Zu wenig Schmerz

“The silent majority is outraged!”

@tante

TL;DR: Die Totalüberwachung der NSA und anderer Nachrichtendienste wird als Problem wahrgenommen, aber es tut nicht weh genug.

Heute habe ich mir den Vortrag von Jacob Appelbaum auf dem 30C3 angesehen. Das war schon ziemlich heftig, auch wenn ich Teile davon wusste. Und wie so oft in den letzten Monaten musste ich über die ganze NSA-Sache nachdenken. Was es für mich bedeutet und warum der laute Aufschrei fehlt. Die Medien berichten darüber. Das Thema scheint die Leute zu interessieren, ansonsten wäre es schon längst wieder aus den Medien verschwunden. Schließlich leben sie von Einschaltquoten und Verkaufszahlen.

Ich unterhalte mich auch immer mal wieder mit Menschen über das Thema, die sich nicht in meiner Tech-Filterblase befinden. Die Meinung ist weitgehend: “Es ist schlimm, aber was soll ich schon tun?” Und wenn das Gespräch lang genug anhält, dass Verschlüsselung angesprochen wird, ist sie entweder zu kompliziert oder die Reaktion ist schlussendlich: “Und mit wem schreib ich dann? Benutzt ja sonst niemand.”

Also die üblichen und bekannten Probleme.

Aber vielleicht ist es auch noch etwas anderes. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass vor ein paar Jahren viele Leute File Sharing betrieben haben, um nicht nur Linux-Distributionen herunterzuladen. Mit der Zeit ist es weniger geworden. Denn die Einschläge kamen näher. Und wenn auf einmal die Abmahnung bei Freunden landete oder gar bei einem selbst, dann war Schluss damit1. So lang das aber nicht passierte, wusste man zwar um die Gefahren, machte aber munter weiter. Ich denke mit der Totalüberwachung durch Nachrichtendienste ist es ähnlich. So lang man die Gefahr nicht zumindest aus zweiter Hand erlebt, ist die Gefahr einfach zu fern, zu abstrakt. Es ist noch nicht mal ein “Ich habe nichts zu verbergen”, als ein “Mir wird schon nichts passieren”. Das Bewusstsein der Datenabgraberei durch Unternehmen und Staaten scheint vorhanden zu sein. “Warum soll ich meine E-Mails verschlüsseln? Ich benutz Google Mail, die lesen doch eh alle meine Mails”, habe ich gerade erst heute zu hören bekommen.2 Ich höre von mehr Leuten, als ich erwartet habe, dass sie z.B. Facebook gar nicht oder sparsam benutzen. Sie wollen eben nicht, dass eine Firma sie plötzlich besser kennt, als sie sich selbst.

Der Schmerz ist einfach nicht groß genug, als dass man dagegen etwas tun möchte. Es gibt auch keine lauten Bürgerrechtsgruppen3, die sich um das Problem kümmern. Ich sehe ja noch nicht einmal aus dem linksextremen Lager Poster oder ähnliches. Und in der Gegend in der ich lebe, rufen sie auf Postern zu diversen Straftaten wegen der Gentrifizierung auf.

Die einzigen, die sich darüber so sehr darüber aufregen, dass sie nach weiteren Informationen zum Thema suchen und vielleicht sogar etwas schreiben, sind du und ich. Ja, du, der diesen Text gerade liest. Sonst hättest du den Weg nicht hierher gefunden. Und was habe ich getan? Ich mache mir seit Monaten Gedanken und schaffe es nicht einmal mich zu überwinden mein Betriebssystem zu etwas zu wechseln, das vermutlich etwas sicherer ist. Geschweige denn den Versuch zu starten mich mit anderen zu organisieren, damit das Thema in den Meatspace getragen wird. Der Schmerz ist einfach nicht groß genug.

“Gebt mit sechs Zeilen von der Hand des ehrlichsten Mannes, so werde ich etwas finden, um ihn an den Galgen zu bringen.”
— Armand Jean du Plessis Richelieu


  1. Und wechselte zu Streaming-Plattformen…

  2. Ja, ich habe dann gleich drauf hingewiesen, dass Google dann nicht mehr die Mails lesen könne. Die Antwort darauf war, dass der Inhalt den Aufwand nicht wert sei und wenn das wirklich jemand bei der NSA liest, hat der Analyst der NSA es nicht anders verdient als an purer Langeweile zu sterben.

