Japanese input in Fedora23

First the fix:

Set the following in $HOME/.config/imsettings/xinputrc

export GTK_IM_MODULE=ibus
export XMODIFIERS=@im=ibus
export QT_IM_MODULE=ibus

If the folder $HOME/.config/imsettings doesn’t exist, create it first.

And now a bit of background.

I switched for a short time to Ubuntu. My reasoning was that I can give better family support but I switched back to Fedora. Ubuntu was so far the worst Linux experience, at least with my existing configurations. But after switching back to Fedora 23 Japanese input didn’t work. Fedora 23 uses ibus as default method. And it tries to do things automagically and in doing that, they totally failed for me.

There is a script /etc/X11/xinit/xinitrc.d/50-xinput.sh. This script tries to do some magic and works pretty late in the process of starting your GUI when using the default GDM. First it unsets a whole bunch of environment variables and thus will probably anything you set up locally, when you come from another distribution like in $HOME/.xprofile or $HOME/.xinputrc or some other candidate for setting the variables above. Then it looks up if you have $HOME/.config/imsettings/xinputrc. If not, it should create $HOME/.config/imsettings and looks if you have a file $HOME/.xinputrc. If you have it, it gets moved to that folder. And then the file gets sourced and the script is finished.

The folder creation part is the place where I guess the script failed for me.

And if that file doesn’t get sourced by the script for whatever reason, the script looks up which LANG-variable you have set and compares it to a hardcoded list. And then sets up environment variables depending on your LANG-variable.

If you have set en_US.utf8 like me that means that they get set up in a minimal way which leads to not being able to use an IME. And of course the script doesn’t bother logging anything.

Dear Fedora Project, this is too much magic and can fail. Especially since there are multiple places in $HOME where you can potentially set up the three environment variables, not all recommended but possible. There is .xinputrc, .xinitrc, .xprofile, .profile and even .bashrc. And every tutorial in the net suggests setting it in one of these. Why do you add a new subdirectory in .config? And if stuff doesn’t work because of bugginess, why do you make everything dependent on the set language of the system? Never heard of anyone using English for example as native tongue and then speaks a foreign language? And then apparently you didn’t document that anywhere and do not log anything in the script, so troubleshooting gets really hard. I know those problems of setting up Japanese input in Linux. But I had those problem in the beginnings of 2000 and before. Great job catapulting us back 10 – 20 years, a blast from the past :/

Zur Wiedervorlage: Japanisch lernen mit dem iPhone bzw. iPod Touch

Vor mehreren Jahren schrieb ich einen Artikel über das Lernen von Japanisch mit dem iPhone bzw. iPod Touch. In der Zwischenzeit sind natürlich auch eine Reihe anderer Apps erschienen und manche habe ich mir auch angesehen, aber seit ein – zwei Jahren bin ich auf einer Lösung hängen geblieben, da es nichts gibt, was an diese Apps rankommt.

Vokabeln: Anki

Anki ist ein sehr flexibles Karteikartenprogramm, dass nach einem sehr gutem Algorithmus arbeitet, um die Pausen zwischen Wiederholungen festzulegen. Es gibt eine Desktop-App für Mac OS X, Windows, Linux und Free/NetBSD. Die App ist nicht sehr hübsch, tut aber. Dazu gibt es eine inoffizielle Android-App und eine offizielle iPhone-App. In der aktuellen Version ist sie noch nicht so schön, aber sie funktioniert sehr gut. Aktuell läuft die Beta für Anki 2 Mobile und die ist sehr empfehlenswert, aber auch teuer (mehr dazu weiter unten). Über das Web lässt sich das alles synchronisieren (Anki/iPhone importiert auch Decks via iTunes) und dann über ein normales oder ein mobiles Web-Interface auch benutzen. Wer also nicht die 19,99€ für das Erste für die iPhone-App ausgeben will, bleibt erst einmal beim mobilen Web-Interface. Hab ich auch eine Zeit lang so gemacht.

