Posts in "Opinion"

Zu wenig Schmerz

"The silent majority is outraged!"
-- @tante

TL;DR: Die Totalüberwachung der NSA und anderer Nachrichtendienste wird als Problem wahrgenommen, aber es tut nicht weh genug.

Heute habe ich mir den Vortrag von Jacob Appelbaum auf dem 30C3 angesehen. Das war schon ziemlich heftig, auch wenn ich Teile davon wusste. Und wie so oft in den letzten Monaten musste ich über die ganze NSA-Sache nachdenken. Was es für mich bedeutet und warum der laute Aufschrei fehlt. Die Medien berichten darüber. Das Thema scheint die Leute zu interessieren, ansonsten wäre es schon längst wieder aus den Medien verschwunden. Schließlich leben sie von Einschaltquoten und Verkaufszahlen.

Ich unterhalte mich auch immer mal wieder mit Menschen über das Thema, die sich nicht in meiner Tech-Filterblase befinden. Die Meinung ist weitgehend: “Es ist schlimm, aber was soll ich schon tun?” Und wenn das Gespräch lang genug anhält, dass Verschlüsselung angesprochen wird, ist sie entweder zu kompliziert oder die Reaktion ist schlussendlich: “Und mit wem schreib ich dann? Benutzt ja sonst niemand.”

Also die üblichen und bekannten Probleme.

Aber vielleicht ist es auch noch etwas anderes. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass vor ein paar Jahren viele Leute File Sharing betrieben haben, um nicht nur Linux-Distributionen herunterzuladen. Mit der Zeit ist es weniger geworden. Denn die Einschläge kamen näher. Und wenn auf einmal die Abmahnung bei Freunden landete oder gar bei einem selbst, dann war Schluss damit[footnote]Und wechselte zu Streaming-Plattformen…[/footnote]. So lang das aber nicht passierte, wusste man zwar um die Gefahren, machte aber munter weiter. Ich denke mit der Totalüberwachung durch Nachrichtendienste ist es ähnlich. So lang man die Gefahr nicht zumindest aus zweiter Hand erlebt, ist die Gefahr einfach zu fern, zu abstrakt. Es ist noch nicht mal ein “Ich habe nichts zu verbergen”, als ein “Mir wird schon nichts passieren”. Das Bewusstsein der Datenabgraberei durch Unternehmen und Staaten scheint vorhanden zu sein. “Warum soll ich meine E-Mails verschlüsseln? Ich benutz Google Mail, die lesen doch eh alle meine Mails”, habe ich gerade erst heute zu hören bekommen.[footnote]Ja, ich habe dann gleich drauf hingewiesen, dass Google dann nicht mehr die Mails lesen könne. Die Antwort darauf war, dass der Inhalt den Aufwand nicht wert sei und wenn das wirklich jemand bei der NSA liest, hat der Analyst der NSA es nicht anders verdient als an purer Langeweile zu sterben.[/footnote] Ich höre von mehr Leuten, als ich erwartet habe, dass sie z.B. Facebook gar nicht oder sparsam benutzen. Sie wollen eben nicht, dass eine Firma sie plötzlich besser kennt, als sie sich selbst.

Der Schmerz ist einfach nicht groß genug, als dass man dagegen etwas tun möchte. Es gibt auch keine lauten Bürgerrechtsgruppen[footnote]Nein, im Netz dazu etwas zu schreiben ist nicht “laut” sein. Stände in Fußgängerzonen und auf Volksfesten haben ist laut, Flyer verteilen ist laut, Leute auf der Straße aufklären ist laut, Politiker ansprechen, ihnen Briefe und Faxe schreiben ist laut.[/footnote], die sich um das Problem kümmern. Ich sehe ja noch nicht einmal aus dem linksextremen Lager Poster oder ähnliches. Und in der Gegend in der ich lebe, rufen sie auf Postern zu diversen Straftaten wegen der Gentrifizierung auf.

Die einzigen, die sich darüber so sehr darüber aufregen, dass sie nach weiteren Informationen zum Thema suchen und vielleicht sogar etwas schreiben, sind du und ich. Ja, du, der diesen Text gerade liest. Sonst hättest du den Weg nicht hierher gefunden. Und was habe ich getan? Ich mache mir seit Monaten Gedanken und schaffe es nicht einmal mich zu überwinden mein Betriebssystem zu etwas zu wechseln, das vermutlich etwas sicherer ist. Geschweige denn den Versuch zu starten mich mit anderen zu organisieren, damit das Thema in den Meatspace getragen wird. Der Schmerz ist einfach nicht groß genug.

“Gebt mit sechs Zeilen von der Hand des ehrlichsten Mannes, so werde ich etwas finden, um ihn an den Galgen zu bringen."
-- Armand Jean du Plessis Richelieu

Von alten Smartphones und Computern

Gestern schrieb ich in meinem Jahresrückblick, dass ich ein wenig unglücklich darüber bin, dass mein eines MacBook Air im fünften Jahr zerfiel und das iPhone 3GS in seinem vierten, dasselbe Schicksal erleidet. in einem Kommentar wurde mir dann vorgeworfen, wann ich denn endlich begreifen würde, dass man nach fünf Jahren einen neuen Computer und nach zweien ein neues Telefon kauft.

TL;DR

Neue Smartphones und Computer sind schön, aber wirklich brauchen tut man sie nicht.

Das neue Smartphone

Fangen wir mit dem Telefon an. Meiner Meinung nach ist ein Smartphone an sich ein Spielzeug. Natürlich ist die Funktionalität nützlich und ich möchte es auch nicht mehr missen, aber wirklich notwendig ist es nicht. Musik und Podcasts könnte ich auch mit einem Billo-MP3-Player abspielen, Kalender können auch viele Dumbphones und die Online-Funktionalität ist nett und komfortabel aber wirklich brauchen tu ich sie nicht. Viel Zeit verwende ich darauf Spiele zu spielen. Mal abgesehen davon, dass ein Billo-Android (die 100€-Kategorie) das wahrscheinlich auch erledigen könnte. Nur nicht so schön und würde sich dabei nicht so wertig anfühlen. Und in Sachen Spielen habe ich auch so einige (ältere) Handhelds, von denen immer einer in meiner Tasche ist.