  3. Nein, im Netz dazu etwas zu schreiben ist nicht “laut” sein. Stände in Fußgängerzonen und auf Volksfesten haben ist laut, Flyer verteilen ist laut, Leute auf der Straße aufklären ist laut, Politiker ansprechen, ihnen Briefe und Faxe schreiben ist laut.

Von alten Smartphones und Computern

Gestern schrieb ich in meinem Jahresrückblick, dass ich ein wenig unglücklich darüber bin, dass mein eines MacBook Air im fünften Jahr zerfiel und das iPhone 3GS in seinem vierten, dasselbe Schicksal erleidet. in einem Kommentar wurde mir dann vorgeworfen, wann ich denn endlich begreifen würde, dass man nach fünf Jahren einen neuen Computer und nach zweien ein neues Telefon kauft.

TL;DR

Neue Smartphones und Computer sind schön, aber wirklich brauchen tut man sie nicht.

Das neue Smartphone

Fangen wir mit dem Telefon an. Meiner Meinung nach ist ein Smartphone an sich ein Spielzeug. Natürlich ist die Funktionalität nützlich und ich möchte es auch nicht mehr missen, aber wirklich notwendig ist es nicht. Musik und Podcasts könnte ich auch mit einem Billo-MP3-Player abspielen, Kalender können auch viele Dumbphones und die Online-Funktionalität ist nett und komfortabel aber wirklich brauchen tu ich sie nicht. Viel Zeit verwende ich darauf Spiele zu spielen. Mal abgesehen davon, dass ein Billo-Android (die 100€-Kategorie) das wahrscheinlich auch erledigen könnte. Nur nicht so schön und würde sich dabei nicht so wertig anfühlen. Und in Sachen Spielen habe ich auch so einige (ältere) Handhelds, von denen immer einer in meiner Tasche ist.

Dann kommen wir mal zu dem finanziellen Aspekt. Ein 16GB iPhone 5S kostet ohne Vertrag 699€, das sind über zwei Jahre etwa 29€ pro Monat. Was kann ich mit 29€ im Monat machen. Ich könnte eine ordentliche Hose für meinen Sohn kaufen, oder ein paar Kinderhausschuhe. Es sind mehrere Tage für die Familie essen oder ein Kinobesuch plus kleines Dankeschön für den innerfamiliären Babysitter oder oder oder. Und das 24 Mal. Ich find 700€ sind eine Menge Geld, selbst wenn man sie über zwei Jahre streckt. Und warum soll ich das Telefon in die Tonne treten, wenn es noch einwandfrei funktioniert? Herje selbst mein iPhone 3G ist noch im Benutzung und die aktuelle Besitzerin ist ganz glücklich damit. Klar hätte ich gerne alle zwei Jahre, oder gar jedes Jahr das neue noch schönere iPhone. Aber ist es wirklich notwendig? Nein. Notwendig wird es erst, wenn es kaputt ist. Und selbst dann stellt sich die Frage, ob es wirklich notwendig ist. In meinen Augen ist ein Smartphone ein schönes Spielzeug und ein iPhone ist ein schönes Luxusspielzeug. Da ärgere ich mich, wenn die nach exakt zwei Jahren grundsätzlich über den Jordan gingen. Zum Glück tun sie das meist nicht.

Der neue Computer

Nun zu den Computern. Da kaufe ich aufgrund von OS X immer von Apple. Weil ich Garantie haben will, kaufe ich neu. Schauen wir, was da das neue Wunschgerät für den Haushalt kosten würde (ist nicht für mich). MacBook Pro 13″ (weil das interne optische Laufwerk explizit gewünscht ist) mit 8GB RAM, 128GB SSD und Apple Care. Sind wir bei 1747,99€. Sind über fünf Jahre auch 29€. Ein MacBook Air in der Ausstattung, wie ich es neu haben würde, wäre bei 1648€. Über fünf Jahre etwa 27,50€. Meins läuft aber noch wie eine eins, ist ja auch erst zwei Jahre alt. Wobei ich bei einem Computer noch nicht einmal den finanziellen Aspekt beleuchten würde, sondern lieber auf den funktionalen eingehe.

