Criminal

Einer der besten Podcasts, die mir in letzter Zeit untergekommen sind, ist Criminal. Ein Podcast, bei dem es, wie der Name sagt, um Kriminelle und was dazu gehört. In der letzten Folge ging es um eine 71-Jährige Frau, die über Jahrzehnte heroinabhängig war und seit dem sie 20 ist, regelmäßig im Knast gelandet ist. Inzwischen hat sich alles zum besseren gewendet. In einer anderen Folge, um eine Serienmörderin. Aber an sich ist jede Folge hörenswert. Die Folgenlänge beträgt etwa 20 Minuten und der Podcast erscheint einmal alle paar Wochen. Sollte also in jedem Podcatcher noch seinen Platz finden können.

Aber Criminal ist auch ein schönes Beispiel für einen sehr hoch qualitativen Podcast, der auch ohne Finanzierung auskam. Anfangs war er auch nur 20 Min lang und erschien einmal im Monat. Gute Gäste, gute Recherche, gut geschnitten, hohe Produktionsqualität. Dafür nicht so häufig. Erst seitdem der Podcast bei Radiotopia, dem besten Podcastlabel aktuell meiner Meinung nach, ist, gibt es Werbung.

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Raubgräber

Das aktuelle Radiofeature zum Thema Raubgrabungen. Mir war nicht bewusst, dass illegaler Antiquitätenhandel so ein Problem mit sich bringt und nicht nur Vereinigungen wie den IS finanziert, sondern oftmals auch mit Kinderarbeit geschieht. Sehr hörenswert.

Wie das ARD Radio Feature eigentlich immer sehr hörenswert ist. Es erscheint nicht häufig, aber die Sendungen haben interessante Themen wie die Probleme beim Fairtrade-Handel, Fluchthelfer zu DDR-Zeiten (Menschenhändler für die DDR, Fluchthelfer für die BRD…kommt mir bekannt vor…) etc.

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Zurück zu WordPress

Und mein Blog ist wieder von Octopress zu WordPress zurückgekehrt. Auch wenn ich das Konzept von statischen Blogs mag, waren die Macken mit denen ich bei Octopress zu tun hatte so lästig, dass ich vom Bloggen zurückgehalten wurde. Sprich: es war nervig genug, dass ich Blogposts gar nicht erst anfing zu schreiben.

Abgesehen davon habe ich wieder Kommentare angeschaltet. Gerade bei dem Artikel zu Podcasts kam so einiges damals via Twitter auf mich zu, warum ich keine Kommentare hätte. Und im Nachhinein muss ich sagen, dass ich die Diskussion lieber gebündelt unter dem Artikel gehabt hätte. Das Hauptargument großer Blogger, dass man nicht jedem eine Plattform auf der eigenen Seite bieten muss stimmt zwar, aber dafür kann man Kommentare auch moderieren.

Zusätzlich habe ich die Jetpack-Statistiken bei WordPress eingeschaltet. Eigentlich bin ich ja gegen “Ego-Features”, aber an sich will ich ja doch wissen, was auf meiner Seite los ist. In der überarbeiteten Datenschutzerklärung habe ich mir auch die Option offen gelassen Buttons von den gängigen Social Media-Seiten einzubinden. Wenn ihr auf meiner Seite seid, werden also ab jetzt auch Daten außerhalb des Schlandnets geleakt.

Auf dass ich jetzt wieder mehr blogge.

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Japanische Pop-Bands mit traditionellen Instrumenten

Heute habe ich durch Zufall die Band 和楽器バンド(Wagakki Bando / Band mit traditionell japanischen Instrumenten) entdeckt und folgendes Video auf Twitter geteilt:

Daraufhin kam von @SerAlliser folgender Tweet

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Podcasts – Die Sache mit der Finanzierung

Einer der Kritikpunkte meines Posts von gestern, war die Finanzierung von Podcasts. This American Life ist Radio und die haben Geld. Gut, dann ziehe ich halt Gimlet Media. Das ist eine neugegründete Firma in den USA, die nur Podcasts machen. Investoren gaben eine insgesamt sechs- bis siebenstellige Summe als Anschubfinanzierung und der Werbeslot pro Folge kostet meines Wissens nach eine mittlere vierstellige Summe.