Dann kommen wir mal zu dem finanziellen Aspekt. Ein 16GB iPhone 5S kostet ohne Vertrag 699€, das sind über zwei Jahre etwa 29€ pro Monat. Was kann ich mit 29€ im Monat machen. Ich könnte eine ordentliche Hose für meinen Sohn kaufen, oder ein paar Kinderhausschuhe. Es sind mehrere Tage für die Familie essen oder ein Kinobesuch plus kleines Dankeschön für den innerfamiliären Babysitter oder oder oder. Und das 24 Mal. Ich find 700€ sind eine Menge Geld, selbst wenn man sie über zwei Jahre streckt. Und warum soll ich das Telefon in die Tonne treten, wenn es noch einwandfrei funktioniert? Herje selbst mein iPhone 3G ist noch im Benutzung und die aktuelle Besitzerin ist ganz glücklich damit. Klar hätte ich gerne alle zwei Jahre, oder gar jedes Jahr das neue noch schönere iPhone. Aber ist es wirklich notwendig? Nein. Notwendig wird es erst, wenn es kaputt ist. Und selbst dann stellt sich die Frage, ob es wirklich notwendig ist. In meinen Augen ist ein Smartphone ein schönes Spielzeug und ein iPhone ist ein schönes Luxusspielzeug. Da ärgere ich mich, wenn die nach exakt zwei Jahren grundsätzlich über den Jordan gingen. Zum Glück tun sie das meist nicht.

Der neue Computer

Nun zu den Computern. Da kaufe ich aufgrund von OS X immer von Apple. Weil ich Garantie haben will, kaufe ich neu. Schauen wir, was da das neue Wunschgerät für den Haushalt kosten würde (ist nicht für mich). MacBook Pro 13" (weil das interne optische Laufwerk explizit gewünscht ist) mit 8GB RAM, 128GB SSD und Apple Care. Sind wir bei 1747,99€. Sind über fünf Jahre auch 29€. Ein MacBook Air in der Ausstattung, wie ich es neu haben würde, wäre bei 1648€. Über fünf Jahre etwa 27,50€. Meins läuft aber noch wie eine eins, ist ja auch erst zwei Jahre alt. Wobei ich bei einem Computer noch nicht einmal den finanziellen Aspekt beleuchten würde, sondern lieber auf den funktionalen eingehe.

Was mache ich mit meinem Computer? Wenn ich darüber nachdenke ist es folgendes:

  • Texte schreiben mit vim
  • Texte kompilieren mit TeX
  • ab und zu einen Word Prozessor wie Pages, Word oder Writer verwenden
  • Tasks verwalten
  • Webdienste wie Fever, app.net, Twitter benutzen
  • im Web browsen
  • PDFs lesen
  • einen EDICT-Client nutzen
  • Bibtex-Dateien verwalten
  • Mails abrufen
  • Musik hören und verwalten
  • ebooks verwalten
  • Spreadsheets verwenden
  • Podcasts aufnehmen
  • Spiele spielen, teils neu oftmals via Emulator
  • Remote auf andere Rechner per SSH, RDP oder Teamviewer zugreifen
  • Photos verwalten

Sicherlich sind da noch ein paar andere Kleinigkeiten dabei, die alle nicht die Rechenleistung eines Core i5 benötigen und nicht weniges davon könnte ich sogar direkt auf der Kommandozeile machen, was dann so gut wir gar keine Ressourcen mehr benötigt.

Ein Bekannter von mir macht fast alles das mit einem zehn Jahre altem Aldi-Rechner, der nie aufgerüstet wurde und Windows XP. Wir überlegen aktuell, ob wir die Kiste auf eine Linux-Distribution mit geringen Anforderungen umsatteln. Als ich ihn das letzte Mal sah, meinte er aber, dass sie wieder gut läuft, nachdem er Acrobat 11 runterwarf und sich nen PDF-Viewer runtergeladen hat, der sehr simpel ist.

Mein zweiter eigener Rechner war aus der Not geboren. Mein Laptop war irreparabel kaputt, die Garantie futsch und ich hatte so gar kein Geld. Also habe ich ihn mir selbst zusammengebaut mit dem was wirklich notwendig war und der lief super. Klar, die neuesten Spiele gingen nicht, aber ich konnte super für die Uni damit arbeiten, im Web surfen und auf Emulatoren spielen. Weil ich ihn nach mehreren Jahren selbst nicht mehr nutzte, hatte ich ihn verschenkt an jemanden der überhaupt keinen Rechner hatte und dem der Rechner ausreichte.

An sich könnte ich all das was ich mache, auch auf einer alten Kiste umsetzen, es ist eher der Komfort und das Bedürfnis nach einer schönen glänzenden Kiste, die fix ist, dass ich einen neuen Rechner will. Ich habe in der Vergangenheit schon häufig alte Kisten wieder flott gemacht und damit gearbeitet. Denn für das was ich sie brauche, reicht in der Regel was altes. Das einzige wofür ich einen aktuellen Rechner brauche sind HD-Filme und halbwegs aktuelle Spiele. Mein Pile of Shame ist aber so groß, dass ich die nächsten Jahre an sich mit Spielen beschäftigt sein kann, ohne etwas neues zu kaufen. Warum soll ich mir alle fünf Jahre einen neuen Rechner kaufen? Wofür? Es ist einfach nicht notwendig. Und wenn ich mir einen neuen Rechner kaufe, kann ich einen funktionierenden alten Rechner immer noch für andere Dinge verwenden. Sei es ein Rechner zum rumspielen mit Linux- und BSD-Distributionen, als Heimserver oder als Geschenk an ein Kind oder Bedürftige in der Verwandtschaft oder Bekanntschaft, die froh sind, dass sie überhaupt einen funktionierenden Computer haben. Ich sehe nicht ein, dass es ok sein soll, dass Computer nach fünf Jahren (oder noch schneller) kaputt gehen und sie dann nicht reparabel sind. Das Bedürfnis mit OS X arbeiten zu wollen und was kleines leichtes haben zu wollen, lässt mir leider keine andere Option als einen nicht wartbaren Computer zu kaufen. In der Not könnte ich aber auch in den sauren Apfel beißen und mir ein altes Thinkpad zulegen, ne SSD (so lang SATA drin ist) reinstecken und die Sachen erledigen, die ich erledigen will. Nicht so komfortabel und shiny, aber es ginge.

