003 Japan hat gewählt

Am 16.12. wurde in Japan gewählt. Ich spreche über die Wahlergebnisse, erkläre einige Hintergründe und versuche mich in einer Analyse. Leider konnte ich mich in manche Dinge nicht nochmal so einlesen wie ich wollte und hatte aufgrund der späten Stunde nicht die Möglichkeit den Podcast so nachzubearbeiten, wie ich es gerne getan hätte. Ich hoffe es macht trotzdem Spaß zuzuhören.
Fragen und anderes gerne in die Kommentarspalte.

Und darum schmeckt japanische Schokolade nicht

Wer schon einmal in Japan war und die “großartigen” Schokoladenprodukte von Meiji und anderen probieren durfte, weiß warum man auf seinen Reisen nach Japan Milka und Ritter Sport für seine Freunde mitbringen sollte.

Schokolade in Japan schmeckt einfach nicht. Nach ein paar Versuchen habe ich von Schokolade japanischer Firmen für immer die Finger gelassen. Heute habe ich endlich herausgefunden, warum japanische Schokolade so schlecht schmeckt.

Aktuell lese ich “Can Japan Compete?” von Michael E. Porter (Harvard-Prof, der u.a. auf internationale Wettbewerbsfähigkeit spezialisiert ist), Hirotaka Takeuchi und Mariko Sakakibara aus dem Jahr 2000. Ein recht interessantes Buch, dass vielen Ideen zum Thema staatlich gestützte Wettbewerbsfähigkeit den Wind aus den Segeln nimmt.

Nun aber zurück zur Schokolade. In diesem Buch steht unter anderem der Grund warum japanische Schokolade von so niedriger Qualität ist: Zum Einen gibt es seit 1974 einen Zoll in Höhe von 35% auf Zucker und Milch. Damit sind wichtige Zutaten von Schokolade unnötig teuer. Dies führte dazu, dass japanische Firmen nach Substituten für Schokolode suchen mussten. Zum anderen gibt es wohl sehr lockere Regulierungen von staatlicher Seite aus, wieviel Kakao und Kakaobutter in Schokolade sein muss, damit sie Schokolade genannt werden kann. Und dies führte laut den Autoren zu einer indirekten Billigung von Produkten niedriger Qualität seitens der Regierung. Rätsel gelöst.

Filmempfehlung: Saure Erdbeeren – Japans versteckte Gastarbeiter

Endlich habe ich es mal geschafft mir die Dokumentation “Saure Erdbeeren: Japans versteckte Gastarbeiter” (2008) anzusehen. Wie der Titel schon sagt, handelt der Film von Gastarbeitern in Japan. Diese kommen über Schlupflöcher in der Gesetzgebung in das Land. In der Regel geschieht dies als Nikkei-Jin oder über Trainee-Programme.
Nikkei-Jin sind japanischstämmige Ausländer, die max. in der dritten Generation im Ausland leben. In der Regel sind die Vorfahren nach Südamerika ausgewandert, die meisten nach Brasilien. In den 80er Jahren begann die japanische Regierung Visa auszustellen, damit diese die schweren, dreckigen und gefährlichen Arbeiten in Japan ausführen können. Die Arbeiten also, die Japaner nicht mehr ausführen wollen.
Andere Gastarbeiter werden über Ausbildungsprogramme angeworben. Offiziell sind es Ausbildungsprogramme in den Firmen, inoffiziell sind es sehr sehr billige Arbeiter. Auch hier gilt dasselbe wie schon bei den Nikkeijin beschrieben.
Sehr sehenswerte Dokumentation, die etwa eine Stunde lang ist.
Hier ein paar Links dazu:

Yakuza Moon – Ein anderes Japan

Cover von Yakuza MoonShoko Tendo ist aufgewachsen als Kind eines hochrangigen Mitgliedes der Yakuza und hat auch seinen Fall miterlebt. Gleichzeitig kann man in ihrer Autobiographie “Yakuza Moon: Memoirs of a Gangster’s Daughter” sehr gut sehen, wie sie selber in ein Milieu geraten ist, über das man eher selten liest bzw. dessen Sichtweise man selten findet, wenn man sich mit Japan beschäftigt.
Vom verhätschelten Kind, dass aber auch Gewalt im Familienhaus erfahren musste, zum Mitglied japanischer Jugendgangs, zur drogenabhängigen Hostess, in Beziehungen, die glaub ich niemand als erfahren möchte.
Eins der wenigen Bücher in der letzten Zeit, die ich wirklich verschlungen habe. Stellenweise nicht für zarte Gemüter, da es wirklich gewalttätig zugeht und Tendo ihre eigenen Erfahrungen sehr bildhaft beschreibt. Dazu kommen ein paar sehr schöne Schwarz-Weiß-Fotos aus ihrer Vergangenheit.

