Zur Wiedervorlage: Mein Mac OS X-Setup

Alle Texte in Sachen Rechnerkram und iPhone habe ich auf mein neues Blog Rechnerkram umgezogen. Diesen Artikel findet man dort unter folgendem Link:

Zur Wiedervorlage: Mein Mac OS X-Setup auf Rechnerkram

Auf Twitter wurde heute gefragt, was es denn so an guten Anwendungen für OS X gibt und da dachte ich mir, dass ich ja einfach mal auf meinen Text über mein OS X-Setup verweisen könnte. Und was musste ich feststellen? Im letzten Jahr hat sich da eine Menge geändert. Ich muss nicht alles wiederholen, was drin steht, also werde ich nur etwas über die Änderungen schreiben.

Als Mail-Client benutze ich inzwischen kaum noch Postbox, sondern fast ausschließlich Sparrow. Sparrow nimmt weniger Platz auf dem Bildschirm weg, sieht besser aus, fühlt sich mehr nach OS X an und ja, es fühlt sich einfach gut an. Postbox ist ein Arbeitstier, Sparrow ist ein minimalistischer Mail-Client, der tut was er soll. Aktuell funktioniert er nur mit Gmail-Konten, aber das nächste größere Update bringt generelle Unterstützung für IMAP. Die private Beta dafür ist grade in der letzten Phase und das als Tester kann ich sagen, dass grade das Hinzufügen dieses Features Postbox für mich unnötig gemacht hat. Eine Sache stört mich allerdings: Die Suche ist anscheinend nicht ganz so gut. Da sind Mail.app und Postbox besser. Mein Konto über das der Großteil meines Mail-Verkehrs geht ist allerdings ein GMail-Konto und ich suche dann einfach im Web-Interface. Das ist in der Regel eh schneller als Postbox oder Mail.

Als es hieß, dass der native h264-Support aus Chrome rausfliegen wird, bin ich eine zeitlang auf Safari zurückgewechselt, aber vor kurzem bin ich zurück zu Chrome. Und allein die kombinierte URL/Search-bar mit Google Instant ist Gold wert.

Allerdings hat sich bei den Plug-Ins/Extensions was verändert. Eine ganze Reihe wie z.B. Feedly und der Instapaper-Kram sind rausgeflogen. Aber es soll hier um die Neuzugänge gehen:

Hide My Ass” hilft dabei YouTube-Videos zu sehen, die in unseren Landen nicht verfügbar sind und TabCloud “synchronisiert” Tabs und Fenster zwischen Computern. Synchronisieren ist nicht das richtige Wort, Übertragen von einem Rechner auf einen anderen trifft es wohl besser.

xmarks ist übrigens auch geflogen. Bookmarks synchronisiere ich via Chrome. Die einzigen wichtigen Bookmarks sind das knappe Dutzend in der URL-Bar, die hauptsächlich Bookmarklets sind. Die werden zur Not per Hand übertragen bei einem “echten” Browserwechsel. Alle anderen Bookmarks schicke ich zu pinboard.in. Dafür gibt’s inzwischen auch eine brauchbare Extension für Chrome: Pinboard. Bei einem deutschen Tastaturlayout sollte man allerdings die Keyboard-Shortcuts ausstellen, da sie auf den Umlauten liegen.

Mein Feedreader der Wahl ist inzwischen die Beta von Reeder. Reeder sieht schick aus, tut was es soll und lässt sich meiner Meinung nach sehr gut bedienen. Das fehlende Feed-Management stört mich eher weniger, dafür hab ich eh ein Subscribe-Bookmarklet in der Bookmark-Bar. Das neue NetNewsWire Lite sieht schick aus, aber ohne Google Reader-Sync bringt es mir wenig.

Mein gefühlt größter Wechsel ist bei den ToDo-Apps von statten gegangen. Da der Over the Air-Sync von Things immer noch auf sich warten lässt, habe ich mich jetzt doch mal umgeschaut. Und bin am Schluss bei OmniFocus gelandet. OmniFocus sieht nicht ganz so schick aus, aber es ist einfach um so vieles mächtiger als Things und es lässt sich damit so viel besser arbeiten, dass ich mich ohrfeigen könnte, dass ich nicht früher gewechselt bin. Allein schon Due Dates mit lokalen Notifications auf dem iPhone und dem Mac zu einer bestimmten Uhrzeit sind genial und die weitaus bessere Eingabe und Verwaltung von Kontexten, anstatt der halbgaren Tags-Lösung von Things, sind die Mehrausgabe wert.

Allerdings sollte man sich die Video Tutorials dazu anschauen. OmniFocus kostet nicht wenig und braucht Einarbeitungszeit (gefühlt 1 – 2 Stunden…und später dann mal Blog-Artikel und sowas wie Creating Flow with OmniFocus lesen um mehr rauszuholen und um sowas wie Perspektiven zu verstehen), aber es lohnt sich. Der ganzen Geschichte werde ich nochmal einen eigenen Blog-Artikel widmen.

Beim Twitter-Client bin ich jetzt bei Echofon gelandet. Zwischenzeitlich war ich bei der offiziellen Twitter-App aber mit der Optik kam ich nur mäßig klar und dann hatte ich regelmäßig das Problem, dass die Refreshs nicht funktioniert haben. Echofon funktioniert einfach und das sehr gut. Die Optik stört mich auch weniger als früher. Dazu nutzt er die Stream-API, die Echtzeitkommunikation ermöglicht. Und ich freu mich schon sehr, wenn die Mute-Funktion in die Mac AppStore-Version (schon n der “normalen” Version verfügbar) kommt, um Tweets von Clients wie geocaching.com, 4square und Konsorten rausfiltern zu können. Das einzige was mir aus Hibari fehlt, sind Suchergebnisse eingebettet in die Timeline.

simplenote benutze ich nicht mehr. Text- und Markdown-Dateien in der Dropbox in einem spezifischen Ordner reichen aus. Auf dem iPhone benutze ich Elements für den Sync. Im Dock habe ich ein TextMate-Projekt, das dann wiederum den Elements-Ordner in der Dropbox inne hat.

Für Videos bin ich grade zu MPlayer X gewechselt, weil ich es zufällig im Mac AppStore fand. Sieht schicker aus als VLC, tut auch seinen Dienst und ich finde die Shortcuts (die vier Cursortasten) um durch Videos zu springen angenehmer.

Von Launchbar bin ich auch abgekommen und bin zu Alfred mit Powerpack gewechselt. Fühlt sich moderner an als Launchbar, bedient sich besser, ist allerdings noch nicht ganz so funktional, lässt sich dafür aber schneller lernen und ist meiner Meinung nach intuitiver. Die Anwendung wird sehr aktiv weiterentwickelt und hat ein kommunikationsfreudiges Team hinter sich, das auch schnell per Twitter oder etwas weniger schnell per Mail auf Supportanfragen antwortet und auf die Nutzer eingeht. Außerdem funktioniert es im Gegensatz zu Launchbar Out-of-the-Box mit Sparrow und Postbox um Dateien per Anhang zu verschicken u.ä.

Eine kurze Randnotiz an dieser Stelle: das gute alte Quicksilver wird wieder aktiv weiterentwickelt, allerdings fehlt da inzwischen einiges an Plug-Ins um sich an neuere Anwendungen anzudocken. Ein Blick ist aber auf jeden Fall empfehlenswert weil es so verdammt mächtig ist. Aber an sich reicht mir Alfred, nur der Komma-Trick fehlt noch aber da kommt wohl in einem der nächsten Updates was nach, um mehrere Dateien auf einmal nutzen zu können.