Der Entwickler begründet den Preis seiner iPhone-App damit, dass er alles andere seit Jahren kostenlos zur Verfügung stellt und man ihn so unterstützen kann. Das Geld lohnt sich aber und man kann mit Anki so ziemlich alles in Karteikarten quetschen inkl. Ton, Mathe (über LaTeX) und für Japanisch gibt es sogar Unterstützung für Furigana.

Achtung: Es gibt aktuell für den Desktop und das Web eine Beta für Anki 2. Diese syncen nicht mit der aktuellen Anki Mobile-App für das iPhone (ich weiß nicht, wie es mit der Android-Version aussieht).

Kanji: iKanji Touch

Ausführlich habe ich in meinem alten Artikel draüber geschrieben. Es sieht sehr gut aus, die Tests sind ordentlich (wenn auch nur zum Lesen lernen üben geeignet), aber es ist weiterhin nur auf Englisch verfügbar. Viele Fehler in der Datenbank sind inzwischen ausgebügelt und beim aktuellen Kanjilernen sind mir auch keine über den Weg gelaufen. Aufgrund seiner Optik und der Tests macht es wirklich Spaß damit zu lernen. iKanji Touch kostet 6,99€.

Wer nicht gut genug Englisch kann, dem sei Kanji LS Touch, das sogar Universal ist, für 9,99€ empfohlen. Auch in o.g. Artikel erklärt.

Für das Schreibenlernen von Kanji kann ich keine App empfehlen. Da ist meine Empfehlung weiterhin: Bleistift und Papier. Bleistift, weil man damit auch sehr gut Druckpunkte und Strichfolge erkennen lassen und man besser an seinen eigenen Fehlern arbeiten kann. Und das Ganze manuell, weil es einfach viel Wiederholung brauch und sich Handschrift einfach besser damit übt, als mit dem Finger auf einem Touchscreen-Gerät. Dazu kommt, dass sich so 100 Wiederholungen eines Kanji schlecht auf einem iPhone aufschreiben lassen.

Jugendliche in Japan und China vergessen, wie man schreibt

Gerade in meinem Newsreader gefunden: AFP: Wired youth forget how to write in China and Japan:

 

„Tokyo student Maya Kato, 22, said: ‚I hardly hand-write anymore, which is the main reason why I have forgotten so many characters.

It is frustrating because I always almost remember the character, and lose it at the last minute. I forget if there was an extra line, or where the dot is supposed to go.‘

Geht mir ehrlich gesagt ähnlich. Und nachdem ich vor nicht allzu langer Zeit gelesen habe, dass einer der Gründe für die Aufnahme von etwa 200 zusätzlichen chinesischen Schriftzeichen (Kanji) in die Liste der täglich genutzten Kanji sei, dass man sie nicht mehr unbedingt schreiben muss, es aber wichtig sei das man sie lesen kann wundert mich auch nichts mehr. In meiner täglichen Praxis habe ich auch festgestellt, dass das Schreiben nicht so wirklich wichtig ist. Hauptsächlich liest man Japanisch eh. Schriftlich kommuniziere ich ausschließlich per E-Mail und da muss ich die Zeichen auch nur Lesen können. Vor kurzem habe ich eine Postkarte geschrieben aber das war es auch seit Langem, dass ich mal mit der Hand geschrieben habe. Ich finde Kanji toll und würde sie gerne besser schreiben können aber so selten wie man es wirklich braucht…nun ja, zum Glück geht’s auch Japanern so aber das musste ich ehrlich gesagt schon ziemlich früh am Anfang meines Studiums feststellen 😉

 

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rikaikun – Rikaichan für Google Chrome

Vor nicht allzu langer Zeit bin ich auf Google Chrome umgestiegen. Meiner Meinung nach ein sehr ordentlicher Browser von Google, der u.a. die tolle Eigenschaft hat, dass jeder Tab einen neuen Prozess aufmacht und wenn damit aus irgendeinem Grund eine Seite nicht mehr reagiert oder ein Plug-In abstürzt nur der eine Tab abstürzt und nicht alles. Um genau zu sein auf die Nightly Builds von Chrome namens Chromium, da diese auch unter Mac OS X Extensions unterstützen.
Für Firefox gibt es das großartige Rikaichan, dass ich schon mal in diesem Blog vorgestellt habe.