Wirklich empfehlenswert. Das Buch hat knapp 200 Seiten und liegt in englischer Übersetzung vor. Bei Amazon kostet es aktuell um die 9€.

Kommentare und Fragen sind wie immer gewünscht.

Yakuza – eigentlich wollte ich nur einen Wikipedia-Artikel korrigieren

Eigentlich wollte ich nur einen Wikipedia-Artikel korrigieren. Aus diversen Gründen lass ich es aber sein. Daher gibt es jetzt hier einen Artikel dazu.

Yakuza ist ein umgangssprachlicher Begriff für die organisierte Kriminalität japanischen Ursprungs. In den Berichten der Polizei wird meiner Erfahrung nach immer von kriminellen Banden (Bōryokudan – 暴力団; wortwörtlich: gewalttätige Organisation) gesprochen. In neueren Veröffentlichungen spricht die Polizei interessanter Weise von “Organisierter Kriminalität” (Soshiki Hanzai – 組織犯罪), wobei ich aber leider noch nicht rausgefunden habe was der Unterschied ist.
In neueren Veröffentlichungen fasst die Polizei in einem Kapitel inländische und ausländische organisierte Kriminalität (Soshiki Hanzai – 組織犯罪) zusammen. Wobei für die inländische organisierte Kriminalität (also die Yakuza) der Begriff Bōryokudan verwendet wird. Wird über ausländische organisierte Kriminalität geschrieben, wird der Begriff Soshiki Hanzai verwendet.4

Der genaue Ursprung des Begriffs ist unbekannt. Der beliebteste Mythos stammt laut Kaplan1 aus dem Hanafuda (花札), ein japanisches Kartenspiel. Aber auch das scheint nicht 100% richtig, da es eher aus einem Spiel namens Oicho-Kabu (おいちょカブ) kommt, das mit Hanafuda-Karten gespielt wird. Das Spiel ähnelt Blackjack und es geht dabei darum möglichst nahe an die 9 heranzukommen. Ist der Betrag der Zahl auf den Karten größer 9, wird also zweistellig wird die erste Stelle abgeschnitten. 0 Punkte gibt es also für die 10, 20 usw. Die Kartenkombination 8-3-9 ergibt 20 Punkte und ist damit wirklich schlecht.2 Gesprochen wird diese Kombination Ya-Ku-Sa auf Japanisch.3
Diese Kombination wurde wohl von den früheren Glücksspielern als Begriff für etwas Nutzloses genommen und irgendwann wurde der Begriff für die Banden benutzt, welche das Glücksspiel organisiert haben. Diese Banden waren die Bakuto, eine der beiden Ursprungsgruppen der modernen Yakuza.
Die andere Ursprungsgruppe waren Tekiya, fahrende Händler, die auf Märkten u.ä. Stände aufstellten und einen eher schlechten Ruf hatten (z.B. wegen geringer Qualität der gehandelten Waren)

Als letztes noch etwas zu Tätowierungen. Der Ursprung liegt wohl darin, dass Tätowierungen ursprünglich als eine Art Brandmal genutzt worden sind. Die Kriminellen wurde ein schwarzer Ring um einen Arm tätowiert.
Laut Kaplan wurde in einem chinesischem Text aus dem dritten Jahrhundert erwähnt, dass in Japan Oberkörper und Gesicht tätowiert worden sind. Mit der Zeit sind diese komplexer geworden und die Motive waren Götter, Volkshelden, Tiere etc. Im späten 17. Jahrhundert sind diese dann populär geworden bei Menschen, die viel mit freiem Oberkörper gearbeitet haben, wie auch u.a. die oben erwähnten Mitglieder der Glücksspielbanden.

Kommentare und Fragen sind wie immer gern gesehen. Evtl. werde ich in Zukunft mehr über kriminelle Organisationen in Japan schreiben.