Neu hinzugekommen ist außerdem noch Calendarbar und Alarms. Zwei kleine Anwendungen, die sich in der Menüleiste verstecken. Calendarbar zeigt auf Klick eine Liste der anstehenden Ereignisse aus dem Kalender an. Alarms benutze ich viel als Timer (auf’s Menubar-Icon klicken, gedrückt halten und runterziehen) und manchmal für Erinnerungen. Aber letzteres hat seit OmniFocus auch stark abgenommen. Das Erstellen eines Tasks mit Erinnerung über die QuickInput-Box von OmniFocus ist einfach noch schneller als etwas in Alarms reinzuziehen.

Zu guter letzt eine Sache, die ich auch gerne mal von anderen Nutzern sehen würde. Mein Setup an systemweiten Shortcuts, die ich ständig verwende.

Ctrl habe ich über die Systemeinstellungen auf CapsLock umgelegt, wodurch entsprechende Shortcuts angenehmer einzugeben sind.

Ctrl+Space: Alfredapp
Alt+Space:  Umschalten zwischen Keyboard-Layouts (insbesondere Deutsch und Japanisch; manchmal auch US für so manches Flash-Spiel)
Cmd+Space: OmniFocus Quick Input-Box

Cinch-Shortcuts:
Ctrl+Alt+Cmd+links: App-Fenster auf die linke Bildschirmhälfte bringen 
Ctrl+Alt+Cmd+rechts: App-Fenster auf die rechte Bildschirmhälfte bringen (die beiden benutze ich viel mit dem Finder)
Ctrl+Alt+links/rechts: Anwendung auf den anderen Monitor schieben (ich habe zwei Displays)
Ctrl+Alt+M: Anwendung bildschirmfüllend vergrößern (hauptsächlich Chrome, Reeder, iTunes)

KeyboardMaestro-Shortcuts:
Ctrl+Cmd+oben: iTunes Play/Pause
Ctrl+Cmd+links: iTunes Lied zurück
Ctrl+Cmd+rechts: iTunes Lied vor

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Ein Wort zu Piraterie im Netz

Wann ist der Moment gekommen, an dem sich die Firmen wirklich keine Gedanken mehr um Piraterie von digitalen Medien machen müssen?

Meine Antwort: Wenn es einfacher ist zu kaufen, als es umsonst im Netz zu finden.

Und warum schreibe ich das heute? Ich habe mir vor einiger Zeit den Tron Legacy-Soundtrack als digitalen Download vorbestellt in der Hoffnung ihn dann sofort zu haben, wenn er verfügbar wird. Offizielles Veröffentlichungsdatum für den Soundtrack ist der 7. Dezember. Vorher gab es schon den Song Derezzed für Vorbesteller. Und heute lese ich auf Twitter, dass der Soundtrack auf Spotify veröffentlicht wurde. Er ist aber wohl nicht vollständig. Trotzdem habe ich mal auf der Pirate Bay und Soundcloud vorbeigeschaut. Und siehe da, dort gibt es den Soundtrack mit 22 Songs. So wie es aussieht, ist das der vollständige Soundtrack. Da freut man sich doch als Käufer des Soundtrack. Warum Disney zieht ihr dann die digitale Veröffentlichung nicht vor. Mann ey, also wirklich…

Ähnlich geht es mir mit Filmen. Originalsprachliche Filme über das Internet legal zu beziehen ist nicht einfach und selbst in der Leihversion um einiges teurer, als in der Videothek. Will ich einen Großteil der Filme aber haben, sind sie auf den einschlägigen Seiten schnell und einfach in Originalsprache verfügbar. Notfalls sind sie eine Google-Suche entfernt. Vorteil gegenüber der Videothek: ich muss nicht erst hingehen (ist ein Stück weg) und hoffen, dass sie den Film auch da haben. Vorteil Videoshops im Netz: der Film ist betriebssystemübergreifend für mich in Originalsprache relativ schnell verfügbar.

Bei Musik zum Beispiel ist es hingegen inzwischen soweit, dass ich sie mir im Netz kaufe. Im iTMS und bei Amazon ist die meiste Musik schneller gefunden als über Google meiner Erfahrung nach. Außer bei bestimmten Labels, die es schaffen ihre Sachen nicht in deutsche Onlinestores zu bringen. Mir fällt da Avex aus Japan ein oder so manch amerikanischer Künstler. Da bin ich dann auch versucht Google mit entsprechenden Suchbegriffen zu füttern.

Ein weiteres wunderbares Beispiel ist Eclipse Phase. Ein Pen&Paper-Rollenspiel das unter Creative Commons veröffentlicht wird. Das Spiel wird in größeren Online-RPG-Shops als PDF vertrieben und über die gängigen Online-Shops auch als Hardcover. Wird die PDF veröffentlicht ist sie in der Regel die ersten paar Tage einfacher im Shop zu kaufen, als Online zu finden. Will ich den Kram also sofort, geh ich shoppen und dabei unterstütz ich auch noch nen Projekt bei dem die Macher gleich das ganze Geld bekommen (minus den Abschlag vom Zwischenhändler), weil sie ihren eigenen Verlag gegründet haben. Die kleinen Sachen, wie Abenteuer für $5 findet man selbst nach einigen Tagen nur schwer im Netz. Einige Sachen werden inzwischen direkt von den Autoren auf ihren persönlichen Webseiten zum DL zur Verfügung gestellt. Soweit ich weiß seeden sie sogar die Torrents des Spiels. Aber man findet davon nichts auf eclipsephase.com. Dort findet man nur die Links in die Online-Shops. Es ist einfacher die Veröffentlichungen zu kaufen als sie kostenlos runterzuladen. Und dabei wäre es hier sogar legal.

Bei Apps im AppStore von Apple kaufe ich auch lieber. Ich hab das mal mit der Piraterie von Apps ausprobiert. Ein Krampf. Jailbreak, weitere Software und dann erstmal im Netz die gewünschte App finden. Da kauf ich lieber, vor allen Dingen für den Preis, den der Großteil der Apps kostet. Bei Programmen für OS X geht es mir ähnlich. Bis man den Serial gefunden hat für ne Anwendung im Netz, hat man dreimal die Zeit raus, wenn man die App einfach gekauft hätte.

Bei ebooks ist es gefühlt zur Zeit ähnlich. Wenn ich mir den Kindle-Store von Amazon ansehe, gibt es da eine Menge das ich gerne hätte, aber nicht online finden kann. Dort sind mir allerdings die Preise noch zu hoch. $17 für ein Buch, dass ich schon als Papierbuch besitze ist happig.

Frau Rowling ist wohl übrigens der Meinung, dass Harry Potter nicht als ebook veröffentlicht werden sollte, weil es die Verkäufe der Papierbücher einschränken könnte. WTF?! Zum Einen besitzt wohl jeder, der sich für Harry Potter interessiert inzwischen die Bücher, zum Anderen ist es verdammt einfach die Bücher kostenfrei (aber illegal) im Netz zu finden. Gute Frau Rowling: Wer die Bücher als ebook lesen will, wird sie sich dann auf andere Weise beziehen und Geld wird bei ihnen keins ankommen. Also einfach veröffentlichen und fertig. Sonst kommt am Ende ggf. gar kein Verkauf zustande. Seitdem ich einen Kindle besitze, will ich auch keine Bücher mehr auf Papier lesen. Es ist einfach weitaus angenehmer für mich damit Bücher zu lesen.

