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Society

  • A Declaration of the Independence of the Cyberspace

    John Perry Barlow (1947ÔÇô2018):

    Governments of the Industrial World, you weary giants of flesh and steel, I come from Cyberspace, the new home of Mind. On behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone. You are not welcome among us. You have no sovereignty where we gather.

    We have no elected government, nor are we likely to have one, so I address you with no greater authority than that with which liberty itself always speaks. I declare the global social space we are building to be naturally independent of the tyrannies you seek to impose on us. You have no moral right to rule us nor do you possess any methods of enforcement we have true reason to fear.

    Read the full declaration on the site of the EFF.

  • Don’t travel to the US if you can. At the border you won’t have any privacy in terms of your digital devices. And bringing a burner and a cleared laptop probably means only trouble.┬á

    Read what a Canadian had to go through when he wanted to visit his boyfriend:

    US Customs block Canadian man after reading his Scruff profile

    ÔÇťThey said, ÔÇśNext time you come through, donÔÇÖt have a cleared phone,ÔÇÖ and that was it.
  • Aus aktuellem Anlass

    Die Aktion Arschloch will “Schrei nach Liebe” wieder in die Charts bringen. 22 Jahre alt und leider so aktuell wie damals :/

    www.youtube.com/watch

    Update (12.09.2015): Oh, ist das gro├č. Der Song ist auf Platz 1 der deutschen Single-Charts angekommen. Und eine Reihe Download-Portale wie Amazon, Google Music und iTunes spenden die Einnahmen jetzt, wie auch die ├ärzte an Pro Asyl.

  • Zu wenig Schmerz

    "The silent majority is outraged!"
    -- @tante

    TL;DR: Die Total├╝berwachung der NSA und anderer Nachrichtendienste wird als Problem wahrgenommen, aber es tut nicht weh genug.

    Heute habe ich mir den Vortrag von Jacob Appelbaum auf dem 30C3 angesehen. Das war schon ziemlich heftig, auch wenn ich Teile davon wusste. Und wie so oft in den letzten Monaten musste ich ├╝ber die ganze NSA-Sache nachdenken. Was es f├╝r mich bedeutet und warum der laute Aufschrei fehlt. Die Medien berichten dar├╝ber. Das Thema scheint die Leute zu interessieren, ansonsten w├Ąre es schon l├Ąngst wieder aus den Medien verschwunden. Schlie├člich leben sie von Einschaltquoten und Verkaufszahlen.

    Ich unterhalte mich auch immer mal wieder mit Menschen ├╝ber das Thema, die sich nicht in meiner Tech-Filterblase befinden. Die Meinung ist weitgehend: “Es ist schlimm, aber was soll ich schon tun?” Und wenn das Gespr├Ąch lang genug anh├Ąlt, dass Verschl├╝sselung angesprochen wird, ist sie entweder zu kompliziert oder die Reaktion ist schlussendlich: “Und mit wem schreib ich dann? Benutzt ja sonst niemand.”

    Also die ├╝blichen und bekannten Probleme.

    Aber vielleicht ist es auch noch etwas anderes. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass vor ein paar Jahren viele Leute File Sharing betrieben haben, um nicht nur Linux-Distributionen herunterzuladen. Mit der Zeit ist es weniger geworden. Denn die Einschl├Ąge kamen n├Ąher. Und wenn auf einmal die Abmahnung bei Freunden landete oder gar bei einem selbst, dann war Schluss damit[footnote]Und wechselte zu Streaming-PlattformenÔÇŽ[/footnote]. So lang das aber nicht passierte, wusste man zwar um die Gefahren, machte aber munter weiter. Ich denke mit der Total├╝berwachung durch Nachrichtendienste ist es ├Ąhnlich. So lang man die Gefahr nicht zumindest aus zweiter Hand erlebt, ist die Gefahr einfach zu fern, zu abstrakt. Es ist noch nicht mal ein “Ich habe nichts zu verbergen”, als ein “Mir wird schon nichts passieren”. Das Bewusstsein der Datenabgraberei durch Unternehmen und Staaten scheint vorhanden zu sein. “Warum soll ich meine E-Mails verschl├╝sseln? Ich benutz Google Mail, die lesen doch eh alle meine Mails”, habe ich gerade erst heute zu h├Âren bekommen.[footnote]Ja, ich habe dann gleich drauf hingewiesen, dass Google dann nicht mehr die Mails lesen k├Ânne. Die Antwort darauf war, dass der Inhalt den Aufwand nicht wert sei und wenn das wirklich jemand bei der NSA liest, hat der Analyst der NSA es nicht anders verdient als an purer Langeweile zu sterben.[/footnote] Ich h├Âre von mehr Leuten, als ich erwartet habe, dass sie z.B. Facebook gar nicht oder sparsam benutzen. Sie wollen eben nicht, dass eine Firma sie pl├Âtzlich besser kennt, als sie sich selbst.

