Wenn der Zweite Weltkrieg eine Kneipenschlägerei gewesen wäre

Übersetzt mit freundlicher Genehmigung von Nico Crisafulli nach seinem Blogbeitrag If World War Two Was A Bar Fight, der ihn erstellte auf Basis eines Forenthreads auf Army.ca.

Noch fertig von der letzten Nacht, hatte Deutschland einen über den Durst getrunken. Es kroch Russland in den Allerwertesten und entschied, dass es die Zeche nicht zahlen musste, auf der Frankreich bestand, dass es ihm die schulde. Es gröhlte dann betrunken, dass Österreich sein Bruder wäre und Italien wäre sein bester Freund seit jeher.

Besoffen und streitlustig starrte es über die Bar. Italien marschiert schon herum und fordert jeden heraus mit ihm vor die Tür zu gehen. Amerika hat schon vor einiger Zeit die Bar verlassen und niemand ist sich sicher wohin es gegangen ist.

Weil es nichts besseres zu tun hat, fordert Russland zum Armdrücken am spanischen Tisch heraus, während Japan im Hinterzimmer China mit einem Billardstock vermöbelt.

Nach dem Armdrücken geht Deutschland wieder zur Bar zurück und bestellt für sich und für Österreich ein Glas Bier. Es blickt zur Tschechoslowakei und sagt: „Hey, schickes Hemd. Ich will das haben.“

Bevor die Tschechoslowakei vom Barhocker springen und ausholen kann, kommt Britannien, stellt sich zwischen die beiden und sagt: „Können wir uns nicht alle vertragen? Los, Tschechoslowakei, nur das Hemd, mehr nicht.“

Erniedrigt gibt die Tschechoslowakei Deutschland das Hemd und Britannien läuft wieder zum Ecktisch an dem Frankreich sitzt und meint: „Siehst du, Frieden in unserer Zeit.“

Auf der anderen Seite der Kneipe hat Italien endlich jemanden zum Kämpfen gefunden: Es tritt Äthiopien in die Eier als es gerade in die Bar kommt. Deutschland hebt sein Glas hoch um Italien zuzuprosten.

Dann schauen sie Russland hinterher, das gerade ins Hinterzimmer geht, um nachzuschauen was Japan macht und danach blicken sie rüber zu Polen, das ganz alleine an einem kleinen Tisch sitzt… direkt neben Deutschland. England und Frankreich starren und Deutschland und und England droht Deutschland mit dem Finger. Deutschland grinst sie mit einem „Och je“-Grinsen an, dreht sich um und stößt das Bier von Polen vom Tisch.

Polen steht auf, um Deutschland gegenüberzutreten und winkt England und Frankreich zu, dass sie rüberkommen sollen, um zu helfen. Russland tippt dann Polen auf die Schulter und als es sich gerade umdreht, greift Deutschland seinen Stuhl und schmettert ihn über Polens Kopf nieder. Russland kommt gleich dazu und tritt Polen immer und immer wieder, während es sich auf dem Boden krümmt.

Deutschland dreht sich zu England und Frankreich und macht eine „Na los“-Geste, aber England und Frankreich schleichen zu ihrem Tisch zurück und murmeln leise Drohungen vor sich hin. Dänemark, Norwegen, Holland und Belgium, die eigentlich nur kurz vorbeikamen, um einen nach der Arbeit zu trinken beeilen sich ihre Getränke zu leeren und rufen nach der Rechnung.

Finnland, das leise in einer Ecke sitzt, sieht wie Russland abgelenkt ist damit durch die Taschen vom bewusstlosen Polen zu gehen, und schleicht sich schneller dahinter, um Russland eine Flasche Vodka über den Kopf zu ziehen.

Russland steht auf, schüttelt seinen Kopf, greift Finnland an einem Arm und schleudert es gegen eine Wand und schlägt es damit bewusstlos. Russland geht dann zurück zu einem Tisch in einer weit entfernten Ecke und schmollt. Japan bekommt das mit und schleicht sich in das Hinterzimmer, um zu schauen, ob China inzwischen wieder aufgewacht ist.

England greift sich ein Telefon und ruft Australien, Neuseeland, Südafrika und Indien an, und sagt ihnen, dass sie schnell in die Kneipe kommen sollen. Ach ja, und vielleicht könnte noch einer kurz bei den USA vorbeischauen und ihm sagen, dass es auch kommen und seinen Baseballschläger mitbringen soll. Dann läuft England rüber zu Frankreich um mit ihm gemeinsam Deutschland, Italien und ihre Kumpel zu konfrontieren, die jetzt in der Mitte des Raumes standen.

Alle anderen bezahlten schnell ihre Zeche und liefen Richtung Tür.

Deutschland durchquert den Raum, krämpelt die Ärmel hoch und schlägt mit vier Schlägen Dänemark, Norwegen, Holland und Belgien nieder. Dann nimmt sich Deutschland ihre Portemonnaies und wirft sie auf einen Tisch, um sie später durchzugehen.