Was mache ich mit meinem Computer? Wenn ich darüber nachdenke ist es folgendes:

  • Texte schreiben mit vim
  • Texte kompilieren mit TeX
  • ab und zu einen Word Prozessor wie Pages, Word oder Writer verwenden
  • Tasks verwalten
  • Webdienste wie Fever, app.net, Twitter benutzen
  • im Web browsen
  • PDFs lesen
  • einen EDICT-Client nutzen
  • Bibtex-Dateien verwalten
  • Mails abrufen
  • Musik hören und verwalten
  • ebooks verwalten
  • Spreadsheets verwenden
  • Podcasts aufnehmen
  • Spiele spielen, teils neu oftmals via Emulator
  • Remote auf andere Rechner per SSH, RDP oder Teamviewer zugreifen
  • Photos verwalten

Sicherlich sind da noch ein paar andere Kleinigkeiten dabei, die alle nicht die Rechenleistung eines Core i5 benötigen und nicht weniges davon könnte ich sogar direkt auf der Kommandozeile machen, was dann so gut wir gar keine Ressourcen mehr benötigt.

Ein Bekannter von mir macht fast alles das mit einem zehn Jahre altem Aldi-Rechner, der nie aufgerüstet wurde und Windows XP. Wir überlegen aktuell, ob wir die Kiste auf eine Linux-Distribution mit geringen Anforderungen umsatteln. Als ich ihn das letzte Mal sah, meinte er aber, dass sie wieder gut läuft, nachdem er Acrobat 11 runterwarf und sich nen PDF-Viewer runtergeladen hat, der sehr simpel ist.

Mein zweiter eigener Rechner war aus der Not geboren. Mein Laptop war irreparabel kaputt, die Garantie futsch und ich hatte so gar kein Geld. Also habe ich ihn mir selbst zusammengebaut mit dem was wirklich notwendig war und der lief super. Klar, die neuesten Spiele gingen nicht, aber ich konnte super für die Uni damit arbeiten, im Web surfen und auf Emulatoren spielen. Weil ich ihn nach mehreren Jahren selbst nicht mehr nutzte, hatte ich ihn verschenkt an jemanden der überhaupt keinen Rechner hatte und dem der Rechner ausreichte.

An sich könnte ich all das was ich mache, auch auf einer alten Kiste umsetzen, es ist eher der Komfort und das Bedürfnis nach einer schönen glänzenden Kiste, die fix ist, dass ich einen neuen Rechner will. Ich habe in der Vergangenheit schon häufig alte Kisten wieder flott gemacht und damit gearbeitet. Denn für das was ich sie brauche, reicht in der Regel was altes. Das einzige wofür ich einen aktuellen Rechner brauche sind HD-Filme und halbwegs aktuelle Spiele. Mein Pile of Shame ist aber so groß, dass ich die nächsten Jahre an sich mit Spielen beschäftigt sein kann, ohne etwas neues zu kaufen. Warum soll ich mir alle fünf Jahre einen neuen Rechner kaufen? Wofür? Es ist einfach nicht notwendig. Und wenn ich mir einen neuen Rechner kaufe, kann ich einen funktionierenden alten Rechner immer noch für andere Dinge verwenden. Sei es ein Rechner zum rumspielen mit Linux- und BSD-Distributionen, als Heimserver oder als Geschenk an ein Kind oder Bedürftige in der Verwandtschaft oder Bekanntschaft, die froh sind, dass sie überhaupt einen funktionierenden Computer haben. Ich sehe nicht ein, dass es ok sein soll, dass Computer nach fünf Jahren (oder noch schneller) kaputt gehen und sie dann nicht reparabel sind. Das Bedürfnis mit OS X arbeiten zu wollen und was kleines leichtes haben zu wollen, lässt mir leider keine andere Option als einen nicht wartbaren Computer zu kaufen. In der Not könnte ich aber auch in den sauren Apfel beißen und mir ein altes Thinkpad zulegen, ne SSD (so lang SATA drin ist) reinstecken und die Sachen erledigen, die ich erledigen will. Nicht so komfortabel und shiny, aber es ginge.