    Der Schmerz ist einfach nicht gro├č genug, als dass man dagegen etwas tun m├Âchte. Es gibt auch keine lauten B├╝rgerrechtsgruppen[footnote]Nein, im Netz dazu etwas zu schreiben ist nicht “laut” sein. St├Ąnde in Fu├čg├Ąngerzonen und auf Volksfesten haben ist laut, Flyer verteilen ist laut, Leute auf der Stra├če aufkl├Ąren ist laut, Politiker ansprechen, ihnen Briefe und Faxe schreiben ist laut.[/footnote], die sich um das Problem k├╝mmern. Ich sehe ja noch nicht einmal aus dem linksextremen Lager Poster oder ├Ąhnliches. Und in der Gegend in der ich lebe, rufen sie auf Postern zu diversen Straftaten wegen der Gentrifizierung auf.

    Die einzigen, die sich dar├╝ber so sehr dar├╝ber aufregen, dass sie nach weiteren Informationen zum Thema suchen und vielleicht sogar etwas schreiben, sind du und ich. Ja, du, der diesen Text gerade liest. Sonst h├Ąttest du den Weg nicht hierher gefunden. Und was habe ich getan? Ich mache mir seit Monaten Gedanken und schaffe es nicht einmal mich zu ├╝berwinden mein Betriebssystem zu etwas zu wechseln, das vermutlich etwas sicherer ist. Geschweige denn den Versuch zu starten mich mit anderen zu organisieren, damit das Thema in den Meatspace getragen wird. Der Schmerz ist einfach nicht gro├č genug.

    ÔÇťGebt mit sechs Zeilen von der Hand des ehrlichsten Mannes, so werde ich etwas finden, um ihn an den Galgen zu bringen."
    -- Armand Jean du Plessis Richelieu
  • Jahresr├╝ckblick 2013

    Hm, Jahresr├╝ckblicke. Ich hab ja das gro├če Problem, dass ich teilweise wirklich ein Problem damit habe, was wann geschah und gerne Dinge zeitlich durcheinander werfe. Da denkt man sich, dass das alles ganz kurz zur├╝ck liegt und dann ist schon viel l├Ąnger her und andere Dinge f├╝hlen sich so weit weg an und dann ist das gerade erst ein paar Monate her.

    TL;DR:

    Ergo: alles nicht so sch├Ân.

    NSA

    Versuche ich trotzdem mal meine Gedanken zum Jahr 2013 in Worte zu fassen. Das gro├če Thema war wohl die Sache mit der NSA, die immer noch weiterl├Ąuft. Aktueller Stand in meinem Kopf ist, dass sie alles und jeden abh├Âren k├Ânnen, erstmal mitschneiden, wie der GMail-Bot scannen und evtl. mehr Interesse an der eigenen Person ├Ąu├čern. Wer dieses und jenes kommuniziert hat, begeht auch h├Ąufiger einen Anschlag. Und die “westliche” Geheimdienstgemeinde teilt sich ihr Wissen auch.

