Mit China wird man sich wohl arrangieren müssen

Mit China wird man sich wohl arrangieren müssen

In Japan gibt es keine großen Sympathien für China. 71% der Japaner in einer Regierungsumfrage haben Antipathien gegenüber China:

According to the October 2011 government opinion poll on diplomacy (available in Japanese only), 71% of the Japanese do not have any “feelings of sympathy” (親近感, shinkinkan) toward China

Was sie wohl nicht wissen, dass Japan ohne China noch schlechte da stände

While more than 70% of the Japanese express dislike for China, many of those 70% may, knowingly or not, work for a company benefiting massively from the economic growth in China. Without that growth, Japan’s economic performance over the last 10–15 years would have been even worse.

Japanische Regierung will von Privatbesitzer drei umstrittene Inseln kaufen

Japanische Regierung will von Privatbesitzer drei umstrittene Inseln kaufen

Und ist damit schneller als die Tokyoter Lokalregierung.

The national government plans to build nothing on the islands and do nothing that might anger China. If reports of an agreement with the owner are true, it would be a major disappointment for Tokyo Gov. Ishihara and his nationalist supporters. Ishihara wanted to tighten Japanese control over the islands by building a small port that could provide shelter to fishing boats during stormy weather.

Werkzeuge zum Übersetzen japanischer Texte

Durch mein Studium musste ich immer wieder japanisches Quellmaterial ins Deutsche übersetzen. Aktuell habe ich eine Übersetzungsaufgabe bei der ich als Ziel 80 Seiten auf Deutsch habe. Zwar gab es auch mal einen Kurs bei dem wir Literatur von Deutsch nach Japanisch übersetzten, aber an sich will man nur in die eigene Muttersprache übersetzen.

Wenn man übersetzt braucht man natürlich wie bei so vielem gewisse Werkzeuge, um sein Ziel zu erreichen. Dieses besteht bei mir aus diversen Bücher, Gadgets, Software und Webseiten. Und dann gibt es noch die berühmten Tricks of the Trade, aber dazu komme ich in einem anderen Artikel.

Grammatikwörterbücher

Wörterbücher gibt es viele, aber bei Wörterbüchern, die nur Grammatik betrachten wird es recht eng. Meine Favoriten sind A Dictionary of Basic / Intermediate / Advanced Grammar. Die Bücher sind auf Englisch, haben gute Erklärungen, brauchbare Beispielsätze und enttäuschen selten in Sachen Vollständigkeit.

Eine Alternative ist 教師と学習者のための日本語文型辞書. Das Buch ist wie bei dem Titel zu erwarten auf Japanisch, aber es ist nicht allzu schwer damit umzugehen. Wenn ihr in einer Stadt mit japanologischer Bibliothek lebt aufgrund einer Uni mit entsprechendem Angebot, findet ihr wahrscheinlich alle vier Bücher und ihr könnt mal reinschauen, was euch besser gefällt.

Software

Als Wörterbuchsoftware benutze JEDict. Das ist eine EDict-Client für Mac OS X. Ich habe eine Reihe von englischen Wörterbüchern und das Wadoku installiert.

Webwörterbücher

Meine Wörterbücher im Netz der Wahl sind ALC und Wadoku. ALC ist auf englisch, hat Tonnen von Beispielsätzen und ist dadurch eine riesengroße Hilfe. Wadoku benutze ich nicht sehr häufig, aber manchmal ist es doch ganz brauchbar.

Sonstige Hilfsmittel im Netz

Wenn ich partout nicht weiterkomme gibt es noch drei weitere Möglichkeiten, wie man zu einer passenden Übersetzung eines Wortes kommen kann.

Zu allererst wäre da eine Google-Suche. Einfach den Begriff eingeben und dann sehen in welchen Kontexten und in welcher Art der Begriff verwendet wird. Häufig hilft auch eine Suche in der japanischen Wikipedia. Hier gilt natürlich wie bei allen Wikipedias: achtet auf gefährliches Halbwissen. Meiner Erfahrung nach ist sie bei japanspezifischen Themen um einiges besser als die englische Wikipedia (und von der deutschen solltet ihr die Finger weglassen, wenn ihr was zu Japan sucht). Und zu allerletzt gibt es auch noch eine Suche bei Google Images. Vor allem wenn es um Mode und Essen geht, ist eine Bildersuche, der beste Weg um zu einem Ergebnis zu kommen.

Gadgets

Natürlich besitze ich auch ein elektronisches Wörterbuch. In meinem Fall ist das ein Casio Ex-Word XD-GW7150, aber jeder Nachfolger sollte es auch tun. Die Dinger werden immer ausgefeilter und haben immer mehr Wörterbücher eingespeichert. In der Regel benutze ich es für das eingebaute Japanisch-Japanisch-Wörterbuch.

