Zur Wiedervorlage: Japanisch lernen mit dem iPhone bzw. iPod Touch

Vor mehreren Jahren schrieb ich einen Artikel über das Lernen von Japanisch mit dem iPhone bzw. iPod Touch. In der Zwischenzeit sind natürlich auch eine Reihe anderer Apps erschienen und manche habe ich mir auch angesehen, aber seit ein – zwei Jahren bin ich auf einer Lösung hängen geblieben, da es nichts gibt, was an diese Apps rankommt.

Vokabeln: Anki

Anki ist ein sehr flexibles Karteikartenprogramm, dass nach einem sehr gutem Algorithmus arbeitet, um die Pausen zwischen Wiederholungen festzulegen. Es gibt eine Desktop-App für Mac OS X, Windows, Linux und Free/NetBSD. Die App ist nicht sehr hübsch, tut aber. Dazu gibt es eine inoffizielle Android-App und eine offizielle iPhone-App. In der aktuellen Version ist sie noch nicht so schön, aber sie funktioniert sehr gut. Aktuell läuft die Beta für Anki 2 Mobile und die ist sehr empfehlenswert, aber auch teuer (mehr dazu weiter unten). Über das Web lässt sich das alles synchronisieren (Anki/iPhone importiert auch Decks via iTunes) und dann über ein normales oder ein mobiles Web-Interface auch benutzen. Wer also nicht die 19,99€ für das Erste für die iPhone-App ausgeben will, bleibt erst einmal beim mobilen Web-Interface. Hab ich auch eine Zeit lang so gemacht.

Der Entwickler begründet den Preis seiner iPhone-App damit, dass er alles andere seit Jahren kostenlos zur Verfügung stellt und man ihn so unterstützen kann. Das Geld lohnt sich aber und man kann mit Anki so ziemlich alles in Karteikarten quetschen inkl. Ton, Mathe (über LaTeX) und für Japanisch gibt es sogar Unterstützung für Furigana.

Achtung: Es gibt aktuell für den Desktop und das Web eine Beta für Anki 2. Diese syncen nicht mit der aktuellen Anki Mobile-App für das iPhone (ich weiß nicht, wie es mit der Android-Version aussieht).

Kanji: iKanji Touch

Ausführlich habe ich in meinem alten Artikel draüber geschrieben. Es sieht sehr gut aus, die Tests sind ordentlich (wenn auch nur zum Lesen lernen üben geeignet), aber es ist weiterhin nur auf Englisch verfügbar. Viele Fehler in der Datenbank sind inzwischen ausgebügelt und beim aktuellen Kanjilernen sind mir auch keine über den Weg gelaufen. Aufgrund seiner Optik und der Tests macht es wirklich Spaß damit zu lernen. iKanji Touch kostet 6,99€.

Wer nicht gut genug Englisch kann, dem sei Kanji LS Touch, das sogar Universal ist, für 9,99€ empfohlen. Auch in o.g. Artikel erklärt.

Für das Schreibenlernen von Kanji kann ich keine App empfehlen. Da ist meine Empfehlung weiterhin: Bleistift und Papier. Bleistift, weil man damit auch sehr gut Druckpunkte und Strichfolge erkennen lassen und man besser an seinen eigenen Fehlern arbeiten kann. Und das Ganze manuell, weil es einfach viel Wiederholung brauch und sich Handschrift einfach besser damit übt, als mit dem Finger auf einem Touchscreen-Gerät. Dazu kommt, dass sich so 100 Wiederholungen eines Kanji schlecht auf einem iPhone aufschreiben lassen.

Was heißt eigentlich eine „Sprache fließend sprechen“?

Das hat jetzt nur begrenzt Japanbezug aber ich wurde vor kurzem gefragt, ob ich fließend Japanisch spreche und ich verneinte.
Aber dafür müsste man vielleicht erstmal festlegen, was ich eigentlich unter fließend verstehe. Heute habe ich auf Twitter geschrieben, was meiner Meinung nach „fließend“ bedeutet:

Die Fähigkeit sich über ein beliebiges Thema tiefgehend zu unterhalten

Wie zu erwarten war, kamen gleich zwei Reaktionen, dass das schon für Muttersprachler einzuhalten schwer ist.

