Die Plattformisierung der Podcasts

Heute habe ich das erste Mal mitbekommen, dass es inzwischen Podcasts gibt, die es nur noch auf bestimmten Plattformen hörbar sind. Irgendwas von Böhmermann bei Spotify und ein Podcast von Holgi und Katta bei Audible. Diese Entwicklung finde ich sehr unschön. Bisher waren Podcasts ein relativ dezentrales Format. Wenn ich bei den NPR-Podcasts höre, dass ich mir doch deren NPR One-App runterladen soll, um die Podcasts zu hören, denke ich auch nur: ja, nee… Mit dieser Entwicklung werden dann auch die Podcasts an Plattformen gebunden. Und diese Plattformen, die immer mehr das Netz bestimmen gefallen mir nicht.

Ich mag es auch nicht sonderlich, dass ich für The Man in the High Castle Amazon Prime bräuchte, aber nun gut. Das heißt für mich, dass ich die Serie nicht gucken kann. Für mehr als einen Streaming-Service gebe ich kein Geld aus. Das ist nun mal so. Wenn es irgendwas mal exklusiv bei Premiere, ich meine Sky, gab, konnte ich das halt auch nicht schauen.

Die Streaming-Plattform nutze ich halt, weil es endlich ein legaler Weg ist mit dem ich für überschaubares Geld an Content on Demand in ansprechender Qualität komme. Zwischen dem Ende der Torrents und Netflix, habe ich halt nur Kram geschaut, den ich auf DVD günstig bekommen habe.

Spotify werde ich mir wegen exklusiver Podcasts nicht holen. Ich nutze Google All-Access weil ich da auch meine Musik hochladen kann. Zwei Musik-Streaming-Services will ich nicht zahlen. Und ohne mobile App, mit der ich offline hören kann bringt mir ein Streaming-Service nichts. Und bei Audible habe ich nur einmal gekauft und nie wieder. Die App ist komfortabel aber dieses zu-DRMte Audio-Format kann und will ich nicht unterstützen. Spätestens wenn ich es auf meinem Rechner hören will, geht es in der Regel nicht, weil ich Linux nutze. Da habe ich mal wieder so richtig gemerkt, wie nervig DRM ist. Das erste Mal habe ich es gemerkt, als ich mir eine TV-Serie bei iTunes kaufte. Ich konnte es nicht auf dem Bildschirm abspielen, der nur per DVI angeschlossen war und nachdem ich zu Linux gewechselt war, konnte ich es mir gar nicht mehr ansehen. Das sind halt Plattformen, denen ich als Kunde egal bin.

Bei Podcasts gibt es eine Reihe Finanzierungsmöglichkeiten. Ich verstehe bis heute nicht, warum sich Hörer und Macher in der deutschen Podcastlandschaft gegen Werbung wehren. Aber es gibt ja nicht nur Werbung, es gibt ja auch noch Patreon und den vermutlich nicht ganz so effizienten Standard-Spenden-Aufruf. Für mich gilt: Wenn Podcasts rauskommen, die ich nicht in meinem Podcatcher hören kann, höre ich sie nicht. Dem Macher scheint das dann ja auch nicht so wichtig zu sein und ohne das Geld der Plattform gäbe es das Format vermutlich auch nicht. Also kein Verlust für beide Seiten.

Zusatzspaß bei der Wochendämmerung von Holgi und Katta: Der Feedbackkanal läuft wohl über Facebook, wenn ich es richtig verstanden habe. Und noch so ein unschöner umzäunter Garten, der dem freien Netz den Garaus machen will. Nein, danke. Da ist mir dann Idealismus doch wichtiger als Pragmatismus.

P.s.: Kennt jemand ein schöneres Wort als “Plattformisierung”?

Viertausendhertz

Vor ziemlich genau einem Jahr schrieb ich eine Kritik zur deutschen Podcastlandschaft. Zu viele Laberpodcast oder Wissenscasts mit zu wenig Interviewpartnern bei denen niemand versucht eine Geschichte zu erzählen. Einer der Punkte, die ich dabei nicht aufgriff war das Fehlen von Labels in der deutschen Szene. Gut, Holgi und Tim Pritlove produzieren so viel, dass sie beide jeweils ein Label für sich sind. Aber darüber hinaus gibt es leider nicht so wirklich was.