Frankreich ist sauer, dass Deutschland seinen kleinen Cousin Belgien niedergeschlagen hat und rennt zu ihm rüber. Italien ist endlich fertig die Taschen von Äthiopien durchzugehen, sieht Frankreich rennen, und stellt ihm ein Bein. Als Frankreich sich aufrappelt, nimmt Deutschland sich einen gesamten Tisch und schmettert ihn über Frankreichs Kopf. Wenn es nach mehreren Stunden aufwacht, ist es leicht schizophren, krabbelt in eine Ecke und redet mit sich selbst.

In der Unterzahl und ganz alleine verbarrikadiert sich England hinter der Bar und beginnt leere Biergläser auf Deutschland zu werfen in der Hoffnung, dass die Kinder bald auftauchen.

Deutschland und Italien erledigen in der Zwischenzeit die anderen Tische und stolzieren in der Kneipe herum. In einem Separee sitzen Bulgarien, Ungarn und Rumänien und sehen gerade was passiert ist. Sie stehen auf und erklären, dass Deutschland und Italien ihre neuen besten Freunde sind und geben ihnen einen aus.

Auf der anderen Straßenseite machen sich die Vereinigten Staaten Sorgen um den Lärm und die ganzen zerbrochenen Scheiben und will rübergehen, aber seine Frau sagt, dass es sich hinsetzen und erst fertig Abendbrot essen soll.

Kurz nach dem Abendbrot hören die USA Lärm im Hinterhof und kommt gerade rechtzeitig, um zu sehen, dass Japan seine Veranda im Tiki-Stil zertrümmert, um sich dafür zu rächen, dass die USA ihm gesagt hatte, dass es zu viel getrunken hatte. Die USA ist sehr sauer und bewegt sich Richtung Kneipe. Japan bewirft auch das Haus der Niederlande mit Eiern und zeigt Australien seinen blanken Hintern. Danach geht es zurück, um noch ein wenig auf China herumzuhacken.

Während Deutschland seinen Rücken Italien zugekehrt hat, entscheidet Italien sich mit dem Balkan Fußballclub anzulegen, der in der Ecke sitzt. Der BFC ist um einiges stärker, als er aussieht und haut Italien ein paar Mal kräftig in die Fresse. Italien versteckt sich schnell hinter Deutschland und guckt zwischen seinen Beinen durch. Deutschland dreht sich mit einem „Was zur Hölle?!“ um.

Nachdem es mit ein wenig Hilfe von seinen neuen besten Kumpels Rumänien und Ungarn den BFC erledigt hat, sieht sich Deutschland im Chaos in der Kneipe um. England droht immer noch lautstark von hinter der Bar und Canada reicht ihm frische leere Flaschen zum Werfen an.

Dann kommt noch ein Hilferuf von Italien – es hatte sich entschieden die Taschen von Ägypten zu plündern, dass vor einiger Zeit im Sandkasten in der Ecke zusammengebrochen war. Aber England hatte Australien, Neuseeland und Südafrika auf Italien angesetzt, die ihm jetzt auf der Höhe der Knie schlugen. Deutschland seufzt und fragt sich, woher es bessere Verbündete bekommen könnte.

Als Deutschland sich auf den Weg zum Sandkasten macht, hat es Augenkontakt mit Japan, das die Finger knacken lässt und wissend rübernickt. Japan klopft sich auf die Brust und läuft durch den Ozean an verschüttentem Bier zu den USA, die unvorbereitet dastehen, hysterisch lachen und sich auf die Schenkel klopfen. Die USA gucken aber gerade rechtzeitig hoch, während Japan gerade mit einem großen Teil eines Tisches nach ihm schlägt. Es macht eine Rückwärtsrolle und stößt dabei Deutschland and. Das ist nicht sehr glücklich darüber und verspricht, dass es sich um die USA kümmern wird, sobald es im Sandkasten fertig ist. In der Zwischenzweit dreht sich Japan um und prügelt auf die Niederland ein, die auf dem Boden kauener.

Die Philippinen gehen derweil raus und versprechen wieder zu kommen. Am Ende der Bar, versucht Indien das alles zu ignorieren, wird mit Bier übergossen und beginnt sich aufzuraffen.

Nachdem Deutschland mit dem Sandkasten fertig ist, läuft Deutschland rüber mit einer Hand zum Gruß ausgestreckt. Russland nimmt die Hand und bekommt zum Dank Deutschlands Stiefel in die Nüsse und Finnland, Ungarn, Italien und Rumänien kommen alle dazu. Blutig und benommen zieht sich Russland in das Lager zurück.