Ich bin kein Linguist oder ähnliches, daher gebe ich hier meine wissenschaftlich völlig unbelegbare Meinung wieder 🙂

Tiefgehend bedeutet für mich, dass ich ohne großartig Wörterbücher konsultieren zu müssen eine Tageszeitung lesen oder Nachrichten sehen kann und mich anschließend über diese Themen zu unterhalten. Auch das Lesen von Prosa oder ähnlichem sollte möglich sein. Der alltägliche Smalltalk bzw. die alltägliche Unterhaltung bzw. das „Gespräch über Gott und die Welt“ gehört natürlich auch dazu. Zusätzlich sollte man bei seinen eigenen Interessensgebieten auch größere Teile des Fachvokabulars beherrschen.
Japanischsprechende würde ich übrigens nur dann auf „fließend“ einstufen wenn sie den höchsten Level des Japanese Language Proficiency Test bestehen.

Muttersprachler haben hier teilweise, evtl. sogar oftmals auch Defizite (es muss irgendeinen Grund geben warum so viele die BILD lesen anstatt FAZ, SZ u.ä.) aber sie haben dafür andere Kenntnisse, die sie vom Fremdsprachler unterscheiden: ein Sprachgefühl, dass nur schwer zu „erlernen“ ist. Es geht mir hier um die Kleinigkeiten bei denen man schnell einen Ausländer festmachen kann. Im Deutschen fällt das z.B. schnell bei der Verwendung von Artikeln auf, im japanischen bei der Verwendung von Partikeln, im Englischen bei Präpositionen. Zumindest ist das bei mir so. Dazu kommen noch so Dinge wie „erlaubte“ Fehler: „wegen dir“ und „wegen mir“ ist vielleicht falsch aber es wird häufig benutzt. Und ich hab noch niemanden getroffen, der die notorischen „meinetwegen“, „deinetwegen“, „korrekt den Genitiv-Benutzer“-Korrigierer leiden kann. Jemand, der Deutsch als Fremdsprache spricht, macht solche Fehler meiner Erfahrung nach eher seltener – dafür aber andere. Dazu kommt natürlich noch die Sache mit dem Akzent u.ä.

Buchempfehlung: Making Sense of Japanese

Japanische Grammatik ist auf den ersten Blick relativ einfach. Ein paar wenige Zeitformen, keine Artikel, keine Geschlechter, kein Plural oder Singular und und und. Besteigt man jedoch den Berg des Japanischen, so stellt man beim Erreichen des Gipfels fest, dass es dahinter noch einen gibt, der höher liegt. Und hat man auch diesen erreicht, so stellt man fest, dass dahinter ein noch höherer liegt. Ein bisschen wie in der Simpsons-Szene als Homer einen hohen Berg besteigen soll und denkt, dass er nicht sonderlich hoch ist und ihm dann der zweite und dritte Gipfel auffällt.

Vor kurzem bin ich über ein Buch gestolpert, dass einem ein wenig zusätzliches Kletterzeug an die Hand gibt um den Berg zu besteigen: „Making Sense of Japanese: What the Textbooks Don’t Tell You“ von Jay Rubin. In der Staatsbibliothek Berlin habe ich die Version von 1992 (Sig: 1A553 970) gefunden.

Die Hauptzielgruppe sind Japanisch-Lernende, die gerade dabei sind von Lehrbüchern auf natürliche Texte zu wechseln. Meiner Meinung nach ist das Buch für jeden geeignet, der bereits Keigo (Höflichkeitssprache) intensiver behandelt hat.

Die behandelten Themen sind ausschließlich grammatikalischer Natur. Der Unterschied von は und が, wie funktioniert das nochmal mit あげる, くれる, もらう, Passiv und Passivkausativ und mehr. Sehr interessante Sachen, die man evtl. schon mal gehört hat aber hier nochmal in einer Weise wiederholt werden, dass man ein besseres Verständnis erhält. Rubin schlägt auch vor, dass man sich die Sachen auch nochmal in seinem Lehrbuch anschauen sollte, nachdem das Buch gelesen hat.

Rubin benutzt viele natürliche Beispiele, meist aus Romanen von bekannten Schriftstellern wie Murakami Haruki oder Mishima Yukio. Teilweise auch selbst gewählte. An diesen sieht man dann auch meiner Meinung das Alter des Buches: das Japanisch fühlt sich alt an. Min. 20 Jahre – das war eine Schätzung bevor ich auf das Erscheinungsdatum geschaut hatte. Trotz dessen ist das Buch sehr lesenswert und kann nur jedem empfohlen werden meiner Meinung nach.