Seit heute gibt es ein Label, dass von der Aufmachung her für Qualität stehen will. Nicht, dass es nicht schon vorher Qualität gegeben hätte, aber ich denke, dass sie es auf eine neue Stufe heben wollen. Die Gründer von Viertausendhertz sind nicht unbekannt. Nikolas Semak glänzte immer mal wieder mit interessanten Interviewpodcasts und ist Teil eines Laberpodcasts, den ich nie gehört habe 😉 Dazu kommt Christian Grasse, den ich als Moderator von Deutschlandfunk Breitband kenne und er hat die großartige Folge 1 des Podcasts Systemfehler gemacht. Die anderen beiden Gründungsmitglieder Marie Dippold und Hendrik Efert kenne ich bisher nicht.

Efert macht aber auch einen Podcast bei Viertausendhertz. Er kommt also vermutlich auch aus dem Audio- und/oder Journalismusbereich. Dippold kommt aus dem Vertrieb. Die Kombination hört sich erstmal gut an. Vor allem weil sie auch eine Vertrieblerin dabei haben und nicht nur Journalisten.

Das Label ist aber nicht nur einfach ein Zusammenschluss von vier Personen, die ordentliche Podcasts produzieren wollen. Nein, Viertausendhertz ist eine GbR und das heißt, dass sie wohl Geld mit dem Label machen wollen. Als Einnahmequelle scheinen sie sich für Werbung entschieden zu haben. Das Audible-Logo ist überall gut zu sehen. Dazu kommt, wie bei den kommerziellen US-Podcasts bekannt, Werbung zu Audible in den Podcastepisoden. Ich bin gespannt wen sie noch als Werbepartner ranholen können und auch weitere Methoden wählen wie Patreon oder Flattr. Vermutlich kann man in Deutschland nicht die gleichen Werbesätze aufrufen wie in den USA, da die potentielle Hörerschaft bei deutschen Podcasts von Natur aus viel kleiner ist. Aber ich vertraue jetzt einmal blind darauf, dass sie einen vernünftigen Geschäftsplan haben und sich einen Kopf über die aktuelle Marktlage gemacht haben.

Das Label startet mit vier Leuten und sechs Podcasts. Die Anzahl der Podcasts finde ich ziemlich heftig, nachdem ich einmal gehört habe wie lange die Produktion einer Folge bei Gimlet Media dauert und wie viele Leute daran beteiligt sind. Aber Gimlet hat zum Start auch eine ordentliche Summe Geld über Investoren eingeholt. Ich vermute mal, dass Viertausendhertz das nicht getan hat. Und natürlich habe ich auch keine Ahnung welche Einlagen die Gesellschafter bringen konnten.

Wie gesagt empfinde ich die Anzahl der Podcasts ziemlich hoch. Vor allem, wenn diese regelmäßig erscheinen sollen. Da glänzten zumindest Grasse und Semak leider bisher nur mäßig. Vom Systemfehler gab es eine Folge. Semak macht immer wieder großartige Podcasts, die leider nach wenigen Folgen ein Ende fanden1. Von meinen Drüberblicken könnte ich jetzt auch nicht sagen, was noch an Personal bei Viertausendhertz vorhanden ist. Also ob es da zumindest eine kleine Redaktion oder einen extra Editor gibt.

