Japanische Regierung will von Privatbesitzer drei umstrittene Inseln kaufen

Japanische Regierung will von Privatbesitzer drei umstrittene Inseln kaufen

Und ist damit schneller als die Tokyoter Lokalregierung.

The national government plans to build nothing on the islands and do nothing that might anger China. If reports of an agreement with the owner are true, it would be a major disappointment for Tokyo Gov. Ishihara and his nationalist supporters. Ishihara wanted to tighten Japanese control over the islands by building a small port that could provide shelter to fishing boats during stormy weather.

Werkzeuge zum Übersetzen japanischer Texte

Durch mein Studium musste ich immer wieder japanisches Quellmaterial ins Deutsche übersetzen. Aktuell habe ich eine Übersetzungsaufgabe bei der ich als Ziel 80 Seiten auf Deutsch habe. Zwar gab es auch mal einen Kurs bei dem wir Literatur von Deutsch nach Japanisch übersetzten, aber an sich will man nur in die eigene Muttersprache übersetzen.

Wenn man übersetzt braucht man natürlich wie bei so vielem gewisse Werkzeuge, um sein Ziel zu erreichen. Dieses besteht bei mir aus diversen Bücher, Gadgets, Software und Webseiten. Und dann gibt es noch die berühmten Tricks of the Trade, aber dazu komme ich in einem anderen Artikel.

Grammatikwörterbücher

Wörterbücher gibt es viele, aber bei Wörterbüchern, die nur Grammatik betrachten wird es recht eng. Meine Favoriten sind A Dictionary of Basic / Intermediate / Advanced Grammar. Die Bücher sind auf Englisch, haben gute Erklärungen, brauchbare Beispielsätze und enttäuschen selten in Sachen Vollständigkeit.

Eine Alternative ist 教師と学習者のための日本語文型辞書. Das Buch ist wie bei dem Titel zu erwarten auf Japanisch, aber es ist nicht allzu schwer damit umzugehen. Wenn ihr in einer Stadt mit japanologischer Bibliothek lebt aufgrund einer Uni mit entsprechendem Angebot, findet ihr wahrscheinlich alle vier Bücher und ihr könnt mal reinschauen, was euch besser gefällt.

Software

Als Wörterbuchsoftware benutze JEDict. Das ist eine EDict-Client für Mac OS X. Ich habe eine Reihe von englischen Wörterbüchern und das Wadoku installiert.

Webwörterbücher

Meine Wörterbücher im Netz der Wahl sind ALC und Wadoku. ALC ist auf englisch, hat Tonnen von Beispielsätzen und ist dadurch eine riesengroße Hilfe. Wadoku benutze ich nicht sehr häufig, aber manchmal ist es doch ganz brauchbar.

Sonstige Hilfsmittel im Netz

Wenn ich partout nicht weiterkomme gibt es noch drei weitere Möglichkeiten, wie man zu einer passenden Übersetzung eines Wortes kommen kann.

Zu allererst wäre da eine Google-Suche. Einfach den Begriff eingeben und dann sehen in welchen Kontexten und in welcher Art der Begriff verwendet wird. Häufig hilft auch eine Suche in der japanischen Wikipedia. Hier gilt natürlich wie bei allen Wikipedias: achtet auf gefährliches Halbwissen. Meiner Erfahrung nach ist sie bei japanspezifischen Themen um einiges besser als die englische Wikipedia (und von der deutschen solltet ihr die Finger weglassen, wenn ihr was zu Japan sucht). Und zu allerletzt gibt es auch noch eine Suche bei Google Images. Vor allem wenn es um Mode und Essen geht, ist eine Bildersuche, der beste Weg um zu einem Ergebnis zu kommen.

Gadgets

Natürlich besitze ich auch ein elektronisches Wörterbuch. In meinem Fall ist das ein Casio Ex-Word XD-GW7150, aber jeder Nachfolger sollte es auch tun. Die Dinger werden immer ausgefeilter und haben immer mehr Wörterbücher eingespeichert. In der Regel benutze ich es für das eingebaute Japanisch-Japanisch-Wörterbuch.