Ja, das sind Beträge von denen deutsche Podcaster nur träumen können.

 

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Die deutsche Podcastlandschaft – eine Kritik

Es fühlt sich für mich an, als ob sich die deutsche Podcastlandschaft konzeptionell in den letzten Jahren nicht weiterentwickelt hat. Technisch ist alles ziemlich groß. Dank Podlove ist das Veröffentlichen einfacher geworden und dank Auphonic stimmt die Audioqualität, selbst wenn man nicht für 1000€ und mehr Audioausrüstung rumstehen hat. Aber konzeptionell ist kaum etwas passiert.

Viele Podcasts sind Laberpodcasts. Wenn sie gut sind, haben sie auch einen Themenbereich der nicht nur Tech betrifft. Dazu kommen ein paar, die Wissen näher bringen wollen aber dann in der Regel immer die selben Leute hat, die mehr oder minder gut vorbereitet sind und entweder selten oder nie Interviewpartner mit tiefgehendem Wissen haben. Und dann gibt es noch die Interviewpodcasts, die entweder eher in die Kategorie Laberpodcast fallen mit wechselndem Gast oder in ganz seltenem Fall auch richtig Wissen näher bringen. Zusammengefasst: Eine bis fünf Personen unterhalten sich und wenn sie richtig richtig gut sind, bleibt man bei einem Thema und eine Person hat richtig Ahnung davon.

Niemand versucht Geschichten zu erzählen oder wirklich spannende Interviews zu führen. Gefühlt wird meist einfach nur das Rohmaterial einmal nach Auphonic gekippt und das war’s.  Während eine Reihe Leute Zeit in die Technik stecken mit Projekten wie Podlove und Ultraschall, fehlen die Leute, die den Podcastern beibringen wie man aus dem Rohmaterial was machen kann. Wie erzählt man damit Geschichten, baut Spannungsbögen auf oder wie finde ich den richtigen Gesprächspartner und bereite mich auf ein Interview vor? Wie bearbeite ich so etwas nach?

Und dann kommt der nächste Punkt. Um so einen richtig geilen Podcast zu machen, einen an dem man lecken will, weil er so großartig ist, braucht’s Manpower. Da kann nicht jeder vor dem Mikro reden. Da braucht es Zuarbeiter. Wie wäre es mal, wenn sich eine Gruppte zusammentäte, um die Arbeit für Vorbereitung und Nachbereitung aufzuteilen und nur eine(r) oder zwei sind hinter dem Mikro wirklich aktiv. Dann hat man auf einmal jemanden, der seine Zeit auf die Recherche aufwendet, jemand der ein Skript baut, jemand der Interviews führt und jemand der schneidet. Warum muss der Podcaster denn immer alles machen?

Es muss ja nicht gleich ein Serial oder This American Life werden; kann es vermutlich auch nicht, weil da eine ganze Reihe Leute Vollzeit dran arbeiten. Aber wenn sich mal Teams fänden, die aus Zuarbeitern und Redner bestünden, könnte man glaube ich schon viel mehr reißen und neue Konzepte und bessere Inhalte bringen.

Update: Ich habe es endlich geschafft, die erste (und einzige) Folge von Systemfehler zu hören und genau so etwas meine ich. Mir wurde ein paar Mal Bartocast genannt. Kenne ich nicht, könnte aber auch in die Richtung gehen. Aber zwei Podcasts sind halt die Ausnahme und nicht wirklich definierend für die Podcastlandschaft. Selbst die Großen wie Resonator, Raumzeit oder CRE fallen in die oben genannten Kategorien aber halt in die “richtig” guten (Zwei Leute reden, einer hat richtig Ahnung).
Es fehlt den Podcasts in der Regel an einer “Redaktion”. Das ist das was ich mit den Leuten meine, die nicht hinter dem Mikro sind, sondern halt zu- und nacharbeiten. Und das ist auch für Hobbyprojekte machbar. Die Frage ist halt, was man haben will. Den nächsten Labercast oder ein tolles Ergebnis, was über das reine Gespräch hinaus geht.

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Fehlende Bürgerbeteiligung beim Tempelhofer Feld

Die TAZ hat einen Artikel geschrieben über die fehlende Bürgerbeteiligung beim Tempelhofer Feld. Essenz des Artikels ist: Alle wollen direkte Demokratie und dann kümmert sich niemand. Nachdem ich den Artikel komplett gelesen habe, dachte ich nur “What the Fuck? You serious?