    Was bedeutet das f├╝r mich? Wenn ich kommuniziere, kann ich davon ausgehen, dass zumindest die USA, wenn nicht auch andere Nachrichtendienste inkl. deutscher zumindest erstmal abgreifen. Hat sich dadurch meine Kommunikation ge├Ąndert? Nicht wirklich. Ich hab’s versucht mit SSL-Everywhere, aber das funktioniert nicht im Safari und auch nicht unter iOS. PGP-Signaturen sehe ich immer noch selten und Jabber nutz ich eh wenig, wobei dann h├Ąufiger mal mit OTR. Mein Dropbox-Nutzungsverhalten hat sich auch nicht ge├Ąndert und ich nutze weiterhin OS X. Also nein. Keine ├änderung.

    Es gibt nur ein allgemeines Gef├╝hl von Ohnmacht und wenn mich jemand zur Thematik fragt und was sie oder er machen soll, antworte ich: Verschl├╝sselung ist grunds├Ątzlich gut. Damit kann man zumindest den Hacker aus Kleinkleckersdorf in der Regel abhalten. Wenn du Angst vor einem Nachrichtendienst hast, hast du noch ganz andere Probleme und du w├╝rdest vermutlich nicht mit dieser Frage zu mir kommen. Gegen einen Nachrichtendienst kann man sich als einzelne Person nur begrenzt verteidigen. Und digitales Leben wird dann sehr kompliziert. ÔćĹ

    Linux

    Im Zuge der ganzen Sache, habe ich mir aber wieder mehr Gedanken ├╝ber Linux gemacht. Als Tante 30 Tage mit OS X gelebt hat (Podcast-Feed), habe ich versucht mit Linux f├╝r einen begrenzten Zeitraum zu leben und habe dar├╝ber gepodcastet (Folgen 8-11). In meinem Job habe ich auch einen Linuxversuch gestartet. Beide Versuche sind gescheitert. Am Laptop lag es daran, dass ich von einem USB-Stick lebte. Der erste war zu klein und zu langsam, der zweite war viel zu langsam. Im Job war Linux in der VM und Windows das Host-OS. Am Ende h├Ąngt man dann doch wieder haupts├Ąchlich im Host-OS rum.

    Am Ende muss ich aber sagen, dass das Leben mit Linux ginge. So viel zu vermissen g├Ąbe es auch nicht. OS X ist schicker, aber wenn mir mein MacBook Air irreparabel kaputt gehen w├╝rde und ich nicht mal ansatzweise eine Finanzierungsm├Âglichkeit sehen w├╝rde f├╝r ein neues Ger├Ąt, k├Ânnte ich zu Linux wechseln ohne allzu gro├čes Gejammer. In meinem Job k├Ânnte ich vermutlich auch zu Linux wechseln und die Fachanwendungen einfach in ner VM laufen lassen.

    Das einzige was ich vermutlich so richtig vermissen w├╝rde, w├Ąre OmniFocus, OpenEmu und BibDesk.

    Au├čerdem hatte ich f├╝r nen Monat oder zwei eine Kommandozeilenphase. Da habe ich mich mit tmux, mutt, ttytter und Texapp auseinandergesetzt. Und alles funktionierte erstaunlich gut. Da war die Haupterkenntnis am Schluss, dass auch ein Leben mit Linux wirlich gut ginge. Aber nur in der Shell leben geht leider f├╝r mich nicht so ohne weiteres. Obwohl mit einem extra Ger├Ąt f├╝r PDFs das vermutlich schon wieder ginge. Aus fr├╝heren Zeiten wei├č ich, dass ich auf einem recht schwachbr├╝stigem Ger├Ąt (ein Toshiba Libretto L1) auch Videos auf’m Framebuffer schauen konnte. Was wiederum hei├čt, dass ich auch mit sehr kleinem Geldbeutel notfalls arbeiten k├Ânnte und mir mal wieder bewusst gemacht hat, was f├╝r ein Luxus eigentlich so ein MacBook Air ist. Ab und zu schau ich schon mit ein wenig Neid auf Thinkpads. Die sind einfach so viel besser zu warten. ÔćĹ