Der Bedarf sich alle paar Jahre ein neues Telefon oder Rechner zuzulegen, ist doch hauptsächlich der Bedarf ein neues, glänzendes, hübsches Gerät haben zu wollen und nicht, weil man dann um Längen produktiver wird und seine Arbeit so viel besser verrichten kann. Es ist schicker und dadurch besser, aber wirklich nicht notwendig.

Und wenn ich eins “in meinem Alter”, zurückgreifend auf den Vorwurf aus dem Kommentar, gelernt habe, ist es, dass man eben nicht alle fünf Jahre einen neuen Computer und alle zwei Jahre ein neues Telefon brauch. Es ist zwar schön, aber fern von notwendig.

Jahresrückblick 2013

Hm, Jahresrückblicke. Ich hab ja das große Problem, dass ich teilweise wirklich ein Problem damit habe, was wann geschah und gerne Dinge zeitlich durcheinander werfe. Da denkt man sich, dass das alles ganz kurz zurück liegt und dann ist schon viel länger her und andere Dinge fühlen sich so weit weg an und dann ist das gerade erst ein paar Monate her.

TL;DR:

Ergo: alles nicht so schön.

NSA

Versuche ich trotzdem mal meine Gedanken zum Jahr 2013 in Worte zu fassen. Das große Thema war wohl die Sache mit der NSA, die immer noch weiterläuft. Aktueller Stand in meinem Kopf ist, dass sie alles und jeden abhören können, erstmal mitschneiden, wie der GMail-Bot scannen und evtl. mehr Interesse an der eigenen Person äußern. Wer dieses und jenes kommuniziert hat, begeht auch häufiger einen Anschlag. Und die “westliche” Geheimdienstgemeinde teilt sich ihr Wissen auch.

Was bedeutet das für mich? Wenn ich kommuniziere, kann ich davon ausgehen, dass zumindest die USA, wenn nicht auch andere Nachrichtendienste inkl. deutscher zumindest erstmal abgreifen. Hat sich dadurch meine Kommunikation geändert? Nicht wirklich. Ich hab’s versucht mit SSL-Everywhere, aber das funktioniert nicht im Safari und auch nicht unter iOS. PGP-Signaturen sehe ich immer noch selten und Jabber nutz ich eh wenig, wobei dann häufiger mal mit OTR. Mein Dropbox-Nutzungsverhalten hat sich auch nicht geändert und ich nutze weiterhin OS X. Also nein. Keine Änderung.

Es gibt nur ein allgemeines Gefühl von Ohnmacht und wenn mich jemand zur Thematik fragt und was sie oder er machen soll, antworte ich: Verschlüsselung ist grundsätzlich gut. Damit kann man zumindest den Hacker aus Kleinkleckersdorf in der Regel abhalten. Wenn du Angst vor einem Nachrichtendienst hast, hast du noch ganz andere Probleme und du würdest vermutlich nicht mit dieser Frage zu mir kommen. Gegen einen Nachrichtendienst kann man sich als einzelne Person nur begrenzt verteidigen. Und digitales Leben wird dann sehr kompliziert.

Linux

Im Zuge der ganzen Sache, habe ich mir aber wieder mehr Gedanken über Linux gemacht. Als Tante 30 Tage mit OS X gelebt hat (Podcast-Feed), habe ich versucht mit Linux für einen begrenzten Zeitraum zu leben und habe darüber gepodcastet (Folgen 8-11). In meinem Job habe ich auch einen Linuxversuch gestartet. Beide Versuche sind gescheitert. Am Laptop lag es daran, dass ich von einem USB-Stick lebte. Der erste war zu klein und zu langsam, der zweite war viel zu langsam. Im Job war Linux in der VM und Windows das Host-OS. Am Ende hängt man dann doch wieder hauptsächlich im Host-OS rum.

Am Ende muss ich aber sagen, dass das Leben mit Linux ginge. So viel zu vermissen gäbe es auch nicht. OS X ist schicker, aber wenn mir mein MacBook Air irreparabel kaputt gehen würde und ich nicht mal ansatzweise eine Finanzierungsmöglichkeit sehen würde für ein neues Gerät, könnte ich zu Linux wechseln ohne allzu großes Gejammer. In meinem Job könnte ich vermutlich auch zu Linux wechseln und die Fachanwendungen einfach in ner VM laufen lassen.

Das einzige was ich vermutlich so richtig vermissen würde, wäre OmniFocus, OpenEmu und BibDesk.

Außerdem hatte ich für nen Monat oder zwei eine Kommandozeilenphase. Da habe ich mich mit tmux, mutt, ttytter und Texapp auseinandergesetzt. Und alles funktionierte erstaunlich gut. Da war die Haupterkenntnis am Schluss, dass auch ein Leben mit Linux wirlich gut ginge. Aber nur in der Shell leben geht leider für mich nicht so ohne weiteres. Obwohl mit einem extra Gerät für PDFs das vermutlich schon wieder ginge. Aus früheren Zeiten weiß ich, dass ich auf einem recht schwachbrüstigem Gerät (ein Toshiba Libretto L1) auch Videos auf’m Framebuffer schauen konnte. Was wiederum heißt, dass ich auch mit sehr kleinem Geldbeutel notfalls arbeiten könnte und mir mal wieder bewusst gemacht hat, was für ein Luxus eigentlich so ein MacBook Air ist. Ab und zu schau ich schon mit ein wenig Neid auf Thinkpads. Die sind einfach so viel besser zu warten.