Bei Google Books gibt es eine Preview des Buches mit Inhaltsverzeichnis und Introduction (Link)
Das Buch kostet in der Auflage von 2002 bei Amazon aktuell 10,86€ (Link zum Buch).

Altersdiskriminierung und Grammatikbücher

Die letzten zwei Wochen habe ich relativ viel an einer Hausarbeit gearbeitet und hatte deswegen keine Zeit was für’s Blog zu schreiben. Es ging um gesetzliche Maßnahmen gegen Altersdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und wie Japan so im internationalen Vergleich dasteht. Um’s kurz zu machen: ziemlich schlecht. Es gibt nur ein Gesetz, dass aussagt, dass man Bei Stellenausschreibungen und Anwerbung nicht auf Basis des Alters diskriminieren darf und das Pflichtverrentungsalter wurde angehoben. Und bei letzterem haben die Firmen schon in der Vergangenheit gezeigt, welche Methode sie haben um das Ganze zu umgehen. In anderen Ländern sind die entsprechenden Gesetze eher mit nem menschenrechtlichen Ansatz versehen: Diskriminierung ist grundsätzlich schlecht, auch auf Basis des Alters (egal ob jungen oder älteren Menschen gegenüber).
Na ja, mal schauen was es wird. Wer Interesse hat, kann ja nen Kommentar hinterlassen, dann mail ich ihm die Arbeit zu.

yoku_wakaru_bunpouAch ja, und dann gibt’s da noch ne Sache. Ich hab mir vor Jahren ein Buch gekauft mit dem Titel „よくわかる文法“ (Grammatik leicht verständlich) und dachte, dass es nicht schlecht wäre ein Buch auf Japanisch zu haben, dass Grammatik erklärt. Damals dachte ich, dass es für Ausländer sei, die in Japan Japanisch lernen. Aber das Buch war mir damals zu schwer und ich dachte, dass es wohl eher für nen höheren Level ist. Heute hab ich das Buch mal wieder rausgekramt und irgendwo am Anfang aufgeschlagen. Und was muss ich da lesen?
„Grammatik ist für Leute, die Japanisch lernen und keine Muttersprachler sind, nicht so einfach. Selbst muttersprachliche Erstklässler haben am Anfang eine großes Grammatikwissen.“ Dann kommt ein kleiner Textabschnitt und es wird ein Satz herausgenommen:
„おじさんは、とってもりっぱなかさをもっていました。“ (Der Onkel hat einen ganz tollen Regenschirm gehabt).
„Der Kommentar dazu: Der Text hat wenige Kanji (chinesische Schriftzeichen) aber selbst die Grammatik dieses Satz ist schwer. Leute, die Japanisch als Fremdsprache lernen müssen bereits über 50 Stunden Japanisch gelernt haben um die Grammatik dieses Satzes zu verstehen.“ (keine wortwörtlichen Übersetzungen und dazu auch noch zusammengefasst)

Da hab ich mich wohl damals beim Buchkauf etwas getäuscht und hätte vielleicht keinen Impulskauf tätigen sollen. Schon auf dem Buchtitel steht, dass das Buch für nen Test ist, für Leute, die Japanisch als Fremdsprache unterrichten wollen. D’oh
Na ja, inzwischen versteh ich das was die so schreiben ganz gut, vielleicht ist ja auch neue Grammatik bei. Und wenn ich Glück hab nehm ich sogar was mit, wenn es mal dazu kommen sollte, dass ich selber Japanischunterricht gebe.

Für Anmerkungen und Fragen bin ich immer offen und freue mich über jeden Kommentar 🙂

Strichfolgen-Suche

Wer ein bisschen Japanisch kann und sich mit Kanji auseinandergesetzt hat, weiß, dass Kanji eine feste Strichfolge haben. Als Beispiel das Kanji 本 (wird „hon“ bzw. „moto“ gelesen und bedeutet so viel wie Buch oder Ursprung). Hierfür einfach mal diesem Link folgen. Dort gibt es eine Animation mit der korrekten Strichfolge.

