitere Plug-Ins habe ich eine Spaltenansicht, kann Mails per Tastatur durch die Gegend schieben, Threading, dass sich nicht nur auf den aktuellen Ordner bezieht und mehr. Gegenüber Thunderbird ist es weitaus besser ins System integriert. Leider schwächelt die Applescript-Unterstützung noch ein wenig und bei einigen Anwendungen wird bei dem “Send per E-Mail”-Befehl, grundsätzlich Mail.app geöffnet und der eingestellte Standard-Mail-Client ignoriert. Wenn ich Mail.app benutze, dann nur mit MailActOn um Regeln per Shortcut anzuwenden und mit Letterbox für die Spaltenansicht.

Mein Browser der Wahl ist Chrome. Ich finde ihn hübscher (aufgrund der Tabs-on-Top und der nur temporär eingeblendeten Statusleiste) und schneller. Und die kombinierte URL/Google Suchbar hat keine Alternative in anderen Browsern. Außerdem kann ich relativ einfach die Extensions synchronisieren. Bei einem Browser sollte man wohl immer noch die Extensions erwähnen, die installiert sind. Da ich 1Password-Benutzer bin (später hierzu mehr) habe ich natürlich die 1Password-Extension installiert. Dann kommt AdBlock und der BrowserButton for AdBlock um es aus- und wieder einschalten zu können. In die selbe Reihe gesellt sich FlashBlock. Das Netz ist einfach ruhiger damit. Da ich einige Bookmarklets verwende, möchte ich diese einfach per Tastatur anwählen können. Mit der Extension Bookmarks Bar Keyboard Shortcuts ist dies möglich. Leider nur per ctrl+Zahl und nicht per cmd+Zahl wie im Safari. Für eine schönere Aufbereitung von Google Reader benutze ich Feedly. Hat so ein bisschen was von Flipboard für den Browser. Gibt’s allerdings schon wesentlich länger. Da ich aktiver Instapaper-Benutzer bin, habe ich noch die Instapaper Article Tools und Instapaper Greystyled installiert. Sie machen Instapaper schöner und besser bedienbar. Ein Session Manager darf auch nicht fehlen um Tab-Anordnungen zu speichern. Und als letztes kommt xmarks. Damit halte ich meine Browser in Sync, auch den Safari. Da ich nicht immer den Chrome benutzen kann und die Bookmarks auf dem iPhone nur über den Safari synchronisieren brauche ich mehr als den eingebauten Sync von Chrome und xmarks löst dieses Problem. Und als letztes kommt noch iReader. Eine Extension, welche die Reader-Funktionalität im Chrome nachrüstet.

Jetzt zu den Bookmarklets. Auf Platz 1 steht Readability. Macht Seiten lesbarer, schmeißt in der Regel Werbung und Kommentare raus. An zweiter Stelle das Bookmarklet von Instapaper um Artikel im Netz später lesen zu können. Entweder auf der Instapaper-Webseite, dem iPhone oder einem eBook-Reader. Dann noch ein URL-Shortener-Bookmarklet (is.gd!), Send to Delibar, hierzu aber später, ein Bookmarklet um auf meinen Instapaper-Account zuzugreifen und als letztes der Subscribe…-Button von Google Reader.

Weiter geht’s mit den Anwendungen. iCal habe ich vor einiger Zeit mit BusyCal ersetzt. Für Kalender in der Cloud benutze ich GoogleReader und da ist BusyCal für die Verwaltung und Synchronisation um einiges besser geeignet als iCal. Dazu kommt, dass es gefühlt auch noch mächtiger ist und sich besser bedienen lässt.

Mein FeedReader ist NetNewsWire. Er bindet sich schön ins System ein und lässt sich sehr gut mit der Tastatur bedienen. Aber so ganz zufrieden bin ich mit NNW nicht wirklich. Ich kann nicht genau sagen woran es liegt. Er wirkt ein wenig altbacken. Ab und zu benutz ich Google Reader und warte sehr gespannt auf Reeder/Mac und Caffeinated. Andere Feed-Reader habe ich getestet aber NNW stellt sich immer wieder als der Beste heraus.

Für meine To-Dos verwende ich Things. Es tut alles was ich will, der Preis war erträglich, ist fix und synchronisiert schnell über WLAN mit der passenden iPhone-Anwendung. Ich hoffe inständigst auf einen Over-the-Air-Sync (also über’s Internet) aber so lange es den nicht gibt, synchronisiere ich Things auf meinem Deskop-Rechner und Laptop per Dropbox.

Dann kommt JEdict. Da ich häufig Zugriff auf ein Japanisch-Wörterbuch benötige und das edict und das wadoku die besten freien Wörterbücher sind, ist dies der edict-Client meiner Wahl. Leider wird das JMDict-Format nicht wirklich gut unterstützt aber eine wirklich gut benutzbare Alternative habe ich noch nicht gefunden. Aber durch seine Shortcuts, eine sehr gute Kanji-Suche und die Überwachung der Zwischenablage, finde ich damit am schnellsten die Übersetzungen, die ich benötige.