[1] Kaplan, David E.; Dubro, Alec (2003). Yakuza: Japan’s Criminal Underworld Expanded Edition. University of California Press. Berkeley; Los Angeles.
[2] Die Spielregeln auf Englisch gibt es hier: http://hanafubuki.org/oichokabu.html
[3] Wie es zur Lautverschiebung von Sa zu Za gekommen ist, weiß ich leider nicht.
[4] Weißbuch der National Police Agency von 2008 (Japanisch)

Sasaya – bessere Sushi gibt’s in Berlin nicht

Es gibt viele Möglichkeiten in Berlin Sushi zu essen aber um ehrlich zu sein, ist die Qualität in der Regel ziemlich mies.
Es gibt jedoch einen Laden in der Berlin, da ist es einfach großartig: Sasaya. Zum einen ist der Reis perfekt – ich frage mich jedes Mal wie sie ihren Reis zubereiten. Darüber hinaus haben sie vermutlich den besten Fischlieferanten in Berlin. Er ist sehr gut und von wirklich hoher Qualität. Der Toro (fettester Teil am Thunfisch) zergeht auf der Zunge.
Folgende Zusammenstellung kann ich wirklich empfehlen (für 2 Personen): Großes Sushi Omakase (Empfehlungen des Chefs), einmal Sake Oshi-Sushi (Sake heißt Lachs; Oshi-Sushi ist eine Spezialität aus Westjapan) und falls man dann noch Hunger haben sollte z.B. die Rainbow-Rolls. Dazu grüner Tee und als Nachtisch Eis Maccha-Sauce (Maccha ist grüner Tee). Sehr lecker und kostet insgesamt so um die 50€ und ist für zwei Personen.
Natürlichgeht das Ganze auch viel billiger. Mit obigen ist man wirklich voll und kann sich rausrollen. Man kann da auch für unter 10€ pro Person essen.
Eine Reservierung ist unbedingt erforderlich. Am Besten ein paar Tage, wenn nicht sogar ne Woche oder zwei vorher.
Sasaya
Lychener Str. 50
10437 Berlin
Tel.: 030/44 71 77 21
Öffnungszeiten: Ruhetag: Mittwoch, Do-Di 12-14.30 Uhr, 18-22.30 Uhr

Neue Kanji kommen

In 30 Jahren gab es keine Kanji-Reform aber ab nächsten Herbst wird die Liste der Kanji für den täglichen Gebrauch (常用漢字 – Jōyō-Kanji) reformiert. Die Liste der Veränderungen wurde vorgestern bekannt gegeben.
Bevor ich hier aber ins Detail gehe, ein paar kurze Erläuterungen zum japanischen Schriftsystem. Wer es kennt, kann also die nächsten Absätze überspringen.

Es gibt zwei Silbenschriften à 46 Zeichen, die durch Diakritika noch ein paar Lautverschiebungen abbilden.

Zum einen sind dies Hiragana (平仮名/ひらがな), zum anderen Katakana (片仮名/カタカナ). Heutzutage werden Hiragana in der Regel verwendet um Grammatik abzubilden und um eine ganze Reihe Wörter zu schreiben. Mir wurde einmal erzählt, dass um so öfter ein Wort verwendet wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man nicht mehr das chinesische Schriftzeichen dafür verwendet sondern es in Hiragana schreibt. Allerdings konnte ich dafür bisher keine Quelle finden. Wörter deren chinesische Schriftzeichen man nicht kennt, schreibt man in der Regle auch in Hiragana.
Katakana werden normalerweise verwendet um Lehnwörter z.B. aus dem Englischen zu schreiben (wie バーチャル・リアリティー — Virtual Reality) oder z.B. aus dem Deutschen (バイト – baito; von Arbeit und bedeutet soviel wie Nebenjob).
Dann gibt es noch Kanji (漢字), Schriftzeichen, die aus dem Chinesischen stammen. Davon gibt es viele 😉
In der Grundschule lernt man die Kyōiku-Kanji (教育漢字). Das sind 1006 Zeichen, die über die sechs Jahre Grundschule beigebracht werden. Darüber hinaus gibt es die Jōyō-Kanji (常用漢字). Das sind seit ’81 1945 Zeichen, die vorherige Liste von 1946 hatte nur 1850 Zeichen. Diese Kanji, sind die Zeichen für den täglichen Gebrauch und werden in der Mittelschule und Oberschule beigebracht. Die sollte jeder (Japaner) kennen. Es gibt dann noch mal etwas über 100 Zeichen, die zusätzlich legal in Namen verwendet werden dürfen.
Soviel zur Kurzeinführung.