Seit Dezember 2015 gibt es eine Webseite auf der man sich beteiligen kann beim Tempelhofer Feld. Die Phase des Sammelns der Vorschläge geht laut dem Artikel bis Ende Februar. Tilmann Heuser, der Koordinator der Bürgerbeteiligung und Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz teilt aber mit, dass die Werbung noch nicht richtig angelaufen sei dafür. Wir schreiben übrigens den 20. Januar. Es gebe wohl auch Veranstaltungen vor Ort um den Dialog zu suchen.

Finde ich interessant. Ich wohne etwa 5 – 10 Minuten fußläufig vom Tempelhofer Feld. Und ich wusste exakt nüscht davon. Zugegeben, ich habe mich nicht wirklich gekümmert was da gemacht wird und wie die Bürgerbeteiligung aussehen wird. Ich schließe mal von mir auf andere, aber ich glaube anderen geht es ähnlich. Und zur Abstimmung wurde ja ohne Ende Werbung gefahren.

Meine Vermutung war, dass man informiert wird als Anwohner. Man könnte ja die Anwohner im Umkreis per Flugzettel im Briefkasten informieren. Dürfte nicht so schwer und teuer sein. Und wie kann ich denn bitte eine Plattform zur Bürgerbeteiligung starten, Werbung dafür einplanen und dann die Werbung so spät anlaufen lassen, dass bei der ersten Phase davon noch nahezu nichts zu sehen ist.

Ich glaube nicht, dass es unbedingt am Unwillen der Bürger liegt, dass sich da niemand beteiligt. Sondern an fehlender Kommunikatio und einfach nahezu niemand davon weiß, dass es die Plattform gibt.

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#IdontstandwithLinus

The #Gamergaters have a new hashtag: #IstandwithLinus. As everyone knows who read stuff from conferences or mailing lists where Torvalds speaks or writes, he seems too be a pretty big asshole. He created the Linux Kernel and for this I am grateful. It is an awesome project and helped to get free software a huge momentum.

But that does not justify that he is an asshole.

#IstandwithLinus apparently found its way onto Twitter because Torvalds explained that he does not really care about diversity and people once again called him out on it. And thus the #Gamergaters had found a new hashtag. And oh wonder, it is again about trashing women and trying to find ways to fight people who think we left the 50s and 60s behind us and not about ethics in game journalism. And they do it with the same means: they dox people, they threaten people and try to get to them in the meatspace. Just read the twitter-timeline of @Shanley.

The sad thing people like Torvalds or RMS1 probably do not care about it, so they won’t speak about it. I wonder if at least organizations like the Linux Foundation or the FSF will speak out or some other big FS/OSS-projects. Otherwise it is once again just a sad example how broken the open source-community is. Diversity is important and not being an asshole in social matters is important as well. It is astounding that people still develop for the Kernel while the project leader is just uncouth.

Who wants to know about why diversity is important, I can recommend this presentation by Lena Reinhard:

If you like Linux and free software you shouldn’t use the hashtag #IstandwithLinus. It just is another synonym for #Ihatewomen. You are hurting the whole project more than you do good. Actually you are doing no good at all, you just hurt Linux.

#IdontstandwithLinus


  1. Richard Ms. Stallman

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Kommentar zu WR382 Frau Diener verreist nach Tokio

Holgi hat mit Frau Diener über ihre Reisen im Rahmen ihrer journalistischen Arbeit nach Kyushu und Tokyo geredet. Ich habe dazu einen kürzeren und längeren Kommentar geschrieben:

1) Ehm…Der Shogun (also die Tokugawa-Familie) hatte seinen Sitz in Edo (später Tokyo). Der Kaiser hatte seinen Sitz in Kyoto. Der Umzug der Hauptstadt erfolgte nachdem der Shogun seine Macht verloren hatte. Man wollte zum einen die Ländereien des Shoguns übernehmen und Edo war nun mal die “wirkliche” politische Hauptstadt. Daher wurde der Sitz des Hofs nach Edo verlegt, der Kaiser nahm seinen Platz im Palast des Shoguns (der heutige kaiserliche Palast) ein und die Stadt wurde von Edo in Tokyo (östliche Hauptstadt) umbenannt.