Der Bedarf sich alle paar Jahre ein neues Telefon oder Rechner zuzulegen, ist doch hauptsächlich der Bedarf ein neues, glänzendes, hübsches Gerät haben zu wollen und nicht, weil man dann um Längen produktiver wird und seine Arbeit so viel besser verrichten kann. Es ist schicker und dadurch besser, aber wirklich nicht notwendig.

Und wenn ich eins “in meinem Alter”, zurückgreifend auf den Vorwurf aus dem Kommentar, gelernt habe, ist es, dass man eben nicht alle fünf Jahre einen neuen Computer und alle zwei Jahre ein neues Telefon brauch. Es ist zwar schön, aber fern von notwendig.

Jahresrückblick 2013

Hm, Jahresrückblicke. Ich hab ja das große Problem, dass ich teilweise wirklich ein Problem damit habe, was wann geschah und gerne Dinge zeitlich durcheinander werfe. Da denkt man sich, dass das alles ganz kurz zurück liegt und dann ist schon viel länger her und andere Dinge fühlen sich so weit weg an und dann ist das gerade erst ein paar Monate her.

TL;DR:

Ergo: alles nicht so schön.

NSA

Versuche ich trotzdem mal meine Gedanken zum Jahr 2013 in Worte zu fassen. Das große Thema war wohl die Sache mit der NSA, die immer noch weiterläuft. Aktueller Stand in meinem Kopf ist, dass sie alles und jeden abhören können, erstmal mitschneiden, wie der GMail-Bot scannen und evtl. mehr Interesse an der eigenen Person äußern. Wer dieses und jenes kommuniziert hat, begeht auch häufiger einen Anschlag. Und die “westliche” Geheimdienstgemeinde teilt sich ihr Wissen auch.

Was bedeutet das für mich? Wenn ich kommuniziere, kann ich davon ausgehen, dass zumindest die USA, wenn nicht auch andere Nachrichtendienste inkl. deutscher zumindest erstmal abgreifen. Hat sich dadurch meine Kommunikation geändert? Nicht wirklich. Ich hab’s versucht mit SSL-Everywhere, aber das funktioniert nicht im Safari und auch nicht unter iOS. PGP-Signaturen sehe ich immer noch selten und Jabber nutz ich eh wenig, wobei dann häufiger mal mit OTR. Mein Dropbox-Nutzungsverhalten hat sich auch nicht geändert und ich nutze weiterhin OS X. Also nein. Keine Änderung.

Es gibt nur ein allgemeines Gefühl von Ohnmacht und wenn mich jemand zur Thematik fragt und was sie oder er machen soll, antworte ich: Verschlüsselung ist grundsätzlich gut. Damit kann man zumindest den Hacker aus Kleinkleckersdorf in der Regel abhalten. Wenn du Angst vor einem Nachrichtendienst hast, hast du noch ganz andere Probleme und du würdest vermutlich nicht mit dieser Frage zu mir kommen. Gegen einen Nachrichtendienst kann man sich als einzelne Person nur begrenzt verteidigen. Und digitales Leben wird dann sehr kompliziert.

Linux

Im Zuge der ganzen Sache, habe ich mir aber wieder mehr Gedanken über Linux gemacht. Als Tante 30 Tage mit OS X gelebt hat (Podcast-Feed), habe ich versucht mit Linux für einen begrenzten Zeitraum zu leben und habe darüber gepodcastet (Folgen 8-11). In meinem Job habe ich auch einen Linuxversuch gestartet. Beide Versuche sind gescheitert. Am Laptop lag es daran, dass ich von einem USB-Stick lebte. Der erste war zu klein und zu langsam, der zweite war viel zu langsam. Im Job war Linux in der VM und Windows das Host-OS. Am Ende hängt man dann doch wieder hauptsächlich im Host-OS rum.

Am Ende muss ich aber sagen, dass das Leben mit Linux ginge. So viel zu vermissen gäbe es auch nicht. OS X ist schicker, aber wenn mir mein MacBook Air irreparabel kaputt gehen würde und ich nicht mal ansatzweise eine Finanzierungsmöglichkeit sehen würde für ein neues Gerät, könnte ich zu Linux wechseln ohne allzu großes Gejammer. In meinem Job könnte ich vermutlich auch zu Linux wechseln und die Fachanwendungen einfach in ner VM laufen lassen.