Komplexere Kanji bestehen aus mehreren Teilen, die Radikale genannt werden. Und hier fängt das Problem an, dass mich gestern beschäftigt hat. Es geht um das Kanji 組 (bedeutet soviel wie Gruppe, Klasse, Partei usw.). Der linke Teil nennt sich „ito-hen“ und stammt von dem Kanji 糸 (ito, bedeutet Faden). Schaut man sich die Animation von 糸 an, sieht man das der „untere Teil“ in der Reihenfolge Mitte, Links, Rechts geschrieben wird. Schaut man sich jedoch die Animation von 組, stellt man fest, dass der untere Teil vom ito-hen Links, Mitte, Rechts geschrieben wird. Schaut man in „Langenscheidt’s Handbuch und Lexikon der japanischen Schrift: Kanji und Kana 1“ wird es auch von Links nach Rechts geschrieben. Darüber gestolpert bin ich übrigens weil iKanji Touch (hab ich hier drüber geschrieben Meiner Meinung nach, wird aber auch ito-hen wie 糸 Mitte, Links, Rechts geschrieben) auch dieser „Fehler“ existiert.

Es war gar nicht mal so einfach festzustellen welche Reihenfolge denn nun richtig ist. Im Gegensatz zu der Liste über Kanji im täglichen Gebrauch ist die Strichfolge meines Wissens nach nicht staatlich reguliert. Aber sie ist wichtig um Handschriften lesen zu können und damit die eigene Handschrift gelesen werden kann (und damit man nicht von Japanern kritisiert wird 😉 ). Über die Mailingliste der TLUG (Tokyo Linux User Group), zu Fragen über die japanische Sprache (die ML nennt sich „lingo“) habe ich dann schlussendlich Antwort bekommen: Eines der Mitglieder hat seine Tochter, die gerade in der sechsten Klasse in Japan ist, gefragt. Da in Japan in der Grundschule Kanji wichtiger Bestandteil sind und es häufig Tests gibt, ist sie eine hervorragende Referenz. Mitte, Links, Rechts ist richtig. Ihr Kanji-Wörterbuch (für lernende Japaner) bestätigt dies auch und ich hatte total vergessen, dass ich auch noch ein Buch für japanische Grundschüler besitze, das die Strichfolge bestätigt.
Aus Erfahrung wird aber wohl auch die Reihenfolge von Links nach Rechts in Handschriften verwendet (davon hat die Sechstklässlerin aber noch nie was gehört). Also ist wohl beides richtig, nur ist eines richtiger.

Update: Auf Anfrage hin, hab ich mal ein Photo gemacht um das obige zu verdeutlichen.
ito-hen

Rechts sieht man das ito-hen in „Druckschrift“. Daneben in den o.g. Varianten. Links in der Variante „Mitte, links, rechts“ und in der Mitte in der Variante „von links nach rechts“. Wie man sehen kann, ist das Erscheinungsbild anders und aus diesem Grund sind die Strichfolgen so wichtig. Schreibt man schnell, ziehen sich die Striche zusammen und nur wenn man die „richtige“ Strichfolge nutzt bleibt das Ganze lesbar.

Ich hab die Sache übrigens noch weiter verfolgt. In einer Richtlinie von 1981 zu der Thematik sind beide Varianten als korrekt angegeben und bei einer Umfrage vor va. 35 Jahren haben mehr Japaner angegeben, dass sie die Variante „links nach rechts“ benutzen. Anfang 2010 wird es nach 30 Jahren ein Update der Richtlinie geben und man wird sehen ob diese Strichfolge immer noch „richtig“ ist.

Japanisch lernen mit dem iPhone bzw. iPod Touch

Das mit dem Japanisch lernen mach ich schon länger, habe mir eine Reihe Bücher gekauft, tausende von Karteikarten geschrieben, mir Computerprogramme und Webseiten angeschaut und bin immer auf der Suche nach dem besten Weg für mich Japanisch und damit auch Kanji zu lernen. Seitdem ich meinen iPod Touch bzw. später ein iPhone besitze muss ich sagen, dass ich selten so viel aber insbesondere so kontinuierlich Japanisch gelernt habe (mal abgesehen von meinem Vorstudium…aber das ist ein anderes Thema). Daher will ich mal ein wenig über die Apps schreiben, die ich so verwende um Japanisch zu lernen.