Papier

In Papierform benutze ich nur noch selten, aber doch noch ab und zu meinen guten alten Hadamitzky. Der Nelson tut es natürlich auch. Und für unterwegs wenn kein Strom zur Hand ist oder für Kurse bei denen elektronische/vernetzte Hilfsmittel nicht erlaubt sind, tut es auch der kompakte Nelson.

Rezept: Club Mate-Wackelpudding

Leider habe ich keine Photos, aber gestern habe ich nach ein wenig Experimentierei erfolgreich (Club) Mate-Wackelpudding hergestellt. Für Nachmacher hier das Rezept 😉

Ich hatte recht viel hergestellt, das Endergebnis sind 1l Flüssigkeit, die geliert werden in fünf Farben.

Zutaten:

  • 3l Club Mate
  • 400g Zucker
  • 2 gehäufte Teelöffel Matetee (in meinem Fall war es Yerba-Mate, importiert aus irgendeinem Südamerikanischen Land; ich weiß leider nicht mehr woher >_<)
  • Agar Agar
    • ich habe Agar Agar von Rapunzel verwendet
    • der Vorteil von Agar Agar ist, dass es im Gegensatz zu Gelatine nicht aus Schweine- oder Rinderknochen gemacht ist und damit Menschen, die vor BSE u.ä. Sorgen haben oder auch Vegetarier eure Götterspeise essen können; die Struktur ist aber leicht anders
  • Lebensmittelfarbe
    • hier kann ich Wilton Icing Colors empfehlen. Man brauch sehr wenig Farbe, um sehr schöne Ergebnisse zu erzielen und sie verteilt sich auch großartig gleichmäßig. Keine Streifen in Teigen oder Toppings o.ä., wenn ihr sie mal für etwas anderes verwenden wollte. Außerdem kann man sie auch mischen für neue Farben etc. Man bekommt sie z.B. bei tortenwelt-shop.com oder Amazon. Die sind nicht billig, lohnen sich aber.
Zubereitung:
  1. 3l Club Mate in einen ausreichend großen Topf gießen und ihn auf eine heiße Herdplatte/großes Feuer stellen
  2. 2 gehäufte TL Matetee dazu geben
  3. Den  Zucker dazugeben
  4. Unter regelmäßigem Rühren zum Kochen bringen
  5. bei mittlerer Hitze köcheln lassen und alle paar Minuten umrühren
  6. Das Ganze muss eingekocht werden, bis nur noch etwa 1l Flüssigkeit vorhanden ist, also um zwei Drittel. Abmessen ist schwer. Bei einem Topf der gleichmäßig hoch ist (also nicht rund zuläuft oder so, könntet ihr ein Stäbchen nehmen und einmal am Anfang reinstecken, einen Strich auf der Flüssigkeitshöhe machen und dann immer mal wieder testen, ob ihr auf etwa ⅓ runter seid).
  7. Vergesst nicht abzuschmecken. Ihr solltet auf pappsüß mit einem deutlichen bitteren Nachgeschmack abzielen. Das Gelieren und kalt stellen, lässt eine Menge Geschmack verschwinden. Deswegen klappt es auch nicht, einfach nur eine Flasche Club Mate zu gelieren.
  8. Schaltet den Herd aus und lasst die Flüssigkeit abkühlen.
  9. Nehmt ein Gefäß in das ihr bequem die eingekochte Flüssigkeit reinbekommt und auch noch rühren könnt. Ein Pitcher, also so ein großer Bierkrug, eignet sich zum Beispiel sehr gut oder ein entsprechender Topf. Legt ein sauberes Küchenhandtuch in einer Lage drauf, so dass es leicht reinbeult.
  10. Sucht euch eine zweite Person, die das Küchenhandtuch hält, aber nicht straff spannt.
  11. Kippt die Flüssigkeit durch das Tuch in euer Gefäß. Das Küchenhandtuch filtert die feinen Teeblätter und ist groß genug, dass ihr nicht durch ein kleines Teesieb gießen müsst.
  12. Nun gebt ihr das Agar Agar in die Flüssigkeit. Bei dem, was ich nutzte mussten es 4TL sein (2TL auf 500ml für Puddings etc) und rührt gut um.
  13. Jetzt nehmt ihr euch einen Messbecher und fünf Schüsseln (für die fünf Farben) und füllt jeweils 200ml ab. Jedesmal vorher gut umrühren, da sich das Agar Agar schnell absetzt.
  14. Als nächstes werden die Lebensmittelfarben in die Schüsseln gegeben. Bei den o.g. Wilton Icing Colors reicht jeweils eine Messerspitze.
  15. Nehmt einen kleinen Topf und einen Esslöffel. Füllt den Inhalt der ersten Schüssel in den ersten Topf und nehmt den Esslöffel um das abgesetzte Agar Agar mit in den Topf zu tun.
  16. Wascht die Schüssel kalt ab und trocknet sie nur außen. Innen lasst ihr sie nur abtropfen. Dadurch lässt sich die Götterspeise am Ende leichter stürzen.
  17. Bringt die Flüssigkeit zum Kochen und in meinem Fall musste ich die Flüssigkeit mit dem Agar Agar zwei Minuten kochen lassen (Rapunzel gibt an 5 Minuten für 500ml). 
    1. Wenn ihr weniger macht, müsst ihr dementsprechend kürzer kochen. Bei mir funktionierte überraschenderweise 1 Minute pro 100ml sehr gut. Wenn ihr zu lang kocht, verkocht euch zu viel Flüssigkeit und der Zucker karamellisiert. Damit gibt’s keine Götterspeise und der Topf lässt sich räudig abwaschen. Evtl. könnt ihr das Ergebnis als Mate-Bonbons verwenden. Das habe ich aber nicht getestet.
  18. Füllt die heiße Flüssigkeit in die gerade kalt ausgespülte Schüssel und stellt sie zur Seite.
  19. Spült den Topf und wiederholt Schritt 15-18 für alle Schüsseln.
  20. Lasst eure Schüsseln erst einmal außerhalb des Kühlschranks abkühlen und stellt sie frühestens, wenn sie nicht mehr dampft in den Kühlschrank.
  21. Wartet eine Stunde nachdem ihr sie in den Kühlschrank gestellt habt, ggf. geht’s auch schneller und geht dann wieder an eure Schüsseln. Kippt sie ein wenig, denn damit könnt ihr sehen, ob die gewünschte Festigkeit erreicht ist, wenn nein, weiter warten, ansonsten Schritt 22.
  22. Nehmt ein scharfes Messer und versucht die Götterspeise am Rand zu lösen und dann stürzt ihr sie auf die gewünschte Oberfläche zur Weiterverarbeitung.
  23. Macht die Küche sauber.