2) Ich hatte ja schon kurze Kommentare vorher abgegeben, jetzt hab ich die Folge komplett durchgehört und habe da ein paar Kommentare und werde chronologisch vorgehen. Kurzer Disclaimer: ich habe vor 10 Jahren für ein halbes Jahr Working Holiday gemacht und in einer japanischen Gastfamilie gelebt und bin Langzeitstudent der Japanologie.
Aber allem voran kurz das Thema Harmonie (ich werde da gegebenenfalls von Wa, dem jap. Begriff schreiben). Ich kauf das nicht mehr. Es ist eine schöne simple Erklärung für komplexe Sachverhalte. Und was wissen wir über schöne simple Erklärungen für komplexe Sachverhalte? In der Regel sind sie Mist.

Thema Aufarbeitung der Kriegsschuld. Ich bin auch lange davon ausgegangen, dass das was mit Scham und über schamvolle Dinge redet man nicht zu tun hat, aber inzwischen würde ich eine andere These haben. Im Gegensatz zu Deutschland lief die “Entnazifizierung” etwas anders ab. Nachdem Japan verloren hatte wollte MacArthur (der General, der die Besatzung leitete) eine Art Schweiz Ostasiens aus Japan machen. Dabei wurden auch die ganzen rechten Kräfte entfernt und linke eingesetzt. Dann gewann Mao den Bürgerkrieg in China und auf einmal gab es eine 180°-Wende. Aus der Schweiz Ostasiens musste ein antikommunistischer Schutzwall werden. Die linken Kräfte wurden wieder entfernt und dafür die rechten von vorher eingesetzt. Die hatten schließlich auch ein Problem mit den Kommunisten. Und die rechtskonservativen waren in Japan immer recht stark und kümmerten sich auch gerade in den “wichtigen” Bereichen um ihre Interessen. Während die Lehrer so eine richtig linke Bastion ist, scheint das nicht der Fall zu sein im Bereich Schulbuchfreigabe und Lehrplänen. Die Lehrpläne behandeln meines Wissens nach im Gegensatz zu Deutschland den 2. WK nur sehr gering. In Deutschland hatte ich das gefühlt ein Dutzend Mal bis zum Abitur. In Japan muss (da bin ich nicht ganz faktenstark ehrlich gesagt) das wohl eher so mal eine Woche vor den Sommerferien sein und fertig. Zu wenig Zeit um das Thema zu behandeln. Dazu kommt das die Lehrbücher das alles wohl recht gekürzt wiedergeben. Außer es kommt mal wieder zu einer Schulbuchkontroverse weil eine sehr rechte Gruppierung ihr Lehrbuch genehmigt bekommen hat und darin Geschichtsrevision betrieben wird. Das Lehrbuch wird zwar dann nur an einer Schule o.ä. eingesetzt, gibt aber trotzdem immer wieder Knatsch mit den Nachbarn. Kein Wunder: überlegt mal ein Verein nahe der NPD würde ein Geschichtsbuch für den Unterricht in der Sekundarstufe 1 zugelassen bekommen.

Zum Nagasaki-Atombombenmuseum und keine Aufarbeitung der Kriegsschuld hatte mich interessiert wer wohl dahintersteht und deswegen griff ich mal zu Google. Ich fand nur ein Nagasaki Friedensmuseum was genau eben jenes zu sein scheint und das hat wohl eine extra Ecke zum Thema Untaten Japans im 2. WK. Ich war nie da, aber ist es evtl. ein Teil gewesen, der nicht wirklich auf Englisch umgesetzt wurde? Anekdotische Evidenz: Heute bin ich im Verkehr- und Technikmuseum gewesen: im Bereich Züge gab es auf Englisch eine Tafel an der ich fast vorbeigelaufen wäre zum Thema die Bahn und der 2. WK. Auf Deutsch gab es da eine Reihe zum Thema Judenvernichtung und deutsche Reichsbahn. Die Fotos waren aber nicht sehr aussagekräftig wenn man nicht wusste was da stand. Nur so als Idee.