Bitte beachte auch meinen aktuellen Artikel: Zur Wiedervorlage: Japanisch lernen mit dem iPhone bzw. iPod Touch

Vokabeln:

Lernt man im Unterricht bzw. mit einem Lehrbuch, gibt es in der Regel für die einzelnen Sitzungen bzw. Lektionen Vokabellisten, die man auswendig lernen sollte. Auf dem iPhone gibt es hier zwei empfehlenswerte Anwendungen: iFlash Touch Dies ist der kleine Bruder von iFlash, eine Karteikartenanwendung für Mac OS X. Ihr Vorteil ist, dass man dreiseitige Karteikarten anlegen kann. Also eine für Kanji, Lesung und Übersetzung. Es gibt auch viele Listen zum Herunterladen durch die Desktopanwendung. Die Desktopanwendung kostet $15, die iPhone-App ist kostenlos.

iCards

Diese Anwendung habe ich nur relativ kurz getestet, da man ursprünglich nicht vernünftig Vokabeln hinzufügen konnte. Als einzige mir bekannte Flashcard-App außer iFlash Touch beherrscht auch sie dreiseitige Karteikarten. Inzwischen kann man sich über Google Spreadsheets Vokabellisten zum Importieren bauen. Im Gegensatz zu iFlash Touch benötigt man also keine Desktopanwendung. Kostenpunkt ist 0,79€

Zen Nihongo

Wer sich auf den JLPT vorbereitet und dem Englischen mächtig ist, kann ich Zen Nihongo nur wärmstens ans Herz legen. Vokabellisten für die Level 1 bis 4 liegen vor. Leider nur Japanisch->Englisch (und auch nicht umgekehrt). Dafür gibt es aber Automatismen zum Lernen. Man sieht die Vokabel auf Japanisch (Lesung kann eingeblendet werden), drückt auf die Vokabel und bekommt die englische Antwort. Dann kann man die Vokabel von 0 – 5 einstufen. Wobei 0 bedeutet, dass man die Vokabel überhaupt nicht kann, bei 1 wird sie noch am selben Tag wiederholt, bei 2 am nächsten, bei 3 nach drei Tagen, bei 4 nach vier – 5 Tagen und bei 5 nach einer Woche (wurde sie mehrfach auf 5 wiederholt, wird sie erst nach zwei Wochen wieder angezeigt). Weiß man eine Vokabel nicht, sollte man sie wieder auf Level 0 stellen, zumindest ist das meine Methode. Anfangs gab es ein paar Probleme mit dem Algorithmus, die sind aber jetzt behoben. Seit der letzten Version wird auch direkt auf der Karte angezeigt auf welchem Level man sie als letztes eingestellt hatte. Der Support durch den Autor ist gut und die Intervalle scheinen inzwischen in Ordnung zu sein. Zur Zeit hab ich etwa 1800 Vokabeln im Einsatz mit über 1500 Vokabeln auf Level 5 und immer so um die 30 auf Level 2 und habe täglich zwischen 150 und 200 Vokabeln zu wiederholen. Das geht aber durch die Direktanzeige des Levels relativ fix. Aktuell hat das Programm einen Sonderpreis von 4,99€ – normalerweise kostet es glaub ich 1 – 2€ mehr.

Die App kostet 3,99€.

Update 01.06.2010: Inzwischen habe ich Level 2 nahezu vervollständigt. Es gibt keine neuen Wörter mehr und ich habe permanent seit 2 – 3 Wochen etwa 30 Wörter auf Stufe 3 und 80 auf Stufe 4. Zu wiederholen habe ich damit etwa 230 Vokabeln pro Tag. Durch ein Update ist es möglich geworden die kumulativen Decks abzuschalten. Ich wiederhole also aktuell auf Level 2, gehe dann aus der App raus, schalte die kumulativen Decks ab und wechsel dann zu Level 1. Danach schalte ich die kumulativen Decks wieder an. Ist zwar ein wenig lästig, funktioniert aber.

Update: Mit dem heutigen Update hat Zen Nihongo Beispielsätze dazu bekommen. Zu jeder Vokabel gibt es damit mehrere Beispielsätze (in Japanisch und englischer Übersetzung). Das verbessert die App um einiges und lässt sie damit definitiv aus der Masse herausstechen. Leider gibt es hier ein großer ABER: In der aktuellen Fassung gibt’s zumindest bei mir böse Performance-Einbußen sobald ich die Beispielsätze „aufmache“ (man muss sie bei jeder Karte explizit laden) – entweder reagiert die App mehrere Sekunden nicht oder in einem Fall ist sie sogar abgestürzt. Das Problem tritt nur auf wenn ich die Sätze lade und passiert auf nem 3GS. Der Entwickler schrieb mir, dass auf seinem Classic und 3G die Probleme nicht auftreten und er es sich nochmal genauer anschauen würde.