Jetzt gibt es rikaikun: eine Portierung von Rikaichan nach Google Chrome. Großartig 🙂
Leider unterstützt es aktuell nur das Wörterbuch für Japanisch-Englisch aber zumindest für mich ist das erstmal ausreichend. Hoffentlich werden aber noch weitere Wörterbücher nachgeschoben.
rikaikun kann hier heruntergeladen werden.

Vortrag über das japanische Schriftsystem am 13.01.10

Hier ein wenig Werbung in eigener Sache:

Am 13.01.2010 halte ich in der abgestürzten Raumstation c-Base (Karte) ab 19:00 Uhr einen Vortrag. Das Thema ist das japanische Schriftsystem, das in der Literatur teilweise auch als das komplizierteste der Welt bezeichnet wird.
Es wird einen Blick in die Entwicklung des Schriftsystems geben, sowie die heutige Verwendung. Dazu werde ich erklären wie man Wörterbücher benutzt und wie das mit Computern und Japanisch funktioniert.
Ich bin kein Linguist, sondern werde den Vortrag aus Sicht eines Japanischlernenden halten.

Fragen und Kommentare bitte in der Kommentarfunktion hinterlassen 🙂

Was heißt eigentlich eine „Sprache fließend sprechen“?

Das hat jetzt nur begrenzt Japanbezug aber ich wurde vor kurzem gefragt, ob ich fließend Japanisch spreche und ich verneinte.
Aber dafür müsste man vielleicht erstmal festlegen, was ich eigentlich unter fließend verstehe. Heute habe ich auf Twitter geschrieben, was meiner Meinung nach „fließend“ bedeutet:

Die Fähigkeit sich über ein beliebiges Thema tiefgehend zu unterhalten

Wie zu erwarten war, kamen gleich zwei Reaktionen, dass das schon für Muttersprachler einzuhalten schwer ist.

Ich bin kein Linguist oder ähnliches, daher gebe ich hier meine wissenschaftlich völlig unbelegbare Meinung wieder 🙂

Tiefgehend bedeutet für mich, dass ich ohne großartig Wörterbücher konsultieren zu müssen eine Tageszeitung lesen oder Nachrichten sehen kann und mich anschließend über diese Themen zu unterhalten. Auch das Lesen von Prosa oder ähnlichem sollte möglich sein. Der alltägliche Smalltalk bzw. die alltägliche Unterhaltung bzw. das „Gespräch über Gott und die Welt“ gehört natürlich auch dazu. Zusätzlich sollte man bei seinen eigenen Interessensgebieten auch größere Teile des Fachvokabulars beherrschen.
Japanischsprechende würde ich übrigens nur dann auf „fließend“ einstufen wenn sie den höchsten Level des Japanese Language Proficiency Test bestehen.

Muttersprachler haben hier teilweise, evtl. sogar oftmals auch Defizite (es muss irgendeinen Grund geben warum so viele die BILD lesen anstatt FAZ, SZ u.ä.) aber sie haben dafür andere Kenntnisse, die sie vom Fremdsprachler unterscheiden: ein Sprachgefühl, dass nur schwer zu „erlernen“ ist. Es geht mir hier um die Kleinigkeiten bei denen man schnell einen Ausländer festmachen kann. Im Deutschen fällt das z.B. schnell bei der Verwendung von Artikeln auf, im japanischen bei der Verwendung von Partikeln, im Englischen bei Präpositionen. Zumindest ist das bei mir so. Dazu kommen noch so Dinge wie „erlaubte“ Fehler: „wegen dir“ und „wegen mir“ ist vielleicht falsch aber es wird häufig benutzt. Und ich hab noch niemanden getroffen, der die notorischen „meinetwegen“, „deinetwegen“, „korrekt den Genitiv-Benutzer“-Korrigierer leiden kann. Jemand, der Deutsch als Fremdsprache spricht, macht solche Fehler meiner Erfahrung nach eher seltener – dafür aber andere. Dazu kommt natürlich noch die Sache mit dem Akzent u.ä.