Das einzige was ich vermutlich so richtig vermissen würde, wäre OmniFocus, OpenEmu und BibDesk.

Außerdem hatte ich für nen Monat oder zwei eine Kommandozeilenphase. Da habe ich mich mit tmux, mutt, ttytter und Texapp auseinandergesetzt. Und alles funktionierte erstaunlich gut. Da war die Haupterkenntnis am Schluss, dass auch ein Leben mit Linux wirlich gut ginge. Aber nur in der Shell leben geht leider für mich nicht so ohne weiteres. Obwohl mit einem extra Gerät für PDFs das vermutlich schon wieder ginge. Aus früheren Zeiten weiß ich, dass ich auf einem recht schwachbrüstigem Gerät (ein Toshiba Libretto L1) auch Videos auf’m Framebuffer schauen konnte. Was wiederum heißt, dass ich auch mit sehr kleinem Geldbeutel notfalls arbeiten könnte und mir mal wieder bewusst gemacht hat, was für ein Luxus eigentlich so ein MacBook Air ist. Ab und zu schau ich schon mit ein wenig Neid auf Thinkpads. Die sind einfach so viel besser zu warten.

Apple

Allgemein hat sich eh mein Verhältnis zu Apple mal wieder verschlechtert. Mein MacBook Air von Oktober 2008 hat sich mit einem RAM-Fehler verabschiedet. Und so konnte ich einen Laptop, den ich normalerweise für 15€ hätte reparieren können in die Tonne treten. Oder in meinem Fall sogar noch auf ebay verscherbeln. Ein sehr unschönes Gefühl, wenn sich ein 1000+€-Gerät so verabschiedet. Ich drücke beide Daumen, dass mein aktuelles MacBook Air lange hält. Und dann stand der Kauf von neuen iPhones an. Das alte 3GS hat eine kaputte Scheibe und vibriert ohne Ende wenn der Mute-Schalter gedrückt ist. Mal abgesehen davon, dass nur noch iOS6 funktioniert. Und wenn man sich mal bewusst wird, wieviel so ein neues iPhone kostet, überlegt man sich das doch dreimal, ob iOS das wirklich wert ist und ob man es braucht, vor allem wenn der Monat häufiger doch noch ein paar Tage hat, wenn das Geld all ist. Aber zum Glück arbeite ich jetzt Vollzeit. Damit wird zumindest das 3GS ein 5S und das 4S bleibt noch ein Jahr in Betrieb. Aber ein schaler Geschmack bleibt. Vor allem, wenn man sich die Preise von nem Nexus ansieht, was in einer ähnlichen Klasse spielt. Aber da hat man dann keine Software für und hängt an Google.

Das war es in Sachen Technik denke ich.

Bundestagswahl

Was gab es noch? In Sachen Politik gab es die Wahl zum Bundestag. Meiner Meinung nach sehr enttäuschend. Auch wenn die Piraten sich selbst zerlegt haben, hatte ich doch gehofft, dass sie gerade so die 5% reißen. Dass die AfD fast 5% erreicht hat, ist erschreckend. Aber sie haben sich vermutlich gut verkauft und von Gesprächen, scheinen viele nicht die rechten Untertöne gehört zu haben. Die FDP ist raus, das ist gut. Aber die kommen vermutlich wieder. Schwarz-Rot ist nicht unerwartet. Eine alleinige Regierung durch die CDU hätte ich besser gefunden. Dann hätten sie keine Ausreden mehr gehabt. Schwarz-Grün wäre ganz schön gewesen, damit viele der Grün-Wähler endlich mal mitbekommen, wie konservativ die Grünen und auch sie selber sind. Und Rot-Rot-Grün wäre grandios gewesen, aber nun ja. Mit der Linken will ja niemand. Tja, wenn alles gut läuft, passiert vier Jahre nichts. Wenn alles schlecht läuft, haben wir am Schluss Vorratsdatenspeicherung mit entsprechender Verfassungsänderung, keinerlei Netzneutralität und weitere arge Einschnitte im Sozialwesen. Die Reihenfolge sagt nichts über die Wichtigkeit dieser drei Dinge aus.