Um Deutschland abzulenken, flüstert England etwas zu Kanada, dass sich durch die Kneipe schleicht und versucht Deutschland eine Flasche Bier über den Schädel zu ziehen. Die Flasche zerbricht nicht, Deutschland dreht sich grinsend herum und gibt Kanada einen auf die Nase. Kanada zieht sich, die blutende Nase haltend zurück und sorgt dafür, dass es einen Fluss an leeren Biergläsern zu England gibt. Australien und Neuseeland bekommen einen dringenden Anruf von ihren Frauen, dass sie schnell nach Hause kommen sollen, weil Japan sich in ihrem Garten herumdrückt und sie rennen raus. Südafrika ist immer noch angepisst, weil England es gezwungen hat, es mit Deutschland und Italien aufzunehmen und schmollt noch immer im Sandkasten.

Deutschland will in das Lager gehen, um Russland noch ein wenig mehr zu verprügeln und bemerkt den schicken begehbaren Gefrierschrank mit hängenden Würsten und Schnitzeln und bekommt dabei nicht mit, dass Russland sich drinnen mit einem großen gefrorenen Schinken versteckt. Während Deutschland beschäftigt ist, tritt England Sand in das Gesicht von Italien. Als es ein wenig ruhiger im Hauptzimmer der Kneipe wird, beginnen England und Kanada Soleier auf den Rücken von Deutschland zu werfen.

Deutschland und Russland, ermutigt von ihren neuen Freundne Rumänien, Kroatien, Slowenien, Ungarn, Finnland und der Ukraine, begannen eine ernste Runde russisches Roulette im Gefrierschrank. Dadurch hörte Deutschland Italiens bemitleidenswerte Schreie nach Hilfe nicht.

Nachdem Italien entschieden hatte, das Äthiopien genug Training war, um es mit jemanden in seiner eigenen Gewichtsklasse aufzunehmen, beschloss es mit Britannien aufzunehmen. Aber rannte weg nachdem es den gigantischen Stiefel von England tief im Hintern stecken hatte.

Währenddessen sitzt unser freundlicher Barkeeper Schweiz da, schaut sich alles an, Geschirrhandtuch in einer Hand, Bier in der anderen und duckt vor der gelegentlichen fliegenden Flasche, Stuhlbein und Billardkugel weg. Unser anderer freundlicher Barkeeper Schweden sitzt da, zuschauend, Bestellzettel in der einen Hand, Waffenlizenzen zum Verkauf in der anderen und verkauft Schlagringe an beide Seiten.

USA, Kanada und England arbeiten jetzt zusammen. Sie schlagen zusammen auf Italien ein und hauen es bewusstlos. Dann verbünden sich Südafrika, Neuseeland und Polen (dass rausgegangen war, um sich neue Hosen zu holen und gerade zurückgekommen war) und lassen Schläge und Tritte auf Deutschland einhageln, bis es nur noch um Gnade betteln kann. Selbst Brasilien vom Ende der Straße ist auf einmal dabei, genauso wie Frankreich, dem es wieder gut zu gehen scheint. Italien und Deutschland entscheiden, dass es genug genug ist und schreien, dass sie aufgeben. Die Kneipe ist vollständig ruiniert.

Japan stichelt immer noch im Rücken der USA herum. Zusammmen mit ein paar Ingenieuren, die gerade in der Kneipe sind, hieven sie ein Klavier über das Geländer des zweiten Stocks, das mit einem ohrenbetäubendem Lärm direkt auf Japans Kopf landet. Darunter erhebt sich aus den Trümmern eine winzige weiße Fahne.

Clients from Hell

Ich arbeite schon jahrelang im Support, sei es nun im CallCenter oder in einer IT-Abteilung mit Endanwenderbetreuung. Da erlebt man so einiges, gebloggt habe ich aus Gründen darüber noch nie. Wer trotzdem etwas vom alltäglichen Wahnsinn und besonders den Extremfällen mitbekommen und lachen bzw. seine Hand vor die Stirn schlagen will empfehle ich Clients from Hell.

Racism or Capitalism?

Interesting anecdote in a Time’s article about „Japan, After The Bubble“:

Japan was exotic, and it could also be insular and xenophobic. When foreigners stayed out past midnight, after the subways in Tokyo closed, they risked being unable to get a cab home. I was once out carousing into the morning hours with a couple of friends from Japan’s Ministry of Finance — the élite among Japan’s powerful bureaucrats — when we tried to flag a taxi. I told my friends no driver would stop unless I hid in the shadow of a nearby building. „No, that’s not true,“ one of them protested. I hid, and within seconds a cab pulled up for my Japanese companions. I jumped into the backseat, much to the dismay of the cabbie. My buddy expressed shock. „What a racist country we are,“ he muttered. I laughed. This wasn’t racism, it was capitalism. Cab drivers assumed a foreigner wasn’t going very far, whereas the average salaryman lived some distance from the center of town, guaranteeing a big fare. Like everything during the bubble, it was all about the money.