Update 01.06.2010: Das Performance-Problem ist seit einiger Zeit behoben und ein paar Beispielsätze werden immer automatisch geladen, was ich sehr praktisch finde.

iSRS

Große Erwartungen hatte ich an iSRS. Es hat zwar nur zwei Seiten aber ein ordentliches Spaced Repetition System. Die App ermittelt selber anhand dessen, wie man Vokabeln wertet, wie oft sie wiederholt werden. Über das Mnemosyne-Projekt kann man am Desktop Karten für die App erstellen, eine extra Anwendung (iSRS-Sync) synchronisiert die Kartensätze mit der iPhone-App. Leider hatte ich viele Abstürze mit der App, die zu Datenverlusten führten (State der Karte bzw. selbst eingegebene Karten in der App gingen verloren). Daher kann ich von iSRS nur abraten. Wer trotzdem Interesse hat, kann sich die Light-Version runterladen, die aber unter anderem keine Unterstützung für den Full-Screen-Modus hat. Evtl. sind die Probleme gelöst, aber nachdem der Entwickler zwei Updates veröffentlicht hat, die die Probleme lösen sollten und dies aber nicht taten, wollte ich nicht mehr mit der App weiterarbeiten.

Kostenpunkt: 3,99€

Katakana und Hiragana

Hier kann ich mich leider nicht zu äußern, da ich die schon länger Lesen und Schreiben kann. Die zwei folgenden Kanji-Anwendungen haben jedoch auch eine Kana-Pendant und sind sicherlich ähnlich gut (wenn nicht sogar besser, da Kana weitaus weniger Umfang haben): iKana Touch – 3,99€ Kana LS Touch – 2,99€

 

Kanji

Für Kanji verwende ich aktuell zwei Apps, die ich im folgenden kurz vorstellen will mit ihren Vor- und Nachteilen. Beide umfassen aktuell an die 2000 Kanji.

Update 01.06.2010: Für Kanji benutze ich aktuell nur noch iKanji Touch.

iKanji Touch iKanji Touch ist toll designt und hat einen tollen Modus zum automatisierten Lernen. Es gibt eine Unterteilung der Kanji in 6 Klassenstufen, die einem um die 1000 Kanji näher bringen oder in den Stufen des JLPT. Natürlich kann man auch eine eigene Kanji-Liste erstellen. Meine Empfehlung ist hierbei folgende: Lernt man mit einem Buch oder Unterricht, erstellt man eine eigene Liste, die mit der Zeit wächst. Hält man sich in Japan auf, sollte man nach Klassenstufen lernen, da es hierfür tolles Komplementärmaterial für japanische Grundschüler gibt, bereitet man sich auf den JLPT vor, nimmt man natürlich die Unterteilung in den JLPT. Wobei man jedoch beachten muss, dass in Level 2 z.B. nicht die Kanji von Level 3 und 4 enthalten sind, diese müssen also extra gelernt werden. Also einfach „hochlernen“. Innerhalb der Einteilungen sind die Kanji nochmal in 20er-Packs unterteilt. Mein Lieblingsmodus ist nun „Teach me these KanjI“. Hierbei wird einem ein Kanji mit Lesungen und Übersetzungen gezeigt, danach die Strichfolge. In einem Multiple-Choice-Test wird dann erst die Bedeutung, dann die Lesung, dann die Strichfolge abgefragt. Wie auch bei Zen Nihongo wird in Lernstufen eingeteilt, aber die Anwendung macht das von alleine. Bei einem Fehler geht’s sofort wieder zurück auf Level 0. Die Intervalle (selber Tag, ein Tag, drei Tage, eine Woche, ein Monat) sind sehr angenehm. Zusätzlich gibt es noch Tests für Komposita (Wörter, die aus mehreren Kanji zusammengesetzt sind) und einzelne Tests für Lesungen etc aber diese benutze ich nicht. Was sind nun die Schwachpunkte der App? Der erste Punkt ist, dass die App ausschließlich auf Englisch verfügbar ist. Der zweite ist der Strichfolgentest. Zum einen sind weniger als 1000 Strichfolgen enthalten, was sich beim Lernen für den JLPT Level 2 relativ schnell bemerkbar macht (jedoch nicht für Anfänger und nicht ganz so weit Fortgeschrittene), zum anderen gibt es immer mal wieder Fehler.