Japan

Zum Thema Japan fällt mir nur ein, dass wir eine relativ rechte Regierung haben, die für mehr Militär ist und ein Gesetz eingeführt hat, dass Whistleblower bis zu zehn Jahre in den Knast bringen kann und Journalisten, die entsprechendes Verhalten motivieren bis zu fünf. Vermutet wird, dass es zur Vertuschung von Skandalen eingesetzt werden wird. Außerdem findet der aktuelle Premier die Geschichtsschreibung nicht so pralle und will da vermutlich Änderungen in den Büchern vornehmen lassen. Den Yasukuni-Schrein besucht er auch. Wen wundert’s.

China hat dazu eine Luftverteidigungszone über dem Ostchinesischem Meer ausgerufen aufgrund der Senkaku/Diaoyu-Inseln. Ist jetzt nicht so gut.

Und dann gibt’s da noch die Abenomics. Ein Versuch der Regierung zusammen mit der japanischen Zentralbank (ab hier BoJ) die Nachfrageseite der Wirtschaft anzukurbeln. Zurzeit sieht es meines Wissens nach ganz gut für die Wirtschaft aus, dafür hat die Sparrate gelitten. Aber das ist ja auch kein Wunder, wenn die Nachfrageseite angekurbelt wird. Nächstes Jahr werden wir sehen, wie gut die Abenomics wirklich funktionieren. Ich bin gespannt. Auch im Rahmen der Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Nordkorea

In Nordkorea wurde der Onkel Jang Song-Thaek von Kim Jong-Un zum Putschist erklärt und relativ fix exekutiert. Er war die Nummer Zwei im Staat und wenn ich es richtig verstanden habe, ein wichtiger Kontaktpunkt zu China. Seine Verbündeten erleiden das gleiche Schicksal, so wie es aussieht. Aber die Auswirkungen sind nicht so drastisch wie man erwartet. Also nicht ganz so viele Tote. Die Lage könnte sich trotzdem destabilisieren und wenn die Verbindung zu China schlechter wird ist das auch kein gutes Zeichen. Außerdem hat Amnesty International berichtet, dass ausgehend von aktuellen Satellitenbildern Lager für politische Gefangene vergrößert werden. Also alles in allem sieht es nach einer Verschlechterung der Lage in Nordkorea aus.

Mehr Themen fallen mir spontan nicht ein, aber sicher ist noch mehr passiert 2013. Aber an sich kein schönes Jahr in allen Bereichen, die mich interessieren. Vielleicht wird 2014 besser.

Idee: Strafazahlung für Unternehmen, die zu geringe Gehälter zahlen

Bei Bloomberg hab ich einen interessanten Artikel von Barry Ritholz gelesen, in dem es darum ging, dass McDonald’s und Wal-Mart die größten “Bezieher” von Sozialleistungen sind. Danach geht der Autor auf mögliche Lösungen, mit einem sehr interessanten Vorschlag ein.

Kurz etwas zum großen M und zu Wal-Mart. Laut Artikel hat McDonald’s eine eigene Hotline, die ihren Mitarbeitern hilft, quasi Hartz IV-Anträge auszufüllen bzw. dem Äquivalent davon in den USA. Wal-Mart hat die größte Gruppe an Medicaid-Beziehern, das Krankenversicherungsprogramm in den USA für Menschen mit niedrigem Einkommen und die größte Gruppe an Beziehern von Lebensmittelmarken. Mitarbeiter von Wal-Mart beziehen im Schnitt $1000 an öffentlichen Hilfen.

Nun zu den Lösungsvorschlägen. Zwei sind bekannt: ein höherer Mindestlohn (ja, im Gegensatz zu Deutschland haben die USA einen, auch wenn er gering ist) und ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Den dritten genannten Vorschlag kannte ich noch nicht, würde ich aber auch gerne in Deutschland umgesetzt sehen. Ritholz schlägt vor, dass Unternehmen, die ihren Mitarbeitern so wenig Gehalt zahlen, dass sie staatliche Unterstützung benötigen Strafzahlungen auferlegt bekommen. Und zwar in einer Höhe der staatlichen Hilfe durch den Staat. Sprich: das Geld, dass Aufstocker bekommen, bekommt der Staat zurück vom Unternehmen. Damit werden die Kosten vom Staat, also uns, dem Unternehmen, dass sich nicht wirklich sozial verhält aufgebürdet. Natürlich wird es dann immer noch Unternehmen geben, die immer noch zu wenig zahlen, denn sie haben schließlich auch Steuerersparnisse durch geringere Bruttolöhne. Meiner Meinung nach sollten aus diesem Grund die Strafzahlungen so hoch sein, dass es keinen Unterschied mehr gibt zwischen Bezahlung des Arbeitnehmers und zu geringer Bezahlung des Arbeitnehmers plus Strafzahlung. Ausweichmöglichkeiten gibt es vermutlich trotzdem. Spontan fallen mir Teilzeitarbeit und Minijobs ein, sollte die Regelung nur für Vollzeiter gelten. Aber sicherlich gibt es da auch Lösungen wie anteilige Strafzahlungen falls der Arbeitnehmer trotzdem staatliche Leistungen in Anspruch nehmen muss.