    Apple

    Allgemein hat sich eh mein Verh├Ąltnis zu Apple mal wieder verschlechtert. Mein MacBook Air von Oktober 2008 hat sich mit einem RAM-Fehler verabschiedet. Und so konnte ich einen Laptop, den ich normalerweise f├╝r 15ÔéČ h├Ątte reparieren k├Ânnen in die Tonne treten. Oder in meinem Fall sogar noch auf ebay verscherbeln. Ein sehr unsch├Ânes Gef├╝hl, wenn sich ein 1000+ÔéČ-Ger├Ąt so verabschiedet. Ich dr├╝cke beide Daumen, dass mein aktuelles MacBook Air lange h├Ąlt. Und dann stand der Kauf von neuen iPhones an. Das alte 3GS hat eine kaputte Scheibe und vibriert ohne Ende wenn der Mute-Schalter gedr├╝ckt ist. Mal abgesehen davon, dass nur noch iOS6 funktioniert. Und wenn man sich mal bewusst wird, wieviel so ein neues iPhone kostet, ├╝berlegt man sich das doch dreimal, ob iOS das wirklich wert ist und ob man es braucht, vor allem wenn der Monat h├Ąufiger doch noch ein paar Tage hat, wenn das Geld all ist. Aber zum Gl├╝ck arbeite ich jetzt Vollzeit. Damit wird zumindest das 3GS ein 5S und das 4S bleibt noch ein Jahr in Betrieb. Aber ein schaler Geschmack bleibt. Vor allem, wenn man sich die Preise von nem Nexus ansieht, was in einer ├Ąhnlichen Klasse spielt. Aber da hat man dann keine Software f├╝r und h├Ąngt an Google. ÔćĹ

    Das war es in Sachen Technik denke ich.

    Bundestagswahl

    Was gab es noch? In Sachen Politik gab es die Wahl zum Bundestag. Meiner Meinung nach sehr entt├Ąuschend. Auch wenn die Piraten sich selbst zerlegt haben, hatte ich doch gehofft, dass sie gerade so die 5% rei├čen. Dass die AfD fast 5% erreicht hat, ist erschreckend. Aber sie haben sich vermutlich gut verkauft und von Gespr├Ąchen, scheinen viele nicht die rechten Untert├Âne geh├Ârt zu haben. Die FDP ist raus, das ist gut. Aber die kommen vermutlich wieder. Schwarz-Rot ist nicht unerwartet. Eine alleinige Regierung durch die CDU h├Ątte ich besser gefunden. Dann h├Ątten sie keine Ausreden mehr gehabt. Schwarz-Gr├╝n w├Ąre ganz sch├Ân gewesen, damit viele der Gr├╝n-W├Ąhler endlich mal mitbekommen, wie konservativ die Gr├╝nen und auch sie selber sind. Und Rot-Rot-Gr├╝n w├Ąre grandios gewesen, aber nun ja. Mit der Linken will ja niemand. Tja, wenn alles gut l├Ąuft, passiert vier Jahre nichts. Wenn alles schlecht l├Ąuft, haben wir am Schluss Vorratsdatenspeicherung mit entsprechender Verfassungs├Ąnderung, keinerlei Netzneutralit├Ąt und weitere arge Einschnitte im Sozialwesen. Die Reihenfolge sagt nichts ├╝ber die Wichtigkeit dieser drei Dinge aus. ÔćĹ

    Japan

    Zum Thema Japan f├Ąllt mir nur ein, dass wir eine relativ rechte Regierung haben, die f├╝r mehr Milit├Ąr ist und ein Gesetz eingef├╝hrt hat, dass Whistleblower bis zu zehn Jahre in den Knast bringen kann und Journalisten, die entsprechendes Verhalten motivieren bis zu f├╝nf. Vermutet wird, dass es zur Vertuschung von Skandalen eingesetzt werden wird. Au├čerdem findet der aktuelle Premier die Geschichtsschreibung nicht so pralle und will da vermutlich ├änderungen in den B├╝chern vornehmen lassen. Den Yasukuni-Schrein besucht er auch. Wen wundert’s.

    China hat dazu eine Luftverteidigungszone ├╝ber dem Ostchinesischem Meer ausgerufen aufgrund der Senkaku/Diaoyu-Inseln. Ist jetzt nicht so gut.

