Zur Wiedervorlage: Japanisch lernen mit dem iPhone bzw. iPod Touch

Vor mehreren Jahren schrieb ich einen Artikel über das Lernen von Japanisch mit dem iPhone bzw. iPod Touch. In der Zwischenzeit sind natürlich auch eine Reihe anderer Apps erschienen und manche habe ich mir auch angesehen, aber seit ein – zwei Jahren bin ich auf einer Lösung hängen geblieben, da es nichts gibt, was an diese Apps rankommt.

Vokabeln: Anki

Anki ist ein sehr flexibles Karteikartenprogramm, dass nach einem sehr gutem Algorithmus arbeitet, um die Pausen zwischen Wiederholungen festzulegen. Es gibt eine Desktop-App für Mac OS X, Windows, Linux und Free/NetBSD. Die App ist nicht sehr hübsch, tut aber. Dazu gibt es eine inoffizielle Android-App und eine offizielle iPhone-App. In der aktuellen Version ist sie noch nicht so schön, aber sie funktioniert sehr gut. Aktuell läuft die Beta für Anki 2 Mobile und die ist sehr empfehlenswert, aber auch teuer (mehr dazu weiter unten). Über das Web lässt sich das alles synchronisieren (Anki/iPhone importiert auch Decks via iTunes) und dann über ein normales oder ein mobiles Web-Interface auch benutzen. Wer also nicht die 19,99€ für das Erste für die iPhone-App ausgeben will, bleibt erst einmal beim mobilen Web-Interface. Hab ich auch eine Zeit lang so gemacht.

Der Entwickler begründet den Preis seiner iPhone-App damit, dass er alles andere seit Jahren kostenlos zur Verfügung stellt und man ihn so unterstützen kann. Das Geld lohnt sich aber und man kann mit Anki so ziemlich alles in Karteikarten quetschen inkl. Ton, Mathe (über LaTeX) und für Japanisch gibt es sogar Unterstützung für Furigana.

Achtung: Es gibt aktuell für den Desktop und das Web eine Beta für Anki 2. Diese syncen nicht mit der aktuellen Anki Mobile-App für das iPhone (ich weiß nicht, wie es mit der Android-Version aussieht).

Kanji: iKanji Touch

Ausführlich habe ich in meinem alten Artikel draüber geschrieben. Es sieht sehr gut aus, die Tests sind ordentlich (wenn auch nur zum Lesen lernen üben geeignet), aber es ist weiterhin nur auf Englisch verfügbar. Viele Fehler in der Datenbank sind inzwischen ausgebügelt und beim aktuellen Kanjilernen sind mir auch keine über den Weg gelaufen. Aufgrund seiner Optik und der Tests macht es wirklich Spaß damit zu lernen. iKanji Touch kostet 6,99€.

Wer nicht gut genug Englisch kann, dem sei Kanji LS Touch, das sogar Universal ist, für 9,99€ empfohlen. Auch in o.g. Artikel erklärt.

Für das Schreibenlernen von Kanji kann ich keine App empfehlen. Da ist meine Empfehlung weiterhin: Bleistift und Papier. Bleistift, weil man damit auch sehr gut Druckpunkte und Strichfolge erkennen lassen und man besser an seinen eigenen Fehlern arbeiten kann. Und das Ganze manuell, weil es einfach viel Wiederholung brauch und sich Handschrift einfach besser damit übt, als mit dem Finger auf einem Touchscreen-Gerät. Dazu kommt, dass sich so 100 Wiederholungen eines Kanji schlecht auf einem iPhone aufschreiben lassen.

Kommentare wieder angeschaltet

Nach dem ich jetzt längere Zeit keine Kommentare an hatte, habe ich mich heute entschieden sie wieder anzuschalten. Natürlich habe ich noch immer die gleichen Bedenken, aber ich hatte heute morgen so einen “Ach, was soll’s und mal sehen was passiert”-Moment gehabt. Also denn, viel Spaß beim Lesen und Kommentieren.

Zwei Filmempfehlungen aus Japan

Gerade bin ich so am Durchgehen meiner Sammlung, vor allem was ich so an japanischen Filmen da habe. Und da stoße ich immer wieder auf zwei Filme, die mir richtig gut gefallen. Leider sind beide, selbst bei Menschen, die sich für ostasiatische, oder japanische Filme im Speziellen interessieren nicht so bekannt. Beide Filme sind mit Kubozuka Yōsuke und Hosoyamada Takato.