Apple

Allgemein hat sich eh mein Verhältnis zu Apple mal wieder verschlechtert. Mein MacBook Air von Oktober 2008 hat sich mit einem RAM-Fehler verabschiedet. Und so konnte ich einen Laptop, den ich normalerweise für 15€ hätte reparieren können in die Tonne treten. Oder in meinem Fall sogar noch auf ebay verscherbeln. Ein sehr unschönes Gefühl, wenn sich ein 1000+€-Gerät so verabschiedet. Ich drücke beide Daumen, dass mein aktuelles MacBook Air lange hält. Und dann stand der Kauf von neuen iPhones an. Das alte 3GS hat eine kaputte Scheibe und vibriert ohne Ende wenn der Mute-Schalter gedrückt ist. Mal abgesehen davon, dass nur noch iOS6 funktioniert. Und wenn man sich mal bewusst wird, wieviel so ein neues iPhone kostet, überlegt man sich das doch dreimal, ob iOS das wirklich wert ist und ob man es braucht, vor allem wenn der Monat häufiger doch noch ein paar Tage hat, wenn das Geld all ist. Aber zum Glück arbeite ich jetzt Vollzeit. Damit wird zumindest das 3GS ein 5S und das 4S bleibt noch ein Jahr in Betrieb. Aber ein schaler Geschmack bleibt. Vor allem, wenn man sich die Preise von nem Nexus ansieht, was in einer ähnlichen Klasse spielt. Aber da hat man dann keine Software für und hängt an Google.

Das war es in Sachen Technik denke ich.

Bundestagswahl

Was gab es noch? In Sachen Politik gab es die Wahl zum Bundestag. Meiner Meinung nach sehr enttäuschend. Auch wenn die Piraten sich selbst zerlegt haben, hatte ich doch gehofft, dass sie gerade so die 5% reißen. Dass die AfD fast 5% erreicht hat, ist erschreckend. Aber sie haben sich vermutlich gut verkauft und von Gesprächen, scheinen viele nicht die rechten Untertöne gehört zu haben. Die FDP ist raus, das ist gut. Aber die kommen vermutlich wieder. Schwarz-Rot ist nicht unerwartet. Eine alleinige Regierung durch die CDU hätte ich besser gefunden. Dann hätten sie keine Ausreden mehr gehabt. Schwarz-Grün wäre ganz schön gewesen, damit viele der Grün-Wähler endlich mal mitbekommen, wie konservativ die Grünen und auch sie selber sind. Und Rot-Rot-Grün wäre grandios gewesen, aber nun ja. Mit der Linken will ja niemand. Tja, wenn alles gut läuft, passiert vier Jahre nichts. Wenn alles schlecht läuft, haben wir am Schluss Vorratsdatenspeicherung mit entsprechender Verfassungsänderung, keinerlei Netzneutralität und weitere arge Einschnitte im Sozialwesen. Die Reihenfolge sagt nichts über die Wichtigkeit dieser drei Dinge aus.

Japan

Zum Thema Japan fällt mir nur ein, dass wir eine relativ rechte Regierung haben, die für mehr Militär ist und ein Gesetz eingeführt hat, dass Whistleblower bis zu zehn Jahre in den Knast bringen kann und Journalisten, die entsprechendes Verhalten motivieren bis zu fünf. Vermutet wird, dass es zur Vertuschung von Skandalen eingesetzt werden wird. Außerdem findet der aktuelle Premier die Geschichtsschreibung nicht so pralle und will da vermutlich Änderungen in den Büchern vornehmen lassen. Den Yasukuni-Schrein besucht er auch. Wen wundert’s.

China hat dazu eine Luftverteidigungszone über dem Ostchinesischem Meer ausgerufen aufgrund der Senkaku/Diaoyu-Inseln. Ist jetzt nicht so gut.

Und dann gibt’s da noch die Abenomics. Ein Versuch der Regierung zusammen mit der japanischen Zentralbank (ab hier BoJ) die Nachfrageseite der Wirtschaft anzukurbeln. Zurzeit sieht es meines Wissens nach ganz gut für die Wirtschaft aus, dafür hat die Sparrate gelitten. Aber das ist ja auch kein Wunder, wenn die Nachfrageseite angekurbelt wird. Nächstes Jahr werden wir sehen, wie gut die Abenomics wirklich funktionieren. Ich bin gespannt. Auch im Rahmen der Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Nordkorea

In Nordkorea wurde der Onkel Jang Song-Thaek von Kim Jong-Un zum Putschist erklärt und relativ fix exekutiert. Er war die Nummer Zwei im Staat und wenn ich es richtig verstanden habe, ein wichtiger Kontaktpunkt zu China. Seine Verbündeten erleiden das gleiche Schicksal, so wie es aussieht. Aber die Auswirkungen sind nicht so drastisch wie man erwartet. Also nicht ganz so viele Tote. Die Lage könnte sich trotzdem destabilisieren und wenn die Verbindung zu China schlechter wird ist das auch kein gutes Zeichen. Außerdem hat Amnesty International berichtet, dass ausgehend von aktuellen Satellitenbildern Lager für politische Gefangene vergrößert werden. Also alles in allem sieht es nach einer Verschlechterung der Lage in Nordkorea aus.

Mehr Themen fallen mir spontan nicht ein, aber sicher ist noch mehr passiert 2013. Aber an sich kein schönes Jahr in allen Bereichen, die mich interessieren. Vielleicht wird 2014 besser.

Idee: Strafazahlung für Unternehmen, die zu geringe Gehälter zahlen

Bei Bloomberg hab ich einen interessanten Artikel von Barry Ritholz gelesen, in dem es darum ging, dass McDonald’s und Wal-Mart die größten “Bezieher” von Sozialleistungen sind. Danach geht der Autor auf mögliche Lösungen, mit einem sehr interessanten Vorschlag ein.

Kurz etwas zum großen M und zu Wal-Mart. Laut Artikel hat McDonald’s eine eigene Hotline, die ihren Mitarbeitern hilft, quasi Hartz IV-Anträge auszufüllen bzw. dem Äquivalent davon in den USA. Wal-Mart hat die größte Gruppe an Medicaid-Beziehern, das Krankenversicherungsprogramm in den USA für Menschen mit niedrigem Einkommen und die größte Gruppe an Beziehern von Lebensmittelmarken. Mitarbeiter von Wal-Mart beziehen im Schnitt $1000 an öffentlichen Hilfen.