 

Spotify gecancelt

Bevor ich noch mehr Tweets beantworte, warum ich Spotify gecancelt habe, schreibe ich es lieber hier auf. Das Ganze benötigt eh mehr als 140 Zeichen.

1) Der Desktop-Client hat bei mir regelmäßig Probleme gemacht. Wenn ich auf Twitter von @Spotify gelesen habe, dass es Probleme mit dem Service gibt, war ich geschätzt in einem Drittel der Fälle betroffen auf dem Desktop. Mobil ging es trotzdem in der Regel

2) Spotify hat so einiges der Musik nicht, die ich höre. Nur mal einige Beispiele: Nur sehr wenig Musik von den Ärzten, keine Beatles, kein Madness, min. mit einem wichtigen Label der japanischen Musik haben sie keinen Vertrag (Avex), womit eine Menge japanische Musik wegfällt. Den Ausschlag hat übrigens Madness gegeben. Ich mochte von denen ein Lied (Our House), habe auf Spotify gesucht und drei Titel gefunden. Schaut mal im iTunes Store vorbei. Und Madness ist jetzt keine unbekannte Band. (Ich habe mir übrigens gleich ein Album bei iTunes für 10,99€ gekauft…)

3) Spotify hat eine Rolle beim Berufungsprozess um Peter Sunde und Co gespielt. Zwei der Laienrichter, waren zufälligerweise von Spotify angestellt und Spotify gehört zu guten Teilen den Majors. Der Text des Gnadengesuchs ist sehr lesenswert. Hier gibt es übrigens die Avaaz-Petition für das Gnadengesuch von Peter Sunde: Grant Peter Sunde’s (of The Pirate Bay) plea for pardon

4) Ich gebe 10€ im Monat für Spotify aus. So viel Geld habe ich selten pro Monat für Musik ausgegeben. Und ich habe nicht so viel Musik damit gefunden, dass ich selbst bei Einzelkauf bei Amazon oder iTunes auf 10€ im Monat käme. Da spare ich lieber das Geld und kaufe mir die Alben direkt.