Die Hälfte der Podcasts sehen auf den ersten Blick nach Interviewpodcasts mit nur einem Interviewpartner aus. Mal sehen, ob sie es damit schaffen Geschichten zu erzählen. Die erste Folge Systemfehler im Label folgt dem Format, das auch die ursprüngliche Systemfehlerfolge hatte. Allerdings kürzer. Ich hoffe, dass es dann dafür häufiger erscheint. Ein Podcast ist quasi eine öffentliche GbR-Sitzung. Und ein Podcast namens “Nur ein Versuch” setzt sich mit dem Thema Klarträumen auseinander, was sich für mich sehr Eso anhört. Mal schauen, ob das interessant ist. Das wichtigste wird sein, dass sie in regelmäßigen Zeiträumen neue Folgen der Podcasts veröffentlichen. Auch wenn man Podcasts “zeitsouverän nachhören” kann, weiß ich von meinen eigenen Podcasts, dass die Hörer ungeduldig werden können. Und jeder Vielhörer kennt den Spruch: “Ganz toller Podcast, erscheint aber leider zu selten.” Da fände ich weniger Podcasts mit mehr Qualität und höherer Frequenz interessanter.

Was mich stört ist, dass Logo des Podcasts und seine Beschreibung bei jedem Podcast sehr groß ist, ein dicker Button zum Abonnieren vorhanden ist und danach Werbung kommt. Und erst dann kleine Bilder mit Links zu den Folgen mit Webplayer. Mein Chrome ist auf voller Größe auf meinem 1440×900-Display und ich musste scrollen, um zu sehen, dass es Folgen zum Anklicken gibt. Die Folgen müssten imho weitaus präsenter sein. Gerade dachte ich erst, dass ich irgendwie über das Pulldown-Menüs des Abonnieren-Buttons zu Soundcloud muss, um mir dort eine Folge anzuhören. Benutzbarkeit und Entdeckbarkeit sehen meiner Meinung nach anders aus. Das war wirklich störend. Ich will was hören, keinen Teaser, sondern ganze Folgen. Das “Über” gehört irgendwo anders hin. Selbst der Macher interessiert mich erstmal wenig, sondern die Themen, die bisher behandelt wurden, wenn ich das erste Mal von einem Podcast höre.

Dagegen ist ganz groß, dass es bei der Folge zum Systemfehler ein Transkript gibt. Das kommt hoffentlich für die anderen Podcasts auch. Damit werden die Podcasts auch für Suchmaschinen ordentlich durchsuchbar. Aber das ist natürlich eine ordentliche Menge Arbeit. Wenn es allerdings Skripte und entsprechendes Personal gibt, könnte das machbar sein.

Also kann ich nur sagen, dass ich dem Label viel Erfolg wünsche. Sehr gut finde ich, dass sie eine Vertrieblerin an Bord haben. Nicht so gut finde ich die Anzahl der Podcasts, da ich die Sorge habe, dass da das Verhältnis Quantität/Qualität/Frequenz nicht stimmen könnte. Schlecht finde ich aktuell die Benutzbarkeit der Seite. Aber wie häufig nutzt man die Webseite? Warten wir es ab. Sie sind gerade erst gestartet.


  1. Bis auf der Laberpodcast Mikrodilletanten.

Would I switch back from Linux to OS X?

Since I switched from OS X to Linux, one of the questions I get asked now and then is whether I would switch back. Since recently I clearly said that I would switch back to OS X and iOS if my income situation would change that I could afford it again. But recently my opinion is changing. When I get to hear that people are forced to upgrade from 10.6 to a more recent version of OS X because iOS got updated to iOS9. And iOS9 syncs only with a version of iTunes that doesn’t run on OS X 10.6. Thus one user I know had to upgrade and move away from the apps he still used with Rosetta and had to buy newer versions. Another user has an old MacBook that doesn’t run anything newer than 10.6. Thus she would need to abandon her working laptop and get a new one for things like syncing music to her iPhone. Hint: the user won’t get another iPhone. Then there are problems like the user where I couldn’t get Mail.app to work again and moved the user over to MailMate, reports that OS X gets more and more annoying about updating which sounds like Windows to me1, stuff like not allowing an app with video content about IT-security into the AppStore for the AppleTV etc etc.