    Und dann gibt’s da noch die Abenomics. Ein Versuch der Regierung zusammen mit der japanischen Zentralbank (ab hier BoJ) die Nachfrageseite der Wirtschaft anzukurbeln. Zurzeit sieht es meines Wissens nach ganz gut f├╝r die Wirtschaft aus, daf├╝r hat die Sparrate gelitten. Aber das ist ja auch kein Wunder, wenn die Nachfrageseite angekurbelt wird. N├Ąchstes Jahr werden wir sehen, wie gut die Abenomics wirklich funktionieren. Ich bin gespannt. Auch im Rahmen der Auswirkungen auf die Bev├Âlkerung. ÔćĹ

    Nordkorea

    In Nordkorea wurde der Onkel Jang Song-Thaek von Kim Jong-Un zum Putschist erkl├Ąrt und relativ fix exekutiert. Er war die Nummer Zwei im Staat und wenn ich es richtig verstanden habe, ein wichtiger Kontaktpunkt zu China. Seine Verb├╝ndeten erleiden das gleiche Schicksal, so wie es aussieht. Aber die Auswirkungen sind nicht so drastisch wie man erwartet. Also nicht ganz so viele Tote. Die Lage k├Ânnte sich trotzdem destabilisieren und wenn die Verbindung zu China schlechter wird ist das auch kein gutes Zeichen. Au├čerdem hat Amnesty International berichtet, dass ausgehend von aktuellen Satellitenbildern Lager f├╝r politische Gefangene vergr├Â├čert werden. Also alles in allem sieht es nach einer Verschlechterung der Lage in Nordkorea aus. ÔćĹ

    Mehr Themen fallen mir spontan nicht ein, aber sicher ist noch mehr passiert 2013. Aber an sich kein sch├Ânes Jahr in allen Bereichen, die mich interessieren. Vielleicht wird 2014 besser.

  • Alles nicht ganz so demokratisch

    Aktuell kann ich nicht so gut tippen, da meine Linke Hand verhindert ist. Daher habe ich heute nicht gebloggt, sondern “geblockt”.

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  • Prism, Tempora und ich

    TL;DR: Alles Mist.

    Seit ein paar Wochen ist bekannt, dass die Aluh├╝teÔäó recht hatten. Die ├ťberwachung durch Staaten findet gro├čfl├Ąchig statt. Wir wussten, dass wir freiwillig Konzernen unsere Daten ├╝bergeben. Teils ist es Wahl, teils entgeht man nur mit Aufwand der Datensammelei von Konzernen. Ich habe keine Illussion, dass Google und Facebook sehr detaillierte Profile von mir haben, auch wenn ich ausgeloggt bin. Und ich m├Âchte nicht wissen1, wer sonst noch so alles detaillierte Profile von mir angelegt hat.

    Inzwischen wei├č ich, dass vermutlich mehreren Nachrichtendienste Profile von mir erstellen k├Ânnten, wenn sie wollten. Die Zielrichtung ist nur eine andere. Statt 31, min. ein Kind, Apple-Fanboy, hei├čt es halt 31, informiert sich ├╝ber verschl├╝sselte Nachrichten├╝bermittlung, k├Ânnte potentiell etwas zu verbergen haben.

    Seitdem PRISM, Tempora und wie die Programme auch immer hei├čen bekannt sind, habe ich keine einzige Mail bekommen mit einer PGP-Signatur oder einem S/Mime-Zertifikat bekommen. F├╝r mich hei├čt das, dass fest zumindest mit meinen Kommunikationspartnern in der Zeit niemanden gibt, der zumindest alles eingerichtet hat um Mails zu verschl├╝sseln. Ansonsten k├Ânnte er/sie ja signieren und ich w├╝sste, dass es einen ├Âffentlichen Schl├╝ssel gibt und ich eine verschl├╝sselte Mail verschicken k├Ânnen. Chats, die mit OTR verschl├╝sselt waren, hatte ich exakt einen.

    Rede ich mit Leuten ├╝ber die Thematik, sind sie in der Regel erbost dar├╝ber. Wobei ich aber sagen muss, dass ich noch nicht wirklich auf die Thematik angesprochen worden bin. Etwas das normalerweise passiert, wenn irgendwas b├Âses mit Computern die Runde macht. Mein Eindruck ist, dass es den meisten weiterhin schnuppe ist, ob mitgelesen wird oder Verbindungsdaten erhoben werden. Welcher Nachteil ergibt sich auch f├╝r sie? Was soll schon passieren?