Den zweiten Grund meiner Meinung nach, warum Piraterie betrieben wird, habe ich inzwischen zweimal angesprochen. Die digitalen Medien sind noch zu teuer. Filme sind im Verleih teurer als in der Videothek und wenn ich sie kaufen will, sind sie in der Regel teurer als die DVD. Wobei ich jetzt aber nicht weiß, wie es sich mit Full-HD-Material verhält. Bei Büchern ist der Unterschied zwischen digitaler und analoger Variante zu klein meiner Meinung nach. Vor allen Dingen, wenn ich noch den Gebrauchtmarkt mit einbeziehe. Wann kommt der Service eigentlich, dass ich für wenig Geld meine analogen Bücher nach mobi umwandeln kann. Bücher hingeben und die wandeln es mir für wenig Geld um.

Digitale Musik jedoch ist in der Regel billiger als die CD (außer die vom Schnäppchen-Tisch und den Beatles…). Und bei o.g. Eclipse Phase ist die PDF auch viel billiger als das Buch.


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Das christliches Menschenbild und Frau Merkel

Wenn ich manchmal so lese, was die Leute in meiner Timeline auf Twitter schreibe, bewegt sich mein Kopf schnell in Richtung Schreibtisch. Heute war es mal wieder so weit.

Laut dem Tagesspiegel hat Frau Merkel doch tatsächlich gesagt, dass Fehl am Platz sei, wer sich nicht am christlichen Menschenbild orientiere. Und Spiegel Online schrieb folgendes Seehofer-Zitat: “Wir als Union treten für die deutsche Leitkultur und gegen Multikulti ein – Multikulti ist tot.”

Gut zu wissen, dass die Union jetzt komplett nach rechts abrutscht und das Schwarz zu Braun wird. Frau Merkel tritt schließlich mit ihrem Satz gegen eine Menge Gruppen an. Juden, Muslime, Konfuzianisten, Hinduisten, Buddhisten etc. Aber das ist mehr als offensichtlich. Aber mir soll es ja um die Menschen in meiner Timeline gehen, die mich aufgeregt haben. Zwei Tweets möchte ich herausgreifen.

Sixtus

Merkel will mich ausweisen? “Wer sich nicht am christlichen Menschenbild orientiere, sei fehl am Platz”

Max Winde

Dann schmeiß much raus, Merkel! “Wer sich nicht am christlichen Menschenbild orientiere, sei fehl am Platz” (sic!)

Leute, ich muss euch enttäuschen. Ich habe eure Biographien nicht gelesen aber vermutlich orientiert ihr euch alle am christlichen Menschenbild. Das Grundgesetz baut auch auf dem christlichen Menschenbild auf. Wenn man nicht außerhalb Europas, der USA, Südamerika oder einer anderen Region aufgewachsen ist, in der das Christentum die dominierende Institution der Moral über Jahrhunderte war, orientiert man sich in der Regel am christlichen Menschenbild. Das ist ein Meme.

Selbst der strengste Atheist, der in einer der oben genannten Regionen aufgewachsen ist, wird sich am christlichen Menschenbild orientieren. Nur weil man der Meinung ist, dass es keinen Gott gibt, heißt das noch nicht, dass man nicht die gleichen Werte hat und damit auch das gleiche Menschenbild.

Das schlimme an Frau Merkels Satz ist, dass sie ausschließt, dass Menschen, die in einer nicht-christlichen Region/Umgebung aufgewachsen sind, nicht hierher gehören und damit anscheinend auch gegen mehrere Artikel des Grundgesetzes ist (Art.2 (2), Art. 3(3), Art. 4(1) fallen mir spontan ein). Vielleicht sollte der Verfassungsschutz langsam aber sicher nicht nur die Linke überwachen, sondern auch CDU/CSU.

Der Ansatz ist falsch: Es sollte nicht heißen, “schmeiß mich raus”, sondern “dann schmeißen wir sie raus.”

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Mein Mac OS X-Setup

Alle Texte in Sachen Rechnerkram und iPhone habe ich auf mein neues Blog Rechnerkram umgezogen. Diesen Artikel findet man dort unter folgendem Link:

Mein Mac OS X-Setup auf Rechnerkram

 

Mich interessiert immer, welche Software von anderen benutzt wird. Dadurch lernt man neue Software und auch neue Workflows kennen, die evtl. schneller bzw. angenehmer als die eigenen sind. Daher dachte ich mir, dass ich einmal über mein Setup schreibe.

Ich werde einfach mal mein Dock von oben nach unten durchgehen, dann einige Programme, die ich nur ab und zu benutze, dann die Menulets und zum Schluss zusätzliche PreferencePanes.

Als Systemsprache verwende ich Englisch. Erst habe ich Deutsch benutzt aber mir ging es auf die Nerven, dass ich regelmäßig Anwendungen hatte, die nicht lokalisiert waren. Da benutze ich lieber das gesamte System auf Englisch, als dass ich den Sprachmischmasch habe.

Als File-Manager benutze ich den  mitgebrachten Finder ohne Plug-Ins. Allerdings habe ich ein paar Shiny Droplets in der Menüleiste (XCode und TextMate), sowie cd to… um per Klick in den aktuellen Ordner per Terminal zu wechseln.

Mail.app habe ich vor einiger Zeit durch Postbox ersetzt und verwende es in der aktuellen Beta. Ohne weitere Plug-Ins habe ich eine Spaltenansicht, kann Mails per Tastatur durch die Gegend schieben, Threading, dass sich nicht nur auf den aktuellen Ordner bezieht und mehr. Gegenüber Thunderbird ist es weitaus besser ins System integriert. Leider schwächelt die Applescript-Unterstützung noch ein wenig und bei einigen Anwendungen wird bei dem “Send per E-Mail”-Befehl, grundsätzlich Mail.app geöffnet und der eingestellte Standard-Mail-Client ignoriert. Wenn ich Mail.app benutze, dann nur mit MailActOn um Regeln per Shortcut anzuwenden und mit Letterbox für die Spaltenansicht.

Mein Browser der Wahl ist Chrome. Ich finde ihn hübscher (aufgrund der Tabs-on-Top und der nur temporär eingeblendeten Statusleiste) und schneller. Und die kombinierte URL/Google Suchbar hat keine Alternative in anderen Browsern. Außerdem kann ich relativ einfach die Extensions synchronisieren. Bei einem Browser sollte man wohl immer noch die Extensions erwähnen, die installiert sind. Da ich 1Password-Benutzer bin (später hierzu mehr) habe ich natürlich die 1Password-Extension installiert. Dann kommt AdBlock und der BrowserButton for AdBlock um es aus- und wieder einschalten zu können. In die selbe Reihe gesellt sich FlashBlock. Das Netz ist einfach ruhiger damit. Da ich einige Bookmarklets verwende, möchte ich diese einfach per Tastatur anwählen können. Mit der Extension Bookmarks Bar Keyboard Shortcuts ist dies möglich. Leider nur per ctrl+Zahl und nicht per cmd+Zahl wie im Safari. Für eine schönere Aufbereitung von Google Reader benutze ich Feedly. Hat so ein bisschen was von Flipboard für den Browser. Gibt’s allerdings schon wesentlich länger. Da ich aktiver Instapaper-Benutzer bin, habe ich noch die Instapaper Article Tools und Instapaper Greystyled installiert. Sie machen Instapaper schöner und besser bedienbar. Ein Session Manager darf auch nicht fehlen um Tab-Anordnungen zu speichern. Und als letztes kommt xmarks. Damit halte ich meine Browser in Sync, auch den Safari. Da ich nicht immer den Chrome benutzen kann und die Bookmarks auf dem iPhone nur über den Safari synchronisieren brauche ich mehr als den eingebauten Sync von Chrome und xmarks löst dieses Problem. Und als letztes kommt noch iReader. Eine Extension, welche die Reader-Funktionalität im Chrome nachrüstet.