Papier

In Papierform benutze ich nur noch selten, aber doch noch ab und zu meinen guten alten Hadamitzky. Der Nelson tut es natürlich auch. Und für unterwegs wenn kein Strom zur Hand ist oder für Kurse bei denen elektronische/vernetzte Hilfsmittel nicht erlaubt sind, tut es auch der kompakte Nelson.

Rezept: Club Mate-Wackelpudding

Leider habe ich keine Photos, aber gestern habe ich nach ein wenig Experimentierei erfolgreich (Club) Mate-Wackelpudding hergestellt. Für Nachmacher hier das Rezept 😉

Ich hatte recht viel hergestellt, das Endergebnis sind 1l Flüssigkeit, die geliert werden in fünf Farben.

Zutaten:

  • 3l Club Mate
  • 400g Zucker
  • 2 gehäufte Teelöffel Matetee (in meinem Fall war es Yerba-Mate, importiert aus irgendeinem Südamerikanischen Land; ich weiß leider nicht mehr woher >_<)
  • Agar Agar
    • ich habe Agar Agar von Rapunzel verwendet
    • der Vorteil von Agar Agar ist, dass es im Gegensatz zu Gelatine nicht aus Schweine- oder Rinderknochen gemacht ist und damit Menschen, die vor BSE u.ä. Sorgen haben oder auch Vegetarier eure Götterspeise essen können; die Struktur ist aber leicht anders
  • Lebensmittelfarbe
    • hier kann ich Wilton Icing Colors empfehlen. Man brauch sehr wenig Farbe, um sehr schöne Ergebnisse zu erzielen und sie verteilt sich auch großartig gleichmäßig. Keine Streifen in Teigen oder Toppings o.ä., wenn ihr sie mal für etwas anderes verwenden wollte. Außerdem kann man sie auch mischen für neue Farben etc. Man bekommt sie z.B. bei tortenwelt-shop.com oder Amazon. Die sind nicht billig, lohnen sich aber.
Zubereitung:
  1. 3l Club Mate in einen ausreichend großen Topf gießen und ihn auf eine heiße Herdplatte/großes Feuer stellen
  2. 2 gehäufte TL Matetee dazu geben
  3. Den  Zucker dazugeben
  4. Unter regelmäßigem Rühren zum Kochen bringen
  5. bei mittlerer Hitze köcheln lassen und alle paar Minuten umrühren
  6. Das Ganze muss eingekocht werden, bis nur noch etwa 1l Flüssigkeit vorhanden ist, also um zwei Drittel. Abmessen ist schwer. Bei einem Topf der gleichmäßig hoch ist (also nicht rund zuläuft oder so, könntet ihr ein Stäbchen nehmen und einmal am Anfang reinstecken, einen Strich auf der Flüssigkeitshöhe machen und dann immer mal wieder testen, ob ihr auf etwa ⅓ runter seid).
  7. Vergesst nicht abzuschmecken. Ihr solltet auf pappsüß mit einem deutlichen bitteren Nachgeschmack abzielen. Das Gelieren und kalt stellen, lässt eine Menge Geschmack verschwinden. Deswegen klappt es auch nicht, einfach nur eine Flasche Club Mate zu gelieren.
  8. Schaltet den Herd aus und lasst die Flüssigkeit abkühlen.
  9. Nehmt ein Gefäß in das ihr bequem die eingekochte Flüssigkeit reinbekommt und auch noch rühren könnt. Ein Pitcher, also so ein großer Bierkrug, eignet sich zum Beispiel sehr gut oder ein entsprechender Topf. Legt ein sauberes Küchenhandtuch in einer Lage drauf, so dass es leicht reinbeult.
  10. Sucht euch eine zweite Person, die das Küchenhandtuch hält, aber nicht straff spannt.
  11. Kippt die Flüssigkeit durch das Tuch in euer Gefäß. Das Küchenhandtuch filtert die feinen Teeblätter und ist groß genug, dass ihr nicht durch ein kleines Teesieb gießen müsst.
  12. Nun gebt ihr das Agar Agar in die Flüssigkeit. Bei dem, was ich nutzte mussten es 4TL sein (2TL auf 500ml für Puddings etc) und rührt gut um.
  13. Jetzt nehmt ihr euch einen Messbecher und fünf Schüsseln (für die fünf Farben) und füllt jeweils 200ml ab. Jedesmal vorher gut umrühren, da sich das Agar Agar schnell absetzt.
  14. Als nächstes werden die Lebensmittelfarben in die Schüsseln gegeben. Bei den o.g. Wilton Icing Colors reicht jeweils eine Messerspitze.
  15. Nehmt einen kleinen Topf und einen Esslöffel. Füllt den Inhalt der ersten Schüssel in den ersten Topf und nehmt den Esslöffel um das abgesetzte Agar Agar mit in den Topf zu tun.
  16. Wascht die Schüssel kalt ab und trocknet sie nur außen. Innen lasst ihr sie nur abtropfen. Dadurch lässt sich die Götterspeise am Ende leichter stürzen.
  17. Bringt die Flüssigkeit zum Kochen und in meinem Fall musste ich die Flüssigkeit mit dem Agar Agar zwei Minuten kochen lassen (Rapunzel gibt an 5 Minuten für 500ml). 
    1. Wenn ihr weniger macht, müsst ihr dementsprechend kürzer kochen. Bei mir funktionierte überraschenderweise 1 Minute pro 100ml sehr gut. Wenn ihr zu lang kocht, verkocht euch zu viel Flüssigkeit und der Zucker karamellisiert. Damit gibt’s keine Götterspeise und der Topf lässt sich räudig abwaschen. Evtl. könnt ihr das Ergebnis als Mate-Bonbons verwenden. Das habe ich aber nicht getestet.
  18. Füllt die heiße Flüssigkeit in die gerade kalt ausgespülte Schüssel und stellt sie zur Seite.
  19. Spült den Topf und wiederholt Schritt 15-18 für alle Schüsseln.
  20. Lasst eure Schüsseln erst einmal außerhalb des Kühlschranks abkühlen und stellt sie frühestens, wenn sie nicht mehr dampft in den Kühlschrank.
  21. Wartet eine Stunde nachdem ihr sie in den Kühlschrank gestellt habt, ggf. geht’s auch schneller und geht dann wieder an eure Schüsseln. Kippt sie ein wenig, denn damit könnt ihr sehen, ob die gewünschte Festigkeit erreicht ist, wenn nein, weiter warten, ansonsten Schritt 22.
  22. Nehmt ein scharfes Messer und versucht die Götterspeise am Rand zu lösen und dann stürzt ihr sie auf die gewünschte Oberfläche zur Weiterverarbeitung.
  23. Macht die Küche sauber.