In addition I see more and more value in using F/OSS. If I want to I can get the source code and fix a bug myself. I am most of the time not able to, but I have the possibility. And that’s in addition to having software that is free as in beer2. I also have no real problems with my setup. Even though I am using a rolling distribution, it just works as long as I do not get „creative“. And if I do not like the desktop environment/window manager I am using now, I can try another one3. I have also a bigger choice in hardware, even though it will be hard for you to move me away from X-Series Thinkpads 😉 I can buy good serviceable hardware for cheap as used computer, I can build up my own computer from parts or I can buy some high end new shit and nowadays most stuff already works with Linux. A lot has happened in the last 10 years. I can use the same operating software for my servers, my raspberry pi and my own machine. Even though I will use different distributions. Thanks to systemd distributions got more similar in handling them. And that is great. More and more I think that if I could get those 1500€ for a new computer, I might spend it on a Thinkpad X250 and not a MacBook Air/Pro. And don’t let us get started about docking stations. I love mine. It is so awesome to move my laptop around and when I am at home, I connect it to my docking station and it gets connected to two external displays, several hard drives, a DVD-drive4 and my ergonomic keyboard and the vertical mouse. With my MacBook Air this was quite cumbersome and involved a chain of USB-Hubs…

Btw. it is similar now for my Android-phone. My LG G4 is awesome and I really do not see a point why I would want to switch to a current iPhone for loads of more money. Games would be the only reason and because of time constraints I play less and less and I have more than enough games on my pile of shame.


  1. Yes, I know updates are important but for example updating to an 10.X.0 can be problematic.

  2. From time to time I donate money to software projects I use a lot.

  3. But i3 is really awesome and I try from time to time stacking/compositing window managers/Desktop environments and return to i3 after a short while.

  4. Which I still need regularly for getting movies cheap or for childrens movies

Messenger hell

I remember 1994. I had one messenger: the AOL Instant Messenger and the world was good. Then someone showed me ICQ and suddenly I had two messengers. One for people I knew from my AOL-times1 and for people who used ICQ. Then I learned to know some people from Australia. And believe it or not, Yahoo Messenger was popular over there. So I had now 3 accounts. And then I met through a public chat room2 some people I started to go to parties with. And yes, they used the MSN Messenger. Later I learned about Jabber/XMPP and another group of people used that. Multi-messengers to the rescue. But it still kinda sucked.
Time moved on and there was the hope that services are switching to XMPP. Because networks of friends where changing my messenger-needs changed, too. But the problem is the same. I still have to use several messengers. Thanks to mobile and how messengers set up nowadays I just have the disadvantage that a multi-messenger is not really possible anymore.
I use Threema for some friends and family. TextSecure for group chats at work, Hangouts with a couple of friends, Twitter-DMs with other friends, Skype-IM when I am playing P&P-RPGs online3, if I would still use actively app.net, I’d probably use also app.net-PMs. Some people still use only SMS on their phone because they do not have a smartphone and don’t see a reason why to get one4 and when I still used an iPhone, I also used iMessage. If I really wanted to be reachable by everyone I know, I would need to install WhatsApp and FB Messenger, probably Telegram and Line as well. And if I want to bring together people from different circles of friends, I run into the problem that person A doesn’t always use one of the messengers person B uses and both are reluctant to install yet another one.

And then the new hot shit comes along – perfect crypto, maybe stickers, maybe group chats. And how the hell should I move people from one of the messengers I recommended in the past to the new one? I am the „tech guy“ in my family and I do not know how I can explain why they should switch from Threema to TextSecure, just because it is open source and therefore it might be more secure but doesn’t have features like audio messages5. It seems that we are in for the long-haul with messenger hell and that it will never stop6.

And that’s why we can’t have nice things.


  1. Yes, I moved on but before that AOL was just cheaper. I had the choice between AOL (local call + a fee per minute for AOL) or a distance call over 50km to log into a university-account. AOL was still cheaper.

  2. Remember those? Not IRC or twitter but a webpage with a chat in HTML where people met to chat with strangers?

  3. But Hangouts for the video-part. Strange world, isn’t it?

  4. Which is perfectly understandable in their cases

  5. or built-in voting – lolwut

  6. Since XMPP wasn’t succesful it might be proven that a distributed messenger won’t work and when one company comes along to own them all, someone will say that it is an evil monopoly and therefore won’t use it and switch to another one

Was ist Retro?