Jetzt zu den Bookmarklets. Auf Platz 1 steht Readability. Macht Seiten lesbarer, schmeißt in der Regel Werbung und Kommentare raus. An zweiter Stelle das Bookmarklet von Instapaper um Artikel im Netz später lesen zu können. Entweder auf der Instapaper-Webseite, dem iPhone oder einem eBook-Reader. Dann noch ein URL-Shortener-Bookmarklet (is.gd!), Send to Delibar, hierzu aber später, ein Bookmarklet um auf meinen Instapaper-Account zuzugreifen und als letztes der Subscribe…-Button von Google Reader.

Weiter geht’s mit den Anwendungen. iCal habe ich vor einiger Zeit mit BusyCal ersetzt. Für Kalender in der Cloud benutze ich GoogleReader und da ist BusyCal für die Verwaltung und Synchronisation um einiges besser geeignet als iCal. Dazu kommt, dass es gefühlt auch noch mächtiger ist und sich besser bedienen lässt.

Mein FeedReader ist NetNewsWire. Er bindet sich schön ins System ein und lässt sich sehr gut mit der Tastatur bedienen. Aber so ganz zufrieden bin ich mit NNW nicht wirklich. Ich kann nicht genau sagen woran es liegt. Er wirkt ein wenig altbacken. Ab und zu benutz ich Google Reader und warte sehr gespannt auf Reeder/Mac und Caffeinated. Andere Feed-Reader habe ich getestet aber NNW stellt sich immer wieder als der Beste heraus.

Für meine To-Dos verwende ich Things. Es tut alles was ich will, der Preis war erträglich, ist fix und synchronisiert schnell über WLAN mit der passenden iPhone-Anwendung. Ich hoffe inständigst auf einen Over-the-Air-Sync (also über’s Internet) aber so lange es den nicht gibt, synchronisiere ich Things auf meinem Deskop-Rechner und Laptop per Dropbox.

Dann kommt JEdict. Da ich häufig Zugriff auf ein Japanisch-Wörterbuch benötige und das edict und das wadoku die besten freien Wörterbücher sind, ist dies der edict-Client meiner Wahl. Leider wird das JMDict-Format nicht wirklich gut unterstützt aber eine wirklich gut benutzbare Alternative habe ich noch nicht gefunden. Aber durch seine Shortcuts, eine sehr gute Kanji-Suche und die Überwachung der Zwischenablage, finde ich damit am schnellsten die Übersetzungen, die ich benötige.

Für Musik benutze ich immer noch iTunes. Es gibt zwar “leichtere” Alternativen aber am Ende muss ich iTunes ja doch aufmachen um mein iPhone zu synchronisieren.

Mein Twitter-Client ist Hibari. Tut im großen und ganzen was er soll, ist eine native App, die schick designt ist (bis auf die Icons in der Icon-Leiste) und unterstützt die Features, die mir wichtig sind bei Twitter.

Texteditoren benutze ich zwei. An sich benötige ich sie nur für LaTeX und nur selten für weiteres. TextMate ist mein Editor der Wahl wenn ich alleine arbeiten. Er ist supermächtig und durch ctrl+cmd+t (einfach mal darin ausprobieren) sehr schnell zu bedienen, wenn man mal Shortcuts nicht weiß. Und die LaTeX- und BibTeX-Unterstützung ist großartig. Wenn ich allerdings mit anderen zusammenarbeite um z.B. einen Text in LaTeX zu korrigieren, während jemand anderes noch darin schreibt, benutze ich SubEthaEdit. Ein großartiger Texteditor für gemeinsames arbeiten.

Meine Literatur verwalte ich mit BibDesk. Das beste Programm, was mir in jeglichem Betriebssystem über den Weg gelaufen ist um Literatur mit Bib-Dateien für BibTeX zu verwalten. Es funktioniert einfach. Meine Bib-Files und die gesammelten Paper synchronisiere ich dann über Dropbox.

Da ich reger Benutzer von simplenote bin, habe ich auch hierfür einen Desktop-Client. Die schönste Alternative, die mir bis jetzt über den Weg gelaufen ist, ist JustNotes. Sieht gut aus, tut was es soll.

Zum Editieren von Blog-Einträgen habe ich lange das Blogging-Bundle von TextMate benutzt. Inzwischen bin ich auf MarsEdit umgeschwenkt. Ich kann damit einfach etwas schneller arbeiten. Vor allen Dingen wenn es um so Dinge geht, wie Kategorien auswählen oder die Veröffentlichungszeit für einen Blog-Post zu setzen. Und darin zu schreiben macht Spaß. Die Vorschau, deren Template man so gestalten kann, dass man direkt sieht wie es im eigenen Blog aussehen wird ist auch ein großartiges Feature.

Um mir Videos anzusehen benutze ich den VLC. Damit geht es einfach am schmerzfreiesten und das Spulen per Shortcut klappt einfach weitaus besser als in Quicktime meiner Meinung nach.

Dann kommt Launchbar. Ein superschneller Launcher, der bei mir auf ctrl+space sitzt (alt+space wechselt Eingabesprachen und cmd+space startet Spotlight). Damit kann ich schnell Anwendungen starten, zu Dateien navigieren, Playlisten in iTunes auswählen, es hat einen vernünftigen Clipboard-Manager integriert und ist einfach eine verdammt mächtige Anwendung, die mein Arbeiten am Rechner beschleunigt. Ich musste mich anfangs an Launcher gewöhnen aber jetzt verfluche ich jedes System auf dem nicht Launchbar o.ä. installiert ist.

Um meine VPN-Verbindungen, zu verwalten benutze ich Shimo. Eine schöne Anwendung dafür, die auch Cisco-Profile verwaltet, wenn denn der Cisco-Client installiert ist. Es kann sogar anhand der ausgewählten Netzwerkumgebung bzw. des WLANs mit dem man sich verbindet, sich automatisch mit einem gewünschten VPN verbinden.

Für Instant Messaging benutze ich Adium, da es von Haus aus OTR und eine ganze Reihe an IM-Protokollen unterstützt.

Für die Kommandozeile benutze ich das OS X-eigene Terminal. Den Vorteil von iTerm habe ich nie wirklich verstanden.

Als Flashcard-Anwendung für das Lernen am Rechner benutze ich Anki. Das SRS ist sehr gut umgesetzt, die Desktop-Anwendung ist kostenfrei und sie lässt sich mit der dazugehörigen (nicht kostenfreien) iPhone-Anwendung synchronisieren.