Nun zu den Lösungsvorschlägen. Zwei sind bekannt: ein höherer Mindestlohn (ja, im Gegensatz zu Deutschland haben die USA einen, auch wenn er gering ist) und ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Den dritten genannten Vorschlag kannte ich noch nicht, würde ich aber auch gerne in Deutschland umgesetzt sehen. Ritholz schlägt vor, dass Unternehmen, die ihren Mitarbeitern so wenig Gehalt zahlen, dass sie staatliche Unterstützung benötigen Strafzahlungen auferlegt bekommen. Und zwar in einer Höhe der staatlichen Hilfe durch den Staat. Sprich: das Geld, dass Aufstocker bekommen, bekommt der Staat zurück vom Unternehmen. Damit werden die Kosten vom Staat, also uns, dem Unternehmen, dass sich nicht wirklich sozial verhält aufgebürdet. Natürlich wird es dann immer noch Unternehmen geben, die immer noch zu wenig zahlen, denn sie haben schließlich auch Steuerersparnisse durch geringere Bruttolöhne. Meiner Meinung nach sollten aus diesem Grund die Strafzahlungen so hoch sein, dass es keinen Unterschied mehr gibt zwischen Bezahlung des Arbeitnehmers und zu geringer Bezahlung des Arbeitnehmers plus Strafzahlung. Ausweichmöglichkeiten gibt es vermutlich trotzdem. Spontan fallen mir Teilzeitarbeit und Minijobs ein, sollte die Regelung nur für Vollzeiter gelten. Aber sicherlich gibt es da auch Lösungen wie anteilige Strafzahlungen falls der Arbeitnehmer trotzdem staatliche Leistungen in Anspruch nehmen muss.

Ich sehe das nicht kommen, vor allem nicht unter einer von der CDU geführten großen Koalition weil der Arbeitgeberverband Sturm laufen würde. Eine schöne Idee finde ich es trotzdem.

ADN-Experiment beendet?

Wurde ich heute gefragt, nachdem ich jemandem auf Twitter gefolgt bin, dem ich schon früher folgte. Da ich das oder ähnliches die letzten Tage öfter gefragt wurde, ein kurzer Blogpost zum Thema.

Ja und nein. Ja in der Hinsicht, dass ich Twitter wieder mehr benutze, nein weil ADN weiter nutze. In letzter Zeit wird es auf app.net ruhiger und mir fehlen immer mehr so einige Leute von Twitter. Ich habe es vor einiger Zeit wieder angefangen zu nutzen, weil mir bestimmter Content über Japan auf ADN fehlte und auch viele App-Entwickler ihre Support/News-Accounts nur auf Twitter befüllen. Jetzt hole ich mir nach und nach die interessanten deutschen Twitterer, die nichts mehr oder noch nie auf ADN geschrieben haben zurück in meine TL. Fertig.

Auf app.net wird es gerade um einiges ruhiger und ich lese dort auch noch gerne. Technisch ist es imho auch um einiges besser (eingebauter Sync, Links in den Posts, 2048-Zeichen-PMs, kein aufgezwunger Link-Shortener etc). Aber ich habe auch jahrelang MSN-, AIM- und Yahoo-Accounts in meinen Messengern rumgeschleppt, weil ich einige Leute nur dort erreichen konnte. Und so geht es mir jetzt auch mit Twitter und Facebook. Manche Leute kann ich nur auf Twitter lesen (und da bekommt man den Kram nicht mal ordentlich per RSS mehr raus) und andere nur auf Facebook kontaktieren bzw. bekomme dort schneller manche Nachrichten. Also wieder mehr Twitter und ein bisschen Facebook. Ist nicht wie ich es mir gewünscht habe, aber wenn’s nicht anders geht, dann geht’s halt nicht anders.

Geschrieben wird, wie es passt. Manches nur auf Twitter, manches nur auf ADN, manches in beiden Netzwerken. Twitter auf Deutsch, ADN auf Englisch. Und wenn mich jetzt nochmal jemand fragt, zwecks Twitternutzung, kann ich ihn oder sie hierher schicken ;)

Some comments about Japan and the latest Newz of the World

In the latest Newz of the World Bicyclemark and Tim Pritlove talked about Japan and that people are having less sex because of an article in the Washington Post. Being me I had to comment about some of the things they said. For completeness I am posting my comment which is awaiting moderation at this moment here as well. I am grateful for any comment which shows problems in my statements since this is some stuff I didn’t look into in some time but have to for my final examinations (in 6 - 9 months).

My comment:

Even though applied social sciences is not my specialities in regards to Japan but more the political and economical side, I have to comment on some of the statements made about Japan ;)

  1. Japan is crowded and it is not bad if the population gets reduced. The problem is that with a decreasing population your work force decreases. Since the pension system is a pay-as-you-go-system you have a real problem in financing the pensions. Especially with the baby boomers leaving the work force soon. The increase in total factor productivity is just not high enough to finance these pensions when the labor force continues to decrease. Yes it is crowded (120 million people in a country with the size of Germany but inhabitable is only a third of it). But at least the pension system just can’t afford it (and I am still wondering what happens to China in regards to that). There are discussions to invite more immigrants to counter the demographic change or to find a way that women get faster back into the labor force again (or do not leave it in the first place).

  2. For sex they are going usually into love hotels because you are living usually in one room and the walls are thin. a) Young people tend to go to love hotels because walls are thin and well you don’t want that your parents could hear you. In addition it is still not really socially acceptable that a boy and a girl are together at home in one room. A boy meeting a girl alone already means that they usually have to have a date. Or you have parents who want to have some time together, people with affairs, prostitution (even though that one is kinda forbidden) etc. Love hotels have themed rooms which you won’t get in a normal hotel. b) People do not always live together in one room. Normal apartments have several rooms and a lot of people even have a house with two levels. The rooms are usually smaller but that is balanced out with practical furniture (closets in the wall, the futon which you can put away into the closet when you are not sleeping etc. – but beds are becoming more popular) Anecdote: When I lived in Japan I didn’t know a lot of people with only one room – and they usually lived alone, didn’t have a lot of money or lived in very very expensive areas. Oh wait, the same accounts for people in Germany with one-room-apartments. In my case I lived with a Japanese family (mother, daughter, grandmother, another foreigner and me). The grandmother, the other foreigner and me had all our own rooms. The mother and the daughter slept in the living/dining room. Since we all used futon, you didn’t see on the day anything that the living/dining room was used for sleeping. Rooms were all small but not uncomfortable. And don’t forget that you can always go up in terms of height of buildings even in countries with a lot of earthquakes.