Wie der geneigte Leser weiß, bin ich Mitglied des Podcasts Retrozirkel. Ein Podcast in dem wir zu dritt pro Folge über ein altes Videospiel sprechen. Ein Retrospiel sozusagen. Bisher waren das in der Regel Spiele aus der 8- und 16-Bit-Ära, also etwa bis 1994. Trotzdem stellt sich die Frage ab wann ein Videospiel retro ist.
Die Retronauts haben die Regel, dass Retro ist was 10 Jahre und älter ist. So ist es inzwischen auch zu einer Folge zum Nintendo DS gekommen, der 2004 auf den Markt kam. Gerade las ich, dass der Sega Saturn seinen 20. feiert. Die PlayStation (PS1) ist auch so alt. Die PlayStation 2 (PS2) ist aus der 6. Konsolengeneration und hat 15 Jahre auf dem Buckel und wenn ich auf den Handheldmarkt gucke hat der Gameboy Advance (GBA) 14 Jahre hinter sich.

Interessanterweise würde ich den Gameboy Advance eher als retro bezeichnen als Saturn und PS1 und erst recht im Vergleich zur PS2. Die Spiele sind in der Regel 2D und „3D“-Spiele sehen eher nach dem Mode 7. Der GBA war für mich immer ein tragbares Super Nintedo1. Und dadurch fühlt sich das alles mehr retro an, als die Spiele einer PS1.

Retro ist für mich 2D-Graphik. Vielleicht liegt es einfach daran, dass die 3. und 4. Generation meine Kindheit war. Die 5. Generation kenne ich nur von Freunden als ich Jugendlicher war und habe ich selber übersprungen. Mal abgesehen davon, dass die Graphik in der PlayStation-Ära heutzutage schwer verdaulich ist für mich. Die 3D-Graphik der PlayStation ist für mich so ein wenig wie die 2D-Graphik des Atari 2600. Beide sind nicht so pralle gealtert. Während ich NES-Spiele heute noch locker zocken kann, tue ich mich bei Atari 2600-Spielen schwer. Und wenn ich ein PlayStation-Spiel einlege muss es schon verdammt gut sein wie Final Fantasy VII oder Graphik haben, die eher pixelig ist wie bei Final Fantasy Tactics. Selbst Spiele, die ich wirklich viel gespielt habe wie Soul Blade, lassen meine Zehennägel ein wenig kräuseln. Das wird wieder ausgemacht, sich kurz daran erinnert, dass die In-Game-Graphik vom Nachfolger Soul Calibur, besser aussah als das vorgerenderte Intro von Soul Blade und Soul Calibur 22 eingelegt.

Aber tue ich den Spielen da nicht unrecht? Ist das nicht auch alles retro und sollte genauso Beachtung finden? Vermutlich schon, aber irgendwie würde es mir „einfacher“ fallen ein Metroid Fusion (2002) im Retrozirkel zu besprechen, als ein Final Fantasy VII (1997) oder Super Mario 64 (1996). Und das einfach nur weil es sich mehr retro „anfühlt“. Nun gut, jetzt geh ich erst mal wieder ein wenig Megaman X für die nächste Folge spielen.


  1. Und bis heute trauere ich dem Fakt nach, dass Super Metroid nie portiert wurde im Gegensatz zu Super Mario World und Zelda 3

  2. Mein Favorit in der Reihe.

Podcasts – Die Sache mit der Finanzierung

Einer der Kritikpunkte meines Posts von gestern, war die Finanzierung von Podcasts. This American Life ist Radio und die haben Geld. Gut, dann ziehe ich halt Gimlet Media. Das ist eine neugegründete Firma in den USA, die nur Podcasts machen. Investoren gaben eine insgesamt sechs- bis siebenstellige Summe als Anschubfinanzierung und der Werbeslot pro Folge kostet meines Wissens nach eine mittlere vierstellige Summe.

Ja, das sind Beträge von denen deutsche Podcaster nur träumen können.