Go (2001)

In Go geht es um einen Jugendlichen der der koreanischen Minderheit angehört. Aber er ist in Japan geboren und aufgewachsen, es ist nicht zu erkennen, dass er Koreaner ist. Er entscheidet sich auf eine japanische Oberschule zu gehen, damit er später auf einer besseren Uni studieren kann, um bessere Chancen im Berufsleben zu haben. Vor der Oberschule ging er auf eine nordkoreanische Schule in Japan. Es entwickelt sich eine Beziehung zu einer Japanerin, die ihn aber ablehnt, als sie herausfindet, dass er Nordkoreaner ist. Der Film zeigt die Probleme der Zainichi-Kankokujin (der japanische Begriff für die koreanische Minderheit) und wie die japanische Gesellschaft mit ihnen umgeht. Von damals noch existierenden Ausweis für Ausländer (Japaner tragen keinen), bei dem es eine Strafe mit sich zog, wenn man ihn nicht mit sich trug. Dem vorherrschenden Rassismus in der Gesellschaft. Und auch das Leben in zwei Welten.

Das interessante an dem Film ist, dass er von Japanern gedreht und gespielt wurde. Das Buch auf dem der Film basiert wurde von einem Angehörigen der koreanischen Minderheit geschrieben. Aber es ist das erste Mal, dass sich von japanischer Seite an diese Thematik gewagt wurde durch einen Film.

Ping-Pong (2002)

Ping-Pong ist wie der Name schon andeutet ein Sportfilm. Es geht um zwei Schüler Peco und Smile, die beides sehr gute Ping-Pong-Spieler und Freunde sind. Peco hat großes Talent, aber sieht den Sport nur als Zeitvertreib. Smile muss mehr arbeiten um wirklich gut zu sein, aber für ihn bedeutet der Sport auch mehr. Der Film zeigt die Motivationen und Haltungen gegenüber dem Sport. Was erstmal komisch klingt, entpuppt sich als sehr unterhaltsamer Film, der auch ein bisschen zum Nachdenken anregt und sehr sympathische Charaktere hat. Dazu kommt ein toller Soundtrack.

Wenn ihr die Möglichkeit habt diese Filme zu sehen, lege ich sie euch wärmstens ans Herz. Nur wenige Filme habe ich mir ähnlich oft angesehen.

Speed Runs

Wer Langeweile hat und sehen will wie man die guten alte Spiele so richtig spielt, der sollte sich ein paar Speed Runs zur Gemüte führen. Bei Speedruns gibt es meines Wissens nach zwei Kategorien:

1. Legitimate

Das sind Speed Runs, die ein Mensch auf der Originalkonsole ohne irgendwelche Tricks gespielt hat. Das bedeutet in der Regel echte Fähigkeiten und man denkt sich dabei immer wieder: ah ja, so macht man das also. Das Speed Demos Archive hat eine ganze Reihe solcher Speed Runs.

2. Tool Assisted

Tool Assisted sind Speed Runs, die in einem Emulator gespielt wurden und mit allen Tricks, die zur Verfügung standen. In der Regel sind das Quick Save/Load und Slowdowns. Bei letzterem wird teilweise Frame für Frame gespielt, um Bugs aktivieren zu können, die im normalen Spiel nicht auftreten. Da sind andere Fähigkeiten gefragt wie bei den Legitimate und die Leute sind vermutlich nicht ganz so fähig, wie die Legitimate-Spieler, dafür sind die Speed Runs unterhaltsamer und haben häufiger “What the F***”-Momente. Hier empfiehlt sich die Webseite TASVideos.

Und ansonsten hilft die Suche auf Google, Youtube oder dem Internet Archive (entweder Speed Run in der Suche an den Spielenamen anhängen oder TAS für Tool Assisted). Viel Spaß beim Zuschauen.

Bonus Content: Wenn ihr Spiele komplett sehen wollt, hängt bei der Suche nach dem Spielenamen noch das Wort Longplay hinten dran. Beim o.g. Speed Demos Archive gibt’s auch Speed Runs mit 100% (quasi Longplays in möglichst schnell).

In der Katastrophenplanung vergisst Japan die Vulkane

In der Katastrophenplanung vergisst Japan die Vulkane

Daran hab ich auch noch nicht gedacht, dass ein Erdbeben ja auch die Vulkane auslösen kann. Und der Fuji ist auch immer noch aktiv, der letzte Ausbruch war aber vor 300 Jahren.

“They always forget about the volcanoes,” he (Fujii (sic!)) said. “The government has never included Mt. Fuji in its earthquake scenarios.”