5) Zum Suchen und Finden von Musik kann ich Spotify immer noch in kostenfrei verwenden. Dafür brauche ich nicht den Zehner im Monat ausgeben. Den Zehner gebe ich dafür aus, dass ich keine Werbung habe (das macht 5€…aka Unlimited) und dass ich die Musik auf meinem iPhone habe. Aber unterwegs höre ich eh in der Regel Podcasts oder meine 5-Sterne-Lieder. Mehr ist es selten. Die paar neuen Starred kann ich mir auch so kaufen und da bekommen die Künstler auch noch mehr Geld, so wie es aussieht.

MacBook Air schläft nicht mit Saft

Heute schon vermehrt über Twitter geschrieben, dass ich mich mit Apple auseinandergesetzt hatte, weil ich Probleme mit meinem MacBook Air habe.
Mein Problem: Das MacBook Air schläft nicht ein, wenn Strom am Gerät angeschlossen ist. Mit diesem Problem habe ich mich dann heute telefonisch mit AppleCare First- und Second Level rumgeschlagen. Die Dame vom Second Level bat mich dann noch ihr eine Mail zu schreiben, falls ich eine Lösung finden sollte.
Schlussendlich habe ich die Lösung gefunden.

Mein MacBook Air ist im Folgenden Rechner1, ein weiterer Rechner in meinem Haushalt ist Rechner2.

Ich habe File Sharing deaktiviert und mein MacBook Air schlief auf einmal ein. Wieder aktiviert und es schlief immer noch ein.
Nun habe ich Rechner2 angeschaltet und ihn mit Rechner1 verbunden. Zack, Bumm, Rechner1 schlief nicht mehr ein. Neustart gemacht, Rechner schlief immer noch nicht ein. Rechner2 schlafen gelegt und Rechner1 schlief immer noch nicht ein. Neustart gemacht (Rechner2 schlief) und immer war noch nicht an Einschlafen zu denken. Erst das Deaktivieren von File Sharing half dann wieder.

Ein kurzes Schlusswort: Großes Lob an die Mitarbeiter von AppleCare, die mich nicht wie einen Idioten behandelt haben, sondern mit mir zusammen an der Problemlösung gearbeitet haben. Noch ein großes Lob: Als sich herausgestellt hatte, dass es kein Hardware-Problem ist (Rechner schlief im Recovery-Mode ein), wurde trotzdem noch weiter an der Problemlösung gearbeitet. Inkl LaunchDaemons, systemweite Startup-Items durchgehen etc (und bei jedem Item für ein VPN wurde gefragt, ob ich es wirklich noch brauche und ggf. wofür mit dem Verständnis, dass ich die Sachen wirklich noch brauche ;)). Ganz großer Service und großes Lob. Hätte ich wirklich nicht erwartet. Normalerweise hören Firmen auf, wenn klar ist, dass es kein Hardware-Fehler ist und empfehlen dann nen Clean Install.

Der Mac App Store-Only Mac

Es sieht so aus, als ob am ersten Juni diesmal wirklich Sandboxing eine Vorraussetzung für neue Apps im Mac App Store (MAS) wird. Ein weiterer Schritt zum sicheren Mac, ein weiterer Schritt in Richtung App Store-only meiner Meinung nach.

tl;dr.: Was sollte Apple dran hindern irgendwann nur noch MAS-Software in OSX laufen zu lassen? Power User könnten sich per Dev Account freimieten.

Disclaimer: Ich bin kein Entwickler, habe kein Informatikstudium und arbeite hier vermutlich teils mit gefährlichem Halbwissen.

Der Weg

Seitdem es den MAS gibt, wird der letzte Schritt gefürchtet: Der Mac geht AppStore-only, genauso wie iOS-Geräte. Sprich: es läuft nur noch Software unter OS X, die aus dem AppStore heruntergeladen wurde. Ab Mac OS 10.8 wird es die Gatekeeper-Software geben: eine Möglichkeit Mac OS mitzuteilen, dass man auch mehr als nur AppStore-Software laufen lassen will.