Nächstes Jahr im Oktober wird es eine reformierte Liste an Jōyō-Kanji geben. Vorgestern wurden die Neuerungen veröffentlicht und das ist eine ziemlich große Nachricht, da es schließlich vor 30 Jahren die letzte Veränderung gab an dieser Liste. Allerdings kann sich die Liste der Veränderungen noch ändern. Die endgültige Liste wird zwischen Februar und April 2010 die endgültige veröffentlicht.
Hier nun aber eine Zusammenfassung der Änderungen.
Fünf Zeichen werden aus der Liste entfernt.
勺 (shaku, ein Hohl- bzw. Flächenmaß – 18ml bzw. 0,033qm)
銑 (SEN, Roheisen)
脹 (CHOU, Schwellung)
錘 (tsumu, Spindel)
匁 (monme, eine Gewichtseinheit – ca. 3,75g)

Es gibt eine Liste von 191 Kanji, die hinzugefügt werden sollen und seit einem Jahr nicht verändert worden sind. Zu dieser Liste sollten noch neun weitere hinzugefügt werden, wovon es aber nur 5 geschafft haben. Damit vergrößert sich die Liste der Jōyō-Kanji auf 2136.
Einige der neuen Kanji auf der Liste sind Zeichen, bei denen ich mich zumindest immer gewundert habe, warum sie nicht zu den Jōyō-Kanji gehören, da man ihnen andauernd begegnet wie z.B. 誰 (dare – wer) oder 俺 (ore – ich; eins der vielen Wörter, die “ich” bedeuten aber nur von Männern unter bestimmten Bedingungen verwendet werden kann), andere neue Kanji sind welche, die in Namen von Präfekturen sind.
Eine komplette Liste mit englischer Übersetzung gibt es bei KanjiClinic.com. Ausführlichere Erläuterungen auf Englisch gibt es bei der Japan Times (Englisch). Die Asahi hat auch einen ganz interessanten Artikel (Japanisch).

Fragen und Kommentare sind wie immer gern gesehen.

Wörterbücher für das iPhone

Ein kurzer Artikel zu den zwei Wörterbücher, die ich für das iPhone benutze. Ich habe mehrere durchprobiert aber die beiden halten sich schon seit langem auf meinem iPhone. Allerdings muss ich sagen, dass ich sie nur benutze um mal schnell ne Vokabel unterwegs nachzuschlagen. Wenn ich z.B. richtig Übersetzungsarbeit leisten muss, im Internet was Japanisches lese oder Fachtexte auf Japanisch lese, benutze ich andere Mittel aber das soll nicht Bestandteil des Artikels sein, sondern sich mit Wörterbüchern auf dem iPhone auseinandersetzen.

Kotoba: Kotoba ist ein kostenloses multilinguales Wörterbuch, dass auch nach Deutsch übersetzt. Als Grundlage nutzt es das JMDict. Im AppStore sagen sie zwar, dass sie auf das EDICT aufsetzen, da es jedoch multilingual ist, denke ich, dass es das JMDict nutzt. Das ist aber ehrlich gesagt für den Endnutzer einer Wörterbuchanwendung kein großer Unterschied. Die Anwendung hat keine Möglichkeit Kanji nachzuschlagen. Die Anwendung ist wie beschrieben kostenlos im AppStore erhältlich.

Update 29.10.09: Die Anwendung hat heute ein Update erfahren. Die größte Neuerung ist wohl, dass es jetzt Beispielsätze aus dem Tanaka-Corpus (Englisch) und dem Tatoeba-Project gibt. Verbkonjugationen können jetzt auch nachgeschlagen werden. Warum die Anwendung bei jedem Start nach meiner Standort fragt ist mir allerdings nicht klar aber da werde ich beim Entwickler nachfragen und hier ein Update geben. Update 29.10.2009: Inzwischen hat mir der Entwickler geantwortet. So wie es aussieht telefoniert die Anwendung “nach Hause” um anonymisierte Nutzungsstatistiken abzuliefern. U.a. will er auch ermitteln wo die Anwendung so genutzt wird. Mehr dazu auf der Seite des Entwicklers. Ich werde mich dann wohl mal wieder nach Alternativen umsehen. Persönlich habe ich kein Problem damit Nutzungsstatistiken an Entwickler weiterzugeben, so lange ich danach gefragt werde, ob ich damit einverstanden bin.

Kotoba ist übrigens Donationware. Also kostenlos im Appstore erhältlich und der Entwickler bittet um Spenden auf seiner Webseite.

Japanese: Diese Anwendung ist weitaus umfangreicher. Die Anzahl der Einträge ist gefühlt qualitativ besser, es wird aufgeführt welche Kanji in einem Wort sind und was deren Bedeutung ist, es gibt ggf. auch Alternativen für ein Wort, man kann an Wörterbucheinträge Notizen hinzufügen und mit Hilfe mehrerer Methoden Kanji nachschlagen (jedoch keine Handschrifteingabe). Leider sind hier die Übersetzungen alle auf Englisch. Der Preis ist mit 15,99€ auch relativ happig aber ein ordentliches Papierwörterbuch kostet mehr (vor allen Dingen, da man hier ja mehrere benötigt). Hier ist der Link zum AppStore.

Jisho Touch: Die einzige Alternative im AppStore, die auch Deutsch-Japanisch/Japanisch-Deutsch beherrscht scheint Jisho Touch zu sein. Es basiert auf dem JMDict und hat einen englischen, französischen, deutschen und russischen Datensatz. Die App hat eine simple Suche, die ausreichend schnell funktioniert und man kann Lesezeichen für Wörter setzen, die man öfter nachschlägt. Die Ausgabe der Ergebnisse ist meines Erachtens nicht wirklich übersichtlich gelungen. Meiner Meinung nach unterliegt Jisho in jedem Punkt Kotoba. Darüberhinaus kostet es 7,99€ im AppStore.

Ein Tipp zum Schluss: Legt euch trotz unzähliger Angebote im Netz u.ä. ein Kanji-Nachschlagewerk in Papierform zu. Ein gutes Papierwörterbuch ist mir aktuell nicht bekannt aber Kanji-Nachschlagewerke sind wirklich empfehlenswert, der Lerneffekt beim Nachschlagen ist größer. Und wer zufällig an der FU Berlin Japanologie studiert, der weiß, dass zumindest dort in den Prüfungen jegliche Form elektronischer Wörterbücher in Prüfungen verboten sind. Und da sollte man vorher mit geübt haben. Ein elektronisches Wörterbuch aus Japan ist übrigens meist nicht so empfehlenswert. Die haben nämlich das Problem, dass sie für Japaner gemacht sind und nicht für Ausländer und daher nicht so einfach zu bedienen sind und auch hier die besten Einträge im Japanisch-Japanisch-Wörterbuch zu finden sind.
Mehr hierzu aber in einem Folgeartikel.

Kotobank: Im japanischen AppStore gibt es eine iPhone-Anwendung für Kotobank. Ein japanisch-japanisch Wörterbuch, das offline funktioniert und ziemlich fix in der Suche ist. Eingebaut ist das ポケットプログレッシブ国語辞典. Über die Qualität des Buchs konnte ich leider erst einmal nichts herausfinden.

Es lassen sich weitere Wörterbücher über In-App Purchases nachladen. Die Preise werden mir in Euro angezeigt, aber ich hatte erstmal nicht das Bedürfnis welche nachzukaufen und daher auch gar nicht versucht, es mit meinem deutschen Account zu machen. Vermutlich lassen sie sich aber nur mit einem japanischen iTunes-Account nachkaufen. Ein bisschen googlen und man findet japanische Giftcards online, die man per Paypal (überteuert) kaufen kann. In der Regel geht jemand in Japan für einen dann shoppen und schickt den Code auf der Karte per Mail zu.

Gengou zum Devisen umrechnen

Hier geht’s jetzt nicht um Fremdwährungen, sondern um Jahresdevisen. In Japan gibt es “zwei Zeitrechnungen”: Zum einen nach dem gregorianischen Kalender, zum anderen nach Jahresdevisen (年号 – nengō). Die gibt es seit 645 (大化 – taika, große Veränderung) und werden auch heute noch gebraucht (aktuell sind wir bei 平成 (heisei – Frieden überall)). Die Jahresdevise fängt an mit der Thronbesteigung eines Kaisers und wird dann heutzutage nur noch hochgezählt. Wer ein bisschen geschichtlichen Hintergrund haben will, schaut am Besten mal in die Wikipedia.
Wer jetzt des öfteren mal sich mit japanischen Texten rumschlagen muss, insbesondere mit Texten von der japanischen Regierung oder auch Universitäten wird dort in der Regel die Jahresrechnung nach Jahresdevise finden und nicht nach gregorianischem Kalender und dann beginnt das lästige Umrechnen. Schon ziemlich früh gab es hierfür auf dem iPhone die wundervolle App Gengou, die das für einen übernimmt.
Heute gibt es Gengou Free (kostenlos) welches vier moderne Devisennamen umrechnen kann (ab Meiji – also ab 1868) und Gengou (0,79€), welches auch die historischen Daten umrechnet. Für die meisten wird Gengou Free reichen und es hat auch das schönere Icon 😉
Bei der Uni Tübingen gibt es auch eine Webseite zum Umrechnen.

Kommentare und Anmerkungen sind wie immer gewünscht 🙂

Altersdiskriminierung und Grammatikbücher

Die letzten zwei Wochen habe ich relativ viel an einer Hausarbeit gearbeitet und hatte deswegen keine Zeit was für’s Blog zu schreiben. Es ging um gesetzliche Maßnahmen gegen Altersdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und wie Japan so im internationalen Vergleich dasteht. Um’s kurz zu machen: ziemlich schlecht. Es gibt nur ein Gesetz, dass aussagt, dass man Bei Stellenausschreibungen und Anwerbung nicht auf Basis des Alters diskriminieren darf und das Pflichtverrentungsalter wurde angehoben. Und bei letzterem haben die Firmen schon in der Vergangenheit gezeigt, welche Methode sie haben um das Ganze zu umgehen. In anderen Ländern sind die entsprechenden Gesetze eher mit nem menschenrechtlichen Ansatz versehen: Diskriminierung ist grundsätzlich schlecht, auch auf Basis des Alters (egal ob jungen oder älteren Menschen gegenüber).
Na ja, mal schauen was es wird. Wer Interesse hat, kann ja nen Kommentar hinterlassen, dann mail ich ihm die Arbeit zu.

yoku_wakaru_bunpouAch ja, und dann gibt’s da noch ne Sache. Ich hab mir vor Jahren ein Buch gekauft mit dem Titel “よくわかる文法” (Grammatik leicht verständlich) und dachte, dass es nicht schlecht wäre ein Buch auf Japanisch zu haben, dass Grammatik erklärt. Damals dachte ich, dass es für Ausländer sei, die in Japan Japanisch lernen. Aber das Buch war mir damals zu schwer und ich dachte, dass es wohl eher für nen höheren Level ist. Heute hab ich das Buch mal wieder rausgekramt und irgendwo am Anfang aufgeschlagen. Und was muss ich da lesen?
“Grammatik ist für Leute, die Japanisch lernen und keine Muttersprachler sind, nicht so einfach. Selbst muttersprachliche Erstklässler haben am Anfang eine großes Grammatikwissen.” Dann kommt ein kleiner Textabschnitt und es wird ein Satz herausgenommen:
“おじさんは、とってもりっぱなかさをもっていました。” (Der Onkel hat einen ganz tollen Regenschirm gehabt).
“Der Kommentar dazu: Der Text hat wenige Kanji (chinesische Schriftzeichen) aber selbst die Grammatik dieses Satz ist schwer. Leute, die Japanisch als Fremdsprache lernen müssen bereits über 50 Stunden Japanisch gelernt haben um die Grammatik dieses Satzes zu verstehen.” (keine wortwörtlichen Übersetzungen und dazu auch noch zusammengefasst)

Da hab ich mich wohl damals beim Buchkauf etwas getäuscht und hätte vielleicht keinen Impulskauf tätigen sollen. Schon auf dem Buchtitel steht, dass das Buch für nen Test ist, für Leute, die Japanisch als Fremdsprache unterrichten wollen. D’oh
Na ja, inzwischen versteh ich das was die so schreiben ganz gut, vielleicht ist ja auch neue Grammatik bei. Und wenn ich Glück hab nehm ich sogar was mit, wenn es mal dazu kommen sollte, dass ich selber Japanischunterricht gebe.

Für Anmerkungen und Fragen bin ich immer offen und freue mich über jeden Kommentar 🙂