Fukushima, Gesicht verlieren, Harmonie: da hat eher niemand was gesagt weil TEPCO (Tokyo Electric Power Co) ein Verbrecherverein ist und vermutlich auch entsprechende Politiker zu tief drin hängen. Das Blog japansubculture.com von u.a. Jake Adelstein, ein US-Amerikaner, der lange in Japan lebte und für den japanischen Teil der größten Tageszeitung lange gearbeitet hat und Autor von Tokyo Vice, hat da ne Menge drüber geschrieben.

Das mit den nicht “nein” sagen können ist einfach Kultursache. Da steigt man irgendwann hinter.

Tokyo ist nicht in der Mitte Japans sondern ziemlich im Osten von Honshu. Durch die Mitte von Honshu läuft ne fette Gebirgskette (die auch der Grund für den wenigen Schnee in Tokyo ist; dafür gibt’s in Westjapan massig Schnee).

Onsen ist nicht das “Bad”, sondern es sind heiße Quellen. Das mit dem vorher abduschen ist eigentlich ganz angenehm. Dafür wird das Wasser halt nicht zugechlort.
Der Yukata ist ein lockerer Sommerkimono, ist halt traditionelle Freizeitkleidung. Wird auch gerne bei Feuerwerken im Sommer getragen.

Kein Koffein: Grüner Tee hat doch Koffein. Und es gibt ja auch noch warmen Dosenkaffee? Man kann halt nicht erwarten, dass es überall den gleichen Kram wie zu Hause gibt 😉

Japanisches Frühstück ist toll. Natto ist aber einfach nur widerlich. Ich hab’s nur mal in nem Maki (Sushi) probiert, weil dafür mein Gegenüber versprach Milchreis zu probieren. Damit kann man Japaner jagen.

Japanische Badezimmer sind ein wenig anders. Ich hab nur ein paar Wohnungen gesehen und nie ein Hotelzimmer. Bei den Wohnungen mit Platz gab es eine große Nasszelle. Das war ein komplett gekachelter Raum, der auch eine Duschbrause hatte und da hat man sich abgeduscht. Daneben gab’s einen extra Raum mit dem Ofuro (der Badewanne). Dadrin war immer sehr warmes Wasser, dass auch von der kompletten Familie genutzt wurde. Nichts ist toller als nach nem Arbeitstag sich vor dem Bett zu duschen und dann nochmal ins Ofuro zu steigen. Leider konnte ich nie meine Gewohnheit ablegen morgens duschen zu müssen. Daher duschte ich dann zweimal am Tag… In Wohnungen mit wenig Platz, die dann auch nur für eine Person gedacht waren gab es nur eine Wanne. Dadrin hat man geduscht und dann sich das Wasser für das Ofuro eingelassen. Ist vermutlich in Hotels ähnlich.

Eine Fahrt mit dem Shinkansen ist in der Regel sogar teurer als ein Inlandsflug. Ist aber geiler.

Toiletten: nie nen Plumpsklo gesehen in Japan? Die waren sehr gewöhnungsbedürftig und ich hab auch ranzige Toiletten gesehen. Bei meiner Gastfamilie gab’s nen beheizten Klositz. Die berühmten High Tech-Toiletten hab ich nur selten gesehen. Aber ich hatte auch nicht wirklich Geld und bin deswegen nie irgendwohin gegangen wo es sowas gab. Selbst in der Kneipe/Restaurant in dem ich arbeitete gab’s das nicht.

Schuhwechsel an jedem Restaurant? Das hab ich exakt einmal gesehen und das war übelst teuer und hätte ich mir nie alleine leisten können. War übrigens ein Tofu-Restaurant und auch wenn ich kein großer Tofu-Fan bin, das war großartig und ich habe mich in Yuba verliebt (so ne Art Tofu-Haut). Die hab ich aber nie außerhalb Japans gefunden :(

Die Sache mit der Musik bei den Toiletten. Es gehört sich nicht, dass man bei Frauen den Pinkelstrahl zu hören bekommt. Daher haben sie immer die Spülung betätigt, wenn sie auf Klo waren. Zwecks Wassersparens wurde dann erst die Imitation des Wasserspülgeräuschs und später die Musik eingeführt. Bei Männern ist das übrigens egal.