Tōkyō wäre dann auch in Gefahr.

The volcano is active and if an eruption was to occur it would potentially threaten a vast area including Tokyo, 100 km (62 miles) away.

Zwiegespalten: Twitter und Appdotnet

Seit ein paar Wochen versuche ich mit zwei sozialen Netzwerken umzugehen: Twitter und Appdotnet.

Wie Twitter mit den Entwicklern umgeht, finde ich einfach nur schlimm. Das Twitter anscheinend inzwischen von BWLern beherrscht wird und man sich in Profitmaximierung versucht auf Kosten der Nutzer finde ich auch einfach nur schlimm. Dazu kommt, dass Twitter seinen eigenen Desktop-Client aufgibt und ggf. in einem Update der API-Guidelines Desktop-Clients verbietet. Meiner Meinung nach ist Twitter einfach unberechenbar geworden, auch wenn sie die Änderungen schon vor einem Jahr ankündigten.

Und dann gibt es jetzt auch Appdotnet (ADN). Für ADN zahlt man aktuell pro Jahr $50 und dafür wird es wohl werbefrei eine Plattform für soziale Netzwerke geben. Es entwickelt sich technisch sehr schnell, bei der Anzahl der Benutzer macht es allerdings einen anderen Eindruck. Aktuell fühlt sich ADN wie Twitter in einem frühem Stadium an aufgrund der geringen Nutzerzahlen. 

Inzwischen ist es featuremäßig bei Twitter angekommen. Seit kurzem gibt es auch Favs (Stars) und native Retweets (Reposts). Es gibt aktuell keine Listen, dafür 256 Zeichen zum Vertippen. Sieht alles ähnlich aus, nur hat es generische Namen und damit weniger Charme. Clients gibt es noch nicht viele, aber es befinden sich so einige in Entwicklung und ich bin mit meiner aktuellen Wahl (Appetizer unter OS X und Spoonbill unter iOS) recht zufrieden, auch wenn zumindest Spoonbill noch nicht alle ADN-Features unterstützt.

Technisch hat es den Nachteil, dass es nirgends integriert ist es wie Twitter. Weder in Instapaper, noch in Reeder und ganz böse und das wird vermutlich nie kommen: direkt in iOS oder OS X.

Was stört sind aktuell immer noch die fehlenden bzw. die nicht-postenden Nutzer. Nicht jeder mag sich $50 für ein soziales Netzwerk leisten, Twitter geht ja auch noch gut genug und sehr viele sind da. Andere haben zwar einen ADN-Account, posten da aber nichts. Gleichzeitig sind Crossposts, sprich Posts von Twitter nach ADN weiterleiten oder umgekehrt, von vielen aus unterschiedlichen Gründen verpönt (wer beides richtig liest, bekommt doppelten Content; RTs sind über Accounts, die es nicht gibt oder die falschen sind etc). Damit könnte ADN sich aber zumindest bootstrappen. Wenn die Leute, die bei beiden SNs einen Account haben, aber aktuell nur Twitter nutzen, zumindest ihre Posts weiterleiten, könnte man ADN nutzen und zumindest die Posts derer trotzdem nicht verpassen. Ich hab’s versucht in die eine und in die andere Richtung. Auf ADN ist es weniger verpönt als auf Twitter, aber glücklich macht beides nicht.

Ich selbst habe versucht die letzten Tage sehr wenig Zeit und hauptsächlich Zeit mit ADN zu verbringen und dabei so einiges erstmal für mich aufgesetzt. Eine IFTTT-Regel, die alle Links von Twitter nach Pinboard umlenkt, damit ich die gesammelten Links habe, da ich inzwischen für mich meine Timeline recht gut zusammengestellt habe. Dann eine IFTTT-Regel für einen ungenutzten Zweitaccount auf Twitter ohne nennenswerte Followerschaft, um cross zu posten, um die Twitterintegration von Programmen/Betriebssystemen zu nutzen. Und retweeten versuche ich auf Twitter zu vermeiden, sondern verlinke hier auf dem Blog interessante Links, wie in einem Linkblog und poste das dann zu beiden SNs, da mein Blog anscheinend, nahezu gar nicht über RSS-Feeds gelesen wird. Macht allerdings auch mehr Arbeit. Damit lässt sich aber irgendwie leben. In meinem ADN-Stream geht auch schon ein wenig was.

