Zwei Filmempfehlungen aus Japan

Gerade bin ich so am Durchgehen meiner Sammlung, vor allem was ich so an japanischen Filmen da habe. Und da stoße ich immer wieder auf zwei Filme, die mir richtig gut gefallen. Leider sind beide, selbst bei Menschen, die sich für ostasiatische, oder japanische Filme im Speziellen interessieren nicht so bekannt. Beide Filme sind mit Kubozuka Yōsuke und Hosoyamada Takato.

Go (2001)

In Go geht es um einen Jugendlichen der der koreanischen Minderheit angehört. Aber er ist in Japan geboren und aufgewachsen, es ist nicht zu erkennen, dass er Koreaner ist. Er entscheidet sich auf eine japanische Oberschule zu gehen, damit er später auf einer besseren Uni studieren kann, um bessere Chancen im Berufsleben zu haben. Vor der Oberschule ging er auf eine nordkoreanische Schule in Japan. Es entwickelt sich eine Beziehung zu einer Japanerin, die ihn aber ablehnt, als sie herausfindet, dass er Nordkoreaner ist. Der Film zeigt die Probleme der Zainichi-Kankokujin (der japanische Begriff für die koreanische Minderheit) und wie die japanische Gesellschaft mit ihnen umgeht. Von damals noch existierenden Ausweis für Ausländer (Japaner tragen keinen), bei dem es eine Strafe mit sich zog, wenn man ihn nicht mit sich trug. Dem vorherrschenden Rassismus in der Gesellschaft. Und auch das Leben in zwei Welten.

Das interessante an dem Film ist, dass er von Japanern gedreht und gespielt wurde. Das Buch auf dem der Film basiert wurde von einem Angehörigen der koreanischen Minderheit geschrieben. Aber es ist das erste Mal, dass sich von japanischer Seite an diese Thematik gewagt wurde durch einen Film.

Ping-Pong (2002)

Ping-Pong ist wie der Name schon andeutet ein Sportfilm. Es geht um zwei Schüler Peco und Smile, die beides sehr gute Ping-Pong-Spieler und Freunde sind. Peco hat großes Talent, aber sieht den Sport nur als Zeitvertreib. Smile muss mehr arbeiten um wirklich gut zu sein, aber für ihn bedeutet der Sport auch mehr. Der Film zeigt die Motivationen und Haltungen gegenüber dem Sport. Was erstmal komisch klingt, entpuppt sich als sehr unterhaltsamer Film, der auch ein bisschen zum Nachdenken anregt und sehr sympathische Charaktere hat. Dazu kommt ein toller Soundtrack.

Wenn ihr die Möglichkeit habt diese Filme zu sehen, lege ich sie euch wärmstens ans Herz. Nur wenige Filme habe ich mir ähnlich oft angesehen.

Filmempfehlung: Saure Erdbeeren – Japans versteckte Gastarbeiter

Endlich habe ich es mal geschafft mir die Dokumentation „Saure Erdbeeren: Japans versteckte Gastarbeiter“ (2008) anzusehen. Wie der Titel schon sagt, handelt der Film von Gastarbeitern in Japan. Diese kommen über Schlupflöcher in der Gesetzgebung in das Land. In der Regel geschieht dies als Nikkei-Jin oder über Trainee-Programme.
Nikkei-Jin sind japanischstämmige Ausländer, die max. in der dritten Generation im Ausland leben. In der Regel sind die Vorfahren nach Südamerika ausgewandert, die meisten nach Brasilien. In den 80er Jahren begann die japanische Regierung Visa auszustellen, damit diese die schweren, dreckigen und gefährlichen Arbeiten in Japan ausführen können. Die Arbeiten also, die Japaner nicht mehr ausführen wollen.
Andere Gastarbeiter werden über Ausbildungsprogramme angeworben. Offiziell sind es Ausbildungsprogramme in den Firmen, inoffiziell sind es sehr sehr billige Arbeiter. Auch hier gilt dasselbe wie schon bei den Nikkeijin beschrieben.
Sehr sehenswerte Dokumentation, die etwa eine Stunde lang ist.
Hier ein paar Links dazu: