Zwiegespalten: Twitter und Appdotnet

Seit ein paar Wochen versuche ich mit zwei sozialen Netzwerken umzugehen: Twitter und Appdotnet.

Wie Twitter mit den Entwicklern umgeht, finde ich einfach nur schlimm. Das Twitter anscheinend inzwischen von BWLern beherrscht wird und man sich in Profitmaximierung versucht auf Kosten der Nutzer finde ich auch einfach nur schlimm. Dazu kommt, dass Twitter seinen eigenen Desktop-Client aufgibt und ggf. in einem Update der API-Guidelines Desktop-Clients verbietet. Meiner Meinung nach ist Twitter einfach unberechenbar geworden, auch wenn sie die Änderungen schon vor einem Jahr ankündigten.

Und dann gibt es jetzt auch Appdotnet (ADN). Für ADN zahlt man aktuell pro Jahr $50 und dafür wird es wohl werbefrei eine Plattform für soziale Netzwerke geben. Es entwickelt sich technisch sehr schnell, bei der Anzahl der Benutzer macht es allerdings einen anderen Eindruck. Aktuell fühlt sich ADN wie Twitter in einem frühem Stadium an aufgrund der geringen Nutzerzahlen. 

Inzwischen ist es featuremäßig bei Twitter angekommen. Seit kurzem gibt es auch Favs (Stars) und native Retweets (Reposts). Es gibt aktuell keine Listen, dafür 256 Zeichen zum Vertippen. Sieht alles ähnlich aus, nur hat es generische Namen und damit weniger Charme. Clients gibt es noch nicht viele, aber es befinden sich so einige in Entwicklung und ich bin mit meiner aktuellen Wahl (Appetizer unter OS X und Spoonbill unter iOS) recht zufrieden, auch wenn zumindest Spoonbill noch nicht alle ADN-Features unterstützt.

Technisch hat es den Nachteil, dass es nirgends integriert ist es wie Twitter. Weder in Instapaper, noch in Reeder und ganz böse und das wird vermutlich nie kommen: direkt in iOS oder OS X.

Was stört sind aktuell immer noch die fehlenden bzw. die nicht-postenden Nutzer. Nicht jeder mag sich $50 für ein soziales Netzwerk leisten, Twitter geht ja auch noch gut genug und sehr viele sind da. Andere haben zwar einen ADN-Account, posten da aber nichts. Gleichzeitig sind Crossposts, sprich Posts von Twitter nach ADN weiterleiten oder umgekehrt, von vielen aus unterschiedlichen Gründen verpönt (wer beides richtig liest, bekommt doppelten Content; RTs sind über Accounts, die es nicht gibt oder die falschen sind etc). Damit könnte ADN sich aber zumindest bootstrappen. Wenn die Leute, die bei beiden SNs einen Account haben, aber aktuell nur Twitter nutzen, zumindest ihre Posts weiterleiten, könnte man ADN nutzen und zumindest die Posts derer trotzdem nicht verpassen. Ich hab’s versucht in die eine und in die andere Richtung. Auf ADN ist es weniger verpönt als auf Twitter, aber glücklich macht beides nicht.

Ich selbst habe versucht die letzten Tage sehr wenig Zeit und hauptsächlich Zeit mit ADN zu verbringen und dabei so einiges erstmal für mich aufgesetzt. Eine IFTTT-Regel, die alle Links von Twitter nach Pinboard umlenkt, damit ich die gesammelten Links habe, da ich inzwischen für mich meine Timeline recht gut zusammengestellt habe. Dann eine IFTTT-Regel für einen ungenutzten Zweitaccount auf Twitter ohne nennenswerte Followerschaft, um cross zu posten, um die Twitterintegration von Programmen/Betriebssystemen zu nutzen. Und retweeten versuche ich auf Twitter zu vermeiden, sondern verlinke hier auf dem Blog interessante Links, wie in einem Linkblog und poste das dann zu beiden SNs, da mein Blog anscheinend, nahezu gar nicht über RSS-Feeds gelesen wird. Macht allerdings auch mehr Arbeit. Damit lässt sich aber irgendwie leben. In meinem ADN-Stream geht auch schon ein wenig was.

Allerdings musste ich feststellen, dass mir ganz viel Content von Leuten fehlt, die ich auf Twitter gerne lese. Spontan fallen mir da z.B. @map, @no_vem_ber, @mrtoto, @nsemak, @jakeadelstein, @hirokotabuchi und noch eine ganze Reihe anderer ein (wehe, es fühlt sich jemand beleidigt an, weil ich sie oder ihn nicht genannt habe…aber die Liste ist zu lang). Teils haben die genannten Accounts, posten aber nichts auf ADN, teils haben sie keinen und werden sich vermutlich auch nie einen zulegen. Und das macht halt entweder Twitter oder ADN einfach zu einer weiteren Inbox mit anderen Leuten. Da Crossposts verpönt sind, muss man sich auch irgendwie entscheiden für welches Publikum man schreibt (meine Blogposts gehen in beide SNs). Ehrlich gesagt, läuft das bei mir darauf hinaus, dass ich an einem Tag entweder nur auf Twitter oder nur auf ADN schreibe. Ich hatte schon ein Problem damit Facebook und Twitter gleichzeitig zu nutzen, als ich noch Facebook versuchte aktiv zu nutzen und da hatte ich wirklich unterschiedliche “Follower”.

Aktuell führt es dazu, dass ich mich “schlecht” fühle, wenn ich Twitter benutze, da ich eigentlich Twitter verlassen will für den ganzen Mist den sie verzapfen. Das Gejammer über Twitter bringt halt nichts, wenn man es weiter benutzt. Bei mehreren Hundert Millionen Nutzern ist das Twitter egal und wenn die Alpha-Nerds zu was anderem ziehen, ist ihnen das auch egal, so lange nicht alle Nutzer wegziehen. Die Alpha-Nerds sind auch die, die sich über Werbung aufregen, aber Werber zahlen vermutlich mehr, als die Nutzer bereit wären zu zahlen. Und für Twitter zählt aktuell anscheinend Profitmaximierung und nicht glückliche Nutzer. So lang sie es auf dem Level halten, dass die Nutzer Twitter gerade nicht verlassen, ist alles schön für Twitter. Und die meisten sind ziemlich schmerzbefreit, wenn man sich überlegt wie viele Leute Facebook benutzen (keine wirklichen 3rd-Party-Apps, kein Desktop-Client, Privacy ist ein Fremdwort und Spammen durch Freunde ist eingebaut).

Gleichzeitig will ich ADN benutzen, weiß aber, dass ich eigentlich noch Twitter lesen muss, um alles mitzubekommen, was ich mitbekommen will. Das nervt. Kolossal. Vermutlich bin ich der einzige dem es so geht, aber es stört mich massiv. Was nun also tun? Twitter-Account verkümmern lassen, ab und zu reingucken und irgendwann heißt’s “Aus den Augen aus dem Sinn”, noch mehr der knappen Zeit in das Lesen von zwei SNs und Posts reinkippen oder ADN ADN sein lassen und wie so viele andere warten, dass es was wird? Aber wenn zu viele so denken, dann wird das mit ADN nie etwas. ADN ist erst ein paar Wochen alt, aber gefühlt tut sich nach dem Anfangshype zumindest nutzertechnisch nicht viel. Um genau zu sein viel zu wenig. Die Unique Users waren heute 939 (als ich diesen Post schrieb), vor ein paar Tagen waren es ca. 1500. Das ist a) so gut wie gar nichts und b) scheint sich das nicht zu steigern. Kurz: Mit ADN ist das irgendwie alles blöd und das Momentum scheint trotz Clients in Entwicklung abzunehmen. Clients sind halt nicht alles.

Manno, ich find das alles doof und verschwende eigentlich viel zu viele Gedanken auf sowas wie die Entwicklung von sozialen Netzwerken… >_<

Sechs chinesische Schiffe bei den Diaoyu/Senkaku-Inseln

Sechs chinesische Schiffe bei den Diaoyu/Senkaku-Inseln.

Ich mach das mit dem Link-Blogging ja erst seit kurzem und (leider) nur wenig, aber gerade komme ich mir vor, wie eine Senkakue/Diaoyu-Insel-Soap.

A flotilla of six Chinese surveillance ships entered Japan’s territorial waters early Friday near the recently nationalized Senkaku Islands, the Japan Coast Guard said, prompting crisis panels to be set up in the prime minister’s office and the National Police Agency.

Die “China’s State Oceanic Administration” sagt dazu:

The ships demonstrated “China’s jurisdiction over the Diaoyu Islands and its affiliated islets and ensure the country’s maritime interests,” it said.

Antijapanische Proteste auf den Titelseiten von chinesischen Zeitungen

Antijapanische Proteste auf den Titelseiten von chinesischen Zeitungen.

Die Zentralregierung, oder wer die entsprechenden Verantwortlichen sind, “erlauben” der Öffentlichkeit nun ihrem Ärger Luft zu machen im Rahmen der Inselstreitigkeiten.Übrigens war die öffentliche Meinung in China früher weitaus positiver gegenüber Japan eingestellt. Erst in den 90ern kam es zu einem neuen Nationalismus. Die KP braucht diesen wohl, damit sie sich weiterhin stabil halten kann, wenn die schwindende kommunistische Ideologie die KP nicht mehr legitimiert1.

  1. Gries, Peter Hays (2005): „China’s “New Thinking” on Japan“. The China Quarterly 184: 831—850.

Und weiter geht es im Konflikt um die Diaoyu/Senkaku-Inseln

Und weiter geht es im Konflikt um die Diaoyu/Senkaku-Inseln.

Langsam wird es unangenehm…

“We’re nearing very dangerous territory in that sense because both countries are activating their patrol activities in the same areas,” said Yoichiro Sato, director of the Japan-based International Strategic Studies at Ritsumeikan Asia Pacific University. “The possibility of accidental incidents between the two security forces is rising with these recent activities,” he said.

aber…

 Metzl doesn’t foresee a naval conflict between China and Japan.  Most experts agree neither nation is likely to spill blood over a few uninhabited islands.
 
The dispute is evidence of what Metzl calls a new post-American era in the Asia-Pacific region.
 
“China is flexing its muscles to not only pressure other countries, but to test the relationship between some of these countries – particularly Japan and the United States,” said Metzl. 

Retten feste Partnerschaften alleinstehende Mütter vor der Armut?

Retten Hochzeiten alleinstehende Mütter vor der Armut?

Es ist zwar ein Artikel über Zahlen aus den USA, aber ich fände es interessant, ob es in Deutschland ähnlich aussieht. Ich vermute mal, dass ja.

“But lower-income groups are significantly more likely to say having a job is more important for marriage,” Karney says. “Having money in the bank is more important for marriage. And the problems that they have are not relational problems, they’re economic problems.”

“In many low-income communities, there are not many men like that (who earn a good wage) available,” she says. “Poverty is as often a cause of unwed motherhood as it is a result.”