Allerdings musste ich feststellen, dass mir ganz viel Content von Leuten fehlt, die ich auf Twitter gerne lese. Spontan fallen mir da z.B. @map, @no_vem_ber, @mrtoto, @nsemak, @jakeadelstein, @hirokotabuchi und noch eine ganze Reihe anderer ein (wehe, es fühlt sich jemand beleidigt an, weil ich sie oder ihn nicht genannt habe…aber die Liste ist zu lang). Teils haben die genannten Accounts, posten aber nichts auf ADN, teils haben sie keinen und werden sich vermutlich auch nie einen zulegen. Und das macht halt entweder Twitter oder ADN einfach zu einer weiteren Inbox mit anderen Leuten. Da Crossposts verpönt sind, muss man sich auch irgendwie entscheiden für welches Publikum man schreibt (meine Blogposts gehen in beide SNs). Ehrlich gesagt, läuft das bei mir darauf hinaus, dass ich an einem Tag entweder nur auf Twitter oder nur auf ADN schreibe. Ich hatte schon ein Problem damit Facebook und Twitter gleichzeitig zu nutzen, als ich noch Facebook versuchte aktiv zu nutzen und da hatte ich wirklich unterschiedliche “Follower”.

Aktuell führt es dazu, dass ich mich “schlecht” fühle, wenn ich Twitter benutze, da ich eigentlich Twitter verlassen will für den ganzen Mist den sie verzapfen. Das Gejammer über Twitter bringt halt nichts, wenn man es weiter benutzt. Bei mehreren Hundert Millionen Nutzern ist das Twitter egal und wenn die Alpha-Nerds zu was anderem ziehen, ist ihnen das auch egal, so lange nicht alle Nutzer wegziehen. Die Alpha-Nerds sind auch die, die sich über Werbung aufregen, aber Werber zahlen vermutlich mehr, als die Nutzer bereit wären zu zahlen. Und für Twitter zählt aktuell anscheinend Profitmaximierung und nicht glückliche Nutzer. So lang sie es auf dem Level halten, dass die Nutzer Twitter gerade nicht verlassen, ist alles schön für Twitter. Und die meisten sind ziemlich schmerzbefreit, wenn man sich überlegt wie viele Leute Facebook benutzen (keine wirklichen 3rd-Party-Apps, kein Desktop-Client, Privacy ist ein Fremdwort und Spammen durch Freunde ist eingebaut).

Gleichzeitig will ich ADN benutzen, weiß aber, dass ich eigentlich noch Twitter lesen muss, um alles mitzubekommen, was ich mitbekommen will. Das nervt. Kolossal. Vermutlich bin ich der einzige dem es so geht, aber es stört mich massiv. Was nun also tun? Twitter-Account verkümmern lassen, ab und zu reingucken und irgendwann heißt’s “Aus den Augen aus dem Sinn”, noch mehr der knappen Zeit in das Lesen von zwei SNs und Posts reinkippen oder ADN ADN sein lassen und wie so viele andere warten, dass es was wird? Aber wenn zu viele so denken, dann wird das mit ADN nie etwas. ADN ist erst ein paar Wochen alt, aber gefühlt tut sich nach dem Anfangshype zumindest nutzertechnisch nicht viel. Um genau zu sein viel zu wenig. Die Unique Users waren heute 939 (als ich diesen Post schrieb), vor ein paar Tagen waren es ca. 1500. Das ist a) so gut wie gar nichts und b) scheint sich das nicht zu steigern. Kurz: Mit ADN ist das irgendwie alles blöd und das Momentum scheint trotz Clients in Entwicklung abzunehmen. Clients sind halt nicht alles.

Manno, ich find das alles doof und verschwende eigentlich viel zu viele Gedanken auf sowas wie die Entwicklung von sozialen Netzwerken… >_<

Sechs chinesische Schiffe bei den Diaoyu/Senkaku-Inseln

Sechs chinesische Schiffe bei den Diaoyu/Senkaku-Inseln.

Ich mach das mit dem Link-Blogging ja erst seit kurzem und (leider) nur wenig, aber gerade komme ich mir vor, wie eine Senkakue/Diaoyu-Insel-Soap.

A flotilla of six Chinese surveillance ships entered Japan’s territorial waters early Friday near the recently nationalized Senkaku Islands, the Japan Coast Guard said, prompting crisis panels to be set up in the prime minister’s office and the National Police Agency.

Die “China’s State Oceanic Administration” sagt dazu:

The ships demonstrated “China’s jurisdiction over the Diaoyu Islands and its affiliated islets and ensure the country’s maritime interests,” it said.