Buchempfehlung: Making Sense of Japanese

Japanische Grammatik ist auf den ersten Blick relativ einfach. Ein paar wenige Zeitformen, keine Artikel, keine Geschlechter, kein Plural oder Singular und und und. Besteigt man jedoch den Berg des Japanischen, so stellt man beim Erreichen des Gipfels fest, dass es dahinter noch einen gibt, der höher liegt. Und hat man auch diesen erreicht, so stellt man fest, dass dahinter ein noch höherer liegt. Ein bisschen wie in der Simpsons-Szene als Homer einen hohen Berg besteigen soll und denkt, dass er nicht sonderlich hoch ist und ihm dann der zweite und dritte Gipfel auffällt.

Vor kurzem bin ich über ein Buch gestolpert, dass einem ein wenig zusätzliches Kletterzeug an die Hand gibt um den Berg zu besteigen: „Making Sense of Japanese: What the Textbooks Don’t Tell You“ von Jay Rubin. In der Staatsbibliothek Berlin habe ich die Version von 1992 (Sig: 1A553 970) gefunden.

Die Hauptzielgruppe sind Japanisch-Lernende, die gerade dabei sind von Lehrbüchern auf natürliche Texte zu wechseln. Meiner Meinung nach ist das Buch für jeden geeignet, der bereits Keigo (Höflichkeitssprache) intensiver behandelt hat.

Die behandelten Themen sind ausschließlich grammatikalischer Natur. Der Unterschied von は und が, wie funktioniert das nochmal mit あげる, くれる, もらう, Passiv und Passivkausativ und mehr. Sehr interessante Sachen, die man evtl. schon mal gehört hat aber hier nochmal in einer Weise wiederholt werden, dass man ein besseres Verständnis erhält. Rubin schlägt auch vor, dass man sich die Sachen auch nochmal in seinem Lehrbuch anschauen sollte, nachdem das Buch gelesen hat.

Rubin benutzt viele natürliche Beispiele, meist aus Romanen von bekannten Schriftstellern wie Murakami Haruki oder Mishima Yukio. Teilweise auch selbst gewählte. An diesen sieht man dann auch meiner Meinung das Alter des Buches: das Japanisch fühlt sich alt an. Min. 20 Jahre – das war eine Schätzung bevor ich auf das Erscheinungsdatum geschaut hatte. Trotz dessen ist das Buch sehr lesenswert und kann nur jedem empfohlen werden meiner Meinung nach.

Bei Google Books gibt es eine Preview des Buches mit Inhaltsverzeichnis und Introduction (Link)
Das Buch kostet in der Auflage von 2002 bei Amazon aktuell 10,86€ (Link zum Buch).

Google geht ein weiteres Problem an: Japanischeingabe

Vor zwei Wochen hat Google den Google IME für Japanisch veröffentlicht (jap. Google-Blogeintrag). Während ich schon mehrfach auf Twitter davon gelesen hatte, bin ich jetzt erst dazu gekommen ihn mir genauer anzusehen. Ich muss sagen, dass ich begeistert bin.

Was aber ist ein IME? (Jeder der das bereits weiß, kann diesen Teil überspringen)
IME steht für Input Method Editor und ist das Tool, das benutzt wird um Japanisch auf einem Computer einzugeben.
Als Endnutzer sehe ich folgendes:
Man beginnt mit der Eingabe einer Umschrift mit Hilfe von lateinischen Buchstaben (Romaji) und diese wird dann entsprechend der Regeln der Umschrift in Hiragana umgewandelt. Drückt man die Leertaste, wird das Geschriebene kontextabhängig in eine Mischform aus Hiragana, Katakana und Kanji umgewandelt. Danach können noch Korrekturen an der Umwandlung bzw. des Geschriebenen vorgenommen werden.
Im Hintergrund steckt eine Datenbank auf die zugegriffen wird, je nach IME ist diese mal kleiner oder größer. Dasselbe gilt für die Qualität der Heuristik. Bei allen mir bekannten IMEs kann man zusätzlich neue Wörter hinzufügen.