Der Bittorrent-Client meiner Wahl ist Transmission. Ich mag ihn, er funktioniert und ich sehe keinen Grund auf was anderes zu wechseln.

Für die Verwaltung von Passwörtern benutze ich 1Password. Ich war eine zeitlang 1Password-Nutzer, fand es aber dämlich, dass ich unterwegs dann nicht auf meine Passwörter zugreifen konnte und stoppte dann wieder die Nutzung. Seit der iPhone-App hat sich das geändert und ich bin wieder sehr zufriedener Nutzer, der für jeden Webservice ein anderes min. 20-stelliges zufallsgeneriertes Password hat.

Mein PDF-Viewer der Wahl ist die Opensource-Software Skim. Der große Vorteil gegenüber Preview: Man kann Anmerkungen in PDFs machen, welche die PDF nicht verändern. Skim kann diese nämlich in den Meta-Daten der PDF speichern (die auch über Dropbox synchronisiert werden mit der Foren-Beta von Dropbox) oder in einer extra Datei.

Für Screenshots und sehr einfache Bildmanipulation verwende ich Skitch. Seltsames Interface, funktioniert aber einwandfrei

Jetzt zu den Menulets. Als erstes kommt das bereits oben erwähnte xmarks. Safari for xmarks läuft als Menulet und ich brauche es um die Bookmarks aus anderen Browsern nach Safari zu synchronisieren um sie dann auf mein iPhone schieben zu können.

Als nächstes folgt Dropbox mit dem ich alle wichtigen Dateien und Einstellungen von diversen Programme synchronisiere.

Dann Keyboard Maestro (20% Rabatt gibt es über diesen Link; wegen Transparenz: wenn es drei Leute darüber kaufen bekomme ich das nächste Major Update kostenfrei). Ein Tool mit dem ich z.B. systemweit iTunes kontrollieren kann, Textbausteine über Abkürzungen aktivieren kann und mehr. Es hat für mich u.a. CoverSutra, dass ich hauptsächlich für die iTunes-Kontrolle verwendete, und TypeIt4Me ersetzt.

Die nächsten zwei sind Window-Manager: Cinch und SizeUp. Mit Cinch kann ich Fenster an einen Rand schieben und sie werden automatisch auf die passende Größe gesetzt (z.B. exakt die linke oder rechte Hälfte des Bildschirms). SizeUp macht etwas ähnliches, nur über Tastaturkürzel. Außerdem kann ich damit per Tastaturkürzel Anwendungen zwischen Monitoren springen lassen und habe ein paar mehr Einstellungen als bei Cinch (z.B. nur ein Viertel des Displays etc).

Dann kommt Delibar. Ein sehr schöner Client für Delicious bzw. meinen den Web-Bookmarkservice meiner Wahl pinboard.in. Letzterer kann im Gegensetz zu Delicious nämlich auch Bookmarks aus Instapaper, RSS-Feeds, Twitter u.a. automatisch ziehen.

Das nächste Menulet in der Reihe ist PasteBot Sync um schnell die Zwischenablage zwischen iPhone und OS X auszutauschen – Links, Fotos u.ä.

Für das schnelle Sharen von jeglichen Dateitypen benutze ich CloudApp. Datei drauf schieben, Link kopieren, fertig.

In der Menulet-Reihe folgt dann QuickCursor um Text aus jeglichem Textfenster in den Texteditor meiner Wahl zu schieben.

Und als letztes 3rd-Party-Menulet kommt jetzt noch Growl für Notifications und damit ich es auch schnell mal ausschalten kann. Zum Thema Notifications: Ich benutze inzwischen fast gar keine mehr. Mails werden nicht automatisch abgerufen, Unread-Counts sind abgestellt etc. Growl informiert mich nur noch über DMs und Mentions wenn Hibari läuft (was nicht immer der Fall ist), wenn Transmission etwas fertig heruntergeladen hat, ich mich mit einem VPN verbinde bzw. die Verbindung unterbreche (über Shimo) und wenn Adium läuft (selten) über An- und Abmeldungen von Nutzern bzw. Nachrichten die mir geschickt werden, wenn Adium nicht im Vordergrund ist. Die ganzen Notifications lenken sonst viel zu sehr von dem ab, was ich gerade mache und sind in der Regel nicht wirklich wichtig.

Zum Schluss zu den zusätzlichen Preference Panes, die ich aktiv benutze. Wie ich gerade feststelle könnte ich da mal wieder aufräumen. Preference Panes, die sich auf oben erwähnte Anwendungen beziehe, lasse ich außen vor.

Damit der QuickTime-Player auch  mit Videos ordentlich umgehen kann, habe ich Flip4Mac und Perian installiert. Damit gehen dann auch WMV und sonstige Codecs.

Da ich es regelmäßig schaffe meinen Mouse-Cursor nicht mehr wieder zu finden, benutze ich Mouse Locator. Einmal F13 gedrückt und mir wird deutlich angezeigt, wo sich der Mouse Cursor gerade befindet (funktioniert natürlich auch mit anderen Funktionstasten). Und dann kommt eigentlich nur noch die Preference Pane für den XBox360-Controller-Treiber. Der Treiber wird zwar anscheinend nicht mehr gepflegt und läuft nicht ohne weiteres und Snow Leopard aber wenn man ihn selbst kompiliert und per Hand die Binaries durch die Gegend kopiert, funktioniert es anstandslos.

So, das war’s. Ich hoffe, dieser Post gibt Ideen und vielleicht posten auch mal andere was sie täglich benutzen. Demnächst schreibe ich dann mal über meine ersten beiden iPhone-Homescreens 🙂

 

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Eigentlich wollte ich Sarrazin ja ignorieren

Vor ein paar Tagen habe ich zwei Tweets rausgeschickt. Einen davon aber gelöscht, daher beide hier im Zitat:

“Ich wollte Sarrazin ja ignorieren, aber irgendwie hat niemand mitgemacht”

“Gibt’s eigentlich das Buch von Sarrazin als Torrent? Ich würde es gerne lesen aber erst danach entscheiden, ob ich dafür Geld bezahlen will”

Ich habe das Buch von dem guten Mann nicht gelesen und nur über diverse Medienkanäle die Diskussion mitbekommen. Sei es nun Hr2 – Der Tag, Hart aber Fair oder auch diverse Einträge bei Telepolis und anderen Blogs/Nachrichtenseiten. Es heißt, dass Herr Sarrazin eine Diskussion angestoßen hätte. Wobei ich mir die Frage stelle, ob man ihn nicht besser ignoriert hätte. Schließlich wird sich gerade durch die “große Diskussion”, die durch sein Buch entstanden ist sein Buch ordentliche Verkaufszahlen einhandeln. Und jeder der das Buch von Sarrazin kauft finanziert damit seine Meinung.

Aber was ist diese Diskussion? An sich ist es doch nur die seit Jahren schwelende Diskussion, dass ein Teil der Bevölkerung der Meinung ist, dass es zu viele islamische Migranten gibt, die nicht willig seien sich zu integrieren. Sie stören unsere abendländisch-christliche Leitkultur und aufgrund ihres mangelnden Integrationswillens sind sie nicht in der Lage ihren Teil in der Gesellschaft zu leisten. Sarrazin hat da noch ein bisschen Sozialdarwinismus reingemischt, damit die Suppe nicht mehr schwarz, sondern endgültig braun ist. Und was ich verstörend finde ist, dass die Basis einer Sozialdemokratischen Partei in 2000 E-Mails ihrem Vorstand mitteilt, dass Sarrazin nicht sein Parteibuch verlieren soll. Schließlich sagt der gute Mann ja, was wir alle denken.

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p style=”text-align:left;”>Und das Schlimme? Ich glaube wirklich, dass viele so denken. Schon seit Jahren sehe ich einen schwelenden Rassismus in unserer Gesellschaft. Statistisch kann ich das nicht belegen, es sind so die vielen Alltagsunterhaltungen, die man führt. Dabei meine ich jetzt nicht die gezwungene politische Korrektheit, die gleichzeitig vorherrscht. Da halte ich es ehrlich gesagt ein wenig mit Avenue Q: Jeder ist ein bisschen rassistisch (Everybody’s a little bit racist – ab Min. 1:10).

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p style=”text-align:left;”>Das bedeutet aber eher das wir alle unsere Stereotypen mit uns rumtragen. Sei es nun positiv oder negativ. Das ist zwar nicht schön, ist aber so. Es hilft uns unser Leben einfacher zu machen und wenn wir uns das Eingestehen würden, würde es gleichzeitig die Diskussion vereinfachen. Aber es gibt hier auch wieder das Henne-Ei-Problem, wenn nur einer damit anfängt, dann wird er vermutlich gleich als Rassist hingestellt, da er zu offen seine Meinung wiedergibt und nicht politisch korrekt ist. Aber nur wenn wir offen sprechen können, können wir auch wirklich diskutieren.

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p style=”text-align:left;”>Das Problem mit dem schwelenden Rassismus, den ich oben ansprach, nennen wir ihn mal Alltagsrassismus ist, dass er immer wirklich negativ ist. Es ist der Teil des Rassismus, der auch in o.g. Lied als negativ angesprochen wird. Und wodurch wird er beflügelt? Durch eine dauerhaft negative Darstellung des Islam in den Medien. Hagen Rether stellt das in seiner Aufführung gut dar und ich danke ihm dafür. Das Video werden vermutlich genug inzwischen gesehen haben, da es seine Runde über Twitter gemacht hat.

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Wie kann es sein, dass nur negatives berichtet wird? Nur weil man einer Glaubensrichtung angehört, ist man nicht gleich Fundamentalist. Und wenn ich mir anhöre, was so mancher christlicher Fundamentalist von sich gibt, bekomme ich es auch mit der Angst. Wir schreiben 2010 und manchmal komme ich mir vor als ob wir 1010 schreiben. Da ist doch tatsächlich die Religionszugehörigkeit selbst bei aufgeklärten Menschen eine Grundlage für den Stereotyp.

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Wenn ich mir anhöre, dass Leute Angst haben nach Neukölln zu kommen weil es da ja so gefährlich ist (aufgrund der vielen Ausländer, was aber in der Regel nicht gesagt sondern angenommen wird, dass es gemeinsame Meinung ist) kann ich mir nur jedes Mal an den Kopf packen. Die Leute sollten mal nach Neukölln kommen. Was sehe ich da? Viele hauptsächlich türkische Familien, die liebevoll mit ihren Kindern umgehen. Wer sitzt schon um 9 Uhr mit der Pulle da? In der Regel sind das eindeutig Deutsche. Wer schreit sein Kind an und hat die Hand schon erhoben, bevor er/sie bemerkt, dass er/sie ja in der Öffentlichkeit ist und das wahrscheinlich nicht so gut kommt, wenn man jetzt zuschlägt? Deutsche.

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Vor welchen Gegenden habe ich Angst? Eher so Marzahn, Hellersdorf, ggf. der Speckgürtel um Berlin. Und warum? Wegen der größeren Anzahl an Neonazis, denen eigentlich ihr Ziel für ihre Aggression relativ egal ist. Und welche Nationaliät haben Neonazi in der Regel? Na? Richtig, Deutsch.

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Bevor also irgendwer anfängt ganze Volksgruppen über einen Kamm zu scheren aufgrund ihrer Nationalität oder Religiösität, sollte er erst einmal in sein eigenes Land schauen. Da gibt es auch genug Vollpfosten. Und selbst die haben eine Geschichte, warum sie zu dem geworden sind, was sie sind. Ich hab jedenfalls noch kein Baby gesehen, das den rechten Arm gehoben hat.

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Nur weil es uns wirtschaftlich grade nicht so gut geht, und hey uns geht es immer noch besser als in einem Großteil der Welt heißt es nicht, dass wir die Schuldigen woanders suchen müssen. Die Gründe sind vielfältig aber Zugezogene sind es sicherlich nicht. Ohne die, wären wir nämlich lang nicht da, wo wir heute sind.

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Und wenn eine Frau Kopftuch tragen will, soll sie doch. Was wäre los, wenn man auf einmal verbieten würde ein Kruzifix am Hals zu tragen oder Nonnen zu unterrichten? Oh oh oh… Aber schließlich pflegen wir hier die christlich-abendländische Kultur. Unser Wertesystem entstammt dem Christentum aber das berechtigt uns noch lange nicht andere Wertesysteme zu diskriminieren. Unsere Kultur ist ein Gemisch, dass sich über eine sehr lange Zeit entwickelt hat. Und zwar aus einer Zeit, die sogar noch vor den Anfängen des Christentums lag. Unsere Kultur gewinnt nur durch Migranten, verlieren wird sie nichts. Nur weil ihr nicht mit Veränderung klar kommt, heißt das noch lange nicht, dass ihr andere Beleidigen dürft.

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Wir leben hier in einer Demokratie und so lange jeder der geltenden Gesetzgebung folgt und nicht gegen die Verfassung handelt, darf er machen was er will. Eine Erinnerung an die Grundrechte aus unserem Grundgesetz:

  • Artikel 2 (1): Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
  • Artikel 3 (3): Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Und wenn mir jemand die arabischen oder türkischen Supermärkte, Gemüsehändler, Friseure u.ä. zeigt, die ihr Angebot auf der entsprechenden Landessprache anbieten finde ich das gut. Warum auch nicht? In Gegenden, in denen viele US-Amerikaner leben gibt es entsprechendes auch in Englisch (und in ihrer Parallelgesellschaft auf den Basen sowieso…). Wenn es die Nachfrage nach so etwas gibt, wird es auch das entsprechende Angebot geben. Ich war zwar noch nicht auf Mallorca aber ich vermute mal ganz stark, dass es da ähnliches mit Deutsch gibt. Ich hab mir sagen lassen, dass sich da genug Deutsche auch nicht integrieren und Spanisch lernen. Sprachen lernen ist nämlich aufwendig und wenn’s auch anders geht. Aber damit wird man nicht unbedingt weit kommen. Will man sich in eine Gesellschaft integrieren und in dem Land zu etwas bringen, wird man nicht daran vorbei kommen und muss die Landessprache lernen. Aber das passiert soweit ich weiß in der Regel auch, dauert halt ein bis zwei Generationen. Nur Integration heißt nicht Assimilation. Warum soll ich meine kulturelle Identität aufgeben, nur weil ich in einem anderen Land lebe? Exakt, dafür gibt es keinen Grund.

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Unsere Regierung sollte sich besser darum kümmern, dass den Zugezogenen aus anderen Ländern geholfen wird hier klar zu kommen und dazu gehören nicht nur Integrationskurse, sondern auch ein Bildungssystem, dass hilft Chancengleichheit zu schaffen. Dann wird man vielleicht auch die oben genannten Vollpfosten dezimieren können. Mit Bildung dürfte die Chance niedriger sein in eine extreme Richtung zu schwenken (auch wenn z.B. Sarrazin uns vormacht, was auch mit Bildung passieren kann).

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Das einzige was in dieser Diskussion zählen sollte ist, dass wir Menschen, die in unserer Gesellschaft benachteiligt sind Chancengleichheit zu schaffen. Sei es nun weil sie aus einem niedrigeren sozialen Stand kommen, weil sie die Landessprache nicht gut genug sprechen oder was es da sonst noch gibt.

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Und was dann auch noch ganz wichtig ist: Wir sollten uns alle mit dem gebührenden Respekt behandeln. Ich habe mir sagen lassen, dass es da aus der Grundlage der christlich-abendländischen Kultur, die sich Bibel nennt einen ganz wichtigen Satz gibt:

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

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p style=”opacity:1!important;text-align:left;”>Für mich bedeutet das, dass man andere Menschen so behandeln sollte, wie man selbst behandelt werden will. Und Respektlosigkeit und Beleidigungen zählen da sicher nicht dazu.


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Jugendliche in Japan und China vergessen, wie man schreibt

Gerade in meinem Newsreader gefunden: AFP: Wired youth forget how to write in China and Japan:

 

“Tokyo student Maya Kato, 22, said: ‘I hardly hand-write anymore, which is the main reason why I have forgotten so many characters.

It is frustrating because I always almost remember the character, and lose it at the last minute. I forget if there was an extra line, or where the dot is supposed to go.’

Geht mir ehrlich gesagt ähnlich. Und nachdem ich vor nicht allzu langer Zeit gelesen habe, dass einer der Gründe für die Aufnahme von etwa 200 zusätzlichen chinesischen Schriftzeichen (Kanji) in die Liste der täglich genutzten Kanji sei, dass man sie nicht mehr unbedingt schreiben muss, es aber wichtig sei das man sie lesen kann wundert mich auch nichts mehr. In meiner täglichen Praxis habe ich auch festgestellt, dass das Schreiben nicht so wirklich wichtig ist. Hauptsächlich liest man Japanisch eh. Schriftlich kommuniziere ich ausschließlich per E-Mail und da muss ich die Zeichen auch nur Lesen können. Vor kurzem habe ich eine Postkarte geschrieben aber das war es auch seit Langem, dass ich mal mit der Hand geschrieben habe. Ich finde Kanji toll und würde sie gerne besser schreiben können aber so selten wie man es wirklich braucht…nun ja, zum Glück geht’s auch Japanern so aber das musste ich ehrlich gesagt schon ziemlich früh am Anfang meines Studiums feststellen 😉

 

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Und darum schmeckt japanische Schokolade nicht

Wer schon einmal in Japan war und die “großartigen” Schokoladenprodukte von Meiji und anderen probieren durfte, weiß warum man auf seinen Reisen nach Japan Milka und Ritter Sport für seine Freunde mitbringen sollte.

Schokolade in Japan schmeckt einfach nicht. Nach ein paar Versuchen habe ich von Schokolade japanischer Firmen für immer die Finger gelassen. Heute habe ich endlich herausgefunden, warum japanische Schokolade so schlecht schmeckt.

Aktuell lese ich “Can Japan Compete?” von Michael E. Porter (Harvard-Prof, der u.a. auf internationale Wettbewerbsfähigkeit spezialisiert ist), Hirotaka Takeuchi und Mariko Sakakibara aus dem Jahr 2000. Ein recht interessantes Buch, dass vielen Ideen zum Thema staatlich gestützte Wettbewerbsfähigkeit den Wind aus den Segeln nimmt.

Nun aber zurück zur Schokolade. In diesem Buch steht unter anderem der Grund warum japanische Schokolade von so niedriger Qualität ist: Zum Einen gibt es seit 1974 einen Zoll in Höhe von 35% auf Zucker und Milch. Damit sind wichtige Zutaten von Schokolade unnötig teuer. Dies führte dazu, dass japanische Firmen nach Substituten für Schokolode suchen mussten. Zum anderen gibt es wohl sehr lockere Regulierungen von staatlicher Seite aus, wieviel Kakao und Kakaobutter in Schokolade sein muss, damit sie Schokolade genannt werden kann. Und dies führte laut den Autoren zu einer indirekten Billigung von Produkten niedriger Qualität seitens der Regierung. Rätsel gelöst.

Nihonjinron – die Einzigartigkeit der Japaner

Lange Zeit kein Post, daher muss dem Abhilfe geschaffen werden.

Vor nicht allzu langer Zeit bin ich mit jemandem auf Twitter auf das Thema Nihonjinron gekommen. Da das Ganze nicht so einfach zu erklären ist, habe ich ihm eine längere Mail zum Thema “Was ist das Problem am Nihonjinron, wenn man über Japan und die japanische Gesellschaft spricht” geschrieben. Aber auch für dieses Blog ist der Großteil des Inhaltes der Mail ganz gut geeignet, daher hier eine leicht überarbeitete Fassung 😉

Erst einmal, was ist Nihonjinron? Nihonjinron beschreibt Werke nationalistischen Kulturalismus, die sich mit der “Einzigartigkeit” Japans auseinandersetzen.

Folgende Annahmen sind Grundlage des Diskurses:

  1. Man kann die japanische Gesellschaft ausschließlich mit der Hilfe von Japanern verstehen; eine externe bzw. ausländische Analyse funktioniert nicht
  2. Japaner können als kulturelles und sozial homogenes Gebilde angesehen werden, deren Kern sich über die Zeit nicht ändert
  3. Die Japaner unterscheiden sich radikal von allen anderen bekannten Völkern hinsichtlich Gesellschaft, Kultur und Sprache
  4. Ausländer sind nicht in der Lage die Essenz der japanischen Kultur und Sprache zu verstehen

Im Folgenden werde ich versuchen die Sachen auseinanderzunehmen.

1) Dieser Punkt ist für mich schwer auseinanderzunehmen. Meiner Meinung nach kann man sehr wohl auch mit Hilfe ausländischer Analyse Japan verstehen. Um genau zu sein ist vermutlich die ausländische Analyse sogar wichtiger als die rein japanische Sichtweise. Der wissenschaftlichen Diskurs der sich mit Japan auseinandersetzt umfasst den kultur- bzw. sozialwissenschaftlichen Bereich — Literaturwissenschaften, Anthropologie, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft etc. und betrachtet Japan von außen. Zum Teil werden diese Kenntnisse in Japan wieder angewandt und/oder auch ins Ausland übernommen.

2) Die homogene Gesellschaft ist ein Mythos, der immer wieder aufkommt. Lange Zeit haben sich ein Großteil der Japaner in Umfragen immer der Mittelschicht zugeordnet (in den 80ern bis zu 90%). Das Problem war allerdings, dass die Frage folgende Antworten zuließ: “oben”, “obere Mitte”, “mittlere Mitte”, “untere Mitte”, “unten” und “weiß nicht”. Die meisten haben sich der mittleren Mitte oder der unteren Mitte zugeordnet.