Japan ist ne Insel und es gab nie Einflüsse. Ja, nein, stimm ich auch ungern zu. Ja, Japan ist nen Inselstaat der lange isoliert war und man kann sicherlich irgendwie Eigenheiten darauf zurückführen, insbesondere die Xenophobie. Aber auch die ist das größte Problem an der Sache. Einflüsse gab es immer, selbst in der Phase des Komplettabschlusses wurden Dinge aus China und Korea aufgenommen. Später in der Meiji-Zeit, der Industrialisierung durch die Europäer und nach dem zweiten Weltkrieg gab es eine massiver Amerikanisierung. Und diese Einflüsse spiegeln sich überall wieder: in der Architektur, den Religionen, der Mode, Sprache usw usw usw.

Ja, an kawaii kann man eingehen. Oder man gewöhnt sich dran und macht es irgendwann in Maßen selber mit 😉

Tokyo ist seit Ewigkeiten mehrsprachlich was Beschilderung angeht. Aber man muss nur ein wenig rausfahren und schon ändert sich das. Und die verbalen Englischkenntnisse in Japan sind eher gering. Liegt übrigens daran, dass man in Japan Englisch in der Schule durch’s Übersetzen beibringt und wir es durch Konversation lernen.

Es gibt Tagestickets? Seit wann das denn? Ich hatte von meinem Job nen Monatsticket und das galt exakt für die Strecke auf der ich gefahren bin. Ansonstne zieht man halt ein Ticket und zahlt für exakt die Strecke. Und Öffis waren echt teuer. Außer man ist vielleicht im Ring geblieben. Aber da fährt man ja auch kaum Stationen und berechnet wird immer von der günstigsten Strecke.

Blade Runner: Tokyo war in den 80ern wie man sich die Stadt der Zukunft vorgestellt hat. Da war Japan ja auch echt groß und weit voraus (außer bei den Computern, aber das ist eine andere Geschichte). Einmal nachts auf die Hauptstraße von Shinjuku und man findet sich in den Dark Wave- und Cyberpunkromanen der 80er und Anfang der 90er wieder.

Okonomiyaki ist nicht Omelett, sondern Pfannkuchen in den Kohl eingebacken wird. Da kommt dann noch Kram drauf, je nach Region ein Spiegelei, Okonomiyakisauce und japanische Majo und es schmeckt. Vielleicht muss ich dich mal zum Essen einladen, wenn wir zu Hause Okonomiyaki machen 😉
Das ist übrigens ein Essen was man bei Feuerwerken oder anderen Veranstaltungen mit Fressbuden isst oder z.B. in der Kneipe wenn man mit seinen Freunden/Kollegen was trinken geht. Oder man macht es halt zu Hause. Die Seite sieht ganz gut aus in Sachen Okonomiyaki: http://okonomiyakiworld.com/best-okonomiyaki-recipe.html. Im Vinh Loi (http://www.vinhloi.de/store/) bekommst du in Berlin auch die Zutaten.

Was isst der Japaner generell: Fisch und Reis natürlich. Die Fischtheken sind dort wie hier die Wurst/Fleischtheken und das Fleischangebot ist dort, wie hier das Fischangebot (in Berlin). So als grober Vergleich. Man kommt in der Regel mit sechs “Gewürzen” aus: Sojasauce, Mirin (süßer Kochreiswein), Sake und Zucker. Dazu kommt noch helles und dunkles Miso, eine Bohnenpaste. Je nach Verhältnis gibt es andere Saucen. Das ganze dann auf Reis mit Fisch/Fleisch (eher Geflügel als Rind und Schwein) und Gemüse. Dazu kommen Nabemono im Winter, das sind eine Art Eintopf, die man am Tisch kocht. Dann gibt es noch japanische Curry, mein Lieblingsessen, Nudelsuppe und auch Junk Food wie McDonald’s. Es gibt natürlich noch viel mehr und sehr schöne regionale Küchen.

Sushi ist übrigens eigentlich Fast Food, inzwischen halt nur veredelt. Aber es begann sein Leben als Fast Food.

Wenn du mal den guten Thunfisch haben willst, gehst du zu einem guten Sushiladen, in Berlin empfehle ich das Sasaya oder auch inzwischen wieder das Isshin und bestellst Toro. Maguro ist der Standard, Toro ist der geile Kram – ist aber auch teurer.