 

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Die deutsche Podcastlandschaft – eine Kritik

Es fühlt sich für mich an, als ob sich die deutsche Podcastlandschaft konzeptionell in den letzten Jahren nicht weiterentwickelt hat. Technisch ist alles ziemlich groß. Dank Podlove ist das Veröffentlichen einfacher geworden und dank Auphonic stimmt die Audioqualität, selbst wenn man nicht für 1000€ und mehr Audioausrüstung rumstehen hat. Aber konzeptionell ist kaum etwas passiert.

Viele Podcasts sind Laberpodcasts. Wenn sie gut sind, haben sie auch einen Themenbereich der nicht nur Tech betrifft. Dazu kommen ein paar, die Wissen näher bringen wollen aber dann in der Regel immer die selben Leute hat, die mehr oder minder gut vorbereitet sind und entweder selten oder nie Interviewpartner mit tiefgehendem Wissen haben. Und dann gibt es noch die Interviewpodcasts, die entweder eher in die Kategorie Laberpodcast fallen mit wechselndem Gast oder in ganz seltenem Fall auch richtig Wissen näher bringen. Zusammengefasst: Eine bis fünf Personen unterhalten sich und wenn sie richtig richtig gut sind, bleibt man bei einem Thema und eine Person hat richtig Ahnung davon.

Niemand versucht Geschichten zu erzählen oder wirklich spannende Interviews zu führen. Gefühlt wird meist einfach nur das Rohmaterial einmal nach Auphonic gekippt und das war’s.  Während eine Reihe Leute Zeit in die Technik stecken mit Projekten wie Podlove und Ultraschall, fehlen die Leute, die den Podcastern beibringen wie man aus dem Rohmaterial was machen kann. Wie erzählt man damit Geschichten, baut Spannungsbögen auf oder wie finde ich den richtigen Gesprächspartner und bereite mich auf ein Interview vor? Wie bearbeite ich so etwas nach?

Und dann kommt der nächste Punkt. Um so einen richtig geilen Podcast zu machen, einen an dem man lecken will, weil er so großartig ist, braucht’s Manpower. Da kann nicht jeder vor dem Mikro reden. Da braucht es Zuarbeiter. Wie wäre es mal, wenn sich eine Gruppte zusammentäte, um die Arbeit für Vorbereitung und Nachbereitung aufzuteilen und nur eine(r) oder zwei sind hinter dem Mikro wirklich aktiv. Dann hat man auf einmal jemanden, der seine Zeit auf die Recherche aufwendet, jemand der ein Skript baut, jemand der Interviews führt und jemand der schneidet. Warum muss der Podcaster denn immer alles machen?

Es muss ja nicht gleich ein Serial oder This American Life werden; kann es vermutlich auch nicht, weil da eine ganze Reihe Leute Vollzeit dran arbeiten. Aber wenn sich mal Teams fänden, die aus Zuarbeitern und Redner bestünden, könnte man glaube ich schon viel mehr reißen und neue Konzepte und bessere Inhalte bringen.

Update: Ich habe es endlich geschafft, die erste (und einzige) Folge von Systemfehler zu hören und genau so etwas meine ich. Mir wurde ein paar Mal Bartocast genannt. Kenne ich nicht, könnte aber auch in die Richtung gehen. Aber zwei Podcasts sind halt die Ausnahme und nicht wirklich definierend für die Podcastlandschaft. Selbst die Großen wie Resonator, Raumzeit oder CRE fallen in die oben genannten Kategorien aber halt in die „richtig“ guten (Zwei Leute reden, einer hat richtig Ahnung).
Es fehlt den Podcasts in der Regel an einer „Redaktion“. Das ist das was ich mit den Leuten meine, die nicht hinter dem Mikro sind, sondern halt zu- und nacharbeiten. Und das ist auch für Hobbyprojekte machbar. Die Frage ist halt, was man haben will. Den nächsten Labercast oder ein tolles Ergebnis, was über das reine Gespräch hinaus geht.