Für Musik benutze ich immer noch iTunes. Es gibt zwar “leichtere” Alternativen aber am Ende muss ich iTunes ja doch aufmachen um mein iPhone zu synchronisieren.

Mein Twitter-Client ist Hibari. Tut im großen und ganzen was er soll, ist eine native App, die schick designt ist (bis auf die Icons in der Icon-Leiste) und unterstützt die Features, die mir wichtig sind bei Twitter.

Texteditoren benutze ich zwei. An sich benötige ich sie nur für LaTeX und nur selten für weiteres. TextMate ist mein Editor der Wahl wenn ich alleine arbeiten. Er ist supermächtig und durch ctrl+cmd+t (einfach mal darin ausprobieren) sehr schnell zu bedienen, wenn man mal Shortcuts nicht weiß. Und die LaTeX- und BibTeX-Unterstützung ist großartig. Wenn ich allerdings mit anderen zusammenarbeite um z.B. einen Text in LaTeX zu korrigieren, während jemand anderes noch darin schreibt, benutze ich SubEthaEdit. Ein großartiger Texteditor für gemeinsames arbeiten.

Meine Literatur verwalte ich mit BibDesk. Das beste Programm, was mir in jeglichem Betriebssystem über den Weg gelaufen ist um Literatur mit Bib-Dateien für BibTeX zu verwalten. Es funktioniert einfach. Meine Bib-Files und die gesammelten Paper synchronisiere ich dann über Dropbox.

Da ich reger Benutzer von simplenote bin, habe ich auch hierfür einen Desktop-Client. Die schönste Alternative, die mir bis jetzt über den Weg gelaufen ist, ist JustNotes. Sieht gut aus, tut was es soll.

Zum Editieren von Blog-Einträgen habe ich lange das Blogging-Bundle von TextMate benutzt. Inzwischen bin ich auf MarsEdit umgeschwenkt. Ich kann damit einfach etwas schneller arbeiten. Vor allen Dingen wenn es um so Dinge geht, wie Kategorien auswählen oder die Veröffentlichungszeit für einen Blog-Post zu setzen. Und darin zu schreiben macht Spaß. Die Vorschau, deren Template man so gestalten kann, dass man direkt sieht wie es im eigenen Blog aussehen wird ist auch ein großartiges Feature.

Um mir Videos anzusehen benutze ich den VLC. Damit geht es einfach am schmerzfreiesten und das Spulen per Shortcut klappt einfach weitaus besser als in Quicktime meiner Meinung nach.

Dann kommt Launchbar. Ein superschneller Launcher, der bei mir auf ctrl+space sitzt (alt+space wechselt Eingabesprachen und cmd+space startet Spotlight). Damit kann ich schnell Anwendungen starten, zu Dateien navigieren, Playlisten in iTunes auswählen, es hat einen vernünftigen Clipboard-Manager integriert und ist einfach eine verdammt mächtige Anwendung, die mein Arbeiten am Rechner beschleunigt. Ich musste mich anfangs an Launcher gewöhnen aber jetzt verfluche ich jedes System auf dem nicht Launchbar o.ä. installiert ist.

Um meine VPN-Verbindungen, zu verwalten benutze ich Shimo. Eine schöne Anwendung dafür, die auch Cisco-Profile verwaltet, wenn denn der Cisco-Client installiert ist. Es kann sogar anhand der ausgewählten Netzwerkumgebung bzw. des WLANs mit dem man sich verbindet, sich automatisch mit einem gewünschten VPN verbinden.

Für Instant Messaging benutze ich Adium, da es von Haus aus OTR und eine ganze Reihe an IM-Protokollen unterstützt.

Für die Kommandozeile benutze ich das OS X-eigene Terminal. Den Vorteil von iTerm habe ich nie wirklich verstanden.

Als Flashcard-Anwendung für das Lernen am Rechner benutze ich Anki. Das SRS ist sehr gut umgesetzt, die Desktop-Anwendung ist kostenfrei und sie lässt sich mit der dazugehörigen (nicht kostenfreien) iPhone-Anwendung synchronisieren.

Der Bittorrent-Client meiner Wahl ist Transmission. Ich mag ihn, er funktioniert und ich sehe keinen Grund auf was anderes zu wechseln.

Für die Verwaltung von Passwörtern benutze ich 1Password. Ich war eine zeitlang 1Password-Nutzer, fand es aber dämlich, dass ich unterwegs dann nicht auf meine Passwörter zugreifen konnte und stoppte dann wieder die Nutzung. Seit der iPhone-App hat sich das geändert und ich bin wieder sehr zufriedener Nutzer, der für jeden Webservice ein anderes min. 20-stelliges zufallsgeneriertes Password hat.