Nun aber zu Googles IME. Entstanden ist der Google IME aus einem der 20%-Projekte bei Google. Mitarbeiter bei Google bekommen 20% ihrer Arbeitszeit freigestellt um an eigenen Projekten zu arbeiten. Die Anfänge des IMEs liegen bei Google’s „Meinten Sie“. Jeder kennt das. Man gibt etwas bei Google ein, vertippt sich vielleicht und startet die Suche. Über den Ergebnissen steht dann oftmals ein „Meinten Sie: Suchbegriff“, welches bei einem Vertipper den korrekt geschriebene Suchbegriff anzeigt. Diese Technologie wurde als Grundlage für Googles IME genommen.

Das Ergebnis ist klasse. Fängt man an zu tippen, so gibt es, wie auch bei anderen IMEs bekannt, Vorschläge, was man tippen will. Jedoch scheinen mir die Vorschläge bei Googles IME besser und vor allen Dingen aktueller zu sein. Selbst relativ neue Wörter wie z.B. オン寝 (On’ne – das Einschlafen während man auf eine Antwort im Chat bzw. auf eine E-Mail wartet) sind enthalten.
Bei der Installation kann man auswählen ob die Anwendung nach Hause telefonieren darf um die Ergebnisse des IMEs zu verbessern.

Aktuell ist der IME verfügbar für Windows (XP SP2, Vista SP1, 7) und Mac OS 10.5+.

Fragen und Anmerkungen sind in den Kommentaren wie immer gern gesehen 🙂

Wörterbücher im Netz und auf dem Rechner

Nach einem Artikel über iPhone-Apps zum Japanisch-Lernen und Artikel zu Wörterbüchern auf dem iPhone, gibt’s nun etwas Material zu Wörterbüchern im Netz, für Mac OS X und Linux. Dies hier soll eine Übersicht bieten. Die meisten Anwendungen, die ich hier erwähne nutze ich selber schon ziemlich lange. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Online

Wadoku.de: Das Wadoku ist wohl das bekannteste japanisch-deutsche Wörterbuch im Netz sein. Selten trifft man auf fehlende Wörter und findet man doch einmal ein Wort das fehlt, kann man es relativ einfach selbst registrieren. Zum Zeitpunkt des Artikels sprechen sie von ca. 250.000 Einträgen.

 

Japanisch-Deutsches Kanji-Lexikon: Das Japanisch-Deutsche Kanji-Lexikon ist, wie der Name sagt ein Wörterbuch um Kanji herauszusuchen. Meines Wissens nach die einzige Möglichkeit im Netz nach deutschen Übersetzungen von Kanji zu suchen.

WWWJdic: Das WWWJdic ist ein Interface für mehrere Online-Wörterbücher. Das Bekannteste dürfte hierbei wohl das edict sein. Ein sehr umfangreiches Wörterbuch das Japanisch-Englisch spricht. Es ist auch ein Interface für das Wadoku, wobei es meines Wissens nach nicht so aktuell ist wie das „richtige“ Wadoku sondern immer ein etwas älterer Snapshot. Ein weiteres interessante Wörterbuch im WWWJdic ist das enamdict. Wer sich schon mal mit japanischen Namen auseinandersetzen musste, wird wissen wie schwer es ist Lesungen dafür herauszufinden. Das enamdict ist dann das passende Wörterbuch hierfür. Allerdings muss man warnen, dass man bei Namensübersetzungen von Autoren deren Werke man zitieren will, besser noch einmal Google eingehend befragt, da viele Namen mehrere Lesungen besitzen und man sich nie 100% sicher sein kann, wenn man Autorennamen und Lesung nicht nebeneinander stehen gesehen hat. Das WWWJdic hat außerdem auch eine sehr brauchbare Möglichkeit um Kanji nachzusehen. Als Datengrundlage benutzt es das kanjidic.