Tokyo und Zentralismus: Tokyo ist das Zentrum seit der Tokugawa-Zeit, also seit Anfang des 17. Jh. Und Tokugawa Ieyasu, der Macht habende Shogun ab 1603, hatte mit seinen Maßnahmen die Daimyo (Kriegsherren) zu kontrollieren auch massiv dafür gesorgt, dass alle Wege nach Tokyo führen.

Wie oben erwähnt gibt es viele regionale Küchen. Das rohe Pferdefleisch könnte eine regionale Spezialität sein. Äppelwein bekommst du ja auch nicht wirklich gut in Berlin (so als Beispiel).

Die Sache mit ab 40 hat der gemeine Salariman keinen Bock mehr nach Hause zu gehen: na ja, man geht halt erst nach dem Chef in der Regel. Und dann geht man vielleicht noch was trinken mit den Kollegen. Freitags ist das sowieso die Regel, dass man mit den Kollegen und dem direkten Vorgesetztem was trinken geht. Unter Alkoholeinfluss (auch wenn der gar nicht so stark ist) darf man dann auch mal seinen Chef ankacken und niemand nimmt es einem übel. Finde ich eigentlich ne gute Sache. Aber so krass ist das heute auch alles nicht mehr. Vom neuen japanischen Mann der sich mehr um die Familie kümmert, Urlaub haben will und eine bessere Work-Life-Balance anstrebt, reden wir bestimmt schon seit 10 – 15 Jahren, eher länger.

Pachinko ist Volksbelustigung. Ich versteh es auch nicht. Aber ich habe sogar Familien gesehen, wo das ein Familienausflug am Wochenende waren. Die Eltern sind zum Pachinko gegangen und die Kinder in das Game Center (Arcade, Videospielhalle) nebenan. Ich persönlich kannte niemanden der wirklich Pachinko spielen gegangen ist. Eine Bekannte hat’s mir mal gezeigt, aber das war es auch.

Pro-Nordkoreahaltung von Koreanern in Japan: aaaalso. Die Koreaner, die heute in Japan leben stammen in der Regel von den Zwangsarbeitern ab, die nach Japan zur Zeit der Besetzung Koreas geschifft wurden und nach dem zweiten Weltkrieg nicht zurückgekehrt sind. Wie wir wissen war der Süden mit den USA und damit auch mit Japan verbündet und der Norden mit der anderen Seite. Als sich dann die Teilung herauskristallisiert hatte, konnten die Koreaner in Japan wählen, ob sie Nord- oder Südkoreaner werden. Da sie aber gegen Japan waren, trotz dessen dass sie dageblieben waren, waren sie auch gegen Südkorea und damit für Nordkorea. Außerdem haben sie da ggf. auch Verwandtschaft. Die Einnahmen aus dem Pachinko gehen dann auch nicht unbedingt direkt an das nordkoreanische Regime, sondern schon an Verwandtschaft in Nordkorea. Bei dem Geldversand wird dann natürlich auch was eingestrichen. Ich habe so ne Zahl vom 2/3 des nordkoreanischen BIPs kommt von Nordkoreanern in Japan (und zu großen Teilen aus Pachinkohallen kommt von Nordkoreanern in Japan (und zu großen Teilen aus Pachinkohallen)). Ich weiß jetzt aber nicht genau, ob die Zahl so exakt ist. Zum Leben der Koreaner in Japan und den Schikanen denen sie so ausgesetzt sind, empfehle ich wärmstens den Film Go (http://www.imdb.com/title/tt0299937/?ref_=fn_al_tt_2). Großartiger Film.

Wie teuer ist Tokyo: Vor 10 Jahren hieß es, dass man als Tourist 25-30€/Tag + Hotel rechnen sollte.

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Der Fall Uberspace

Heute postete @leitmedium folgendes:

Woraufhin ich mich fragte, ob ich bei den Ubernauten noch meine Sachen lassen will. Natürlich las ich auch den Blogpost vom Geschäftsführer von Uberspace. Und nach einem Gespräch mit meiner Frau, deren Fähigkeiten kritisch zu denken meine übersteigen, bin ich zu dem Schluss gekommen, meine Sachen bei Uberspace zu lassen.