Ich sehe das nicht kommen, vor allem nicht unter einer von der CDU geführten großen Koalition weil der Arbeitgeberverband Sturm laufen würde. Eine schöne Idee finde ich es trotzdem.

Uberspace, mutt, vim und synchronisierte Einstellungen

Ich nutze einen Uberspace und darauf mutt, um gelegentlich an all meine Mailboxen ranzukommen, weil die nicht alle ein Web-Interface haben. Wenn ich nun Mails schreibe, ruft mutt für mich vim auf. Da meine vim-Einstellungen gefälligst alle überall gleich sein sollen, synchronisiere ich sie zwischen diversen Kisten per Dropbox und symlinke dann darauf. Das selbe mache ich auch mit den Einstellungen für mutt.

Mein Uberspace, der auf Cassiopeia liegt nutzt als Default-vim aber nicht vim7.3, sondern eine ältere Version. Meine vimrc hat aber diverse Einstellungen, die 7.3 benötigen. In meiner zshrc steht drin, dass vim ein Alias ist für vim7.3, daher hab ich in der Regel keine Probleme. Als ich heute aber Mails schreiben wollte, hagelte es Fehlermeldungen. Wie sich herausstellte nahm mutt “vim” als Editor und nicht vim73, denn in meiner muttrc ist als Editor folgendes eingestellt:

set editor="vim +:silent+/^$"

Schließlich hab ich auf meinen privaten Kisten in der Regel vim7.4 oder 7.3 installiert. Aber was nun tun, damit das auch auf dem Uberspace klappt?

Ist alles relativ simpel. Die .muttrc kommt als muttrc nach .mutt. Dann braucht man auf den “Standardkisten” auch keine .muttrc mehr. Auf dem Uberspace legt man trotzdem eine .muttrc an mit folgendem Eintrag:

source ~/.mutt/muttrc
set editor="/usr/local/bin/vim7.3 +:silent+/^$"

Dann wird erstmal die Einstellungen der eigenen muttrc gezogen und dann wird der Editor überschrieben. Funktioniert wunderbar 🙂

ADN-Experiment beendet?

Wurde ich heute gefragt, nachdem ich jemandem auf Twitter gefolgt bin, dem ich schon früher folgte. Da ich das oder ähnliches die letzten Tage öfter gefragt wurde, ein kurzer Blogpost zum Thema.

Ja und nein. Ja in der Hinsicht, dass ich Twitter wieder mehr benutze, nein weil ADN weiter nutze. In letzter Zeit wird es auf app.net ruhiger und mir fehlen immer mehr so einige Leute von Twitter. Ich habe es vor einiger Zeit wieder angefangen zu nutzen, weil mir bestimmter Content über Japan auf ADN fehlte und auch viele App-Entwickler ihre Support/News-Accounts nur auf Twitter befüllen. Jetzt hole ich mir nach und nach die interessanten deutschen Twitterer, die nichts mehr oder noch nie auf ADN geschrieben haben zurück in meine TL. Fertig.

Auf app.net wird es gerade um einiges ruhiger und ich lese dort auch noch gerne. Technisch ist es imho auch um einiges besser (eingebauter Sync, Links in den Posts, 2048-Zeichen-PMs, kein aufgezwunger Link-Shortener etc). Aber ich habe auch jahrelang MSN-, AIM- und Yahoo-Accounts in meinen Messengern rumgeschleppt, weil ich einige Leute nur dort erreichen konnte. Und so geht es mir jetzt auch mit Twitter und Facebook. Manche Leute kann ich nur auf Twitter lesen (und da bekommt man den Kram nicht mal ordentlich per RSS mehr raus) und andere nur auf Facebook kontaktieren bzw. bekomme dort schneller manche Nachrichten. Also wieder mehr Twitter und ein bisschen Facebook. Ist nicht wie ich es mir gewünscht habe, aber wenn’s nicht anders geht, dann geht’s halt nicht anders.