ALC: Habt ihr mit sozialwissenschaftlichen Texten (z.B. Texte aus der Politik oder Wirtschaft) zu tun werdet ihr des öfteren an die Grenzen von Wadoku und Edict stoßen. Dann ist ALC, ein erweitertes Interface zum Eijirō euer Freund. Es enthält nicht nur den Content des Eijirōs, sondern auch viele Beispielsätze und daher kommt seine Stärke. Viele Wörter wird man nur in Beispielsätzen und deren Übersetzung finden und kann daran sehen wie bestimmte Wörter benutzt werden. Außerdem hat es im Bereich Wirtschaft und Politik noch einiges mehr an Wörtern als die obigen beiden.

Denshi Jisho: Denshi Jisho ist ein weiteres Interface für edict und kanjidic. Allerdings sieht es um einiges hübscher aus als das WWWJdic. Beim kanjidic bietet es ein schönes Ajax-Interface um sich Kanji zusammen zu klicken. Besonders nützlich ist dies auf dem iPhone, da es hierfür ein angepasstes Interface gibt, das schnell und zuverlässig funktioniert.

Kotobank: Seit einiger Zeit gibt es ein freies Japanisch-Japanisch-Wörterbuch im Netz: Kotobank. Es speist sich aus einer ganzen Reihe Wörterbücher und ist eine wirklich feine Sache. Natürlich ist so etwas nur für fortgeschrittene Lerner.

Popjisyo: Popjisyo möchte ich hier nur für eine Funktion erwähnen: seine Bookmarklets. Ein Bookmarklet ist ein Lesezeichen, das Javascript enthält und dann etwas mit der Seite tut auf die man es anwendet. Nutzt man die Bookmarklets von Popjisyo kann man auf einer japanischen Seite über die Wörter fahren und bekommt Lesungen und Übersetzungen. Es gibt sowohl eins für Deutsch als auch für Englisch. Da es ein Bookmarklet ist funktioniert das Ganze browserunabhängig.

Rikaichan: Der einzige Grund warum ich manchmal zum Firefox greife ist Rikaichan. Dies ist ein FF-Plugin, dass an sich das Selbe macht wie Popjisyo aber schneller und zuverlässiger ist. Darüberhinaus kann man auch mehrere Wörterbücher gleichzeitig verwenden für die Übersetzungen. Damit habe ich das umfangreichere Japanisch-Englisch-Wörterbuch, ein japanisch-deutsches und das enamdic zur Verfügung.

Reading Tutor: Der Reading Tutor ist ein Projekt der Tokyo International University. Er ist nützlich beim Lernen von japanischen Texten. Man wirft einen japanischen Text rein und bekommt diesen mit einer Wörterliste raus. Jede Vokabel, die er erkannt hat, ist dann verlinkt und drückt man auf den Link bekommt man rechts in einem Frame die entsprechende Vokabel angezeigt. Zusätzlich wird diese dann einer Vokabelliste hinzugefügt (bei einem Test während des Schreibens dieses Artikels hat diese Funktion allerdings nicht funktioniert). Der Reading Tutor kann Japanisch-Japanisch, Japanisch-Englisch, Japanisch-Deutsch und mehr. Vor Popjisyo und Rikaichan definitiv noch nützlicher gewesen aber zu Übungszwecken immer noch brauchbar.