    Ich bin mit Cyberpunk gro├č geworden. Ich habe Enemy of the State gesehen. Ich habe einen Namen, der meines Wissens nach einzigartig auf der Welt ist. Ich schreibe in der Regel mit Klarnamen. Ich bin es gewohnt damit umzugehen, dass alles was ich ins Netz schreibe in der Regel sehr einfach auf mich zur├╝ckverfolgt werden kann.

    Wenn ich eine Mail schreibe, eine Nachricht per Jabber oder eine private Nachricht auf app.net, f├╝hle ich mich allerdings unbeobachtet. Obwohl ich wei├č, dass zumindest Mails durch viele H├Ąnde gehen und jeder auf dem Weg mitlesen kann. Bei Jabber und PMs liegen sie auf dem Server und dem Administrator muss ich vertrauen. Denn zumindest der kann in der Regel mitlesen, wenn er denn wollte.

    Jetzt kann ich mir allerdings sicher sein, dass es Institutionen gibt, die mitlesen k├Ânnen, wenn sie es denn wollen. Hat sich dadurch mein Kommunikationsverhalten ge├Ąndert? Nein. Ich hab zwar bei meiner Freundin Threema2 installiert, aber wir benutzen trotzdem Mail, SMS und iMessages. Ich hab meinen GPG-Kram mal wieder reaktivert und k├Ânnte an sich verschl├╝sselte Mails schreiben. Aber mit wem?

    Und selbst wenn, im Kopf sitzt es nicht drin, dass da potentiell ein gelangweilter Analyst irgendwo mitliest oder ein Tool ├╝ber meine Mails geht und mich potentiell als Gef├Ąhrder3 einstuft, weil ich ├╝ber irgendein Rollenspiel schreibe. Und dann kommen ja noch die Verbindungsdaten hinzu. Was wei├č ich, was die Leute mit denen ich auf app.net kommuniziere evtl. au├čerhalb des sozialen Netzwerks treiben. Ich denke, dass man in so ein Netz schneller reinfallen kann, als man denkt. Aber es ist nicht im Kopf drin. Es ist einfach zu abstrakt, zu weit weg. Das ist so ein bisschen wie in den Nachrichten das Leid in anderen L├Ąndern zu sehen. Ja, ist schlimm, gleich f├Ąngt der Tatort4 an, oder? Und ich denke, so geht es den meisten.

    Pers├Ânlich w├╝rde ich gerne etwas machen und habe auch all die sch├Ânen Werkzeuge zur Hand und wei├č, dass ich mit BlackVPN und Tor, sowie mit GPG, OTR und was wei├č ich nicht, relativ sicher5 kommunizieren k├Ânnte. Aber dazu geh├Âren immer zwei und irgendwie ist es auch unbequem. Und wie oben geschrieben, kommt dazu, dass es einfach nicht im Kopf ist.

    Und ja, ich habe Dinge zu verbergen. Wer nicht? Und wenn man der Meinung ist, dass man nichts zu verbergen hat, sollte man die Kreativit├Ąt anderer Menschen nicht untersch├Ątzen, die etwas draus drehen k├Ânnen. Evtl. reicht es ja schon aus sich verw├Ąhlt zu haben.

    Also was tun? Der Aussage “If You Have Something You Don’t Want Anyone To Know, Maybe You Shouldn’t Be Doing It” von Eric Schmidt folgen? Aber kann man das immer, will man das immer? Haben sie dann nicht gewonnen? Eine angepasste neutralisierte Menschheit, die das macht was Staaten und Konzerne von ihnen erwarten? Eigentlich will ich Freiheit nicht durch gef├╝hlte Sicherheit ersetzen. Mit der ganzen ├ťberwachung bekommen sie auch nur die dummen ├ťbelt├Ąter und wer wei├č, ob sie die nicht auch so bekommen h├Ątten. Gleichzeitig steigt die Zahl der False Positives.