Geschrieben wird, wie es passt. Manches nur auf Twitter, manches nur auf ADN, manches in beiden Netzwerken. Twitter auf Deutsch, ADN auf Englisch. Und wenn mich jetzt nochmal jemand fragt, zwecks Twitternutzung, kann ich ihn oder sie hierher schicken 😉

20 Dinge

In den deutschen Blogs schreiben auf einmal so viele über 20 Dinge, die man über sie noch nicht wusste oder nie wissen wollte. Irgendwie fand ich das Konzept ganz interessant, aber konnte mich nicht überzeugen, darüber was zu schreiben. Aber als dann happybuddha darüber schrieb, konnte ich mich aufraffen. Also bitte.

  1. Daft Punk, Eminem, Linkin Park, Die Ärzte, Die drei ??? – Neues Album muss ich haben.
  2. Ich stehe unheimlich auf DJ Live Sets aus dem Techno-Bereich. Und ich habe null Ahnung von der Musik und ihren Klassifizierungen. Aber anscheinend bevorzuge ich Dinge wie Acid House, Hardstyle und Minimal.
  3. Ich habe manchmal schlimme J- und K-Pop-Phasen in denen ich mir übelst kitschige Musik anhöre. Wird zum Glück weniger.
  4. Ich bin zwar erst seit zwei Jahren beim Sport, aber Karate ist großartig und eins der besten Dinge, die mir so passiert sind.
  5. Sparring ist toll. Hätte ich das mal früher gewusst, hätte ich in der Schule vielleicht einmal weniger einen drauf bekommen oder hätte mich nicht ganz so auf andere verlassen müssen.
  6. Martial Arts-Filme sind toll. Ja, auch der Kram von Jean-Claude Van Damme.
  7. Schlafhygiene ist großartig. Zwischen 22 Uhr und 23 ins Bett und am nächsten Morgen in der Regel von alleine um 6 Uhr wach werden – wenn der Kleine einen nicht früher weckt. Und das jeden Tag, egal ob Wochenende oder nicht.
  8. 20 Minuten Mittagsschlaf sind fantastisch.
  9. Am liebsten würde ich alles in der Kommandozeile machen, aber irgendwie bin ich zu faul, um mir das alles zurecht zu basteln und bleib dann doch bei Klickibunti.
  10. Aus der selben Faulheit heraus greife ich eher zu den englischen als den japanischen Versionen von Videospielen.
  11. Ich probiere nahezu alles an Süßkram. Wenn andere denken “urg, Chemie pur und die Farbe muss das Pipi grün machen”, beiß ich zu. Bis heute hab ich leider keine frittierten Marsriegel gegessen.
  12. Dafür einmal Fischaugen. Das war nicht so der Bringer.
  13. Reis > Nudeln > Kartoffeln
  14. Ich hab bis heute keine Ahnung was ich mit dem, was ich so im Studium und nebenher gelernt habe, eigentlich so anfangen soll.
  15. Es wäre toll, wenn ich Software entwickeln könnte, aber irgendwie bekomm ich die Denke nicht hin.
  16. Wenn es ginge hätte ich ein Thinkpad auf dem OS X liefe und kein Macbook Air.
  17. Ich bin sehr vergesslich, was Bücher und Filme angeht. Hat aber den Vorteil, dass man sie öfter lesen oder gucken kann.
  18. Ich würde gerne mein Koreanisch wieder auf Stand bringen und würde gerne Französisch können. So schöne Sprachen.
  19. Umso länger ich Japanologie studierte, umso mehr Probleme hatte ich mit dem Land. Irgendwann setzte dann ein Gefühl von “So what” ein und ich konnte die Sachen differenzierter betrachten. Leben möchte ich da trotzdem noch einmal.
  20. Ich wäre gerne wortgewandter oder witziger. Sorry.