Mein PDF-Viewer der Wahl ist die Opensource-Software Skim. Der große Vorteil gegenüber Preview: Man kann Anmerkungen in PDFs machen, welche die PDF nicht verändern. Skim kann diese nämlich in den Meta-Daten der PDF speichern (die auch über Dropbox synchronisiert werden mit der Foren-Beta von Dropbox) oder in einer extra Datei.

Für Screenshots und sehr einfache Bildmanipulation verwende ich Skitch. Seltsames Interface, funktioniert aber einwandfrei

Jetzt zu den Menulets. Als erstes kommt das bereits oben erwähnte xmarks. Safari for xmarks läuft als Menulet und ich brauche es um die Bookmarks aus anderen Browsern nach Safari zu synchronisieren um sie dann auf mein iPhone schieben zu können.

Als nächstes folgt Dropbox mit dem ich alle wichtigen Dateien und Einstellungen von diversen Programme synchronisiere.

Dann Keyboard Maestro (20% Rabatt gibt es über diesen Link; wegen Transparenz: wenn es drei Leute darüber kaufen bekomme ich das nächste Major Update kostenfrei). Ein Tool mit dem ich z.B. systemweit iTunes kontrollieren kann, Textbausteine über Abkürzungen aktivieren kann und mehr. Es hat für mich u.a. CoverSutra, dass ich hauptsächlich für die iTunes-Kontrolle verwendete, und TypeIt4Me ersetzt.

Die nächsten zwei sind Window-Manager: Cinch und SizeUp. Mit Cinch kann ich Fenster an einen Rand schieben und sie werden automatisch auf die passende Größe gesetzt (z.B. exakt die linke oder rechte Hälfte des Bildschirms). SizeUp macht etwas ähnliches, nur über Tastaturkürzel. Außerdem kann ich damit per Tastaturkürzel Anwendungen zwischen Monitoren springen lassen und habe ein paar mehr Einstellungen als bei Cinch (z.B. nur ein Viertel des Displays etc).

Dann kommt Delibar. Ein sehr schöner Client für Delicious bzw. meinen den Web-Bookmarkservice meiner Wahl pinboard.in. Letzterer kann im Gegensetz zu Delicious nämlich auch Bookmarks aus Instapaper, RSS-Feeds, Twitter u.a. automatisch ziehen.

Das nächste Menulet in der Reihe ist PasteBot Sync um schnell die Zwischenablage zwischen iPhone und OS X auszutauschen – Links, Fotos u.ä.

Für das schnelle Sharen von jeglichen Dateitypen benutze ich CloudApp. Datei drauf schieben, Link kopieren, fertig.

In der Menulet-Reihe folgt dann QuickCursor um Text aus jeglichem Textfenster in den Texteditor meiner Wahl zu schieben.

Und als letztes 3rd-Party-Menulet kommt jetzt noch Growl für Notifications und damit ich es auch schnell mal ausschalten kann. Zum Thema Notifications: Ich benutze inzwischen fast gar keine mehr. Mails werden nicht automatisch abgerufen, Unread-Counts sind abgestellt etc. Growl informiert mich nur noch über DMs und Mentions wenn Hibari läuft (was nicht immer der Fall ist), wenn Transmission etwas fertig heruntergeladen hat, ich mich mit einem VPN verbinde bzw. die Verbindung unterbreche (über Shimo) und wenn Adium läuft (selten) über An- und Abmeldungen von Nutzern bzw. Nachrichten die mir geschickt werden, wenn Adium nicht im Vordergrund ist. Die ganzen Notifications lenken sonst viel zu sehr von dem ab, was ich gerade mache und sind in der Regel nicht wirklich wichtig.

Zum Schluss zu den zusätzlichen Preference Panes, die ich aktiv benutze. Wie ich gerade feststelle könnte ich da mal wieder aufräumen. Preference Panes, die sich auf oben erwähnte Anwendungen beziehe, lasse ich außen vor.

Damit der QuickTime-Player auch  mit Videos ordentlich umgehen kann, habe ich Flip4Mac und Perian installiert. Damit gehen dann auch WMV und sonstige Codecs.

Da ich es regelmäßig schaffe meinen Mouse-Cursor nicht mehr wieder zu finden, benutze ich Mouse Locator. Einmal F13 gedrückt und mir wird deutlich angezeigt, wo sich der Mouse Cursor gerade befindet (funktioniert natürlich auch mit anderen Funktionstasten). Und dann kommt eigentlich nur noch die Preference Pane für den XBox360-Controller-Treiber. Der Treiber wird zwar anscheinend nicht mehr gepflegt und läuft nicht ohne weiteres und Snow Leopard aber wenn man ihn selbst kompiliert und per Hand die Binaries durch die Gegend kopiert, funktioniert es anstandslos.

So, das war’s. Ich hoffe, dieser Post gibt Ideen und vielleicht posten auch mal andere was sie täglich benutzen. Demnächst schreibe ich dann mal über meine ersten beiden iPhone-Homescreens 🙂

 

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