 

Mac OS X

JEDict: Es gibt für den Mac sicherlich noch mehr Anwendungen als JEDict aber keine hat sich über die Zeit als so nützlich herausgestellt. JEDict ist Shareware und erlaubt in seiner nicht registrierten Variante nur die Benutzung von edict und kanjidic. Registriert man es jedoch ($25 normal/$15 für Schüler und Studenten) kann auch weitere Wörterbücher im edict-Format nutzen. Auf Jim Breen’s Japanese Page gibt es eine Liste mit weiteren Wörterbüchern. U.a. gibt es auch welche mit Spezialvokabular für Jura, Informatik, Buddhismus und mehr. Das Wadoku gibt es hier im edict-Format. JEDict erlaubt es nun offline über alle installierten Wörterbücher gleichzeitig zu suchen. Zusätzlich hat es auch einen Service um nach Wörtern zu suchen und überwacht die Zwischenablage. Kopiert man also ein Wort, brauch man nach dem Wechsel zu JEDict nur noch Enter zu drücken um danach zu suchen. Außerdem kann man nach Kanji suchen in dem man sie zusammenklickt oder auch per rudimentärer Handschrifteingabe. Neue Wörter kann man über ein Userdict hinzufügen.

Jisho: Jisho von Sugoisoft ist eine Shareware, die $17 kostet. Es benutzt das JMDict und kann daher sowohl Englisch als auch Deutsch. Sein Interface ist sehr simpel und erlaubt nur die einfache Suche nach Wörtern. Schaue ich mir seit Jahren immer mal wieder an aber es ist dem obigen JEDict einfach weit unterlegen, da es weder eine ordentliche Kanji-Suche noch die Verwendung mehrerer Wörterbücher erlaubt.

Live Dictionary: Über Twitter wurde ich auf Live Dictionary aufmerksam gemacht. Es verspricht unter Mac OS X das Selbe zu leisten wie Rikaichan, allerdings für Safari. Aus meinen früheren Erfahrungen war es ganz nützlich, nur hatte ich den Mehrwert gegenüber Popjisyo oder Rikaichan nicht wirklich gesehen, wenn man es nur für Japanisch nutzen will. Vor allem, weil es knapp 18€ kostet und die anderen beiden Lösungen kostenfrei zur Verfügung stehen. Gegenüber den anderen beiden Lösungen bietet es allerdings noch eine größere Anzahl weiterer Sprachen an (z.B. Chinesisch, Schwedisch, Türkisch…). Bei meinem erneuten Test vor ein paar Minuten wollte es leider einfach nicht funktionieren, daher kann ich nichts zum aktuellen Stand der Software sagen. Im Forum der Anwendung gibt es auch einen Eintrag wie man die Anwendung für andere Anwendungen (z.B. Mail) benutzen kann.

 

Linux

GJiten: Für Linux ist mir an sich nur GJiten bekannt. Ein sehr einfacher edict-Client, der aber auch das Arbeiten mit mehreren Wörterbüchern unterstützt. Unter FreeBSD habe ich ihn leider nie zum Laufen gebracht.

Tagaini Jisho: Heute bin ich noch über Tagaini Jisho gestolpert. Dieses ist betriebssystemübergreifend und damit mit Windows, Mac OS X und Linux benutzbar. Es scheint das edict und kanjidic zu benutzen. Es soll nicht nur zum Nachschlagen sondern auch zum Lernen verwendet werden. Man kann hierfür Wörter einer Vokabelliste hinzufügen, die durch das Programm abgefragt wird. Allerdings ist es eine ziemlich hässliche Java-Anwendung.

Wadoku-Notify: Wadoku-Notify wurde mir vom Entwickler per Mail zugetragen. Wadoku-Notify kann man sich laut ihm wie ein systemweites Rikaichan vorstellen. Allerdings greift es auf das Wadoku zu und nicht auf das JMDict. Laufen tut das Ganze aktuell unter Linux, Windows und auf dem Nokia N900. Eine OS X-Version ist wohl in Vorbereitung. Der Sourcecode ist auf github zu finden. Getestet habe ich die Anwendung selbst nicht.

Über Ergänzungen, Kommentare und Fragen freue ich mich wie immer 🙂

Neue Kanji kommen

In 30 Jahren gab es keine Kanji-Reform aber ab nächsten Herbst wird die Liste der Kanji für den täglichen Gebrauch (常用漢字 – Jōyō-Kanji) reformiert. Die Liste der Veränderungen wurde vorgestern bekannt gegeben.
Bevor ich hier aber ins Detail gehe, ein paar kurze Erläuterungen zum japanischen Schriftsystem. Wer es kennt, kann also die nächsten Absätze überspringen.