  3. Maid bars are aimed at business men. Ehm, no. Usually they are aimed at Otakus, nerds. Yes, there are otakus who are also business men, but the target group are more or less nerds. Targeted at business men are hostess clubs. There you pay a lot of money to talk with a pretty looking woman which lets you feel that you are the king (and they usually do not serve to foreigners…I knew someone who was a waiter in such a club, so I got some anecdotal evidence about that). But foreigners usually wouldn’t probably also do not pay for that service. You pay around $100 per hour to talk with a woman plus drinks etc. Only in the cheap clubs you might have a chance to go with a woman to a love hotel after the club is closed if you pay extra (don’t forget prostitution is forbidden in Japan…but there are also loop holes).

  4. You never get an apartment with room mates Yes and no. It is not as common as here but it is getting more common. I even knew someone who lived with a roommate together in a one-room-apartment. But there are guest houses in bigger cities which essentially work like living in an apartment with roommates. Everyone has his/her own room. There are usually shared bath rooms and maybe shared kitchens.

  5. You live at home or alone Problem 1) Having an own apartment is really expensive. You pay 3 months of rent as kind of a gift to the land lord and there is an additional 3 months deposit. Thus you do not leave home if it is not necessary (my favorite phenomenon in that regard are the parasite singles). Btw. this is different with guest houses. There is the “gift” not involved and the deposit is far lower. Problem 2) As a couple you do not live together before you didn’t marry because it is socially not acceptable. So again a problem there with leaving home (oh and getting children; btw. abortions are in Japan afaik more “popular” as in the US or in Europe. Iirc one reason is that there is no Christian background to condemn it and Shinto and Buddhism both don’t really condemn it iirc. But this is something from far deep in the back of my head I wouldn’t swear on.)

In addition besides of students or people who studied (or expats) I actually did not yet learn so many people to know here as well who share an apartment. Even with students it seems to decrease in Germany and people seem to tend to live longer at home since the change to a Bachelor/Master-system here. And the Japanese I learned to know here who are doing working holidays are often sharing an apartment with others ;)

  1. There was something in the podcast also about women and the labor force in Japan but I just can’t find it right now. Women usually are expected to leave the labor force when they are getting children. It is even getting so far that when people are marrying that the company will try to convince the woman to leave the company because she has now to take care of the household and has to get babies. Women who do not want that do not marry and it is hard for women to marry after 30. In the past there was this great metaphor for the christmas cake (which you eat on christmas which is there more like a party with friends and new years eve is the family thing) which gets bad after the 25th of December. Meaning that women have problems finding a men when they are than 25. Nowadays you talk about the New Years cake (which gets bad after the 31st). In addition things like kindergardens have usually chronically bad opening times for people who work. And since flexible time programs are usually not existent (and which would solve also this overcrowded train-problem in the rush hour), you just can’t combine work/career and children. Thus you see an M-curve in the labor participation rate by age. Which brings me back to the problem with the demographic problem. Women usually return to the labor force after their children grew up only as part-timers. Henceforth they can’t bring in a full wage into the social system.

But I think that is enough before I get lost in my trail of thoughts. I hope that clarified some things about Japan. And I really have to read up again on some of the stuff before I go into my final examinations :/

OmniFocus 2 for the iPhone - an opinion

Actually I wanted to write a review about OmniFocus 2 with screenshots everything. But there are already several of them, just to link to two.

So no screenshots, just my experiences from the last days. OmniFocus 1 was designed pragmatically and worked very well. You could input tasks fast, you could check them off fast, got an overview with the Forecast-feature. All in all it was a very good companion app to the OS X-application. Without it though it was a very good Todo-app since it has start and due dates, repetitive tasks, projects etc.

Its main weakness was it looks. It had a charming look reminding us how stock-iOS-apps look when there is nearly no custom design. And it synced but the sync always felt slow especially in comparison to one of the main competitors Things.

OmniFocus 2 worked on exactly those two weaknesses. It got completely redesigned. The overview-screen put Forecast into a more prominent place, which is great. You can immediately see how many tasks are up today in the coming week. The same applies to tasks that are flagged or in the inbox. You can easily get to Projects, Nearby and Contexts and everything in the nice look of iOS7. A very bright white and beautiful colors. I really like the new look of it. But we will see how it will hold up over the years. Since OF1 did not get so much design-love over the years, I do not expect that OF2 will get that much love over the time. But for now it is looking awesome. The first time that it looks better than Things.

The other weakness is syncing. OF2 has, thanks to iOS7, the ability to wake up from time to time and sync. Henceforth when you really use it as a companion-app and do not look all the time at the phone just to see if that icon-badge appears and if the data is there but do the stuff you are supposed to do, you will see that magically all your tasks are there when you look at it on a break or when you come to the tasks that have to sync over to it. The sync is not immediate but it just happens. I can’t say how fast but it is usually a couple of minutes but can also take half an hour in my experience. To be honest, that didn’t turn out yet as a problem. I wrote today my shopping list at home, and when I arrived at the supermarket the tasks where there. I noted some stuff down in OF, get going and when I was where I had to be to do the tasks, they were there. When I noted down tasks on the iPhone while out and returned home to my running computer the tasks where there. The sync is still not fast, but it works in the background and the tasks are usually there when you are happen to be in a place where you need your synced todo-items.

Another nice feature is when putting in a new task there is a “Save+"-button, which will add the task, you are noting down and you get immediately a new task to add.

So far, so good. What are the downsides? Right now there is no Textexpander-support because Textexpander needs a new framework and that didn’t get released in time for most devs for adding it to their apps. I guess it is the same for the people at Omni and it will return. The app doesn’t have landscape-support, but I actually do not care. There is still no review-functionality. That’s the one I miss the most because I could do it then when I am already lying in bed or when I am commuting. The app is really bright, so it is not so nice to be usable at night. I hope that gets fixed in the future. For starters you can put the Invert Colors-function in the Accessibility-settings onto the triple Home Button-click and you get a dark OF2 that looks really really good.