 

Spotify gecancelt

Bevor ich noch mehr Tweets beantworte, warum ich Spotify gecancelt habe, schreibe ich es lieber hier auf. Das Ganze benötigt eh mehr als 140 Zeichen.

1) Der Desktop-Client hat bei mir regelmäßig Probleme gemacht. Wenn ich auf Twitter von @Spotify gelesen habe, dass es Probleme mit dem Service gibt, war ich geschätzt in einem Drittel der Fälle betroffen auf dem Desktop. Mobil ging es trotzdem in der Regel

2) Spotify hat so einiges der Musik nicht, die ich höre. Nur mal einige Beispiele: Nur sehr wenig Musik von den Ärzten, keine Beatles, kein Madness, min. mit einem wichtigen Label der japanischen Musik haben sie keinen Vertrag (Avex), womit eine Menge japanische Musik wegfällt. Den Ausschlag hat übrigens Madness gegeben. Ich mochte von denen ein Lied (Our House), habe auf Spotify gesucht und drei Titel gefunden. Schaut mal im iTunes Store vorbei. Und Madness ist jetzt keine unbekannte Band. (Ich habe mir übrigens gleich ein Album bei iTunes für 10,99€ gekauft…)

3) Spotify hat eine Rolle beim Berufungsprozess um Peter Sunde und Co gespielt. Zwei der Laienrichter, waren zufälligerweise von Spotify angestellt und Spotify gehört zu guten Teilen den Majors. Der Text des Gnadengesuchs ist sehr lesenswert. Hier gibt es übrigens die Avaaz-Petition für das Gnadengesuch von Peter Sunde: Grant Peter Sunde’s (of The Pirate Bay) plea for pardon

4) Ich gebe 10€ im Monat für Spotify aus. So viel Geld habe ich selten pro Monat für Musik ausgegeben. Und ich habe nicht so viel Musik damit gefunden, dass ich selbst bei Einzelkauf bei Amazon oder iTunes auf 10€ im Monat käme. Da spare ich lieber das Geld und kaufe mir die Alben direkt.

5) Zum Suchen und Finden von Musik kann ich Spotify immer noch in kostenfrei verwenden. Dafür brauche ich nicht den Zehner im Monat ausgeben. Den Zehner gebe ich dafür aus, dass ich keine Werbung habe (das macht 5€…aka Unlimited) und dass ich die Musik auf meinem iPhone habe. Aber unterwegs höre ich eh in der Regel Podcasts oder meine 5-Sterne-Lieder. Mehr ist es selten. Die paar neuen Starred kann ich mir auch so kaufen und da bekommen die Künstler auch noch mehr Geld, so wie es aussieht.