Update 01.06.2010: Seit ein paar Wochen gibt es mit dem aktuellen Update Strichfolgen für alle JLPT Level 2-Kanji und einige JLPT Level 1-Kanji.

Inzwischen sind jedoch ein großer Teil der Fehler behoben und meldet man sie im Forum des Entwicklers wird bei den unregelmäßigen Updates auch Fehlerbehebung in der Datenbank gemacht. Es kann jedoch stellenweise ziemlich nerven. Ein anderes Problem am Strichfolgentest ist, dass das Kanji gezeigt wird und man es nachzeichnet. Ein Fehler und man hat das Kanji falsch gemacht. Was mich stört ist, dass das Kanji gezeigt wird und man keine leere Fläche bekommt.

Update 01.06.2010: Schon seit längerem wurde der Test verbessert. Man bekommt zwar immer noch keine leere Fläche, dafür wird einem aber angezeigt ob die App den Ansatzpunkt richtig erkannt hat. Das reduziert Fehler, lädt aber auch zum Schummeln ein.

Da ist das folgende Kanji LS Touch besser. Außerdem gibt es bei allen Tests das Problem, dass eine falsche Berührung das ganze Kanji auf Falsch setzen und damit wieder auf Level 0 zurück. Die Erkennung von unabsichtlichen Berührungen ist zwar besser geworden, ich würde mir jedoch eine „Abgabe-Bestätigung“ und Korrekturmöglichkeit wünschen. Leider sieht es nicht so aus als ob das kommen würde. Auf der Webseite gibt’s auch Videos zur App. Die App kostet 6,99€

Kanji LS Touch Kanji LS Touch hat einen großen Vorteil gegenüber iKanji Touch: Alle Bedeutungen sind auch auf Deutsch vorhanden und das tolle ist, dass man die Sprache OS-unabhängig einstellen kann (OS auf Englisch, App auf Deutsch). Die App hat auch weitaus mehr Strichfolgen, wieviele weiß ich leider nicht (alle vermute ich mal) genau. Der Strichfolgentest ist auch besser. Man bekommt eine schwarze Fläche, zeichnet das Kanji rein, klickt auf das Fertig-Icon und dann wird einem gezeigt in welcher Reihenfolge man die Striche gesetzt hat und wie es richtig wäre. Dazu gibt es einen Übungsmodus um das Schreiben zu lernen und eine ganze Reihe Testmodi. Leider gibt es keine Automatismen zum Lernen, darum ist es bei mir nur eine Komplementär-App zu iKanji Touch. Will ich ein Kanji unterwegs üben oder lerne ich Kanji aus irgendwelchen Unterrichtsmaterialien verwende ich lieber Kanji LS Touch. Für das reine Einpauken um Kanji-Wissen aufzubauen nehme ich iKanji Touch. Als letzter Kritikpunkt ist anzumerken, dass das Design meiner Meinung nach stark zu wünschen übrig lässt. Für viele denke ich jedoch, ist Kanji LS Touch – insbesondere wenn man es zusätzlich zum Unterricht einsetzen will – die bessere Wahl. Da es einem ermöglicht das Schreiben zu üben und die Bedeutungen auch auf Deutsch vorhanden sind. Der Entwickler hat auch Videos von der App auf seiner Webseite. Der Preis beträgt 9,99€

Ich freu mich über Kommentare und wenn es Fragen zu den vorgestellten Apps gibt, fragt 🙂

P.s.: Eine Webseite, die definitiv einen Blick wert ist, ist smart.fm, allerdings lernt man auch hier Japanisch über Englisch und der Zugriff mit dem iPhone ist „dank“ Flash nicht möglich. Eine iPhone-App ist wohl in Vorbereitung. Eine iPhone-App gibt es inzwischen auch. Ich hatte sie kurz installiert, war nicht sonderlich begeistert und habe sie seitdem nicht mehr benutzt. Daher kann ich hier auch kein Urteil drüber abgeben.