Es gibt zwei Silbenschriften à 46 Zeichen, die durch Diakritika noch ein paar Lautverschiebungen abbilden.

Zum einen sind dies Hiragana (平仮名/ひらがな), zum anderen Katakana (片仮名/カタカナ). Heutzutage werden Hiragana in der Regel verwendet um Grammatik abzubilden und um eine ganze Reihe Wörter zu schreiben. Mir wurde einmal erzählt, dass um so öfter ein Wort verwendet wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man nicht mehr das chinesische Schriftzeichen dafür verwendet sondern es in Hiragana schreibt. Allerdings konnte ich dafür bisher keine Quelle finden. Wörter deren chinesische Schriftzeichen man nicht kennt, schreibt man in der Regle auch in Hiragana.
Katakana werden normalerweise verwendet um Lehnwörter z.B. aus dem Englischen zu schreiben (wie バーチャル・リアリティー — Virtual Reality) oder z.B. aus dem Deutschen (バイト – baito; von Arbeit und bedeutet soviel wie Nebenjob).
Dann gibt es noch Kanji (漢字), Schriftzeichen, die aus dem Chinesischen stammen. Davon gibt es viele 😉
In der Grundschule lernt man die Kyōiku-Kanji (教育漢字). Das sind 1006 Zeichen, die über die sechs Jahre Grundschule beigebracht werden. Darüber hinaus gibt es die Jōyō-Kanji (常用漢字). Das sind seit ’81 1945 Zeichen, die vorherige Liste von 1946 hatte nur 1850 Zeichen. Diese Kanji, sind die Zeichen für den täglichen Gebrauch und werden in der Mittelschule und Oberschule beigebracht. Die sollte jeder (Japaner) kennen. Es gibt dann noch mal etwas über 100 Zeichen, die zusätzlich legal in Namen verwendet werden dürfen.
Soviel zur Kurzeinführung.

Nächstes Jahr im Oktober wird es eine reformierte Liste an Jōyō-Kanji geben. Vorgestern wurden die Neuerungen veröffentlicht und das ist eine ziemlich große Nachricht, da es schließlich vor 30 Jahren die letzte Veränderung gab an dieser Liste. Allerdings kann sich die Liste der Veränderungen noch ändern. Die endgültige Liste wird zwischen Februar und April 2010 die endgültige veröffentlicht.
Hier nun aber eine Zusammenfassung der Änderungen.
Fünf Zeichen werden aus der Liste entfernt.
勺 (shaku, ein Hohl- bzw. Flächenmaß – 18ml bzw. 0,033qm)
銑 (SEN, Roheisen)
脹 (CHOU, Schwellung)
錘 (tsumu, Spindel)
匁 (monme, eine Gewichtseinheit – ca. 3,75g)

Es gibt eine Liste von 191 Kanji, die hinzugefügt werden sollen und seit einem Jahr nicht verändert worden sind. Zu dieser Liste sollten noch neun weitere hinzugefügt werden, wovon es aber nur 5 geschafft haben. Damit vergrößert sich die Liste der Jōyō-Kanji auf 2136.
Einige der neuen Kanji auf der Liste sind Zeichen, bei denen ich mich zumindest immer gewundert habe, warum sie nicht zu den Jōyō-Kanji gehören, da man ihnen andauernd begegnet wie z.B. 誰 (dare – wer) oder 俺 (ore – ich; eins der vielen Wörter, die „ich“ bedeuten aber nur von Männern unter bestimmten Bedingungen verwendet werden kann), andere neue Kanji sind welche, die in Namen von Präfekturen sind.
Eine komplette Liste mit englischer Übersetzung gibt es bei KanjiClinic.com. Ausführlichere Erläuterungen auf Englisch gibt es bei der Japan Times (Englisch). Die Asahi hat auch einen ganz interessanten Artikel (Japanisch).

Fragen und Kommentare sind wie immer gern gesehen.