Ich halte nichts von einem Verein der die Legalität des Geschlechtsverkehrs zwischen Kindern und Erwachsenen zum Ziel hat. Allerdings sehe ich auch nicht, warum die Ubernauten eine entsprechende Seite sperren sollte. Solang die Inhalte nicht gegen geltendes Recht verstoßen mögen die Inhalte Mist sein, aber sie sind trotzdessen legal. Die AGB der Ubernauten sind auch recht eindeutig: sie hosten alles, so lang es nicht geltendes Recht verstößt. Das heißt, dass dort die Antifa genauso ihre Inhalten platzieren kann, wie autonome Nationale. So lang die Inhalte legal sind. Das bedeutet halt auch, dass sie nicht die Inhalte von Anti-Abtreibungsgegnern sperren, weil irgendwelche reaktionäre Idioten der Meinung sind, dass das eine schlechte Idee sei. Ich muss sagen, dass mir das lieber ist, als ein Provider, der AGB hat, in denen steht, dass er diese und jene Inhalte sperrt. Und wenn ich nicht mit seiner politischen Meinung übereinstimme, ist auf einmal der Kram weg. Ein großer Freund von Willkür bin ich nicht.

Die Aussage das Infrastruktur politisch ist, halte ich übrigens für Unsinn. Außer die Infrastruktur fängt auf einmal an Dingen den Hahn abzudrehen, der ihr nicht passt. Schon mal überprüft, welcher Strom- und Internetanbieter der NPD-Parteizentrale zuliefert und daraufhin gewechselt?
Die Frage müsste wohl eher lauten, ob Webhosting Infrastruktur ist oder ob nur das Kabel Infrastruktur ist. Die Ubernauten haben für sich die Frage damit beantwortet, dass sie Infrastruktur sind. Andere Anbieter mögen das anders sehen. Ich persönlich sah Webhoster eher als Infrastruktur an. Aber vielleicht müsste man sie auch eher wie einen Vermieter ansehen. Würde ich umziehen, wenn ich herausfinde, dass mein Vermieter auch eine Wohnung vermietet, die ein entsprechender Verein als Geschäftsräume nutzt und er davon weiß? Ich fänd’s nicht gut, würde aber vermutlich in der Wohnung bleiben. Ich find’s nicht gut, dass so Kram bei den Ubernauten liegt, aber fände ich es besser, wenn sie Dinge sperrten, die ihnen nicht passen? Wenn ich das wollte, müsste ich wohl eher zu einem Provider, der eine politische Richtung verfolgt. Aber da liegen meine Prioritäten anders.

Um aber am Schluss noch ein wenig abzuschweifen, muss ich sagen, dass ich die meisten Aktionen in der Richtung inzwischen meist ziemlich bigott finde. Und ich nehme mich da nicht aus. Accounts, die ich eh nicht nutze, werden schnell mal dicht gemacht, bei Accounts bei denen ich echten Nutzen habe, wird über die Probleme gerne hinweg gesehen und weitergenutzt1. Ich frage mich zum Beispiel, warum viele ihren Twitteraccount noch halten, wenn Twitter doch gerade mit sehr problematischen Inhalten noch viel problematischer, nämlich gar nicht, umgeht. Wird der jetzt auch gekündigt? Was ist mit Dropbox, die mit Condoleezza Rice, eine mehr als fragwürdige ehemalige Politikerin in ihren Reihen hat? Facebook, die ihre Kontrolle dazu nutzen Experimente mit den Emotionen von Menschen durchzuführen, ohne dass sie davon wissen? Und wenn wir schon dabei sind, wann habt ihr das letzte Mal ein Produkt von Nestlé gekauft? Die sind vermutlich einer der schlimmsten Konzerne, die es auf diesem Planeten gibt. Bei mir ist es gar nicht so lange her, nachdem ich mir mal die Marken, die zu Nestlé gehören, angesehen habe. Aber ich schweife wirklich ab.


  1. Den Vorwurf könnt ihr mir auch gerne mit Uberspace machen, aber deswegen sprach ich mit meiner Frau drüber, um genau dies auszuschließen. Hätte sie gesagt, dass das Mist ist, was die Ubernauten machen, hätte ich mir was anderes gesucht und ggf. auch erstmal alle Inhalte von mir so lang vom Netz genommen.

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