Putting in tasks got a bit weaker in this version. Number one is that in OF1 is that task-details that belonged to each other were visually grouped together (like start/due-dates). That isn’t the case anymore. They are sorted the same way but it is just line after line. The other thing I do not like is putting in a start/due-date. The dialer comes up and there are some shortcuts for +1 day/week/month/year present but you have to tap the line with “Due” or “Defer until” to return to the screen where you can put in other details. That is confusing and even so I entered already some tasks I can’t get accustomed to it and it doesn’t feel that this will happen so fast. A next-button or something would be nice.

The next thing I do not like is that the pretty much default gesture for moving back a view in iOS7, a swipe from left to right does not work unfortunately. From what I read it was either an oversight because you have to actively activate it again when you are adding a custom animation like Omni did, or it was a design-decision, which I would not like. I got really accustomed to moving back views via a swipe. And it is so omni-present in iOS7 (pun intended).

Last but not least the price. Imho the app is worth $10. But since I am using it daily for several years now and got free updates, it felt ok to pay the 20 bucks, even so it is a lot of money for me (in general not relative to other apps). When you are really looking at it, it is only a visual update with background syncing. Those are nice additions but not worth a complete re-purchase at a relative high price for an app that is mainly a companion app to a pricey but great todo-app. If you have the money, please support Omni, buy the upgrade and thus they will be able to put out other great applications. If you are short on money, save up for it. You can wait. The app doesn’t add any functionality, which justifies an immediate necessary update right now (like a review-functionality would for example). Support Omni when you have the money, but it can wait. OF1 still works in iOS7, thus you are not missing that much. And when you have the money, pay for it and be delighted by the new looks and the background-sync.

Nur fünf Apps

Nur fünf Apps, hab ich bei Truhe gelesen. Die Aufgabe: Du kannst nur fünf Apps installieren auf deinem Smartphone. Welche wären das?

1. YNAB

Für meine Budgetverwaltung brauch ich schon etwas auf dem iPhone und da ich YNAB dafür verwende, ist das mobile Gegenstück natürlich die App der Wahl

2. 1Password

Mit iOS7 und der iCloud-Keychain könnte sich das evtl. erübrigen, aber aktuell habe ich halt alle meine Passwörter in 1Password und die sind derart gestaltet, dass ich sie mir nicht merken kann. Daher geht ohne 1Password nichts. Obwohl, vielleicht ginge es mit 1Password Everywhere.

3. OmniFocus

Meine Bedürfnisse in Sachen ToDo-Listen sind etwas umfangreicher und die App von Apple in dem Bereich suckt. Daher OmniFocus. Keine Lust mir irgendwas zusammenzuhacken, was ohne das mobile Gegenstück zu OmniFocus am Mac ginge.

4. hAppy

Ich benutze nur noch ein soziales Netzwerk so richtig. App.net. Und da ist hAppy auf dem iPhone einfach die App mit dem größten Funktionsumfang und deckt nicht nur den Microblogging-Teil ab, sondern auch private Nachrichten und den Chat Patter und sieht dabei auch noch brauchbar aus und hat Funktionen, damit ADN auch im Edge-Land Spaß macht. Ok, keine Push-Benachrichtigungen zu haben suckt ein wenig, ist aber verschmerzbar.

5. Anki

Meine App der Wahl zum Lernen von Vokabeln. Gibt nichts besseres unter iOS und OS X meiner Erfahrung nach, auch wenn’s hübscher sein könnte.

Zum Schluss noch die Apps, die ich wirklich vermissen würde:

Prism, Tempora und ich

TL;DR: Alles Mist.

Seit ein paar Wochen ist bekannt, dass die Aluhüte™ recht hatten. Die Überwachung durch Staaten findet großflächig statt. Wir wussten, dass wir freiwillig Konzernen unsere Daten übergeben. Teils ist es Wahl, teils entgeht man nur mit Aufwand der Datensammelei von Konzernen. Ich habe keine Illussion, dass Google und Facebook sehr detaillierte Profile von mir haben, auch wenn ich ausgeloggt bin. Und ich möchte nicht wissen1, wer sonst noch so alles detaillierte Profile von mir angelegt hat.

Inzwischen weiß ich, dass vermutlich mehreren Nachrichtendienste Profile von mir erstellen könnten, wenn sie wollten. Die Zielrichtung ist nur eine andere. Statt 31, min. ein Kind, Apple-Fanboy, heißt es halt 31, informiert sich über verschlüsselte Nachrichtenübermittlung, könnte potentiell etwas zu verbergen haben.

Seitdem PRISM, Tempora und wie die Programme auch immer heißen bekannt sind, habe ich keine einzige Mail bekommen mit einer PGP-Signatur oder einem S/Mime-Zertifikat bekommen. Für mich heißt das, dass fest zumindest mit meinen Kommunikationspartnern in der Zeit niemanden gibt, der zumindest alles eingerichtet hat um Mails zu verschlüsseln. Ansonsten könnte er/sie ja signieren und ich wüsste, dass es einen öffentlichen Schlüssel gibt und ich eine verschlüsselte Mail verschicken können. Chats, die mit OTR verschlüsselt waren, hatte ich exakt einen.

Rede ich mit Leuten über die Thematik, sind sie in der Regel erbost darüber. Wobei ich aber sagen muss, dass ich noch nicht wirklich auf die Thematik angesprochen worden bin. Etwas das normalerweise passiert, wenn irgendwas böses mit Computern die Runde macht. Mein Eindruck ist, dass es den meisten weiterhin schnuppe ist, ob mitgelesen wird oder Verbindungsdaten erhoben werden. Welcher Nachteil ergibt sich auch für sie? Was soll schon passieren?

Ich bin mit Cyberpunk groß geworden. Ich habe Enemy of the State gesehen. Ich habe einen Namen, der meines Wissens nach einzigartig auf der Welt ist. Ich schreibe in der Regel mit Klarnamen. Ich bin es gewohnt damit umzugehen, dass alles was ich ins Netz schreibe in der Regel sehr einfach auf mich zurückverfolgt werden kann.