Die Default-Einstellung ist wohl aktuell: nur Mac AppStore und signierte Software laufen zu lassen.

In 10.9 könnte die Default-Einstellung lauten, dass nur noch MAS-Software läuft. Der nächste Schritt in OS XI könnte meiner Meinung nach folgender sein: Reguläre Benutzer können nur noch MAS-Software starten und Mitglieder des Entwickler-Programms können sich mithilfe ihres Accounts ihren Rechner aufmachen. Dazu unten mehr.

Welche Vorteile hätte das für Apple?

Die Chance auf Malware reduziert sich wieder. Flashback hat gezeigt, dass auch Rechner von Apple inzwischen hinreichend interessante Ziele sind. Und wie wir alle wissen, ist Apple nicht die schnellste Firma was das Fixen von Bugs angeht. Mit einem MAS-Only-Gerät und einer entsprechenden Infrastruktur im Betriebssystem hieße das, dass Malware-Entwickler ein viel schwerer zu knackendes Ziel hätten. Die Kisten wären vermutlich weitaus sicherer als vorher. Und damit gäbe es wieder den Verkaufsgrund des virenfreien Mac OS, der in den nächsten Jahren mehr und mehr Schaden nehmen wird. Flashback hat da ja vermutlich endgültig einen Anfang gemacht.

Dazu kommt, dass 30% der Umsätze von Softwareverkäufen an Apple ginge. Aber das dürfte nur ein kleiner Punkt auf der Agenda sein, da wohl diese Einnahmen nur einen kleinen Teil bei Apple ausmachen. Aber Einnahmen sind Einnahmen.

Welche Vorteile hätte das für einen Großteil der Kunden?

Die Kunden haben eine voraussichtlich sehr sichere Maschine und einen vertrauenswürdigen Weg Software zu kaufen. Scheint unter iOS auch gut zu klappen. Die Kreditkartendaten sind schon da und fertig. Auch die Option sich ggf. die Nicht-MAS-Version zu kaufen fällt weg, ergo weniger Optionen, also mehr gut (zumindest in der Apple-Welt).

Warum wechselt Apple dann nicht jetzt schon?

Mac OS X war ein freies System und man muss die langjährigen Nutzer erst an die neuen Spielregeln gewöhnen. Die Entwickler auch und Apple muss sehen, was noch alles gebraucht wird. Ein Rechner wird anders verwendet, als ein iPad oder iPhone.

Da wird jetzt noch dran gewerkelt, welche Berechtigungen Programme wirklich benötigen und welche Berechtigungen man nicht braucht. Und die Treiberproblematik, wie z.B. bei VMWare, besteht natürlich auch, aber auch das wäre eine Sache der Berechtigungen. Die Entwickler werden schon laut genug schreien und auf der WWDC ihr Wehleid den Entwicklern von Apple klagen. Außerdem muss Apple den Unterbau noch sicher bekommen und selbst mehr in die Sandbox packen, um Angriffsvektoren zu verkleinern.

Dazu kommt natürlich noch das Problem der großen Softwarefirmen, mir fallen da spontan Firmen wie Microsoft und Adobe ein. Wenn Apple sie als wichtig genug ansieht, werden sie ihnen beim Umstieg unter die Arme greifen und gegebenenfalls spezielle Deals aushandeln, damit weniger als 30% an Apple gehen und man häufiger ein MAS-Feature ist. Gegebenenfalls könnten sie auch das Argument bringen, dass Raubkopien ein kleineres Problem darstellen.

Aber das braucht Zeit. Wenn es wirklich einen Jahreszyklus bei Mac OS geben wird, dann wären das ab 10.8 noch zwei Jahre. Zwei Jahre in denen am Unterbau gefeilt wird, Nutzer und Entwickler erzogen und Deals ausgehandelt werden.

Und die “armen” Power-User?

Erst einmal ist die Frage inwiefern sich die möglichen Berechtigungen der Sandbox ausdehnen und ob ggf. dann auch Software in der Sandbox möglich sein wird, die jetzt nicht möglich sein wird. Gegebenenfalls ist damit dann schon ein Großteil der Software im MAS verfügbar.

Was fehlen wird ist GPL-Software und Kommandozeilentools. Aber seit ehrlich zu euch, wie oft benötigt ihr die?