Fehlende Bürgerbeteiligung beim Tempelhofer Feld

Die TAZ hat einen Artikel geschrieben über die fehlende Bürgerbeteiligung beim Tempelhofer Feld. Essenz des Artikels ist: Alle wollen direkte Demokratie und dann kümmert sich niemand. Nachdem ich den Artikel komplett gelesen habe, dachte ich nur „What the Fuck? You serious?

Seit Dezember 2015 gibt es eine Webseite auf der man sich beteiligen kann beim Tempelhofer Feld. Die Phase des Sammelns der Vorschläge geht laut dem Artikel bis Ende Februar. Tilmann Heuser, der Koordinator der Bürgerbeteiligung und Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz teilt aber mit, dass die Werbung noch nicht richtig angelaufen sei dafür. Wir schreiben übrigens den 20. Januar. Es gebe wohl auch Veranstaltungen vor Ort um den Dialog zu suchen.

Finde ich interessant. Ich wohne etwa 5 – 10 Minuten fußläufig vom Tempelhofer Feld. Und ich wusste exakt nüscht davon. Zugegeben, ich habe mich nicht wirklich gekümmert was da gemacht wird und wie die Bürgerbeteiligung aussehen wird. Ich schließe mal von mir auf andere, aber ich glaube anderen geht es ähnlich. Und zur Abstimmung wurde ja ohne Ende Werbung gefahren.

Meine Vermutung war, dass man informiert wird als Anwohner. Man könnte ja die Anwohner im Umkreis per Flugzettel im Briefkasten informieren. Dürfte nicht so schwer und teuer sein. Und wie kann ich denn bitte eine Plattform zur Bürgerbeteiligung starten, Werbung dafür einplanen und dann die Werbung so spät anlaufen lassen, dass bei der ersten Phase davon noch nahezu nichts zu sehen ist.

Ich glaube nicht, dass es unbedingt am Unwillen der Bürger liegt, dass sich da niemand beteiligt. Sondern an fehlender Kommunikatio und einfach nahezu niemand davon weiß, dass es die Plattform gibt.

#IdontstandwithLinus

The #Gamergaters have a new hashtag: #IstandwithLinus. As everyone knows who read stuff from conferences or mailing lists where Torvalds speaks or writes, he seems too be a pretty big asshole. He created the Linux Kernel and for this I am grateful. It is an awesome project and helped to get free software a huge momentum.

But that does not justify that he is an asshole.

#IstandwithLinus apparently found its way onto Twitter because Torvalds explained that he does not really care about diversity and people once again called him out on it. And thus the #Gamergaters had found a new hashtag. And oh wonder, it is again about trashing women and trying to find ways to fight people who think we left the 50s and 60s behind us and not about ethics in game journalism. And they do it with the same means: they dox people, they threaten people and try to get to them in the meatspace. Just read the twitter-timeline of @Shanley.

The sad thing people like Torvalds or RMS1 probably do not care about it, so they won’t speak about it. I wonder if at least organizations like the Linux Foundation or the FSF will speak out or some other big FS/OSS-projects. Otherwise it is once again just a sad example how broken the open source-community is. Diversity is important and not being an asshole in social matters is important as well. It is astounding that people still develop for the Kernel while the project leader is just uncouth.

Who wants to know about why diversity is important, I can recommend this presentation by Lena Reinhard:

If you like Linux and free software you shouldn’t use the hashtag #IstandwithLinus. It just is another synonym for #Ihatewomen. You are hurting the whole project more than you do good. Actually you are doing no good at all, you just hurt Linux.

#IdontstandwithLinus


  1. Richard Ms. Stallman

Apples Lock-In

As you maybe know I switched recently to Linux and Android and lived before that the Apple-Lifestyle. I had a 2011 MacBook Air, an iPhone 4S and an iPad1. So I really could see what Jobs meant with his e-mail when he wrote“tie all of our products together, so we further lock customers into our ecosystem“.

This is only a critique about Apples way locking someone in. That doesn’t say others do not try the same. Google tries to get you into their eco-systems or Amazon wants you to lock you into the Kindle-ecosystem. Therefore Google can show you more ads and Amazon can sell you more Kindle-books etc. But their lockin-strategy involve to be ubiquitous thus I can at least change the manufacturer of my laptop or my phone. Yes, I know Apple is in the hardware-selling business but not being able to change hardware and operating systems is in my experience worse than having several apps for reading ebooks on my device.