Wenn ich eine Mail schreibe, eine Nachricht per Jabber oder eine private Nachricht auf app.net, fühle ich mich allerdings unbeobachtet. Obwohl ich weiß, dass zumindest Mails durch viele Hände gehen und jeder auf dem Weg mitlesen kann. Bei Jabber und PMs liegen sie auf dem Server und dem Administrator muss ich vertrauen. Denn zumindest der kann in der Regel mitlesen, wenn er denn wollte.

Jetzt kann ich mir allerdings sicher sein, dass es Institutionen gibt, die mitlesen können, wenn sie es denn wollen. Hat sich dadurch mein Kommunikationsverhalten geändert? Nein. Ich hab zwar bei meiner Freundin Threema2 installiert, aber wir benutzen trotzdem Mail, SMS und iMessages. Ich hab meinen GPG-Kram mal wieder reaktivert und könnte an sich verschlüsselte Mails schreiben. Aber mit wem?

Und selbst wenn, im Kopf sitzt es nicht drin, dass da potentiell ein gelangweilter Analyst irgendwo mitliest oder ein Tool über meine Mails geht und mich potentiell als Gefährder3 einstuft, weil ich über irgendein Rollenspiel schreibe. Und dann kommen ja noch die Verbindungsdaten hinzu. Was weiß ich, was die Leute mit denen ich auf app.net kommuniziere evtl. außerhalb des sozialen Netzwerks treiben. Ich denke, dass man in so ein Netz schneller reinfallen kann, als man denkt. Aber es ist nicht im Kopf drin. Es ist einfach zu abstrakt, zu weit weg. Das ist so ein bisschen wie in den Nachrichten das Leid in anderen Ländern zu sehen. Ja, ist schlimm, gleich fängt der Tatort4 an, oder? Und ich denke, so geht es den meisten.

Persönlich würde ich gerne etwas machen und habe auch all die schönen Werkzeuge zur Hand und weiß, dass ich mit BlackVPN und Tor, sowie mit GPG, OTR und was weiß ich nicht, relativ sicher5 kommunizieren könnte. Aber dazu gehören immer zwei und irgendwie ist es auch unbequem. Und wie oben geschrieben, kommt dazu, dass es einfach nicht im Kopf ist.

Und ja, ich habe Dinge zu verbergen. Wer nicht? Und wenn man der Meinung ist, dass man nichts zu verbergen hat, sollte man die Kreativität anderer Menschen nicht unterschätzen, die etwas draus drehen können. Evtl. reicht es ja schon aus sich verwählt zu haben.

Also was tun? Der Aussage “If You Have Something You Don’t Want Anyone To Know, Maybe You Shouldn’t Be Doing It” von Eric Schmidt folgen? Aber kann man das immer, will man das immer? Haben sie dann nicht gewonnen? Eine angepasste neutralisierte Menschheit, die das macht was Staaten und Konzerne von ihnen erwarten? Eigentlich will ich Freiheit nicht durch gefühlte Sicherheit ersetzen. Mit der ganzen Überwachung bekommen sie auch nur die dummen Übeltäter und wer weiß, ob sie die nicht auch so bekommen hätten. Gleichzeitig steigt die Zahl der False Positives.

Irgendwie ist das alles unschön und eine Lösung habe ich auch nicht. Nachrichtendienste abschaffen wäre sicherlich erstrebenswert. Aber ich denke nicht, dass es eine Lösung wäre. Es wird immer andere geben, die einen haben und den gewonnenen Informationsvorteil nutzen werden. Es ist ein bisschen wie ein Staat, in einer Krisenregion zu sein und keinerlei Militär zu haben. Selbst das laut Verfassung pazifistische Japan hat zum Einen immer unter dem Sicherheitsmantel der USA gelebt und seine Selbstverteidigungsstreitkräfte haben auch eine nicht geringe Größe.

Gleichzeitig kann man Nachrichtendienste auch nur schwer demokratisch kontrollieren. Schließlich sind Geheimnisse ihr Geschäft. Natürlich sollten sie einer parlamentarischen Kontrolle unterliegen und das Parlament besteht schließlich aus gewählten Vertretern des Volks, aber wer überwacht die Wächter? Interessant wäre natürlich, wenn sie voll transparent arbeiten würden und es dadurch keine Geheimnisse mehr gäbe, aber das führt wieder zu ganz anderen Problemen.

Wenn alle verschlüsselten und VPNs und Tor nutzten, würde man es den Überwachern sicherlich ziemlich schwer machen. Aber das ist auch eher unrealistisch. Und wenn man der einzige unter vielen ist, der sich über Verschlüsselung heraushebt, dann ist man auf einmal auch wieder interessant und es wird genauer hingeschaut.

Und gar nicht mehr privat online kommunizieren bringt’s ja auch nicht. In den USA werden jetzt schon die Verbindungsdaten von sämtlichen Briefen seit Jahren erhoben. Damit fiele das auch weg. Und Brieftauben züchten, ist jetzt auch nicht mein Ding. Und die Latenz von dem ganzen analogen Kram ist doch recht hoch.

Tja, irgendwie eine ganz schöne Zwickmühle das alles. Und am Ende steht ein Gefühl der Ohnmacht.


  1. Na ja, eigentlich würde ich es schon gerne wissen. 
  2. Ein vermutlich sicherer Instant Message-Service, der Ende-zu-Ende verschlüsselte Kommunikation erlaubt. 
  3. Ich bin Shadowrun-Spieler, ein Pen&Paper-Rollenspiel, bei dem man einen professionellen Verbrecher im Auftrag von Konzernen spielt. Und die Reaktionen in der S-Bahn, wenn man sich über vergangene Missionen unterhält oder über den Einbruch bei der nächsten Mission spricht und wo man die vollautomatischen Waffen und den Sprengstoff herbekommt, sind eindeutig. 
  4. Nein, ich schaue den Tatort nicht. 
  5. Ich bezweifel, dass es sichere Kommunikation gibt. Evtl. wenn ich mich mit einer anderen Person in einer Höhle treffe und wir uns Nachrichten auf Papier hin- und herschieben und danach den Zettel verbrennen, kann man sich wohl sicher sein, dass niemand mitgelesen hat. Und dann wüsste ein Angreifer immer noch, dass ich mich mit der anderen Person getroffen hätte.