Und dann gibt es noch die Möglichkeit des Entwickler-Accounts.

Wenn Apple der Meinung sein sollte, dass Entwickler eine größere Auswahl an Software laufen lassen können sollte, weil sonst ihr Leben erschwert ist, könnten sie für Entwickler die Gatekeeper-Software im System lassen.

In einer Preference Pane oder was auch immer sich Apple einfallen lässt, kann man seinen Developer-Account eintragen und Gatekeeper wird freigeschaltet. Mit dieser lassen sich dann alle Einstellungen treffen, wie mit der Gatekeeper-Software, die es auch schon unter 10.8 gibt. Damit könnten Poweruser all ihre Software weiterverwenden. Sie zahlen dafür 100$/Jahr und es geht einfach.

Ich weiß nicht, inwiefern das wiederum eine Sicherheitslücke im System hinterlässt, wenn man diese Möglichkeit offen lässt, aber das wäre zumindest ein Weg für Power User trotzdem alles laufen zu lassen, dass sie laufen lassen wollen. Und Apple weiß, dass die wenigsten zu einem anderen Betriebssystem wechseln werden, sondern eher die 100$ zahlen. Geht einmal tief in euch. Selbst wenn ihr kein Entwickler seit, ihr würdet die 100$/Jahr zahlen und nicht auf einmal zu Windows, Linux oder *BSD wechseln.

Ich würde es.

Game Boy-Spiele originalgetreu spielen

Heute kam es auf Twitter zu einer Diskussion mit @schwadroneur zum Thema Game Boy-Spiele originalgetreu spielen. Ich hab ihm eine Mail zum Thema versprochen und die ist recht lang und ausführlich geworden. Daher dachte ich sie mir, dass man sie auch in Teilen verbloggen kann.

tl;dr: Kauf entweder einen Game Boy/Pocket/Light oder einen DS/Lite und spiel sie emuliert.

Hier nun die Mail:

Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann willst du Game Boy-Spiele spielen und meintest, dass nen DS u.a. nicht in Frage kommt, weil die Spiele dafür nicht gemacht wurden. Ein paar Gedanken zu der ganzen Sache.

Ein klein wenig zum Hintergrund den ich habe bei der Sache. Ich habe meinen ersten Game Boy Weihnachten 1990 bekommen und das war ein tolles Weihnachten. Mein nächster Game Boy war ein Transparenter aus der Special Edition. Die hatten die gleichen Ausmaße wie ein normaler Game Boy und brauchten auch vier Batterien.

Mit dem Game Boy Pocket habe ich mal gespielt, den Game Boy Light hätte ich fast gekauft und nen Game Boy Color hat meine Freundin, daher habe ich damit auch ausgiebig Erfahrung. Einen Super Game Boy (nen Adapter für das Super Nintendo) hatte ich mal für längere Zeit ausgeliehen.

Ich hatte danach einen Game Boy Advance der ersten Generation (die in Lila im breiten Format), habe ihn irgendwann komplett verkauft, weil ich dachte ich spiele nicht mehr damit. Und habe mir dann in Japan einen Game Boy Advance SP (Famicom-Edition) geholt.
Als der Nintendo DS kam, habe ich ihn mir sofort aus Japan importiert und hatte ihn relativ kurz nach dem Erscheinungsdatum. Der DS und der DS Lite haben einen Schacht für GBA-Spiele, sind aber nicht kompatibel mit Game Boy-Spielen. Aber hierzu später, warum sie trotzdem interessant sind.

Ein Game Boy ist am ehesten zu vergleichen mit einem portablen NES, ein GBA mit einem portablen SNES und ein DS mit einem portablen N64 mit zwei Screens wobei einer ein Touch Screen ist.

Der Game Boy läuft mit Batterien, der GBA auch. Ab dem GBA SP gibt’s einen Siliziumionenakku.

Der ursprüngliche Game Boy war schwarzweiß (na ja, hellgrün-dunkelgrün), ab dem Color geht’s in Farbe los.

Von einem Color und einem Game Boy Advance kann ich nur abraten. Das Problem ist, dass das nicht beleuchtete Display ein Greuel ist, wenn man damit spielen will.