So, let’s start.

iCloud

I’ve seen more and more applications adopting iCloud as a medium to share documents between devices. Usually you need the same applicaiton on all your devices. Like iA Writer on the iPhone and iA Write on the Mac and the iPad to get to those documents. So if you saved your documents to iCloud, you won’t be able to get them onto another operating system.

Contacts and Calendars

Apple uses Caldav and Carddav, standards, to synchronize calendars and contacts between devices. It should be easy to get read/write-acces to them, right? Right? Nope. You can share a caldav-URL easily but that is read-only. If you want to give someone write-access, you can do this only easily when they are also in the Apple-ecosphere. And I cannot remember having something similar available for Contacts at all. Sure you can export all the data and get ics-files for your calendars and vcs-files for your contacts but I cannot use iCloud easily. And I need to use iCloud for syncing because I am doing stuff together with people and we are all accustomed to use the the Apple-service.

Fortunately some other people wrote software to get those URLs2 but you have to find that first.

iTunes

iTunes won’t let you sync music to other devices than iOS-devices and iPods, everybody knows that. And getting your music collection onto those devices iTunes is the only way to use. Btw. I know several people who switched away from iOS-devices or wouldn’t get one because they dislike iTunes or cannot use it for some reason like using Linux.

And iTunes Match is only usable with iTunes and iOS-devices. It’s nice to have but when I thought about switching, I didn’t want to give up that functionality. Contenders have at least software for iOS and Android to make that possible.

And then there is the DRM. It is not necessarily Apples fault but the content industry that wants DRM. But if I do not have iTunes available, I cannot legally watch the video-content I aquired licenses for. Yep, I am into buying DVDs3 again.

Podcasts.app

I checked it today and couldn’t find any way to export podcasts. To be honest it is the only podcast-app on iOS that I know that doesn’t allow exporting subscriptions as opml. But afaik it works great together with all the other Apple-products.

Update: You can export your list of podcasts from iTunes and you can sync the app with iTunes. But you cannot export a list of podcasts right from the podcast-app on the iPhone.

Apple TV

Nice device, if you are living the Apple-lifestyle. Step away from the path and it becomes pretty useless afaik.

Facetime and Messages

Oh, you want to use Messages or facetime with someone who doesn’t have an Apple-device? That’s your problem. All the people you know have iOS-devices, but you don’t? Well you can’t use what they might be accustomed to.

Apps

This is actually a problem of all operating systems and ecosystems. But this was a reason for years for not even thinking about switching to another mobile OS. I just spent too much money on apps, that I won’t be able to use anymore. This was really hard to overcome in my mind.

The Future

Thinking about upcoming releases and the lock in, Continuity comes to mind. The feature in which you can start working on something on your computer and seemlessly continue to work on it on your iOS-device. Sounds great, but moving away from Apple and that feature will be lost.

Conclusion

Using only Apple-products is great. Everything works pretty much seamlessly together but moving away one step and a lot of things just break. Thus Apple really tries to get you to use their new features, so you integrate them into your workflows. And when you use only Apples products and some of their third-party-developers like Omni, you are becoming dependent on them and cannot switch easily to anything else. After all you have to rethink how you get things done at the end of the day. With using those features you gain some utility but also loose a bit of freedom of choice in the future.

I don’t have a grudge against Apple that they are doing what they are doing. It is an important strategy to get more sales. But I see often complains about other companies that try to lock you in, but Apple mastered it imho.


  1. which I still have and use

  2. A solution for desktop-computers is here. For syncing iCloud-calendars on Android you need iCloud Sync for Android and for syncing contacts you need Sync for iCloud Contacts. Or if you have already the URLs you can probably, just use apps for adding caldav- and carddav-support to Android which makes it a more general approach.

  3. And maybe sometime in the future Bluerays but HD doesn’t give me enough bang for the buck that I will start using Blueray in the near future.