    Irgendwie ist das alles unsch├Ân und eine L├Âsung habe ich auch nicht. Nachrichtendienste abschaffen w├Ąre sicherlich erstrebenswert. Aber ich denke nicht, dass es eine L├Âsung w├Ąre. Es wird immer andere geben, die einen haben und den gewonnenen Informationsvorteil nutzen werden. Es ist ein bisschen wie ein Staat, in einer Krisenregion zu sein und keinerlei Milit├Ąr zu haben. Selbst das laut Verfassung pazifistische Japan hat zum Einen immer unter dem Sicherheitsmantel der USA gelebt und seine Selbstverteidigungsstreitkr├Ąfte haben auch eine nicht geringe Gr├Â├če.

    Gleichzeitig kann man Nachrichtendienste auch nur schwer demokratisch kontrollieren. Schlie├člich sind Geheimnisse ihr Gesch├Ąft. Nat├╝rlich sollten sie einer parlamentarischen Kontrolle unterliegen und das Parlament besteht schlie├člich aus gew├Ąhlten Vertretern des Volks, aber wer ├╝berwacht die W├Ąchter? Interessant w├Ąre nat├╝rlich, wenn sie voll transparent arbeiten w├╝rden und es dadurch keine Geheimnisse mehr g├Ąbe, aber das f├╝hrt wieder zu ganz anderen Problemen.

    Wenn alle verschl├╝sselten und VPNs und Tor nutzten, w├╝rde man es den ├ťberwachern sicherlich ziemlich schwer machen. Aber das ist auch eher unrealistisch. Und wenn man der einzige unter vielen ist, der sich ├╝ber Verschl├╝sselung heraushebt, dann ist man auf einmal auch wieder interessant und es wird genauer hingeschaut.

    Und gar nicht mehr privat online kommunizieren bringt’s ja auch nicht. In den USA werden jetzt schon die Verbindungsdaten von s├Ąmtlichen Briefen seit Jahren erhoben. Damit fiele das auch weg. Und Brieftauben z├╝chten, ist jetzt auch nicht mein Ding. Und die Latenz von dem ganzen analogen Kram ist doch recht hoch.

    Tja, irgendwie eine ganz sch├Âne Zwickm├╝hle das alles. Und am Ende steht ein Gef├╝hl der Ohnmacht.


    1. Na ja, eigentlich w├╝rde ich es schon gerne wissen. 
    2. Ein vermutlich sicherer Instant Message-Service, der Ende-zu-Ende verschl├╝sselte Kommunikation erlaubt. 
    3. Ich bin Shadowrun-Spieler, ein Pen&Paper-Rollenspiel, bei dem man einen professionellen Verbrecher im Auftrag von Konzernen spielt. Und die Reaktionen in der S-Bahn, wenn man sich ├╝ber vergangene Missionen unterh├Ąlt oder ├╝ber den Einbruch bei der n├Ąchsten Mission spricht und wo man die vollautomatischen Waffen und den Sprengstoff herbekommt, sind eindeutig. 
    4. Nein, ich schaue den Tatort nicht. 
    5. Ich bezweifel, dass es sichere Kommunikation gibt. Evtl. wenn ich mich mit einer anderen Person in einer H├Âhle treffe und wir uns Nachrichten auf Papier hin- und herschieben und danach den Zettel verbrennen, kann man sich wohl sicher sein, dass niemand mitgelesen hat. Und dann w├╝sste ein Angreifer immer noch, dass ich mich mit der anderen Person getroffen h├Ątte. 
  • Tanzverbot in Japan f├╝r kleine Clubs und nach Mitternacht

    Tanzverbot in Japan f├╝r kleine Clubs und nach Mitternacht

    Das wusste ich auch noch nicht: In Japan ist es verboten in Clubs zu tanzen, die eine Fl├Ąche von weniger als 66m2 haben und auch nach Mitternacht ist das Tanzen verboten.

    "It is very difficult for clubs in big cities to find somewhere affordable with a 66-sq.-meter floor allowing them to get the license," Isobe said in a recent interview with The Japan Times. "It is also unreasonable to prohibit late-night dancing in a society where many restaurants stay open around the clock."