Das Display vom Game Boy und Game Boy Pocket ist da um einiges besser, wenn auch nicht in Farbe. Für den Game Boy Color gab es nur wenige Exklusivtitel, die auch nicht wirklich interessant sind (z.B. Super Mario Bros. vom NES oder ein coloriertes Zelda4).

Der Game Boy Advance SP hat ein Display, das von vorne beleuchtet ist. Wenn du hintergrundbeleuchtete Displays kennst, ist dir das in der Regel zu dunkel. Aus dem Grund spiele ich meine Game Boy Advance-Titel fast ausschließlich auf dem Nintendo DS.

Jetzt mach ich einen kleinen Sprung zum Thema “wurde dafür nicht gemacht”. Wenn du Game Boy-Spiele so originalgetreu wie möglich spielen willst, hol dir einen Game Boy, der vier Batterien benötigt. Gegebenenfalls einen Game Boy Pocket. Alles danach suckt entweder (der Color; der Light ist schwer zu bekommen) oder fühlt sich nicht mehr wie ein Game Boy an. Beim GBA suckt das Display, beim GBA SP steht das Modul unten raus, was auch irgendwie suckt.

Aber ehrlich gesagt passt das Argument auch nicht so richtig. Meiner Meinung hängt das “wurde dafür gemacht” vom Knöpfe-Layout ab. Beim NES liegen zwei Knöpfe nebeneinander und das D-Pad ist toll. Wenn ich GB-Spiele emuliert auf’m Rechner spiele nehme ich auch liebend gerne das NES-Pad. Beim SNES will man Shoulder-Buttons haben, beim Mega Drive drei Knöpfe nebeneinander (ggf. in zwei Reihen für 6-Knopf-Spiele), beim Master System ist auch das NES-Pad toll. Beim Neo Geo will man einen Arcade-Stick und 4 Knöpfe nebeneinander bzw. in leichter Kurve, bei den einzelnen Automaten nen 4- oder 8-Wege-Stick/Trackball und die Knöpfe in der richtigen Anordnung.

Um Game Boy-Spiele ordentlich zu spielen bzw. wofür diese gemacht wurden:
1 D-Pad und zwei Knöpfe nach Möglichkeit nebeneinander (wobei sich übereinander in der Regel besser spielt, weil man es mehr gewohnt ist).

Und nun zu dem was man haben will. Es ist natürlich eine Geldfrage. Daher folgende Optionen:

Du willst nur Game Boy-Spiele spielen: hol dir einen Game Boy oder Game Boy Pocket (bzw. Light).

Du willst auch Game Boy Advance-Spiele spielen und hast jetzt nicht wirklich Geld: hol dir einen GBA SP.

Du willst Game Boy-Spiele und Advance-Spiele spielen: hol dir einen Nintendo DS (Lite) mit einer M3- oder R4-Karte. Damit kannst du dann Homebrew-Spiele spielen, was bedeutet dass du einen Emulator nutzen kannst (und der Kram landet dann auf einer Mikro-SD-Karte). Das Pad vom DS ist toll, die Feuerknöpfe sind auch sehr gut. Beim Emulator gibt’s keine Abstriche zu machen. Und auf dem GBA fühlen sich die Spiele auch wie emuliert an, nur dass man kein Quick Freeze hat und die Module benötigt zum Spielen. Was bedeutet, dass man sie die ganze Zeit mit rumschleppen muss. Es gibt auch sehr gute DS-Spiele (z.B. The World is not Enough und die Zelda-Teile für den DS) und GBA-Spiele kann man auch direkt damit spielen. Der GBA ist nicht wirklich gut emuliert auf mobilen Geräten, daher suckt es GBA-Spiele auf der PSP zu zocken.

Daher mein Fazit: Wenn du möglichst viele Nintendo-Spiele spielen willst, holst du dir am Besten einen DS oder DS Lite mit einer entsprechenden M3- oder R4-Karte.

Wenn du so nah wie möglich ans Original-Gefühl willst: Hol dir einen Game Boy/Pocket/Light.

Schöne Grüße

Niels

P.s.: ich spiele übrigens Game Boy-Spiele wie fast alles auf einer gehackten PSP2000 aktuell und hole meinen DS nur vor für GBA- und DS-Spiele. Der SP bleibt meist im Schrank und der GB Color sowieso.