Heutzutage gibt es einen großen Diskurs über die kakusa shakai (格差社会) – die ungleiche Gesellschaft. Inzwischen sind Arbeitsplätze nicht mehr so sicher, die prekären Beschäftigungsverhältnisse nehmen zu (Leih- und Zeitarbeit) und immer mehr Haushalte haben Probleme sich zu versorgen. Und die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer. Ein empfehlenswerter Roman, der in der Unterschicht spielt ist Natsuo Kirinos “Die Umarmung des Todes” (auf Englisch Out, auf Japanisch アウト).

Aber die “traditionellen Säulen” des japanischen Beschäftigungssystems Lebensanstellung, Seniorität[1] und Unternehmensgewerkschaften[2] galten auch schon immer nur für etwa ein Drittel der Beschäftigten. Diese waren als Stammarbeiter angestellt und auch zwischen Großunternehmen und den Klein- und Mittelunternehmen gab es große Lohnunterschiede.

Dazu kommt, dass es auch in der japanischen Gesellschaft Minderheiten gibt. Zum einen die Koreaner, die zur Zeit der japanischen Besatzung in Korea nach Japan deportiert worden sind. Dann gibt es eine wachsende chinesische Minderheit. Die Nikkeijin, Japaner, welche von Japanern abstammen, die vor mehreren Generationen ausgewandert sind und nun durch ein Gastarbeiterprogramm wieder nach Japan zurückgekommen sind. In der Regel kommen diese aus Brasilien. Die sehr kleine Minderheit an westlichen Ausländern (die Bekanntesten sind wohl Tsurunen Marutei, ein naturalisierter Finne, der Abgeordneter im Oberhaus ist und Arudou Debito, ein naturalisierter Amerikaner, der ein sehr populäres Blog hat). Die Ainu auf Hokkaidō, die nichts mit dem Rest der Japaner zu tun haben. Ob man die Bewohner von Okinawa als Minderheit ansehen kann, denke ich eher nicht. Aber es gibt definitiv kulturelle Unterschiede und Okinawa gehörte lange Zeit nicht zu Japan und hat auch sehr eigene Bräuche etc.

Auch kulturell gibt es innerhalb des Landes große Unterschiede in den Traditionen, die darauf hinweisen, dass es keine homogene Gesellschaft ist.

3) Unterschied in Gesellschaft und Kultur. Hierauf geh ich nur sehr sehr kurz ein: viel wurde aus China und Korea importiert 😉

Einzigartigkeit der Sprache: Die ursprüngliche Sprache auf Okinawa hat sehr große Ähnlichkeiten mit dem Japanischen. Das Koreanische ist eins-zu-eins übersetzbar und hat aus dem was ich weiß nur eine Höflichkeitsstufe mehr (hatte ein Jahr Intensivkurs plus weiterführenden Unterricht; musste es aber aus Zeitgründen leider aufgeben). Die Lexik – sprich ursprünglich-koreanische und ursprünglich-japanische Wörter unterscheiden sich stark. Das Japanische wird teilweise den altaischen Sprachen zugeordnet. Andere Sprachen, die dem japanischen wohl sehr ähnlich sind, sind mongolisch und türkisch. Die Sprache ist also nicht wirklich einzigartig.

4) Au contraire

Nachdem ich jetzt die Argumente auseinandergenommen habe, die Probleme des Nihonjinron und warum man so schnell in seine Falle tappt, wie ich es beschrieben habe.

Ein großes Problem ist, dass viele Theorien von Japanern selbst vertreten werden. Frei nach dem Motto “Japan ist halt anders”. Auch die Einzigartigkeit und die homogene Gesellschaft werden gerne von Medien und Politikern betont und spiegeln sich dadurch auf die Gesellschaft zurück.

Dadurch, dass diese Theorien so häufig im In- und Ausland wieder aufgebracht werden von Leuten, die sich nicht so intensiv mit Japan auseinandersetzen, hält sich der “Mythos Japan”. Es ist oftmals schnell gesagt “ist halt Japan” und genau darin liegt das Problem. Nur weil es Japan ist, heißt es noch nicht, dass es einzigartig ist und bei Diskussionen über Kultur geht es sehr schnell in die Richtung. So nebenbei: eine Frage in meiner mündlichen Zwischenprüfung war “Denken Sie, dass die japanische Gesellschaft homogen ist und begründen Sie bitte ihre Antwort.” Das ist wirklich etwas was vielen “ausgetrieben” werden muss, da man es dauernd liest bei Leuten, die sich nicht wirklich intensiv mit der Literatur zu Japan auseinandergesetzt haben.

Kurz zusammengefasst: Nihonjinron ist eine nationalistisch geprägter Diskurs, dessen Theorien gerne von Japanern übernommen werden. Diese Theorien sind jedoch nicht korrekt. Leider werden diese Theorien außerhalb Japans oftmals angenommen, gerade weil sie von Japanern vertreten werden. Gleichzeitig ist es einfacher zu sagen “ist halt Japan”, anstatt “tiefer zu forschen”.

Kommentare sind wie immer gern gesehen.

[1] Seniorität beschreibt hier den steigenden Lohn mit zunehmender Dauer der Betriebszugehörigkeit (zurück)

[2] In Japan gibt es nicht wie hier Gewerkschaften, die sich über Industrien erstrecken, sondern die Unternehmen haben ihre eigene Gewerkschaft.

Alle drei Säulen haben übrigens noch ganz interessante Hintergründe, Auswirkungen etc. (zurück)


rikaikun – Rikaichan für Google Chrome

Vor nicht allzu langer Zeit bin ich auf Google Chrome umgestiegen. Meiner Meinung nach ein sehr ordentlicher Browser von Google, der u.a. die tolle Eigenschaft hat, dass jeder Tab einen neuen Prozess aufmacht und wenn damit aus irgendeinem Grund eine Seite nicht mehr reagiert oder ein Plug-In abstürzt nur der eine Tab abstürzt und nicht alles. Um genau zu sein auf die Nightly Builds von Chrome namens Chromium, da diese auch unter Mac OS X Extensions unterstützen.
Für Firefox gibt es das großartige Rikaichan, dass ich schon mal in diesem Blog vorgestellt habe.

Jetzt gibt es rikaikun: eine Portierung von Rikaichan nach Google Chrome. Großartig 🙂
Leider unterstützt es aktuell nur das Wörterbuch für Japanisch-Englisch aber zumindest für mich ist das erstmal ausreichend. Hoffentlich werden aber noch weitere Wörterbücher nachgeschoben.
rikaikun kann hier heruntergeladen werden.

Vortrag über das japanische Schriftsystem am 13.01.10

Hier ein wenig Werbung in eigener Sache:

Am 13.01.2010 halte ich in der abgestürzten Raumstation c-Base (Karte) ab 19:00 Uhr einen Vortrag. Das Thema ist das japanische Schriftsystem, das in der Literatur teilweise auch als das komplizierteste der Welt bezeichnet wird.
Es wird einen Blick in die Entwicklung des Schriftsystems geben, sowie die heutige Verwendung. Dazu werde ich erklären wie man Wörterbücher benutzt und wie das mit Computern und Japanisch funktioniert.
Ich bin kein Linguist, sondern werde den Vortrag aus Sicht eines Japanischlernenden halten.

Fragen und Kommentare bitte in der Kommentarfunktion hinterlassen 🙂